Mittwoch, 1. August 2018

OPI "Mariah Carey for OPI" Sprung

Manchmal gibt es ja so Lacke, die man ständig vor sich her schiebt. Sei es, weil sie gerade nicht ins Farbschema passen, man keine Lust hat oder man schon weiß, dass sie ein bisschen zickig sind. Beim heutigen Vertreter lag die Schieberei daran, dass ich den Lack richtig klasse fand (und finde) und ihn irgendwie zu richtigen Moment tragen wollte. Das klingt ziemlich bescheuert, trifft aber tatsächlich den Nagel auf den Kopf und ist der Grund dafür, dass "Sprung" sehr lange auf seinen Auftritt hier warten musste.

Ich weiß gar nicht mehr, wo ich den Lack zuerst gesehen habe, aber ich erinnere mich an diverse Auftritte bei "Lacke in Farbe... und bunt!" und daran, dass ich jedes Mal dachte, dass ich den Lack auch unbedingt lackieren müsst, nachdem ich ihn erneut angeschmachtet hatte. Ich hatte ihn auch im OPI-Monat bei "Wir lackieren..." öfter in der Hand, habe dann aber doch immer einen anderen Lack gewählt - und das, obwohl ich "Sprung" noch immer richtig, richtig toll finde!
Da der OPI schon eine geraume Zeit in meinem Schränkchen steht (schon mindestens seit 2014 - ich würde ja glatt vermuten, dass ich mir den auch in den USA zugelegt habe), hat er noch einen gerade geschnittenen Pinsel. Mit dem lässt sich der Lack aber gut auftragen und da er auch (noch immer!) eine sehr schöne Konsistenz aufweist, merkt man ihm sein Alter gar nicht an. An der Deckkraft könnte man ein bisschen schrauben, denn zwei Schichten braucht "Sprung" mindestens, um das Nagelweiß gleichmäßig und vollständig abzudecken. Das "mindestens" ist tatsächlich ein wichtiger Punkt, denn an manchen Stellen war mir das noch nicht deckend genug, sodass ich eine dritte Schicht lackiert habe. Man kann aber vor allem bei kürzeren Nägeln sicherlich darauf verzichten, an der Farbintensität tut das nämlich wenig. Ich habe festgestellt, dass es bei diesem Lack auch wichtig ist, die Nagelspitzen wirklich sorgfältig zu ummanteln, ansonsten zeigt sich sehr schnell Tipwear. Die Trockenzeit von "Sprung" ist in Ordnung, nicht übermäßig schnell, aber auch nicht sonderlich langsam.
Da sich "Sprung" sehr schön selbst ausgleicht, kann man auf einen Topcoat eigentlich verzichten, denn der OPI glänzt schon von sich aus genügend. Wenn man allerdings auf Highgloss aus ist, muss eine zusätzliche Schicht Topcoat her - ich finde allerdings nicht, dass mehr Glanz dem Lack tatsächlich nützt. Was die Farbe angeht, so ist der OPI sehr von den Lichtverhältnissen abhängig, in denen man ihn betrachtet. Grundsätzlich würde ich ihm wohl einen bronzenen Einschlag zuschreiben, der mal ein wenig orangestichiger, mal ein wenig bräunlicher ausfällt. Dieses Farbspiel ergibt sich aus der Zusammensetzung des Lacks, der aus ganz vielen kleinen Flecksteilchen besteht, die sich auch teils ganz deutlich golden, pink oder auch rotstichig zeigen. Darum ist auch dieser Bronzeeindruck bei unterschiedlichem Lichteinfall sehr variabel, teilweise kann man auch ganz deutlich einen pinken Einschlag oder gar goldene Schimmerpartikelchen erkennen.
Durch das Foilfinish hat der Lack eine sehr lebendige Oberfläche, die einfach unglaublich viel Freude macht und "Sprung" trotz der vielleicht weniger auffälligen Farbe zu etwas Besonderem macht. An und für sich ist das ja auch so eine Farbe, die man im Sommer toll tragen kann, allerdings macht sich "Sprung" natürlich auch im Herbst oder Frühjahr hervorragend. Durch das vielfältige Finish ist der OPI auch gar nicht so einfach als Designbasis zu nutzen, zumal ich mir auch nicht sicher war, was für ein Akzent da angemessen wäre. Schnell war klar, dass ich nicht noch mehr Blingbling auf dieses schimmernde Finish bringen sollte, also habe ich mich für ein Stamping in Cremefarben entschieden. Ich wollte etwas Dezenteres haben, das nicht zu kleinteilig ist, also bin ich bei meiner Explorer 03 von MoYou gelandet, die einige tolle Motive im Angebot hat. Eigentlich dachte ich, dass ich irgendwo großblütige Blumen haben müsste, aber die habe ich irgendwie nicht gefunden, also bin ich bei einem stilisierten Blütenmotiv gelandet.
Statt eines normalen Stampings habe ich mich hier an ein selbstgemachtes Decal gewagt und zuerst mit Schwarz die Umrandung auf das Stempelkissen gebracht, dann mit essence "Wild white ways" einzelne Punkte am Rand ausgemalt und zum Schluss mit MoYou's "Skin silk" das ganze Motiv ausgemalt. Nachdem der Sticker auf dem Stempel ein bisschen angetrocknet war, habe ich dann einfach vom linken Rand des Nagels aus einen Teil auf den Nagel gestempelt, was weitestgehend sehr gut ging. Nur am Zeigefinger habe ich zu kurz gewartet, da war der nudefarbene MoYou noch nicht ganz trocken... Ich war ja recht positiv überrascht, dass das dieses Mal so gut geklappt hat, denn beim letzten Mal ging das total in die Hose. Das Motiv von der Platte mag ich auch sehr gerne und finde auch, dass es so gut zur Geltung kommt - durchaus für eine Wiederholung geeignet, das kann sich bestimmt auch in anderen Farbkombinationen sehen lassen.
"Sprung" ist aufgrund seiner Zusammensetzung ein bisschen anfälliger für Tipwear als klassische Cremelacke, aber aufgrund der eher dezenten Farbe ist das dann gar nicht so auffällig. Das Ablackieren geht zwar zügig von der Hand, allerdings setzen sich die kleinen Partikelchen durchaus an der einen oder anderen Stelle in der Haut fest - da braucht es doch noch eine Runde mit der Nagelbürste... Auch wenn der OPI so lange warten musste, bin ich noch immer von der Farbe begeistert - durchaus ein bisschen zurückhaltend, aber doch mit dem gewissen Pfiff!

Kommentare:

  1. Wowza, das ist toll geworden! :) Ich hab mich ja immer noch nicht an Reversed Stamping getraut, weil ich mit Decals und dem ganzen Zugeschneide und Geklebe und Cleanup nix zu tun haben will. Das soll echt einfach so gehen? Muss ich mal probieren. ^^

    LG Lotte

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    1. Ich hab einfach gestempelt, auf dem Stempel dann mit den anderen Farben aufgefüllt und kurz trocknen lassen... Da reichen ein paar Minuten, dann funktioniert das recht gut :)

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