Dienstag, 30. April 2019

ILNP "Homecoming"

Bevor mir der Monat postingtechnisch komplett flöten geht (ich weiß gar nicht so recht, warum ich nicht fleißig weitergepostet habe - lackierte Nägel hatte ich, aber dann kam mir an dem einen Abend etwas dazwischen, dann kam etwas anderes dazwischen, dann war ich unterwegs...), möchte ich doch heute noch zum Ende des Monats einen einsamen kleinen Beitrag zu "Wir lackieren..." lancieren - mir ist nämlich noch ein Lack von ILNP in die Hände gefallen!

Oder vielmehr, zwischen einigen anderen Lacken aufgefallen, denn das gute Stück hatte sich ein bisschen versteckt und das liegt wahrscheinlich auch daran, dass es sich noch um ein altes Fläschchen handelt... Das hat mir natürlich die liebe Lotte mal geschenkt und wenn ich mich nicht komplett irre, habe ich es mir auch brav für einen Mottomonat aufgehoben, darum ist es auch ganz gut, dass es nicht untergegangen ist.
Zum Auftrag von "Homecoming" gibt es nicht übermäßig viel zu sagen, der ging nämlich sehr angenehm von der Hand. Der Lack ist schön flüssig und lässt sich gut auftragen. Die erste Schicht ist zwar nicht deckend, gibt aber schon deutliche Hinweise auf das, was der Lack so im Angebot hat. Eine zweite Schicht ist hier ein absolutes Muss, da ich mal wieder sehr dünn lackiert habe, habe ich sogar drei lackiert. Zwischendurch habe ich auch die Nagelspitzen nochmal ordentlich ummantelt, da ich nicht Gefahr laufen wollte, diese Schönheit zu verpatzen. Da der Lack recht zügig trocknet, sind auch drei Schichten kein Problem und durch das glatte Finish kann man sich auch den Topcoat sparen - allerdings wollte ich den Lack ein bisschen länger tragen, also habe ich noch eine schützende Schicht lackiert. Ein bisschen mehr Glanz gibt das durchaus, aber nicht außerordentlich viel mehr, da "Homecoming" schon von sich aus wirklich ein ansehnliches Finish hat.
Bei der Farbe war ich mir anfangs gar nicht so sicher, ob es sich nicht einfach um einen schwarzen Lack handelt - aber kaum kommt ein bisschen Sonne ins Spiel wird deutlich, dass es sich um einen tollen, dunklen Lilaton handelt. Im Fläschchen war das für mich alles andere als deutlich, aber auf den Nägeln zeigt sich der bläulich-lilane Einschlag ganz deutlich. Ansonsten wirkt "Homecoming" einfach dunkel und das reicht auch völlig aus, um das zur Geltung kommen zu lassen, was der Lack im Angebot hat: Einerseits ist das natürlich der grandiose Holoschimmer, der sich wunderbar linear auf den Nägeln zeigt und im Fläschchen ein wildes Funkeln zu Folge hat. Andererseits hat aber der ILNP auch noch einen feinen, rötlich-goldenen Schimmer im Angebot, der vor allem im Sonnenschein sehr gut durchkommt. Ich war mir anfangs nicht sicher, ob ich mir das nicht nur einbilde - aber wie man auf dem folgenden Bild auch im Fläschchen sehr schön sehen kann, gibt es da neben dem Regenbogen auch noch einen klaren Goldeinschlag. An und für sich ist aber der Holoeffekt deutlich dominanter, ich finde aber den zusätzlichen Goldschimmer auch sehr hübsch und einfach besonders.
Mich kann man ja mit dunklen Lacken, die einen Holoeffekt haben, schon enorm begeistern - und so ist es kein Wunder, dass mich "Homecoming" schon solo zum Schwärmen bringt. Vor allem, da der Holoeffekt sich schön deutlich zeigt und nicht nur das Fläschchen wild funkelt, sondern auch die Nägel alle Regenbogenfarben zeigen. Bei strahlendem Sonnenschein, den ich dankenswerterweise für die Fotos zur Verfügung hatte, kommt das gleich noch ein bisschen deutlicher raus und macht einfach Spaß! Aufgrund dieser Effekte, wollte ich auch beim Design eher ein bisschen zurückhaltend bleiben, allerdings habe ich aus meinen Fehlern gelernt und nicht versucht, farblich in einem ähnlichen Rahmen zu bleiben - erstens hätte ich sowieso keinen passenden Goldton gehabt und zweitens hätte man den wahrscheinlich gar nicht gesehen, also wurde gleich mit Weiß gestempelt. "Wild white ways" von essence hat sich hier als sehr guter Begleiter erwiesen, also habe ich mit dem und der BP-L067 auf den Ring- und Mittelfinger ein paar Blümchen gestempelt.
So ein feiner, weißer Kontrast zeigt sich auf dem dunkellilanen Basislack sehr gut, lässt aber auch das schöne Holofunkeln noch ausreichend zur Geltung kommen. Die große Kunst war es hier, beides noch halbwegs erkennbar auf ein Foto zu kriegen - und das war gar nicht so leicht, da entweder der Holoeffekt zu krass zu erkennen ist und damit das Stamping komplett untergeht oder das Stamping zwar zu sehen ist, aber dafür keine Effekte mehr in "Homecoming"... Manchmal ist das mit dem Sonnenschein halt gar nicht so einfach, aber ich finde, man kann auf den beiden Design bildern zumindest beide Aspekte halbwegs gut erkennen. An und für sich ist der Holoeffekt noch ein bisschen dominanter, aber wie gesagt hätte er dann alles andere überstrahlt. Ich muss sagen, dass ich "Homecoming" wirklich klasse finde und mich sehr darüber freue, den Lack in meiner Sammlung zu haben - einen dunklen Holo kann man ja grundsätzlich immer gebrauchen, wenn es mal etwas dezenter und edler, aber nicht komplett langweilig sein soll.
Da ich den Lack mit Topcoat getragen habe, ist die Haltbarkeit komplett unproblematisch - natürlich gibt es auch hier irgendwann Tipwear, die dann auch schneller auffällt, aber dank dem weißen Stamping war das hier gar nicht so tragisch. Das Ablackieren ging dann wieder unglaublich einfach und angenehm, sodass einem weiteren Lackieren nichts im Weg steht - zumindest rein theoretisch nicht... Praktisch bin ich im Mai erstmal unterwegs und muss mit kurzen, unlackierten Nägeln rumlaufen...

Mittwoch, 3. April 2019

Anny 382 "Surfing crocodile"

Diesen Monat bin ich ja (doch ein bisschen zu meinem Erschrecken) komplett vogelfrei in der Auswahl - und das macht mir die Entscheidung unglaublich schwer, schließlich kann ich nicht alle Lacke gleichzeitig lackieren! Also habe ich mich mal wieder dafür entschieden, den Herren auswählen zu lassen und der kam erstaunlich schnell und vor allem wild entschlossen mit einem Lack in der Hand wieder aus dem Lackierzimmer: "Der Lack passt gut zum Wetter!"

Und so kam es, dass ich Anny's "Surfing crocodile" lackieren durfte, auch wenn ich den kritischen Hinweis, dass ich doch erst vor Kurzem einen ähnlichen Lack getragen habe, kurz anbringen konnte. Ich kann allerdings gut nachvollziehen, warum er ausgerechnet diesen Lack gewählt hat - ich muss aber gestehen, dass mir eher nach einer anderen Farbe gewesen wäre, aber da war es natürlich zu spät
Ich war tatsächlich ein bisschen überrascht, als ich das Fläschchen aufgeschraubt hatte - ich war eigentlich nicht davon ausgegangen, dass der Lack so sheer ist! In meinem Kopf war "Surfing crocodile" ein Cremelack, aber der Inhalt der Lackflasche überzeugte mich von etwas anderem. Mit dem gerade geschnittenen Pinsel lässt sich der recht flüssige Lack zwar leicht auftragen, mit der Deckkraft ist es aber nicht sonderlich weit her, da hier der Weißanteil sehr gering ist. Schnell war mir also klar, dass es mit wenigen Schichten eher nicht getan sein würde und leider bewahrheitete sich diese Vermutung auch. Mit der zweiten Schicht hatte ich zwar schon deutlich mehr Farbe auf den Nägeln, allerdings war mein Nagelweiß noch immer gut erkennbar, sodass ich eine dritte Schicht lackieren musste. Der Anny trocknet zwar nicht übermäßig schnell, aber auch nicht zu langsam, sodass die Schichterei erträglich ist. Das Finish wird auch angemessen glänzend, sodass man sich einen Topcoat sparen kann - ich habe auf meinen Bildern allerdings einen aufgetragen.
Das große Problem bei "Surfing crocodile" ist es, den Lack halbwegs farbgetreu abzubilden und so sehr ich mich bemüht habe, ist mir das nicht gelungen. Zu meiner Erleichterung gilt das aber auch für so ziemlich alle anderen Menschen, die es versucht haben - also muss hier eine Farbbeschreibung ausreichen. Der Anny ist eigentlich ein grünstichiger Türkiston, allerdings vom Farbton her viel intensiver als ihn meine Bilder zeigen. Man könnte ihn schon fast als ein Grasgrün mit einem ordentlichen Blaustich beschreiben, da er wirklich so richtig Wumms hat. Das Finish ist ein ganz planes, cremig scheinendes Ergebnis ohne irgendwelche Effekte. Ich finde allerdings, dass bei der Farbe auch keine Schnörksel nötig sind, da dieser Ton schon an und für sich viel Aufmerksamkeit erregt. Definitiv ein Ton für den Sommer und da es hier am Wochenende auch wirklich schön war, kann ich nur zu gut verstehen, warum mein Freund zu genau diesem intensiven Farbton gegriffen hat. Nach den ganzen speziellen Finishes von der letzten Wochen habe ich mich ehrlicherweise auch sehr gefreut, mal wieder einen "einfachen" Lack auf den Nägeln zu haben.
Während ich mir in der letzten Zeit bei wirklich vielen Designs dachte, dass sie auf einem Cremefinish absolut grandios aussehen würden, saß ich bei "Surfing crocodile" mal wieder wie der Ochs vorm Berg und wusste nicht, was ich aus diesem Lack machen sollte. Ein Krokodil hätte zwar zum Namen des Lacks gepasst, das habe ich allerdings auf keiner Stampingplatte, also musste schnell eine Alternative her. Auf meiner ÜberChic 1-01 fand ich dann ein Motiv, das ich spannend fand und gerne ausprobieren wollte. Also wurde mit einem weißen Lack (ja, auch da war ich echt unkreativ, was den Farbkontrast angeht) gestempelt und zwar auf den Ring- und Mittelfinger. Das geometrisch angehauchte Motiv kam schräg über den Nagel und auf den Zeige- und kleinen Finger habe ich mit einem der Maybelline Polkadots-Topper ("Chalk dust") noch weiße und schwarze Glitzerpartikelchen gepinselt. Damit das dann halbwegs ordentlich aussieht, gab es natürlich noch eine Schicht Topcoat drüber, dann war ich aber tatsächlich happy mit der Mani.
Auch wenn es auf den Bildern nicht wirklich so scheint, ist der Kontrast zwischen dem weißen Stamping und dem intensiven Basiston von "Surfing crocodile" richtig deutlich. Auch wenn ich sonst eher ein Fan von einheitlichen Designs bin, mag ich hier auch den Unterschied zwischen dem (halbwegs) gleichmäßigen Stamping und dem wilden Geglittere auf den beiden anderen Nägeln sehr. Das Schwarz ist auch noch ein nettes kleines Highlight und bringt etwas Abwechslung. Auf jeden Fall ist die Mani so recht fröhlich geworden, während das Wetter beschlossen hat, sich wieder in Richtung Grau zu bewegen - da macht dann natürlich auch so ein knalliger Lack auch so einiges her, da er sich sehr deutlich abhebt. Richtig witzig wird es dann, wenn man auch noch halbwegs stimmige Klamotten im Angebot hat und wieder mal "passend" gekleidet zur Arbeit gehen kann. Tatsächlich meinen ja einige meiner Kollegen manchmal, dass ich mir die Nägel zu meinen Klamotten lackieren würde - dabei wissen wir ja alle, dass es eigentlich andersherum ist...
Da ich den Lack ganz solide mit einem Topcoat versehen habe, kann ich mich über die Haltbarkeit nicht beschweren. Bis auf die beiden beglitterten Nägel war auch das Ablackieren hier vollkommen unproblematisch und wenn nicht dieses kleine Manko mit der Schichterei gewesen wäre, wäre ich von dem surfenden Krokodil wohl noch ein wenig mehr begeistert. So bleiben wir aber trotzdem bei einer verhaltenen Zuneigung, da ich künftig wohl doch eine farblich passende Basis drunterlackieren würde...