Sonntag, 29. Juli 2018

Takko Lacquer "Cosmic queen"

So ein bisschen verfolgt mich ja der Verdacht, dass Lotte mich heimlich bekehren möchte - neben "Cactus rose" hat sie mir nämlich noch einen zweiten Lack mit pinkem Schimmer eingepackt... Heimlich, still und leise schleicht sich das hier so ein bisschen ein und wenn von vier Leihlacken genau zwei einen solchen Schimmer habe, dann klingt das doch schon ein bisschen nach Absicht, oder? Aber trau, schau, wem - ich bin vorgewarnt, hier wird es sicherlich nicht verpinkter als bisher, auch wenn ich doch den Schimmer bisher recht fein finde...

Heute gibt es also meinen letzten Takko Lacquer zu "Wir lackieren...", der Monat ist ja schließlich auch schon fast vorbei. Wer sich die heutige kosmische Königin schonmal anschauen will, kann einen Blick auf Lottes Posting werfen - sie hat den Lack schon im letzten Herbst gezeigt und ebenfalls mit traumhaften Bildern eingefangen.
"Cosmic queen" lässt sich angenehm und einfach lackieren, die fast cremige Konsistenz lässt sich hervorragend auftragen und bringt schon gut erkennbar Farbe auf den Nagel. Allerdings ist die erste Schicht noch nicht deckend, sodass eine zweite hier Pflicht ist. Ich habe auch hier wieder darauf geachtet, die Nagelspitzen beim Lackieren sorgfältig zu ummanteln, um nicht Gefahr zu laufen, schon direkt nach dem Auftrag über Tipwear klagen zu müssen. Die Trockenzeit des Lacks ist angenehm kurz, sodass die zwei Schichten kein Problem sind. Beim Lackieren sollte man jedoch die Pinselführung im Blick halten, sonst zeigt sich das im enthaltenen Schimmer recht deutlich... Der Takko trocknet aus meiner Sicht nicht richtig glänzend, sodass sich hier für den Spiegelglanz eine Schicht Topcoat empfiehlt, wenn man es nicht superglossy braucht, ist das originäre Finish des Lacks allerdings auch sehr hübsch.
Farblich hat auch dieser Lack mehr im Angebot, als man auf den ersten Blick erkennen kann: Die Base ist eine wunderbar matschige Angelegenheit, ein leicht braunstichiges Grau, ein Taupe oder ein graustichiger Braunton - je nachdem, in welchem Licht man den Lack betrachtet, steht mal die graue, mal die bräunliche Nuance im Vordergrund. Zur unentschlossenen Basisfarbe kommt noch der besagte feine Schimmer, der sich im bzw. auf dem Lack zeigt und der ist farblich wahrlich wandelbar: Unter der Tageslichtlampe zeigt er sich vorwiegend pink, changiert allerdings auch ein wenig bis ins Orangene hinein. Das wird durchaus deutlicher, wenn man den Lack im Zwielicht unter die Lupe nimmt oder eben in leicht schummrigem Tageslicht betrachtet - da wird der orangene Anteil sogar ein wenig dominanter und der Shift deutlich erkennbar. Im Sonnenschein kommt es sehr darauf an, aus welchem Winkel der Lichteinfall kommt. Primär ist der Schimmer pinkfarben, manchmal zeigt er sich aber rein orangegolden, der Wechsel wird hier nicht gar so klar und es ist schwer, den Verlauf einzufangen.
Das Tüpfelchen auf dem i sind allerdings die ganz schrägen Winkel mit ungewohntem Lichteinfall, denn da zeigt sich "Cosmic queen" mit dem Schimmer sogar im olivfarbenen und gelbgoldenen Bereich! Mit der Kamera ist das durchaus schwer einzufangen, mit bloßem Auge erkennt man auch diese Nuancen ganz leicht, wenn man die Nägel nur ein bisschen dreht und wendet. Durch die schlammige Basis ist der Lack sicherlich nicht für jeden etwas, aber ich mag Matsch bekanntlich ganz gerne und kann mich auch mit dem vielfältigen Schimmer gut anfreunden. Was das Design zu dem Lack angeht, habe ich mich mal wieder am dominanten pinken Schimmer orientiert - genau wie bei der Kaktusrose... Man mag mir die mangelnde Kreativität verzeihen, aber ich hatte gar nicht mehr im Kopf, dass ich mit "Shocking pink" erst Anfang diesen Monats gestempelt hatte. Allerdings habe ich dieses Mal das Design ein wenig anders gewählt, obwohl auch hier wieder Blumen die Hauptrolle spielen.
Heute kam die zweite Platte zum Einsatz, die ich von 99nails.de bekommen habe, die 99N-SP-S1, die viele kleine Blumenmotive enthält. Da habe ich mich einfach wild bedient und auf Ring- und Mittelfinger so viele Blüten gestampt, wie eben draufgepasst haben. Die Blümelein sind ganz unterschiedlich gestaltet,  es gibt klassische Blüten, aber auch geometrische Blumenornamente und stilisierte Blüten; abgerundete und fransige Blüten, detailreiche und schematische - da ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Mit dem pinken China Glaze ließen sie sich alle problemfrei aufbringen und ich habe dann überlegt, ob es noch eine Schicht Topcoat sein soll, um alles wieder glänzen zu lassen, oder ob ich mich nicht an mattem Topcoat probiere. Ich habe mich dieses Mal für letzeres entschieden und auch wenn das den Lack ein wenig flacher und zarter macht, mag ich auch dieses Ergebnis sehr gern. Der changierende Effekt des Schimmers wird ein wenig zarter, dennch kommt er noch gut zu Tage - und ich mag die matten Blümchen sehr gern.
Auch wenn es diesen Monat nur vier Takkos waren, die ich hier zeigen konnte, muss ich sagen, dass Lotte mal wieder eine grandiose Auswahl getroffen hat. Qualitativ sind die Lacke wirklich einwandfrei und was das Farbspiel angeht, könnten sie sich auch alle sehen lassen. Auch "Cosmic queen" hat mich mit Blick auf die Haltbarkeit nicht enttäuscht und das einfache Ablackieren muss ich hier schon fast nicht mehr erwähnen...

Die Stampingplatte wurde mir kosten- und bedingungslos von 99nails zur Verfügung gestellt.

Freitag, 27. Juli 2018

Takko Lacquer "Maneater"

Bevor mir der Monat schon wieder wegläuft, möchte ich natürlich noch meine letzten beiden Leihlacke von Lotte zu "Wir lackieren..."zeigen - schließlich habe ich diese Schätzchen nicht umsonst quer durchs Land gefahren. Mal ganz davon abgesehen, dass sie es mehr als verdient haben, hier gezeigt zu werden, hatte ich auch sehr viel Freude daran, sie zu tragen. Und wenn sie schon lackiert und fotografiert sind, sollten sie erst recht verbloggt werden.

"Maneater" ist natürlich schonmal ein Lack, der vom Namen her grandios klingt und bei dem ich ja sofort an den Song denken muss. Als mir Lotte den Lack mitgegeben hat, wusste ich schon vom ersten Blick, dass ich ihn absolut toll finden würde, denn im Fläschchen strahlten mich seine Effekte nur so an und ich war schnell ganz verliebt.
Der Auftrag ging hier erneut unproblematisch von der Hand, auch "Maneater" kommt mit einer sehr schönen, angenehm flüssigen Konsistenz daher und lässt sich mit dem Pinsel gut auf den Nagel bringen. Eine Schicht war mir noch ein bisschen zu durchscheinend, also habe ich eine zweite lackiert, die dann mein Nagelweiß schön abgedeckt hat. Die Trockenzeit des Lacks ist angenehm kurz, sodass ein Topcoat hier nicht nötig ist. Da sich der Takko Lacquer auch schön ausgleicht und ebenmäßig abtrocknet, braucht es auch dafür keine zusätzliche Hilfe. Nur, wenn man noch ein bisschen mehr Glanz haben will, sollte man noch eine Schicht drüberpinseln, denn in Hochglanz kommt der kleine Menschenfresser nicht wirklich daher. Allerdings muss ich auch sagen, dass er den gar nicht nötig hat, denn in dem Lack ist schon genug los, das sich nach vorne drängelt...
Was die Farbbeschreibung angeht, gibt es bei "Maneater" eine einfache und eine komplizierte Variante. Die einfache zeigt sich im Sonnenschein, da ist der Lack nämlich von der Grundfarbe her ein dunkler Lilaton, dem ich schon fast eine Prise Aubergine zuschreiben würde. Das Spannende ist aber nicht nur die Basisfarbe, sondern zudem auch der feine Holeffekt, der sich im richtigen Winkel auch als lineares V zeigt, und sich überall auf dem Nagel ausbreitet. Wenn man wollte, könnte man also von deinem dunkellilanen Lack mit feinem Holoschimmer sprechen - aber dann käme einem die Vielfalt des Takko Lacquer im normalen Tageslicht ohne direkten Lichteinfall in die Quere. Dann zeigt sich nämlich, wie auf dem folgenden Bild erkennbar, dass in dieser Farbbasis noch sehr viel mehr steckt! Das vermeintlich einfach Lila changiert nämlich tatsächlich auch bis in ein Rotbraun hinein und zu einem goldenen Olivgrün hinüber, wenn man es denn lässt. Natürlich zeigt sich der Holoeffekt dann nicht mehr so präsent und teils nur als silbriger Schleier, aber auch der steht dem Lack hervorragend.
Gerade bei solchen Lacken, die schon für sich ein wahres Farbspiel im Angebot haben, ist es natürlich nicht leicht, ein angemessenes Stamping zu finden. Ich habe fröhlich vor mich hingegrübelt, welche Akzentfarbe denn passend wäre und habe mich dann für das geringste Risiko entschieden - "Penny talk" von essie. Der helle Kupferton passt sowohl zu einem auberginigen Lilaton als auch zu einem rötlichen Braun und kann sich sogar mit dem Gold oder Olivgrün sehen lassen. Das metallische Finish des Lacks bildet einen Kontrast zum Holoschimmer und kann sich dennoch in der Strahlkraft mit dem Basislack messen. Als Design habe ich mich für die Farbflecken von der MoYou Princess 09 entschieden, die ich auf Ring- und Mittelfinger gestempelt habe. Als kleiner Kontrast, der dem "Maneater" noch genug Raum lässt, um seine Besonderheiten zu zeigen, finde ich das durchaus gelungen.
Tatsächlich habe ich noch überlegt, den Lack zu mattieren, war mir dann aber nicht sicher, ob das nicht große Teile des Effekts schlucken würde. Umso größere Freue hatte ich dann bei dem Versuch, den Lack von seinen ganz unterschiedlichen Seiten einzufangen - gerade bei untergehender Sonne war das gar nicht mehr so einfach, aber auch das letzte Bild zeigt den gleichen Takko und nicht etwa ein braunes Geschwisterchen mit einem ebenso tollen Holoeffekt (wobei ich gestehen muss, dass ich nicht weiß, ob es nicht genau so einen Lack noch zusätzlich gibt...). Mit "Maneater" kann man wirklich in allen Lichtverhältnissen seinen Spaß haben und sich entweder am funkelnden Regenbogen oder an der Farbvarianz in der Lackbasis erfreuen - ein Schmuckstück sondersgleichen!
Über die Haltbarkeit kann ich mich hier nicht beschweren, obwohl ich den Takko Lacquer ohne Topcoat getragen habe. Zwar sind die Tips dadurch ein wenig angreifbarer, aber trotzdem ergibt sich daraus eine durchschnittliche Haltbarkeit. Qualitativ sind die Lacke definitiv überzeugend und machen auch von den Farben und Effekten her viel Spaß. Das Ablackieren war im Nu getan, sodass es hier wahrlich keinen Grund zur Beschwere gibt - nur ein bisschen Wehmut, dass ich den "Maneater" bald wieder abgeben muss...

Mittwoch, 25. Juli 2018

OPI "Spain" Manicurist of Seville

Ein wenig außerplanmäßig gibt es heute einen weiteren OPI - der passt so schön in die Reihe, da er aus der gleichen Kollektion stammt wie das dunkelgrüe Schätzchen vom Sonntag. Die Nägel sind ein bisschen kürzer geworden (irgendwann nerven die langen Krallen dann doch ein bisschen), dann sind sie vorsichtshalber noch etwas kürzer geworden, weil ich mir mal wieder das eine oder andere Eckchen abgebrochen habe... Das ist ein Phänomen, das ich nie verstehen werde!

Aber heute soll es ja auch um das Bunte auf den Pfötchen gehen, den harmlosen kleinen OPI, den ich mir im USA-Urlaub in einem kleinen, unscheinbaren Lädchen mitgenommen habe. Das heißt, das arme Kerlchen stand hier schon mindestens fünf Jahre rum und wartete geduldig, endlich lackiert zu werden.
Zugegebenerweise hatte ich vor dem Lackieren schon ein paar Sorgen, da die letzten OPIs mich ja nicht gerade im Auftrag begeistert haben - aber bei "Manicurist of Seville" sah das schon wieder anders aus. Der Lack kommt auch mit einer tollen Konsistenz daher und lässt sich mit dem Pinsel gut auftragen. Zu meiner großen Freude war hier auch die Deckkraft deutlich besser, die erste Schicht war noch nicht ganz deckend, brachte aber schon gut Farbe auf den Nagel. Allerdings schienen mir die Nagelspitzen ein bisschen durchscheinend, also habe ich die vorsichtshalber noch einmal separat bepinselt. Dann kam die zweite Schicht drüber und - oh Wunder! - der OPI deckte, war gleichmäßig und ich war tatsächlich schon zufrieden. Die Trockenzeit des Lacks ist vollkommen in Ordnung, allerdings trocknet er nicht so schön glatt ab, wie ich mir das gewünscht hätte, also musste eine Schicht Topcoat drüber. Das gab dann auch eine zusätzliche Portion Glanz, die dem kleinen Spanier hervorragend steht.
Das Fotografieren des Lacks war dafür wieder ein kleines bisschen nerviger - so ist das eben mit diesen Rottönen, die nicht gar so standardmäßig sind. "Manicurist of Seville" ist von der Helligkeit her im mittleren bis angedunkelten Bereich anzusiedeln, hat allerdings eine ordentliche Portion Blau mehr drin als der klassische Rotton. Je nachdem, in welchem Licht man sich dann mit ihm befasst, ist er eher mal beerig, mal weinrot - im Sonnenschein kommt der Blaustich kaum durch, da ihn die Sonne einfach wegblendet. Dafür wirkt der Lack einen guten Stich heller als im normalen Tageslicht, aber noch immer schön satt und intensiv. Dieser OPI wird nicht wirklich strahlend, weil der Ton das nicht hergibt, ist für mich aber dennoch ein sehr schöner Alltagston, mit dem sich so einiges machen lässt. Prototypisch wäre das eher ein Herbstton, da er nicht zu knallig ist - aber mit diesen ganzen saisonalen Zuschreibungen kann ich ja nur bedingt was anfangen.
Obwohl man sich mit klassisch angehauchten Rottönen (tatsächlich ist es ja schon faszinieren, dass der Lack auf den Nägeln deutlich weniger blaustichig wirkt als im Fläschchen!) ja hervorragend solo blicken lassen kann, wollte ich "Manicurist of Seville" noch ein bisschen aufpeppen. Beim Stamping hatte ich mich schnell auf etwas Florales eingeschossen und habe mir einfach eine meiner neuen Platten geschnappt, die ich mir bei 99nails.de aussuchen durfte. Die 99N-SP-S6 hat sechs Ganznagelmotive im Angebot und drei einzelne Blümchen, für die heutige Mani durfte eines der großen Motive auf Mittel- und Ringfinger. Gestempelt habe ich mit "Metallic green" von Artdeco, der ja nicht wirklich grün ist und mir als Kontrastfarbe sehr passend vorkam. Das Motiv ließ sich problemlos mit dem Stamper aufnehmen und auf dem Nagel platzieren, auch die feinen Linien kommen gut raus und ich war schon beim ersten Benutzen ganz angetan von der Platte - florale Motive habe ich ja eh nicht so viele und diese hier finde ich sehr schön.
Dazu gab es dann noch ein bisschen Glitter auf den Zeige- und kleinen Finger; benutzt habe ich dazu einen namenlosen Topper von ColorClub, der glaube ich aus einem Weihnachtsset stammt... Er enthält zumindest im Fläschchen ansatzweise mintfarbene Partikelchen, die auch mit einem Holoeffekt daherkommen und schien mir zu dem Stampinglack stimmig. Ich muss auch sagen, dass ich die Mani ziemlich gelungen finde, da ich den Kontrast vom metallischen Motiv auf dem cremigen Basislack sehr mag, der eben ein bisschen dunkler und blaustichiger ist und somit auch den leicht ins Mintige neigenden Artdeco hervorragend zur Geltung kommen lässt. Mit dem Gefunkel auf den übrigen Nägeln gibt es noch ein paar kleine Highlights und etwas Abwechslung und auch wenn das nicht die spanischste Maniküre ist, die man sich dazu denken kann, passt sie doch gut!
Nach dem Versiegeln der Nagelspitzen war auch die Haltbarkeit bei dem OPI kein Problem - Tipwear entwickelte sich mit Topcoat auch nicht übermäßig schnell und das Ablackieren ging gut und ohne Schlieren. Obwohl ich mir ja ein paar Sorgen gemacht habe, ob das nun eine Negativserie mit der Marke werden würde, hat mich der kleine Spanier vom Gegenteil überzeugt und ich bin meinen restlichen OPIs gegenüber gar nicht mehr so skeptisch. Sevilla darf auf jeden Fall bleiben!

Die Stampingplatte wurde mir kosten- und bedingungslos von 99nails zur Verfügung gestellt.

Sonntag, 22. Juli 2018

OPI "Spain" Here today... Aragon tomorrow

Manchmal erwischt einen die Realität ganz unerwartet und mit voller Härte und man stellt fest, dass man irgendwie schwer alles unter einen Hut bekommt, wenn man innerhalb von sechs Wochen drei unterwegs ist. Vor allem, wenn es unterschiedliche Dinge mit unterschiedlicher Vorbereitung sind und man zwischendurch auch noch mit mehr Bällen jonglieren muss, als es überhaupt geben sollte. Es hat mich zwar gesundheitlich nicht ausgeknockt, aber ich hatte die letzten zwei Wochen einfach absolut keine Zeit, mich meinem kleinen Blog hier zu widmen - und vielleicht hat das auch ganz gut getan, mal ein bisschen durchzuschnaufen.

Auf jeden Fall muss sich hier so langsam alles wieder einschleifen, denn ich habe vom Chaos dieses Jahres definitiv genug! Darum bemühe ich mich, hier wieder etwas Konstanz reinzubringen und das geht am einfachsten mit ein paar Lackpostings - denn mit unlackierten Pfoten hat mich die letzte Zeit natürlich niemand gesehen... Vielleicht habe ich aufgrund des Zeitmangels nicht ganz so oft umlackiert, aber nackt war ich nicht unterwegs.
Auch wenn wir mit den OPIs eigentlich durch sind, habe ich noch ein paar in meinem Regal stehen, die lackiert werden wollen und da ich eigentlich dachte, diesen Monat genug Raum zu haben (wer plant denn schon eine zweiwöchige spontane Auszeit?), durfte endlich "Here today... Aragon tomorrow" aus der "Spain"-Kollektion auf die Nägel. Ich weiß gar nicht mehr, wie lange der Lack schon hier stand - aber irgendwie habe ich ihn immer wieder aufgeschoben und inzwischen weiß ich auch, warum... Die Deckkraft ist nämlich sein großes Problem! Das Lackieren geht an und für sich leicht von der Hand, der Pinsel ist gerade geschnitten, die Konsistenz des Lacks angenehm flüssig - aber schon bei der ersten Schicht wird schnell klar, dass es hier an Geduld nicht mangeln darf. Ein feiner, dunkelgrüner Schleier zog sich über meine Nägel, der noch dazu an den Fingerspitzen zurückwich. Vor der zweiten Schicht gab es also eine Extraummantelung, bevor ich mich ans erneute Lackieren gemacht habe. Die Farbe wurde zwar ein bisschen intensiver, war aber noch weit von einer ordentlichen Abdeckung entfernt. Mit Schicht Nummer drei wurde es zwar ein wenig besser, aber noch immer fleckig, sodass ich tatsächlich vier Schichten auf die Nägel bringe musste - und das schon zum zweiten Mal! 
Ich hatte den Lack nämlich schon im OPI-Monat lackiert, allerdings hat er dann so rumgezickt (Fusselchen, Macken, etc.), dass er nicht fototauglich war. Dieses Mal ist mir das mit vier Schichten und einer Runde Topcoat zum Ausgleich weitgehend gelungen - allerdings ist auf dem Ringfinger noch immer ein kleiner, durchscheinender Fleck (das ist wohl der Punkt, an dem ich immer mit dem Pinsel ansetze...)... Trotz des tollen Namens ist der OPI also im Auftrag schon sehr anstrengend, trocknet nicht so superfix, dass die vielen Schicht kein Problem sind, und ist vor allem auch mit Blick auf sein Finish nicht schön eben und glänzend, sondern bleibt auch da ein bisschen ungleichmäßig. Keine guten Voraussetzungen also, und ich bin mir auch nicht sicher, ob die Farbe es rausreißen kann. "Here today... Aragon tomorrow" ist eigentlich ein tiefdunkler Grünton mit ganz, ganz zartem, leicht helleren Schimmer - allerdings muss man sich auch sehr anstrengen, um das zu erkennen. Meistens wirkt der OPI nämlich schlicht und ergreifend dunkel und beinahe schwarz, das zarte Geschimmere kann man auch nur mit der Lupe oder bei besonderem Lichteinfall erkennen. So sehr ich dunkle Lacke ja liebe, so enttäuscht war ich farblich vom Ergebnis bei diesem Vertreter.
Natürlich tragen auch die vielen Schichten zur Tatsache bei, den Schimmer nicht mehr so deutlich hervortreten und die Basisfarbe dunkler erscheinen zu lassen - aber anders wird der Lack einfach nicht deckend. Und so war ich doch gleich doppelt betrübt, da ich mich zwei Mal an den OPI setzen musste. Auf der Suche nach einem Design, das das kleine Drama hier retten könnte, bin ich dann auch nochmal so richtig ins Stolpern gekommen und habe die ganze Sache wohl verschlimmbessert... Gold kam mir zu einem dunklen Grün nämlich so richtig passend vor, also habe ich mir essie "Good as gold" geschnappt und dabei doch vergessen, dass kühle Goldtöne gar nicht so richtig golden aussehen... Da war es aber schon zu spät, denn ich hatte beschlossen, mit der Arabesque 08 von MoYou ein großflächiges Stamping auf die Nägel zu bringen... Mit dem metallisch-flüssigen Lack geht das ja an und für sich gut, allerdings ist er für feine Motive viel besser geeignet - hier habe ich es nämlich hervorragend geschafft, das gleiche Motiv sehr unterschiedlich auf die Nägel zu stempeln. An und für sich finde ich die Muster auf der Platte ja sehr spannend, ich finde nur selten einen passenden Einsatz für sie - und irgendwie ist mir das hier auch nicht so recht gelungen...
Da ich mit dem Stamping nicht so richtig glücklich war, dachte ich mir, dass die übrigen beiden Nägel noch etwas goldenen Schimmer vertragen könnten - nur habe ich natürlich keinen farblich passenden Goldschimmer als Topper gehabt und habe mich mit einem deutlich gelbstichigeren begnügen müssen. Mit dem "So gold"-shake it up Topper von p2 kann man ja ganz toll variieren und die Menge an Goldpartikelchen auf dem Nagel verändern - aber heller kriegt man den Schimmer trotzdem nicht... Nun ist der Farbkontrast nicht so schlimm und ich finde die Mani insgesamt durchaus noch ausgehtauglich, allerdings habe ich mich über die Summe meiner Fehlgriffe dieses Mal doch sehr geärgert: erst ist der Lack anstrengend (das Ganze dann auch zwei Mal!), dann wird das Stamping unregelmäßig und letztlich kriege ich nichtmal ein stimmiges Ergebnis auf die Nägel... Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt und war ein bisschen knatschig; vor allem, da ich von OPI sonst ja durchaus andere Qualität gewohnt bin.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich "Here today... Aragon tomorrow" nicht noch einmal auf den Nägeln tragen werde - tiefdunkles Grün kann ich auch von anderen Marken in einfacherer Version haben! Das Ablackieren ging zwar ohne größere Probleme und Schmierereien, aber diese ganze Schichterei kann man sich getrost sparen, wenn man von dem Schimmer dann doch nichts erkennt...

Sonntag, 8. Juli 2018

Takko Lacquer "Dazed & confused"

Nach dem kleinen Ausflug in die guten alten Zeiten mit Strukturlacken darf es heute zum Sonntag (der seinem Namen im Übrigen alle Ehre gemacht hat!), mal wieder ein bisschen was ausgefalleneres sein - es geht nämlich mit meinem zweiten Leihtakko von Lotte weiter, den sie *hier* schon gezeigt hat. Ich war anfangs ja ein bisschen skeptisch, ob ich mich bei so viel Sonne für diese doch dunkel scheinenden Takko Lacquers begeistern könnte, aber mein lieber Scholli sind die Teile toll!

"Dazed & confused" ist ja generell schonmal ein toller Name, allerdings finde ich dieses Schätzchen weder wirr noch irgendwie benommen, sondern eher grandios und absolut zauberhaft - wobei man teilweise doch ein bisschen huschig werden kann, wenn man versucht, dem Lack zu sehr auf den Grund zu gehen... Vielleicht beschreibt der Name also eher die Wirkung des Lacks auf seine Trägerinnen?
Los geht's aber erstmal mit dem Auftrag und der funktioniert ganz einfach und solide, der Lack ist nämlich von der Konsistenz her sehr angenehm und der gerade geschnittene Pinsel fächert sehr schön auf. Schnell ist also eine erste Lackschicht auf dem Nagel, die zwar nicht wirklich deckend ist, aber schon einen ersten Eindruck vom Ergebnis liefert: Es funkelt nämlich schon ganz intensiv! Da mir meine Nagelspitzen aber verdächtig durchscheinen aussahen, habe ich die Tips vor der zweiten Schicht separat ummantelt - gerade bei so einem Lack möchte ich nicht schon am ersten Tag mit Tipwear konfrontiert werden. Der Takko Lacquer trocknet sehr zügig, sodass das Aufbringen der zweiten Schicht schnell möglich ist. Die ist dann für mich ausreichend deckend gewesen, wobei in manchen Winkeln teilweise noch ein bisschen was vom Nagel durchscheint - die Kamera hat das aber dankenswerterweise nicht gesehen. Das Finish ist auch hier leicht angemattet, aber nicht richtig matt und aus meiner Sicht für den Lack sehr stimmig.
Was die Farbe angeht, hat mich "Dazed & confused" ja ehrlicherweise ein wenig überrascht - der erste Blick aufs Fläschchen hat mir nämlich einen multichromen Eindruck vermittelt, wobei der Lack zwischen einem rotstichigen Lila und einem orangestichigen Rot changierte. Lackiert zeigte sich aber auf einmal ein dunkles Blau mit ordentlich Holoschimmer, das mich ebenfalls sehr begeisterte. Sehr schnell löste sich das Verwirrspiel (da kommt sie ja, die Verwirrung...) aber auf, denn der Takko hat einfach beides! Je nachdem, in welchen Lichtverhältnissen man ihn betrachtet, steht mal die changierende Grundfarbe, mal der grandiose Holoschimmer im Vordergrund. Aus richtig aberwitzigen Winkeln, die die Kamera bei mir nicht einzufangen vermochte, wirkt "Dazed & confused" sogar komplett orangekupfern mit feinem Holoschimmer. Ansonsten ist der Lack primär im Spektrum zwischen einem tiefen Dunkelblau und einem Lilaton anzusiedeln, wobei es hier einfach vom Licht abhängt, was eher durchkommt.
Der Holoschimmer zeigt ich vor allem im Sonnenschein wirklich ganz toll - es gibt zwar kein klassisch-lineares V, aber doch so viele Regenbogenpünktchen auf den Nägeln, dass es mehr als nur eine Freude ist, den Lack zu betrachten. So eine dunkle Basis ist natürlich eine Spielwiese für Designs, ich hatte aber schnell ein Thema im Kopf - irgendwas Spaciges sollte es werden, wobei ich aber für die klassischen Galaxynails keine Zeit hatte. Also habe ich mir meine MoYou Sci-Fi 03 geschnappt, die einige niedliche Einzelmotive in der passenden Richtung im Angebot hat, und diese auf die Nägel gestempelt. Als Kontrastfarbe hatte ich eigentlich erst ein Silberholo im Kopf, das war dann aber nicht wirklich gut zu erkennen (zu viel Holo, zu wenig Silber), also bin ich auf Weiß umgeschwenkt. Mit essence "Wild white ways" ließen sich die Motive problemfrei auf den Nagel bringen und so habe ich an der linken Hand den kleinen Astronauten mit der Flagge auf dem Mond (also vermeintlich zumindest) platziert, und ihm noch eine Sternschnuppe sowie ein Sternbild mitgegeben.
Die rechte Hand hat ein paar der anderen Motive abbekomme - ausnahmsweise bin ich also mal ganz wild auf den Nägeln unterwegs und nicht brav spiegelverkehrt. Gerade bei diesen Einzelmotiven geht das ganz gut, wichtig ist ja nur, dass sie irgendwie zusammenpassen! Ich war nach dem Stempeln ganz gespannt, ob sich der Lack auch mit Topcoat weiterhin so hübsch zeigen würde und das ist nach meinem Feldversuch noch immer der Fall. Ich finde, dass ihm auch das glänzende Finish ganz hervorragend steht, allerdings kann "Dazed & confused" auch mit seinem leicht mattierten Originalergebnis schon ganz schön was. Mit Topcoat ist auf jeden Fall das Stamping ein bisschen besser geschützt - ansonsten läuft man einfach Gefahr sich das Design schnell wieder abzurubbeln und das ist ja nun auch nicht im Sinne des Erfinders.
Die Haltbarkeit des Takko Lacquer ist recht solide - nachdem ich die Nagelspitzen ummantelt habe, zeigte sich auch nicht übermäßig schnell Tipwear. Ablackieren ist wie bei seinem Geschwisterchen schon kein Problem und das ist bei dem dunklen Lack schon eindeutig ein Pluspunkt!

Freitag, 6. Juli 2018

Sally Hansen "Sugar coat" 250 Spare-a-mint?

Zum Ende einer turbulenten Woche schaffe ich es doch noch, meinen Rechner mal anzumachen - obwohl hier traumhaftes Wetter ist, habe ich bis auf den gestrigen Abend wirklich wenig davon gehabt, viel zu sehr hat mich Chaos auf der Arbeit eingenommen. Momentan fließt die Zeit extrem an mir vorbei und das mag ich so ganz und gar nicht, kann mir aber momentan nicht so recht helfen...

Natürlich werden dennoch die Nägel lackiert, ich komme nur weder so richtig zum fotografieren, noch dazu, mich mit meinem Blog zu befassen. Heute kann ich euch aber endlich meinen letzten unlackierten Lack von Sally Hansen zu "Wir lackieren..." zeigen - und ich will lieber gar nicht darüber nachdenken, wie lange der auf seinen Auftritt warten musste!
Man mag natürlich von Strukturlacken halten, was man möchte und ihre große Hochphase ist sicherlich vorbei - ich mag die Dinger aber trotzdem gerne! Und ich glaube, "Spare-a-mint?" musste nur so lange im Schrank stehen, weil ich tierischen Bammel davor hatte, dass der Lack abfärbt... Der Lack hat noch einen geraden, recht schmalen Pinsel, das tut dem Auftrag allerdings keinen Abbruch. Die flüssige Konsistenz lässt sich schön auf dem Nagel verteilen und bringt auch schon in einer Schicht einen intensiven Farbton auf den Nagel. Wie bei solchen Lacken üblich, ist die Trockenzeit eher kurz und man kann dem Lack beim Abtrocknen hervorragend zusehen, wie sich die einzelnen Partikelchen aus der Farbe herauskristallisieren. An und für sich ist eine Schicht schon ausreichend, um das Nagelweiß abzudecken - aber mit zweien ist das Finish aus meiner Sicht ein bisschen schöner. Natürlich gibt es den Lack hier ohne Topcoat, ansonsten hätte ich ja dieses tolle raue Ergebnis versaut!
Farblich ist "Spare-a-mint?" nicht ganz in dem Bereich, den der Name vermuten lässt - wirklich mintfarben ist das nämlich nicht. Ich bin hier eher bei einem grünstichigen Türkiston von durchaus ordentlicher Intensität, man könnte ihm schon fast eine gewisse Knalligkeit zusprechen. Auf jeden Fall ist das eine dieser schönen Mischungen aus Blau und Grün, die ich sehr gerne mag und aufgrund ihrer eindeutigen Uneindeutigkeit sehr zu schätzen weiß. Ein sehr schöner Ton für den Sommer, durchaus ein bisschen auffällig, aber nicht zu krass schreien, sodass man damit überall gut durch kommt. Das raue Finish finde ich mal wieder grandios - die Lacke von Sally Hansen waren es ja auch, die meine großen Liebe zu diesen Sand-, Zucker- und wie auch immer man sie sonst nennen mag-Finishes geweckt haben. In zwei Schichten ist der Lack ein bisschen grober, mit einer findet man da doch ein sehr feines Sprenkelmuster, das mir aber eben zu sanft ist. Dieses deutlich angeraute putzähnliche Ergebnis sagt mir dafür extrem zu und ist auch haptisch eine tolle Abwechslung.
Ich habe tatsächlich überlegt, ob ich für ein Design nicht doch noch diverse Schichten Topcoat auf den Lack pinseln möchte - habe mich dann aber doch dagegen entschieden. Stattdessen habe ich mir ein Schwämmchen und meinen goldenen Crackle-Topcoat von Catrice geschnappt und den auf Ring- und Mittelfinger aufgetupft. Von einem wirklichen gecrackelten Finish ist da zwar dann gar nichts mehr zu erkennen, aber ich finde den kühlen Goldeinschlag auf dem Sugarcoat doch ganz fesch. Die Grundfarbe von "Spare-a-mint?" wird durch das Gold deutlich abgesoftet und bekommt noch einen feinen, schimmrigen Hauch dazu, den ich sehr spannend finde - als Solist glänzt es tatsächlich unter dem Geschrubbele noch ein bisschen. Ich hatte zwar gehofft, dass sich vielleicht ein spannendes Finish mit leichtem Crackle ergibt, aber dafür habe ich wohl nicht genug von dem Topcoat auf das Türkis gepackt. Ich fand die Mani so schon ganz süß, aber eben noch nicht wirklich herausragend, also habe ich mich noch für ein Stamping entschlossen - und damit alles ein bisschen versaut.
Auf der Holy Shapes 05 gibt es nämlich dieses fesche Dreiecksmuster, das aus einem ausgefüllten Dreieck und zwei dreieckigen Linien besteht - Halfmoon ohne Monde sozusagen. Allerdings habe ich es nicht geschafft, das Motiv mittig auf meinen Ringfinger zu bekommen, darum habe ich versucht, den Nagel einfach komplett mit den dreieckigen Linien zu versehen, das war aber auch nur von mäßigem Erfolg gekrönt - vor allem an der rechten Seite ist dann doch so einiges etwas schief geworden. Bei den anderen Nägeln habe ich es dann bei der einfachen Variante am Nagelbett belassen und mag tatsächlich den Effekt eines Stampings auf dem Strukturlack sehr gerne, auch wenn ich dieses Mal ziemlich unsauber gearbeitet habe. Der Kontrast zwischen dem schwarzen Stampinglack und der Grundfarbe des Sally Hansen ist vollkommen ausreichend und wenn man nicht gar so genau hinschaut, sieht die ganze Geschichte auch ganz okay aus. 
An den Nagelspitzen ist der Strukturlack logischerweise ein bisschen anfällig, sodass ich mir nach zwei Tagen tatsächlich ein paar Eckchen abgehauen hatte - aber das lässt sich immer schön korrigieren bei diesen Lacken. Aufgrund der schnellen Trocknungszeit ist das ein perfekter to-go-Lack, der lediglich beim Ablackieren ein bisschen nervig ist, weil die kleinen Partikelchen sich auch ein wenig in den Nagelhäuten festsetzen. Aber immerhin färbt da nichts ab!

Sonntag, 1. Juli 2018

Takko Lacquer "Cactus rose"

Ich muss gestehen, dass mich der Monat irgendwie überrascht hat - eigentlich dachte ich nämlich, dass der Sonntag noch zum Juni gehören würde und ich noch einen Lack zum alten Monat "Wir lackieren..." zeigen kann, aber Pustekuchen! Heute ist schon Juli und damit sind zwei neue Marken am Start, nämlich Takko Lacquer und Sally Hansen. Wenn ich mich nicht komplett irre, wird das meine Teilnahme auf ein paar wenige Lacke beschränken - aber das ist ja nicht schlimm!

Für den Start habe ich mir eine meiner Leihgaben ausgesucht, die mir Lotte für diesen Monat mitgegeben hat - an Takko Lacquers habe ich nämlich sonst gar nichts Ungezeigtes hier. "Cactus rose" war vor anderthalb Jahren schon bei Lotte zu sehen und heute hat es ihr Exemplar auf meine Nägelchen geschafft.
Der Auftrag von "Cactus rose" geht dank einer tollen Konsistenz des Lacks ganz wunderbar, der gerade geschnittene, etwas breitere Pinsel tut hierbei einen guten Dienst. Die erste Schicht ist zwar noch ein bisschen durchscheinend, die zweite macht aber alles schon blickdicht, sodass man hier schnell fertig ist. Der einzige Punkt, den es zu beachten gilt, ist eine sorgfältige Ummantelung der Nagelspitzen - ich hatte nämlich nach der ersten Schicht den Eindruck, dass sich der Lack ein bisschen von den Tips zurückzieht. Die Trockenzeit ist recht kurz, sodass man keine Hilfsmittel braucht - die im Übrigen auch das eigentliche Finish des Takko Lacquer zerstören würden. An und für sich trocknet der Lack nämlich seidenmatt, wie man auch auf den Solobildern sehen kann. Ich mag das Finish sehr gerne, darum habe ich auch auf einen Topcoat verzichtet, allerdings bringt der ganz eindeutig eine ordentliche Portion Glanz.
Was die Farbe angeht, da ist "Cactus rose" ein wahrer Verwandlungskünstler, der in jedem Licht eine andere Facette zeigt. An und für sich ist das ein dunkles Grün, das mit irisierendem Schimmer gefüllt ist, aber je nachdem, wie und wo man den Lack betrachtet, erscheint er mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten. Im Fläschchen dachte ich, dass ich da einen türkisgrünen Lack mit bordeauxrotem Schimmer auf die Nägel bringen würde; beim Lackieren war ich schon eher bei einem Meeresgrün, das mit goldenem bis rotem Schimmer daherkommt - und als ich den Lack dann für die Fotos mal in die Sonne, mal unter die Tageslichtlampe hielt, wusste ich gar nicht mehr, wo wir nun unterwegs sind. Ich glaube, eine grüne Basis kann man dem Lack in den meisten Fällen zuschreiben - manchmal sieht sie ein bisschen schlammig-braun aus, manchmal neigt sie tatsächlich ein bisschen ins Blaue. Aber der Schimmer, der sich mal golden, mal rötlich-orange, dann doch wieder dunkelrot oder gar rosa zeigt, verändert auch den Eindruck, den man von der Grundfarbe hat und changiert auf dem Nagel ganz fantastisch. Teilweise dachte ich, dass ich auf den Nägeln zwei verschiedene Lacke hatte, da der Lichteinfall die Wirkung des Lacks enorm verändert hat.
Ganz eindeutig ein Lack, an dem ich sehr lange meine Freude habe - den kann man nämlich drehen und wenden, wie man möchte, es gibt immer irgendetwas Neues zu entdecken. In dem angematteten Finish kommen die feinen Schimmerpartikelchen auch gut zur Geltung und lassen das Farbspiel auf dem Lack wirklich grandios erscheinen. Es reichen kleine Winkeländerungen und schön verändert sich der Eindruck auf dem Nagel - das gilt übrigens nicht nur für den Sonnenschein, sondern auch unter der Tageslichtlampe oder gar ohne direkten Lichteinfall. Ein Schätzchen ist "Cactus rose" also definitiv! Obwohl ich hier locker 15 unterschiedliche Solobilder zeigen könnte, sollte auf den Lack auch ein kleines Design und ich war mal wieder faul und habe mich vom Namen inspirieren lassen. Hätte ich irgendwo einen Kaktus auf meinen Stempelplatten (oder eher: Wäre ich mir bewusst, dass ich einen Kaktus habe), hätte ich ihn sofort genutzt; aber ich war mir nur sicher, Rosen zu haben, also habe ich mich auf die Suche nach der passenden Platte und einem farblich halbwegs stimmigen Stampinglack begeben.
Plattenmäßig bin ich bei der BP-99 gelandet, die einige Rosenmotive hat - unter anderem die "stehende" Rose, die auf dem Ringfinger zu finden ist. Auf die restlichen Nägel habe ich nur ein paar Blätter gestempelt, da ich nicht mit den Rosen übertreiben wollte. Farblich habe ich mich an dem Rosa des Schimmers orientiert, das natürlich nicht in allen Lichtverhältnissen zu sehen ist, und bin bei China Glaze "Shocking pink" hängen geblieben. Der ist vielleicht ein wenig zu hell, aber doch deckend genug, um auf dem dunklen Lack auch gut zur Geltung zu kommen. Das helle Rosa beißt sich zwar in manchen Lichtverhältnissen mit dem Takko Lacquer (z.B. in der ganz grünen Variante mit dem goldenen Schimmer), aber bei so variablen Lacken ist das manchmal eben der Fall. Ansonsten finde ich die einzelne Rose wirklich toll und habe mich tatsächlich auch an das Blätterwerk an den Nagelspitzen gewöhnt - anfangs sah mir das ein bisschen seltsam aus...
Da ich für diesen Monat nur eine Handvoll an Lacken habe, muss ich sie mir gut einteilen - aber ich hoffe sehr, dass die übrigen Takkos mich genau so begeistern werden wie "Cactus rose"! Farblich ein wahres Schauspiel und von der kleinen Extrawurst für die Nagelspitzen abgesehen, auch in Auftrag und Haltbarkeit unproblematisch. Mit Topcoat, wie auf den Designbildern zu sehen, sicherlich noch etwas langlebiger, aber ob man es lieber glänzend oder semimatt mag, ist einfach Geschmackssache...