Sonntag, 21. Oktober 2018

KBShimmer "Better lake than never"

Diesen Monat sieht es mit "Gemeinsam lackiert" mit Lotte ein bisschen mau aus - wir haben nämlich kaum gemeinsame Lacke, die wir beide zu "Wir lackieren..." zeigen können und ansonsten ist uns das Material auch schon fast ausgegangen. Lediglich zwei Schmuckstücke können wir dieses Mal parallel zeigen und da der Monat nicht mehr so wirklich viele Sonntage hat, gibt es heute den ersten von den beiden Lacken zu sehen.

Warum "Better lake than never" bei mir einziehen durfte, wird wohl schon auf den ersten Blick klar - die Farbe ist einfach mein Fall! Lotte hat sich inzwischen ja auch absolut au Blau eingestellt und so musste ich mich sehr beherrschen, den Lack nicht schon einmal im Vorfeld zu lackieren. Gerade solche Töne landen ja sehr schnell auf meinen Nägeln und auf diesen hier war ich auch sehr gespannt.
Der Auftrag ging mal wieder locker und leicht von der Hand - der Pinsel ist zwar gerade geschnitten, nimmt aber den Lack hervorragend auf und bringt ihn perfekt auf den Nagel. Die Konsistenz ist zwar ein bisschen dickflüssig, aber noch ausreichend cremig und lässt sich gut verteilen. Was die Deckkraft angeht, bringt eine erste Schicht schon deutlich Farbe, lässt aber auch das Nagelweiß noch durchscheinen. Eine zweite Schicht macht das schon ein wenig besser, wer aber ganz genau hinschaut, kann an der einen oder anderen Stelle doch noch den Nagel etwas durchscheinen sehen. Ich habe dann doch noch eine dritte Schicht lackiert, um ein richtig blickdichtes Ergebnis zu haben und war dann mit meiner Mani schon sehr zufrieden. Auch wenn der Lack nicht hochglänzend trocknet, war mir das Finish glänzend genug, sodass ich auf den Topcoat verzichtet habe. Das Finish ist schön eben und gleichmäßig, was ich aufgrund der Zusammensetzung des Lacks tatsächlich nicht erwartet hätte.
Farblich muss ich wohl nicht allzu viel sagen - für mich ist das ein absolut grandioser Ton, ein Traum von einem blauen Türkis, das mit feinen Holosplittern versehen ist. Es funkelt und schimmert, wo man nur hinsieht und ich bin davon ganz hin und weg. Der türkisfarbene Schimmer, den der Lack zeigt, setzt dem Ganzen dann noch das Krönchen auf - ich bin hier sowas von in Sommerlaune, dass ich schon fast behaupten würde, dass es tatsächlich dieser Lack war, der mich durch die erste Arbeitswoche nach dem Urlaub gebracht hat. Mit solchen intensiven Türkistönen, die mehr dem Blau zugeneigt sind, hat man bei mir ja sofort einen Stein im Brett, aber wenn dann noch so ein spannendes Finish dazukommt, dann ist der Stein festbetoniert. Zwar funkelt die Holoteilchen nicht übermäßig deutlich holografisch, allerdings kann man doch hier und da ein paar rote, grüne oder auch lilane Reflexe erkennen. Was mich an dem Lack aber am meisten begeistert hat, ist das gleichmäßige und glatte Finish, das er trotz der Zusammensetzung mit sich bringt.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich den Lack lange solo getragen habe und schon allein damit sehr zufrieden war - was das Design angeht, hatte ich sehr lange absolut keine Ahnung, was dazu passen könnte. Also habe ich mich mal ganz dumm gestellt und mich mal an einem Halloween-Design versucht. Dabei musst eich allerdings (wie jedes Jahr) feststellen, dass ich ganz schön wenige halloweentaugliche Motive habe, die ich auf die Nägel bringen kann. Darum habe ich auf die Gothic 05 von Moyou zurückgegriffen, die zumindest ein paar Motive im Angebot hat, die passen. Entschieden habe ich mich dann für eines der einfacheren, nämlich ein Nahtmuster, das ich einfach mit Schwarz auf alle Nägel gestampt habe. Ich war ja ganz erstaunt, dass mir das schon so gut gefallen hat, aber eigentlich wollte ich es da noch ein bisschen gruseliger haben. Ich hatte tatsächlich auch schon einen Kürbis im Blick, den ich noch dazustempeln wollte - allerdings ist sich das nicht so wirklich ausgegangen, mein Kürbis passte da nämlich so gar nicht dazu.
Also musste eine Alternative her und ich habe mir einfach meinen silbernen Standardlack geschnappt und mit "No place like chrome" das Nahtmuster nochmal über den Ring- und Mittelfinger gestempelt. Ich muss ja sagen, dass ich gar nicht damit gerechnet hätte, dass das halbwegs akzeptabel aussieht, aber so gefällt mir das auch echt gut! Ich habe das Muster dann einfach auf den Kopf gestellt, damit es ein wenig abwechslungsreicher ist, aber auch so kommen die silbernen Holoteilchen noch sehr gut zur Geltung. Ich hatte Sorge, dass ein silbernen Stamping sie komplett in den Hintergrund treten lässt, aber das ist gar nicht der Fall. Alleine Silber wäre mir wohl zu kontrastarm gewesen - ich mag das Schwarz auf dem Türkisblau schon sehr, aber mit der dunklen Basis kann sich das doch durchaus sehen lassen. Sicherlich wäre da so ein Frankenstein oder so noch passender gewesen, aber den habe ich einfach nicht im Angebot.
Definitiv positiv an dem Lack ist die Haltbarkeit - ich habe "Better lake than never" fünf Tage ohne die kleinste Macke getragen, bevor ich da noch ein Design draufgepackt habe. Und das ohne einen Topcoat, mehr kann man sich tatsächlich von einem Lack nicht wünschen! Lediglich am Daumen hatte ich dann am vierten Tag ein paar fehlende Ecken, aber das ist wirklich nicht der Rede wert. Ich freue mir einen Keks, dass ich hier noch ein paar Lacke der Marke habe und hoffe, dass ich sie noch im Oktober unterkriege - einen gibt es jedenfalls noch nächsten Sonntag zu sehen!

Freitag, 19. Oktober 2018

Pink Gellac 245 "Cocktail Pink"

Bevor es am Sonntag wieder mit einem Lack von KBShimmer weiter geht, darf heute noch ein Knaller ran. Draußen wird es so langsam doch herbstlich und bevor mir der Sommerknüller nun gar nicht mehr ins Programm passt, gibt's den heute! Den ersten Lack aus der "Tropical Island"-Kollektion habe ich euch *hier* schon gezeigt, heute gibt es den Vertreter, der farblich nicht so ganz meine Kragenweite hat, aber durchaus so einiges vorweisen kann.

"Cocktail Pink" heißt das gute Stück, das ich euch heute zeigen will und da ich ja nicht so wirklich ein pinkes Mädel bin, dürfte verständlich sein, dass mich dieser Lack nicht zu Begeisterungsstürmen verleitet hat. Allerding muss ich dem Lack zu Gute halten, dass er so richtig knallt - und damit konnte ich mich dann doch ein bisschen besser abfinden.
Aber wie immer: Erst einmal von vorne und da starten wir auch bei diesem Pink Gellac-Lack mit dem Auftrag. Die Konsistenz des Lacks ist ein bisschen dickflüssiger als bei normalen Lacken, dadurch lässt sich der Pink Gellac auch sehr dünn lackieren. Die erste Schicht ist allerdings nach dem Aushärten unter der Lampe noch nicht deckend gewesen, also gab es eine zweite Schicht. Auch die habe ich dünner gehalten, weil ich es so gar nicht mag, wenn meine Nägel unnötig dick wirken. Mit zwei Schichten fand ich die Farbe ausreichend blickdicht und konnte mein Nagelweiß noch nichteinmal mehr erahnen. Da ich den Lack tatsächlich auch solo getragen habe, gab es erst einmal eine Schicht Topcoat drüber, die "Cocktail Pink" ein bisschen mehr Glanz gebracht hat und mir wunderbar stabile Nägel beschert hat.
Die Farbe spricht durchaus für sich - wobei ich gestehen muss, dass ich mir unter "Cocktail Pink" durchaus einen etwas dezenteren Lack vorgestellt hätte. Auf dem Fläschchen wirkt die Farbe auch ein wenig braver und rotstichiger, auf den Nägeln zeigt sich hingegen ein reinrassiger Neonpinkton, der es wirklich in sich hat! Mit dem Cremefinish kommt die intensive Farbe, der ich insgesamt eher einen Blaustich zusprechen würde, so richtig gut zur Geltung und knallt so richtig. Für den Sommer ist das ein bombastischer Ton, der auch im prallen Sonnenschein noch richtig strahlt. Wenn ich mich schon mit Pink rumschlagen muss, dann doch bitte so eine Version statt eines rosanen Schweinchens! Wie bei so vielen Neonlacken war es allerdings auch bei diesem hier gar nicht so leicht, ihn halbwegs adäuat mit der Kamera darzustellen - perfekt ist mir das nicht gelungen, aber man kann glaube ich im Ansatz erkennen, dass "Cocktail Pink" ganz schön Wumms hat.
Auch wenn ich den Lack solo schon recht beeindruckend finde - gerade bei so einem Ton kann ich nicht allzu lange ohne irgendeine Verzierung. Das Schöne an Gellacken ist ja, dass man was Nailart angeht, unendlich viele Möglichkeiten hat, sich auszuprobieren. Wenn mal was schief geht, kann man das Design abmachen und der Basislack ist noch genau so in Schuss wie frisch lackiert. Wenn man also mal ein Stamping nicht ganz perfekt platziert hat, kann man das Ganze also gemütlich nochmal probieren - und das musste ich hier auch tun, da mir mein Schirmchencocktail bei ersten Mal misslungen ist... Als Stampingplatte habe ich mir die BeautyBigbang XL-002 geschnappt, da der Name des Lacks auch einfach zu verführerisch war. Auf dem Ringfinger ist also ein Cocktailglas mit Schirmchen zu finden, das ich mit meinem metallischen hellblauen Artdeco da drauffgepackt habe. Auf dem Ringfinger durfte es eine Liebeserklärung an den Sommer sein und Zeige- und kleiner Finger haben ein wildes Eisgemisch abbekommen.
Mal ganz davon abgesehen, dass ich die Motive absolut klasse und sommertauglich finde, mag ich den Kontrast zwischen dem Stampinglack und dem Farblack sehr. Das helle Metallicblau kommt auf dem Pink nicht nur gut raus, sondern lässt den Basislack auch so richtig strahlen. Ich war mir gar nicht so sicher, ob mir die Kombination gefallen würde, aber kaum, dass ich die Stampings auf den Nägeln hatte, fand ich das so richtig cool. Vor allem die Ganznagelmotive finde ich klasse, da alle Eisteilchen sich wirklich hervorragend auf die Nägel übertragen ließen. Natürlich könnte man das Ganze noch aufpeppen und ein Decal draus machen, aber bei dem knalligen Basislack reicht auch so ein einfacher Kontrast aus. Für die Bilder habe ich auf einen Topcoat verzichtet - da war mir doch die Gefahr zu groß, wieder etwas zu verschmieren, aber zum Tragen hatte ich dann tatsählich einen drauf. Jaja, ich habe Pink getragen - freiwillig!
Bei Gellacken ist ja die Haltbarkeit immer recht gut, das gilt auch für "Cocktail Pink". Da ich mir inzwischen angewöhnt habe, einen wasserbasierten Topcoat als Basecoat für diese Lacke zu nutzen, ist auch das Entfernen kein Problem (egal, wie lange oder kurz ich den Lack trage) - an einer Stelle den Lack etwas anheben und mit einem Holzstäbchen lässt sich der Nagel dann entweder komplett oder in einzelnen Stücken abnehmen. Auch wenn ich anfangs von der Farbe gar nicht so angetan war - inzwischen finde ich "Cocktail Pink" ganz fesch!

"Cocktail Pink" wurde mir freundlicherweise von Pink Gellac zur Verfügung gestellt.

Mittwoch, 17. Oktober 2018

KBShimmer "Northern frights"

Dieser Lack schlummert seit gut zwei Wochen hier in meinen Entwürfen und eigentlich wollte ich ihn ja im Urlaub zu "Wir lackieren..." zeigen. Die Faulheit hatte aber zugeschlagen und so kommt mein erster Beitrag zur Aktion diesen Monat eben erst nachdem der halbe Monat rum ist - allerdings habe ich auch gar nicht soooo viele Lacke von KBShimmer oder gar Dance Legend, sodass es gar nicht so gedrängt ist.

"Northern frights" hatte ich mir als ersten Vertreter ausgesucht - und wenn ich mich nicht komplett irre, ist der Lack Anfang diesen Jahres bei mir eingezogen, allerdings ist die Bestellung schon letztes Jahr gewesen... Wenn mich Lotte nicht angestiftet hätte, hätte ich sicherlich diesen Monat nichts beizutragen, aber die Lacke von KBShimmer sind wirklich toll und als es dann einen guten Preis gab, musse ich mir da ein paar zulegen.
"Northern frights" ließ sich sehr angenehm lackieren, der Lack hat eine tolle Konsistenz und lässt sich wunderbar auftragen. Ich war mir nicht so sicher, wie es denn mit der Deckkraft aussehen würde, aber da hat mich der Lack positiv überrascht - für den Onecoater hat es noch nicht ganz gerreicht, das liegt allerdings daran, dass ich dünner lackiere. Der KBShimmer trocknet allerdings zügig an und durch, sodass die zweite Schicht überhaupt kein Problem ist. Danach war auch alles deckend und die kleinen durchscheinenden Stellen, die ich nach de ersten Anstrich hatte, waren weg. Zu meinem Erstaunen trocknet der Lack schön eben ab, sodass man sich den Topper sparen kann. Es glänzt ausreichend, sicherlich nicht megaglossy, aber für den Lack in seiner Zusammensetzung genau richtig!
Farblich hat "Northern frights" definitiv mehr im Angebot als ich mit der Kamera einfangen konnte - auf den Bildern wirkt der Lack nämlich etwas einseitig... Die Farbbasis ist gar nicht so einfach zu beschreiben - im Fläschchen wirkt der Lack wie Petrolton und zwar einer von der Sorte, die ich sehr gerne mag: Ein deutlicher Schlag Blau, der noch mit einem Hauch dunklen Grüns versehen ist und dadurch so wunderbar uneindeutig zwischen beiden Farben schwankt. Auf den Nägeln zeigt sich der Lack zumindest unter der Tageslichtlampe deutlich grüner und wirkt schon fast Tannengrün - wen da nicht in Richtung des Nagelbetts noch so ein blauer Shift zu erkennen wäre. Was den Lack aber von diesem Basiston abgesehen noch hat, sind Schimmerpartikelchen, die sich hier vorwiegend in einem Dunkelgrün zeigen, aber ansonsten auch noch ganz anders können. Dazu gibt es noch die grandiosen Holosplitterteilchen, die grundsätzlich silbern sind, aber natürlich auch in allen Regenbogenfarben funkeln können.
Wenn mir das Licht holder gewesen wäre, hätte ich vielleicht noch das grandiose Farbspiel zeigen können, dass "Northern frights" im Schatten oder teils auch im Sonnenschein bietet - da passiert nämlich ganz viel! Aus dem dunklen Grün wird durchaus ein deutlicher Blauton, der sogar ein bisschen ins Violette schlägt und das Gefunkel der Holosplitter brauche ich ja nicht explizit zu erwähnen... Auf jeden Fall sieht das Ganze absolut grandios aus und ich hatte mit dem Lack meine helle Freude! Umso schwerer war es dann, ein passendes Stamping zu finden - der Freund kam allerdings schnell mt was Herbstlichem an und wollte "Weinblätter oder so"... Das Einzige, das im Ansatz in die Richtung ging, waren zwei Motive von der ÜberChic 8-03, die ich mit essies "No place like chrome" auf Ring- und Mittelfinger gestampt habe. Die Mani hat dann noch eine Schicht Topcoat abbekommen und da erkennt man dann doch nochmal den Unterschied im Glanz.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob die Stampingmotive (auf dem Ringfinger ist eine Weinrebe mit Trauben, auf dem Mittelfinger sind eigentlich viele Trauben mit Weinblättern...) nur auf dem Lack nicht gar so gut durchkommen oder ob ich einfach dafür nicht die passende Nagelform habe - aber vor allem der Mittelfinger kam mir ein bisschen zu voll vor. Da kommt das Motiv kaum noch durch und das finde ich doch schade. Mit Silber dachte ich, zumindest einen Teil von "Northern frights" gut aufnehmen zu können und die silbernen Holosplitter nicht komplett zu übertünchen - aber so ganz hat das nicht geklappt. Dennoch ist das Motiv durchaus herbsttauglich und ich finde es auch zu dem petrol-grünen Basiston recht stimmig. Vielleicht wäre auch das mit dem entsprechenden Farbshift noch etwas besser gekommen, aber den hatte ich einfach nicht im Angebot.
Die Halbarkeit von "Northern frights" war sowohl solo als auch mit Design absolut klasse - ohne Topcoat hält sich der Lack erstaunlich gut und zu meiner großen Begeisterung ließ er sich auch ohne Schlieren und weitere Probleme wieder ablackieren. Der Ton ist für den Herbst perfekt, lässt sich aber tatsächlich auch im übrigen Jahr immer gut unterbringen und ich freue mich sehr, dass ich euch bald noch ein paar andere KBShimmer zeigen kann.

Dienstag, 16. Oktober 2018

101 - rest in pieces

So eine kleine Urlaubsauszeit ist eine feine Sache - im Vorfeld habe ich mir noch Stress und Mühe gemacht, Fotos herausgesucht, hochgeladen, Postings vorbereitet... Und dann festgestellt, dass ich einfach keine Lust habe, mir im Urlaub noch mehr Stress zu machen und die Postings fertigzutippen. Und nachdem ich ein bisschen mehr Zeit hatte, mir Gedanken zu machen, habe ich beschlossen, mein 101 erstmal einzustellen.

Das tut mir zwar ein bisschen weh, weil ich es nicht mag, Dinge unabgeschlossen zu lassen und sie mittendrin einfach zu beenden - aber was das 101 angeht, fehlt inzwischen einfach der Sinn bzw. der Mehrwert. Nicht, weil ich "schon wieder" mit den Monatsreviews hinterher hänge (die sind tatsächlich halb fertig) oder ich das Konzept des 101 auf einmal nicht mehr mag, sondern weil das einfach nicht mehr mein 101 ist.

Der zeitliche Ansatz, den dieses Projekt mit sich bringt, ist durchaus ziemlich groß - und das ist auch etwas, das ich daran geschätzt habe. In der ersten Runde hat einfach alles gepasst und auch wenn es an vielen Punkten ein paar Holperer gab, war das Projekt für mich immer zielführend, sinnvoll und eine Orientierungshilfe. In den letzten anderthalb Jahren hat sich mein Leben um grob 180 Grad gedreht - an vielen Stellen zum Positiven, an ein paar Stellen zum Negativen, aber insgesamt ist jetzt einfach vieles anders. Und ich weiß, dass es sich in den kommenden anderthalb Jahren noch einmal drehen wird - ein bisschen kann man sicher sagen, nochmal um 180 Grad, aber dann wäre ich ja wieder am Ausgangspunkt angelangt und das wird sicherlich nicht zutreffen.

Wenn sich Dinge verändern, macht es manchmal keinen Sinn, an etwas festzuhalten, das nicht mehr passt und so geht es mir mit dem 101. Ich habe es probiert und musste feststellen, dass die Orientierung, diese festen Punkte, Ziele und Ideen einfach nicht mehr mit dem übereinstimmen, wohin ich gerade unterwegs bin - die Schnittmenge wird vor allem immer kleiner, weil andere Dinge in den Mittelpunkt rücken (und sich teilweise auch wieder aus selbigem verabschieden). Ich bin an und für sich eine große Freundin von Konstanz, von festen Orientierungspunkten, von stabilen Ausgangslagen - aber wenn man sich gerade in einer Phase befindet, in der der Wandel die einzige Konstante ist, dann muss man manchmal einfach loslassen und schauen, wo es einen hintreibt.

Mir werden die 101-Postings in Zukunft definitiv fehlen, aber ich bin auch erleichtert, dass ich sie loslassen kann - dass ich vor allem den Vergleich mit festgelegten Zielen, an denen ich nicht mehr hänge, endlich loslassen kann. Gerade weiß ich noch nicht, ob ich mich wieder an ein ähnliches Projekt wagen will, für die nächsten Monate schließe ich das allerdings definitiv aus. Nichtsdestotrotz will ich aber den Blog hier wieder mit Inhalten füllen - die Urlaubsauszeit hat allerdings eindeutig gut getan!

Sonntag, 30. September 2018

Manhattan Quick Dry 410T

Bevor der September komplett rum ist und ich es schon wieder nicht hinbekommen habe, meine Manhattan-Lacke alle zu lackieren (das liegt aber auch daran, dass die restlichen Farben nicht so wirklich grandios sind), gibt es zu "Wir lackieren..." noch einen letzten Lack zu sehen. Immerhin habe ich es geschafft, von meinen aktuellen Manhattans alle zu zeigen, aber von den alten fehlen noch ein paar - ist ja nicht so, dass die nicht schon lange genug herumstehen mussten...

Heute soll es also noch ein Lack aus der alten Quick Dry-Serie sein, der leider auch keinen ordentlichen Namen abbekommen hat. "410T" ist die Typenbeschreibung, die dieser kleine Lack abbekommen hat und da ich mich mit der Bedeutung dieser ganzen Zahlen- und Ziffernkombinationen nicht befasst habe, kann ich auch keine schöne Erklärung dafür geben...
Wie bei diesen Lacken so üblich, musste ich mich beim Lackieren anstrengen - schmale Flaschenöffnung und so weiter. Allerdings kam bei "410T" noch ein weiterer Punkt dazu und der liegt in der (zugegebenerweise traumhaften) Farbe: Es war gar nicht so leicht, ein gleichmäßiges Ergebnis auf die Nägel zu bringen. Schon mit der ersten Schicht kam zwar deutlich Farbe auf die Nägel, allerdings war die erste Schicht alles andere als deckend. Die zweite Schicht ließ den Lack ein wenig dunkler, aber auch schon deutlich gleichmäßiger werden, allerdings hatte ich vor allem an den Aufsatzstellen, also ziemlich mittig auf dem Nagel im oberen Bereich des Nagelbetts, lichte Stellen. Dementsprechend musste eine dritte Schicht her, die dann alles schön ebenmäßig hinterlassen hat. Leider trocknen aber die Manhattan-Cremelacke bei mir selten schön glänzend ab, sodass ich hier noch eine Schicht Topcoat drübergepinselt habe - vor allem so ein dunkler Farbton profitiert doch ungemein von einem schönen Glanz.
Farblich ist der Ton ein schönes Rouge Noir, das je nach Lichteinfall und Schichten mal den roten Einschlag deutlicher zeigt und mal wie ein tiefdunkles, leicht rotstichiges Braun wirkt. Ich kann mir nicht helfen, aber ich finde diese Farbfamilie wahnsinnig spannend, da die Töne einerseits sehr klassisch sind und andererseits etwas Verruchtes haben. In der Dämmerung zeigt der Lack sein düsteres, vampy Gesicht und wirkt auf den Nägeln schon fast schwarz, im Sonnenschein (der sich leider für die Fotos mal wieder nicht zeigen wollte) zeigt sich hingegen ganz deutlich das Rot und "410T" wirkt wie ein satter Bordeauxton. In manchen Lichtverhältnissen schwanke ich tatsächlich, ob ich den Lack absolut grandios oder schon einen Hauch daneben finde - letztlich lande ich dann aber doch wieder bei der Begeisterung für solche Nuancen. Rouge Noir gehört eindeutig zu den Klassikern und ich muss sagen, dass Manhattan das in diesem Fall auch ganz hervorragend hinbekommen hat und sich qualitativ auch nicht von anderen Rouge Noirs unterscheidet - für den Ton kann man durchaus auch mehr Geld hinlegen!
Was ein passendes Design angeht, war ich hier total überfordert - standardmäßig hatte ich irgendetwas Goldenes im Kopf, da Gold und Rot (so dunkel es auch sein mag) einfach gut zusammenpassen. Dann habe ich über ein Halloween-Design nachgedacht (jaja, so spät ist es schon - bzw. bald), mich dann aber beim Durchschauen meiner Stampingplatten umentschieden. Die Fashionista 05 hatte es mir angetan und ich hatte mir schnell ein Motiv herausgesucht - obwohl ich die Platte absolut grandios finde, weiß ich auch hier so selten, wie ich sie einsetzen soll. Dieses Mal war es ganz einfach und ich wollte das pfeilartige Muster in zwei ähnlichen Farben auf die Nägel bringen. Schnell hatte ich meine Protagonisten im Blick - als Highlight wollte ich essie's "Penny talk" und als cremige Alternative "Skin silk" von MoYou London. Auf dem Zeigefinger ist mir der Lack beim Stampen irgendwie ein bisschen abgeschmiert und insgesamt ist es mir mal wieder nicht gelungen, die Motive gerade auf die Nägel zu bringen - aber das fällt auf normale Betrachtungsentfernung nicht auf.
Auf dem Ringfinger habe ich das Muster andersherum aufgebracht, weil ich dachte, dass das den Kontrast zum cremigen Abwärtspfeil noch etwas vergrößern würde - allerdings ist das gar nicht so auffällig wie ich anfangs dachte. Der Unterschied zwischen dem metallischen Lack und dem hellen Cremelack wird irgendwie deutlicher als die Orientierungsrichtung des Motivs, insgesamt bin ich aber sehr zufrieden mit der Mani. Der Rotanteil in "410T" tritt zwar deutlich zurück und es steht eher die Dunkelheit des Lacks als Kontrast zum Stamping, dennoch mag ich das Muster und die Gesamtkonstellation. Anstatt eines harten Weißtons kommt dieses peachige Creme gut zur Geltung und passt auch hervorragend zu "Penny talk" - diese Kombination muss ich mir dringend merken und auch mal auf einer anderen Farbbasis ausprobieren!
Leider ist es bei so dunklen Lacken ja üblich, dass Tipwear sehr auffällig ist und schnell deutlich wird - das ist auch bei diesem Manhattan so. Auch wenn der Lack sich nicht schnell abnutzt, fallen die abgewetzten Nagelspitzen doch sehr auf und somit ist die Haltbarkeit des Lacks deutlich eingeschränkt. Auch das Ablackieren ist ein wenig aufwändiger - der Rotton setzt sich ein bisschen in den Nagelhäuten fest und braucht dann eine ordentliche Schrubberei mit der Nagelbürste. Dennoch hat mich der Lack durchaus begeistert und darf definitiv bleiben!