Sonntag, 17. Juni 2018

Orly "Breathable treatment + color" Down to earth

Damit zumindest irgendetwas hier konstant bleibt, während ich mich wild im Kreis drehe, ist heute bei Lotte und mir wieder "Gemeinsam lackiert" angesagt und wir machen passend zu "Wir lackieren..." mit einem Lack von Orly weiter. Auch heute haben wir wieder einen Kandidaten aus der "Breathable treatment + color"-Reihe und wenn ich mich nicht irre, ist das der vorletzte Vertreter, den wir beide haben.

"Down to earth" soll es heute sein und das ist definitiv auch der Lack, den wir beide ein bisschen (oder eher: so gut es geht) geschoben haben. Damit bleibt dann für die nächste Woche definitiv noch ein hübscher Lack, auf den ich mich sehr freue, auch wenn es ein bisschen stressig mit dem Lackieren wird - so ist das eben, wenn man ständig auf Achse ist und dann noch irgendwo hängt, wo es kein WLAN gibt...
Bei "Down to earth" habe ich mich tatsächlich mal an die Empfehlung gehalten, den Lack ohne Basecoat zu lackieren (bei der Farbe sind ja keine großen Probleme zu erwarten), sozusagen als kleinen Härtetest. Ich muss allerdings auch sagen, dass dieser Versuch ein bisschen in die Hose gegangen ist - denn ich habe alles andere als superglatte, perfekte Nägel, sodass es mit "kein Topcoat" nicht funktioniert hat. Aber im Auftrag ist "Down to earth" toll, it dem breiten Pinsel lässt sich der Lack dank seiner tollen Konsistenz gut lackieren und bringt auch in der ersten Schicht schon ordentlich Farbe auf den Nagel. Wenn man etwas dicker lackiert, reicht die bestimmt auch - sofern man eine perfekte Ausgangsbasis hat, denn bei mir waren nach Abtrocken der Schicht schön sämtliche Unebenheiten im Nagel zu sehen. Also musste eine zweite Schicht ran und die hat dann meine Nägel noch immer nicht wirklich glatt gemacht, sodass ich um einen Topcoat einfach nicht herum kam. Somit ist diese "kein Basecoat, kein Topcoat"-Geschichte tatsächlich nur was für absolut perfekte Nägel ohne Unebenheiten oder sonstige Macken.
Die Farbe von "Down to earth" ist auch der Grund, aus dem Lotte und ich den Lack ein bisschen geschoben haben - wir sind nämlich beide nicht so die großen Nudefans und der Lack fällt sehr eindeutig in diese Kategorie. Wie man ihn nun genau beschreibt, liegt wohl im Auge des Betrachters: Ich würde ihn in die Beige-Schiene stecken, aber man kann das natürlich auch als Taupeton bezeichnen. Auf jeden Fall ist "Down to earth" in seiner Wirkung doch vom Lichteinfall abhängig, teils kommen eher bräunliche, teils auch gräuliche Anteile durch. Insgesamt ist der Lack natürlich ein eher heller Vertreter, der nicht sonderlich auffällig ist. Das Cremefinish (auch wenn ich für den Glanz und ein gleichmäßiges Ergebnis doch ordentlich nachhelfen musste) steht ihm sehr gut und ich war auch erstaunt, dass sich der Lack keineswegs mit meiner Hautfarbe biss - tatsächlich ist der recht tragbar, er lässt nur mein kleines Lackierherz eben nicht höher schlagen.
Nudetöne sind natürlich perfekt, um allerlei spannende Dinge mit ihnen zu machen, wenn es um Designs geht - und ich wollte dieses Mal wieder an der #31DC2018weekly teilnehmen, die diese Woche mit "Delicate print" aufwartet. Bei einem eher zurückhaltenden Lack war mir schnell klar, dass es ein einfaches, schwarzes Stamping werden sollte - ich musste nur noch ein passendes Motiv finden. Da ich bei einem feineren Stamping nicht alle Nägel bestempeln wollte, dachte ich mir, dass sicherlich auch ein kleines bisschen Holo im Vorfeld nicht schaden würde und habe mir meinen essence-Topper geschnappt. Der "Shake it - I'm pretty"-Topper hat ja wirklich klitzekleine Holopartikelchen, die man auch schön aufschütteln kann, also habe ich die einfach auf alle Nägel gepinselt. Hier und da ist es ein bisschen mehr geworden, auf dem kleinen Finger ein bisschen weniger, aber das verleiht "Down to earth" ein schönes, feines Gefunkel und kann sich eigentlich auch so schon gut sehen lassen.
Ich wollte ja aber noch ein zartes Stamping und das habe ich auf der ÜberChic 14-02 gefunden. Da versteckt sich ein süßes kleines Blumendesign, das mir bisher einfach immer zu dezent war, aber für das heutige Motto der #31DC2018weekly passt das perfekt. Also habe ich mir einen schwarzen Lack geschnappt und die Blümchen einfach auf Ring- und Mittelfinger gestempelt. Obwohl die Linien des Stampings wirklich fein sind, kommt das Motiv doch sehr klar und vor allem deutlich rüber, sodass ich den einfachen Farbkontrast da schon ausreichend finde. Mit dem Holotopper im Hintergrund kommt noch ein kleines Gefunkel dazu, aber es steht nichts übertriebenerweise im Vordergrund, was ich wirklich mag. Das passt nicht nur zum Motto, sondern ist so auch wirklich tragbar, sodass ich tatsächlich über den eher langweiligen Basislack hinwegesehen kann. Zwar nicht auffällig, aber doch sehr hübsch die Mani!
Da ich die ganze Sache ja nur mit Hilfe eines Topcoats ansehnlich bekommen habe, ist die Haltbarkeit des Lacks auch mehr als in Ordnung. Tipwear entwickelt sich nicht übermäßig schnell und da der Lack auch eher vom Farbton her hell ist, fällt sie nicht so sonderlich auf. Ablackieren ist hier auch kein Thema, sodass ich tatsächlich positiv überrascht bin von "Down to earth" - ich hätte das alles viel schlimmer erwartet.

"Down to earth" wurde mir kosten- und bedingungslos von Orly zur Verfügung gestellt.

Samstag, 16. Juni 2018

Orly "Red flare"

Wenn ich jetzt sagen würde, dass die Arbeitswoche mich geschlaucht hat, dann wäre das tatsächlich ganz schön untertrieben. Ich kam gestern Nachmittag nach Hause und bin tatsächlich erstmal auf der Couch weggedöst, weil ich total matschig war - und dabei saß ich die ganze Woche nur in einem Raum und habe zugehört und mitgedacht; hätte ich täglich 20km zurückgelegt, wäre ich aber wahrscheinlich nicht erschöpfter gewesen!

Meine Nägelchen sind tatsächlich diese Woche ganz schön kurz gekommen, aber "Wir lackieren..." möchte hier natürlich mit weiteren Lacken bestückt werden und um nicht noch mehr aufzufallen als mit den blau schimmernden Nägeln vom Mittwoch, habe ich mich dann für einen roten Lack entschieden - Rot geht ja immer und ist schön klassisch!
"Red flare" von Orly habe ich tatsächlich schon öfters getragen und das, obwohl das eines der Minifläschchen ist und mit denen bin ich ja eigentlich nicht so wirklich grün. Der Pinsel ist zwar normal groß, aber ich tue mir mit dem Halten der Fläschchen immer schwer und irgendwie kriege ich meine Nägel dann nicht so wirklich hübsch aufs Bild. Darum soll es jetzt aber gar nicht gehen, sondern vielmehr um den hübschen Lack, der sich trotz seines Alters noch immer hervorragend und vor allem problemfrei lackieren lässt. Von der Deckkraft her reicht hier tatsächlich schon eine Schicht, der Orly bringt nämlich wirklich schnell satte Farbe auf den Nagel und wenn man eine ordentliche Schicht Basecoat drunter hat, reicht das auch schon aus. Meine immernoch etwas angeknacksten Nägel haben aber zwei Schichten Farblack gebraucht, damit die Oberfläche schon eben ist. Leider trocknet "Red flare" nicht so eben ab, wie ich mir das gewünscht hätte, darum habe ich noch einen Topcoat drübergepinselt.
Farblich ist "Red flare" ein toller Rotton - ich würde ihn einen Hauch dunkler als den typischen Klassiker einschätzen, einen Hauch erwachsener und vielleicht mit einer Nuance mehr Blau. Auf meinen Bildern wirkt der Lack leider ein wenig heller als er tatsächlich ist, aber egal, wie ich es gedreht und gewendet habe, es wurde einfach nicht realistischer. Das Cremefinish passt wirklich gut zum Farbton und auch wenn ich früher so meine Probleme mit Rot hatte, finde ich gerade diese klassisch angehauchten roten Lacke absolut grandios. Noch schöner wäre es, wenn das FInish auch von selbst so schön glatt und eben wäre, aber man kann halt nicht alles haben! Leider lässt dieser Farbton meine Fingerchen ein bisschen rötlicher erscheinen, aber das kommt nur auf den Bildern so krass rüber, in Natura ist das alles nicht so dramatisch (finde ich zumindest). So ein schlichter Lack kann mich ja auch immer wieder begeistern - manchmal geht es eben ohne Schischi, Besonderheiten und wilde Effekte.
Natürlich ist ein Cremelack eine grandiose Basis, wenn es um Nailart geht - da ist nämlich absolut alles möglich. Ich hatte allerdings sehr schnell im Kopf, dass ich dieses Rot mit Kupfer (oder Roségold, wie man eben möchte) in Verbindung bringen wollte. Ich habe ja doch diverse Topper und auch einen mit kleinen kupferfarbenen Glitzerpartikelchen. Dazu musste ich nur noch ein passendes Stamping finden und habe mich an meine BP-X46 erinnert, die ich *hier* schon gezeigt hatte. Ich hatte ja schon erwähnt, dass die Platte auch Einzelmotive hat und von denen habe ich mich für einen Drachen entschieden, den ich mit essie "Penny talk" auf den Ringfinger gestampt habe. Den Topper habe ich dann auf die übrigen Nägel gepinselt und muss zu meiner Schande gestehen, dass das Stamping viel heller ist und die Glitzerpartikelchen doch auf dem intensiven Rot ein bisschen untergehen... Trotzdem mag ich beide Designs, ich hätte sie wohl nur nicht unbedingt kombinieren sollen.
Beim Drachen war ich mir anfangs sehr unsicher, ob ich den ordentlich auf den Nagel bringen könnte, aber das hat doch sehr schön (und dieses Mal auch halbwegs mittig!) geklappt. Die feinen Glitzerhexagons im Topper musste ich auch noch ordentlich mit Topcoat versiegeln, da sich das Finish doch eher schlierig gezeigt hat und das wollte ich dann nun wirklich nicht auf dem Nagel haben. Manchmal schaffe ich es ja tatsächlich, meine Topper halbwegs sinnvoll einzusetzen, aber ab und zu ist das doch eher Glücksspiel und ich habe nicht so ganz das richtige Händchen. "Red flare" kann mir das aber insgesamt doch nachsehen und sieht mit den kleinen Highlights auf den Nägeln durchaus fesch aus! Beim nächsten Mal werde ich mir aber lieber den Topper von Maybelline schnappen, der auch kleine weiße Partikelchen enthält, ich glaube, das kommt ein bisschen besser.
Über die Haltbarkeit des Orly kann ich mich nicht beschweren - allerdings habe ich beim Ablackieren mit dem Rot ein paar kleine Problemchen um die Nagelhäute herum gehabt. Mit meiner Nagelbürste ging sich das dann alles gut aus, aber ein bisschen nervig fand ich das schon. Das Gute an kleinen Fläschchen ist aber, dass sie auch irgendwann leer werden und ich glaube, "Red flare" hat ernsthafte Chancen, dass es so weit kommt!

Mittwoch, 13. Juni 2018

Orly "Precious" Royal velvet

Während ich mich diese Woche fleißig bespaßen lasse und hoffentlich irgendwelche neuen Dinge lerne, soll "Wir lackieren..." natürlich nicht darunter leiden, dass ich fernab der Zivilisation bin und keinerlei soliden Zugang zum Internet habe. Eigentlich verrückt, dass es tatsächlich in unmittelbarer Nähe zu einer Großstadt Gegenden gibt, die fast abgeschottet und kaum zugänglich sind...

Sei's drum - heute soll es um einen weiteren Orly-Lack gehen, dieses Mal aber kein Frischfleisch, sondern wieder ein Urgestein, das mich im Fläschchen schon wahnsinnig begeistert hat, aber bisher einfach noch nicht auf die Nägel kam. Und da ich momentan mit meiner Lackauswahl nicht wirklich ein glückliches Händchen habe, hätte mich das auch schon stutzig machen sollen...
"Royal velvet" heißt das Schmuckstück, das ich mir für heute ausgesucht habe und auf die Nägel bringen wollte. Da es sich hier noch um einen alten Lack handelt, ist der natürlich mit einem schmalen Pinsel ausgestattet. Der Lack selbst hat eine sehr flüssige Konsistenz und das hat bei mir schon wieder ein bisschen die Alarmglocken schrille lassen - irgendwie suche ich mir gerade die Lacke aus, die alles andere als gut decken... Die erste Schicht des Orly hinterließ zwar einen tollen Schimmer auf meinen Nägeln, aber nur einen Hauch von Farbe. Die zweite Schicht hat das Ganze zwar ein kleines bisschen besser gemacht, war aber noch sehr uneben, sodass auf jeden Fall noch eine dritte Schicht sein musste. Hätte die nicht trotzdem noch ein paar Unregelmäßigkeiten und lichte Stellen gezeigt, wäre der Lack noch besser weggekommen, aber für ein gleichmäßiges Ergebnis musste ich tatsächlich noch eine vierte Schicht lackieren. Und das bei einem Lack, der im Fläschchen mehr als deckend schien!
Farblich ist "Royal velvet" tatsächlich recht spannend aufgebaut, auch wenn sich leider auf den Nägeln nur noch bedingt etwas davon zeigt. An und für sich ist die Basis nämlich ein rotstichiger Lilaton, der entsprechend sheer gestaltet ist, um den enthaltenen blauen (oder vielleicht auch türkisenen?) Schimmer gut erkennbar zu lassen. Allerdings geht mit der zunehmenden Schichterei die Basisfarbe ein bisschen unter und der Schimmer wird dominanter; während man zu Beginn vor allem an den Nagelrändern noch gut erkennen kann welche Farbe der Basislack hat, ist das jetzt im Endergebnis doch ziemlich schwer und eigentlich steht nur noch der blaue Schimmer im Mittelpunkt. Das finde ich nun alles andere als schlecht, zumal es ja gerade dieser Schimmer ist, der den Lack so interessant macht. Ein kleines Manko ist, dass man beim Lackieren ein wenig aufpassen muss, da sich die Lackierrichtung im Schimmer doch recht deutlich zeigt. Ansonsten bin ich von diesem dunklen Lack tatsächlich ziemlich begeistert - das ist halt meine Kragenweite, düster mit dem gewissen Etwas...
So ein toller Schimmerlack ist an und für sich schon ausreichend, um mich den ganzen Tag zu beschäftigen - mal schimmert es deutlich Blau, mal kommt das Türkis im Lack durch... Hier und da zeigt sich doch ein Hauch an Lila, dann ist der Lack von der Basis her doch wieder tiefdunkel - eine wahre Freude! Trotzdem durfte "Royal velvet" nicht purer Solist bleiben, sondern sollte ein kleines Nailart abbekommen. Ich hatte zig Ideen im Kopf und wusste nicht so recht, welche ich umsetzen sollte - klar war aber, dass die Akzentfarbe hier nicht allzu weit vom Lack abweichen sollte und ich bei einem hellen Blauton bleiben wollte. Als großer Standard ergab sich hier "Chill out" von MoYou London, obwohl mir der Lack auch so langsam eindickt... Blieb nur noch die Frage nach dem Motiv und da hatte ich ganz unterschiedliche Ideen, die von French nails über Galaxy zu einem ganz einfachen Stamping reichten. Letztlich habe ich dann die Entscheidung abgegeben und nur ein paar Platten vorgeschlagen.
Das Ergebnis fand sich dann auf der Sci-Fi 09, die einige spannende Fullcovermotive enthält, der Lieblingsfreund wollte dann "die Atome da" haben. Auch wenn ich eigentlich auf eine andere Wahl gehofft hatte, muss ich sagen, dass ich die Mani so sehr gelungen finde - zwar ist das kein wirklich royales Muster (und es wäre ja so einfach gewesen, sich am Namen zu orientieren!), aber eines, das sich hervorragend auf dem schimmrigen Untergrund macht. Ich mag tatsächlich auch den Kontrast zwischen dem cremigen Stampinglack und dem blauen Schimmer sehr und bin mit der Mani wirklich rundum zufrieden. Ich habe zwar noch in meiner Sammlung gesucht, ob sich da nicht irgendwo noch eine größere Variante des Atoms finden ließe, aber da musste ich leider passen - das hätte sich auf dem Daumen sicher gut gemacht! Mit Topcoat habe ich die Mani erst nach den Fotos versehen - verschmiersichere Bilder sind mir dann doch lieber - und dabei festgestellt, dass er dem Schimmer absolut keinen Abbruch tut.
Wenn man beim Lackieren ein bisschen aufpasst und die Nagelspitzen sorgfältig ummantelt, hält sich "Royal velvet" wirklich sehr solide auf den Nägeln. Das Ablackieren ist hier erstaunlich einfach, der Schimmer lässt sich ohne Probleme restlos entfernen und hat auch meine Nagelhäute in Ruhe gelassen Mal von der Deckkraftproblematik abgesehen, in ich mit dem Orly wirklich sehr zufrieden - das Warten hat sich durchaus gelohnt!

Sonntag, 10. Juni 2018

Orly "Breathable treatment + color" Sheer luck

Auch an diesem Sonntag heißt es bei Lotte und mir wieder "Gemeinsam lackiert" und passend zu "Wir lackieren..." ist es wieder ein Lack von Orly. Wir machen einfach mit den "Breathable treatment + color"-Lacken weiter, die wir gemeinsam haben, d.h. heute und die nächsten beiden Wochen gibt es noch insgesamt drei Vertreter aus der Serie zu sehen. Farblich ist hier wirklich ein bisschen Varianz vorhanden und für den heutigen Lack musste ich ein bisschen schlucken, während Lotte wahrscheinlich im siebten Himmel schwebte.

"Sheer luck" heißt der heutige Lack und wenn in einem Lacknamen schon "sheer" vorkommt, bekomme ich ja mehr als nur eine Stirnfalte, da hilft dann das "luck" auch nicht wirklich, um die Sorgen zu reduzieren... Aber manchmal muss man eben auch durch die weniger geliebten Nuancen durch und ich hoffe einfach, dass sich heute Lotte gefreut hat, während ich mich ein bisschen durchbeißen musste.
Der Auftrag geht auch hier mit dem breiten Pinsel angenehm und schnell, allerdings hat sich bei "Sheer luck" meine Befürchtung bestätigt - die Deckkraft ist nicht die allerbeste. Der Lack hat zwar eine schöne, recht flüssige Konsistenz, die das Lackieren angenehm macht, aber wirklich viel Farbe kommt da nicht auf den Nagel. Die erste Schicht ließ noch so ziemlich alles durchscheinen, die zweite war auch noch nicht wirklich blickdicht, sodass ich tatsächlich noch eine dritte Schicht brauchte. Das mag zwar bei hellen Lacken nicht unbedingt ungewöhnlich sein, mich ärgert das aber vor allem bei Farbnuancen, die ich ja sowieso nicht so grandios finde... Dazu kam dann noch dass "Sheer luck" nicht so ebenmäßig abtrocknen wollte, wie ich mir das gewünscht hätte - was die Orlys sonst immer hervorragend können, ist es, sich selbst auszugleichen. Das fehlte mir bei dem Lack doch ein bisschen, sodass ein Topcoat Pflicht war. Der schaffte das leider auch nicht in Perfektion, aber zumindest weitestgehend, sodass das Ergebnis eigentlich recht ansehbar und glatt war. Allerdings hatte ich ein bisschen den Eindruck, dass der Topcoat "Sheer luck" ein wenig von seiner Besonderheit genommen hat.
Das eigentlich Spannende an dem Lack ist nämlich nicht die leicht ins Schweinchenrosa tendierende Grundfarbe (man könnte es auch netterweise Babyrosa nennen), sondern vielmehr die Tatsache, dass da in dieser rosafarbenen Lackbase goldene Schimmerpartikelchen herumschwirren, die sich auch auf den Nägeln zeigen sollten. Leider ist der goldene Schimmer nicht so präsent, wie ich mir das gewünscht hätte, obwohl er dem Orly definitiv eine Besonderheit verleiht. Ein bisschen schien es mir auch so, als wäre das güldene Beiwerk durch den Topcoat ein bisschen tiefer eingesunken, aber auf der leicht unebenen Originaloberfläche kamen die kleinen Teilchen auch nicht übermäßig gut raus. Ich habe dann versucht, sie im Sonnenschein ein bisschen herauszulocken, aber wie man auf den Bildern erkennen kann, hat das nicht allzu viel geholfen. "Sheer luck" gehört einfach zu der eher schüchternen Sorte Lack, die sich doch bitten lassen muss und das finde ich sehr schade. Mit den goldenen Highlights hätte zumindest ich Rosakritiker mich ein bisschen beschwichtigen lassen, aber das konnte der Orly einfach nicht bieten.
Immerhin war bei dem Lack sehr schnell klar, wie das dazugehörige Design aufgebaut werden sollte - da "Sheer luck" eigentlich goldenen Schimmer enthält, wollte ich den auch definitiv auf den Nägeln sehen, also war ein goldener Topcoat gesetzt. Da meine Auswahl nicht so riesig ist und ich auch im Stile des Lacks eher dezent bleiben wollte, hatte ich an und für sich nur den Schimmertopper von agnes b. "zur Wahl". Der enthält unterschiedlich große Flecksteilchen in einem gelblichen Goldton, die sich sehr schön auf dem Orly machen. Wenn der Lack von sich aus so gewesen wäre, hätte ich tatsächlich über die rosane Grundfarbe hinwegsehen und mich sehr an ihm erfreuen können. Bei einer reinen Topperverzierung wollte ich es dann aber nicht lassen und schließlich steckt da im Namen noch das Glück drin, also musste etwas auf den noch freien Ringfinger, das sich mit Glück assoziieren ließe. An Schriftzügen ist mir leider nichts Passendes in den Kopf gekommen, sodass ich meine Stampingplatten nach einem Kleeblatt durchforstet habe - da war ich mir nämlich sicher, in meiner Sammlung mindestens eines zu haben.
Die Suche gestaltete sich dann aber doch schwieriger als befürchtet, denn ich wurde erst bei meinen BundleMonsters fündig und zwar auf der BM-XL 27, die ich zu meiner Schande bis dahin tatsächlich noch nicht genutzt hatte. Das Kleeblatt ist dort als Fullcovermotiv zu finden und ich musste mich auf die Suche nach einem passenden goldenen Stampinglack machen. So ganz perfekt ist mir die Abstimmung zwischen dem goldenen Topper und dem Stampinglack nicht gelungen - "Good as gold" von essie ist doch ein bisschen kühler und gar nicht so gelbgolden wie die Partikelchen im agnes b.. Trotzdem (und mal ganz davon abgesehen, dass ich es mal wieder nicht hinbekommen habe, das Kleeblatt mittig auf dem Nagel zu platzieren) mag ich das Ergebnis sehr und finde die Farbkombination insgesamt sehr hübsch und ansprechend. Über den kleinen Fauxpas mit der Platzierung kann man ja tatsächlich hinwegsehen und sogar ich muss sagen, dass ich die Mani auch in Rosa ziemlich fesch finde und nicht sofort das dringende Bedürfnis hatte, sie abzulackieren!
"Sheer luck" hat sich mit Blick auf die Haltbarkeit wirklich gut gehalten - bei hellen Lacken ist Tipwear ja auch nicht so auffällig, aber dank Topcoat war hier auch nach zwei Tagen nichts zu sehen. Ablackieren auch absolut kein Thema, der Orly ging problemfrei ab und auch die enthaltenen Schimmerpartikelchen haben sich nicht in den Nagelhäuten verkrochen. Trotzdem muss ich gestehen, dass meine Begeisterung sich ob der schlechten Deckkraft und des sehr zurückhaltenden Schimmers eher in Grenzen hält - aber vielleicht ist das bei Lotte ja anders...

"Sheer luck" wurde mir kosten- und bedingungslos von Orly zur Verfügung gestellt.

Freitag, 8. Juni 2018

OPI "Designer Series" Jewel

Endlich Wochenende - und das wird nach dieser chaotischen Woche bei mir auch wirklich Zeit. Eigentlich bräuchte ich jetzt ein schönes Gammelwochenende, an dem ich mich um nichts kümmern muss, aber das klappt vielleicht in zwei Wochen mal wieder - momentan ist nämlich alles  vollgepackt und es steht so einiges auf dem Plan... Vor allem muss ich am Montag für eine Woche nach Düsseldorf und das heißt, dass ich zu noch weniger kommen werde.

Allerdings habe ich heute noch einen Lack für "Wir lackieren..." im Angebot, damit es allerdings nicht zu langweilig wird, gibt es zur Abwechslung einen Lack von OPI und nicht den nächsten Orly. Die "Designer Series"-Lacke waren früher ja durchaus beliebt und auch gar nicht so leicht zu bekommen, darum habe ich mich im USA-Urlaub 2013 (mein lieber Schieber, ist das schon lange her!) sehr gefreut, als mir "Jewel" aus der Serie in die Hände gefallen ist.
Mit dem Lackieren hat es aber, wie man recht gut erkennen kann, doch ein bisschen länger gedauert, jetzt sind "Jewel" und ich aber endlich zusammengekommen. Es war allerdings durchaus ein etwas längerer Weg, bis wir beide auf einer Wellenlänge waren, denn das, was der Lack extrem vermissen lässt, ist eine akzeptable Deckkraft. Ich kann jetzt natürlich nicht mehr sagen, ob das nicht vielleicht eine Alterserscheinung ist und der DS einfach abgebaut hat, aber ich bilde mir ein, dass er tatsächlich schon immer so flüssig war (ist ja nicht so, dass ich den Lack nicht zwischendurch immer mal wieder in der Hand hatte). Der Auftrag gelingt mit dem Pinsel zwar sehr gut und der Lack trocknet durchaus auch in einer akzeptablem Zeit, allerdings wird auch das mit zunehmenden Schichten ein bisschen langsamer. Nach der ersten Schicht habe ich schon sehr gezweifelt, aber mich dann doch zu einer zweiten und dritten überredet. Danach war "Jewel" allerdings noch immer nicht deckend sondern ließ noch an sehr vielen Stellen das Nagelweiß durchschimmern - also musste noch eine vierte Schicht ran. Mit bloßem Auge war mir die auch noch nicht deckend genug, sodass tatsächlich auch noch Schicht Nummer fünf sein musste - und dann war zumindest die Kamera so gnädig, die Unebenheiten nicht mehr zu erkennen.
Im richtigen (oder eher falschen) Winkel betrachtet, war "Jewel" nämlich noch immer nicht perfekt deckend, aber da die Kamera den Eindruck eines gleichmäßigen Finishes einfing, habe ich es dabei belassen. Der OPI trocknet schön gleichmäßig, sodass ich mir einen Topcoat gespart habe - vom Glanz her finde ich das ursprüngliche Finish nämlich auch vollkommen ausreichend. Farblich fand ich es doch recht schwierig, den Lack zu beschreiben - im Fläschchen hätte ich ihn eher einem Weinrot zugeordnet, beim Lackieren fand ich den Lack aber viel eher braunstichig, vor allem von der Base und den Schimmerpartikeln her. Es zeigt sich aber auch ein schöner, weinroter Schimmer, der sich auf diese Base legt und dazu gibt es noch kleine Glasflecksteilchen, die im Fläschchen von Gold zu Pink changieren, sich in den Nägeln aber vorwiegend in Pink zeigen und zwischen den vielen winzigen Partikelchen nochmal deutlich hervorfunkeln. Wenn man sich den Lack so anschaut, kommt man kaum darum herum, ihn als Herbstlack zu bezeichnen und das ist er wohl auch wirklich. Durch die warme, aber auch gedeckte Grundfarbe und das feine Finish muss ich beim Anblick meiner Nägel recht schnell an Herbstlaub denken... Allerdings ist er eben auch zurückhaltend genug, um ihn bei knalligem Sonnenschein zu tragen, wenn es nicht zu knallig sein darf.
Tatsächlich finde ich das Finish des Lacks sehr interessant und habe mich sehr an dem feinen, aber doch präsenten Gefunkel erfreut. Je nach Lichteinfall zeigen sich die Teilchen nämlich auch mit einem deutlich kühlen, blauen Unterton und der hebt sich von der rotbraunen Basis doch deutlich ab. Natürlich lässt sich aus so einem Lack auch designtechnisch so einiges machen - für einen kurzen Moment habe ich aufgrund der grandiosen Voraussetzungen schon über braune Galaxy nails nachgedacht, bin dann aber doch davon abgekommen (das hätte einfach nicht mehr dezent ausgesehen und mich in eine gewisse Problematik gebracht) und mal wieder bei einem einfachen Stamping gelandet. Ich habe mich am Namen des Lacks orientiert und versucht, irgendwo in meiner großen Sammlung von Stampingplatten etwas Juweliges zu finden - und das war alles andere als leicht. Gelandet bin ich letztlich beider BM-XL 11 von BundleMonster, die ein kleines Diamantenmuster enthält. Das war zwar nicht ganz das, was ich eigentlich im Kopf hatte, aber eben meine beste Option.
Gestempelt habe ich mit essie "Penny talk" auf dem Mittel- und Ringfinger und fand das als zusätzliches kleines Highlight vollkommen ausreichend. Das Muster mag nicht sonderlich raffiniert sein, aber zumindest lässt sich die Anspielung auf den Namen des Lacks doch ein wenig nachvollziehen. Zuerst wollte ich die Diamantenreihen mit Pink auf die Nägel bringen, aber ein erster Versuch auf dem Daumen zeigte, dass der Farbkontrast doch zu gering war. Also durfte das helle Kupfer ran und mit diesem Ergebnis war ich doch recht zufrieden. Die Diamanten heben sich deutlich genug vom Basislack ab, lassen allerdings auch die Besonderheiten in "Jewel" noch zur Geltung kommen. Als kleiner Akzent gefällt mir das so wirklich gut und hat mich ein bisschen über den doch nervigen Auftrag hinweggetröstet. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich mir alles andere als sicher bin, ob ich den Lack noch ein zweites Mal solo werde tragen wollen - vielleicht kommt er künftig eher als Topper zum Einsatz, den ich auf einem farblich passenden Basislack tragen werde.
Ohne Topcoat sind die Nagelspitzen von "Jewel" recht empfindlich, sodass sich auch schon nach einem Tag deutlich erkennbare Tipwear zeigt. Das lässt sich zwar kaschieren, ist aber natürlich vor allem bei einem Lack, der so viele Schichten braucht, ein bisschen nervig. Immerhin ließ sich alles problemfrei ablackieren, sodass ich mich nicht auch noch darüber aufgeregt habe. "Jewel" dürfte tatsächlich einer der schwächeren Lacke aus der Designer-Serie sein, aber trotzdem finde ich ihn recht fesch!