Donnerstag, 18. Februar 2016

Driving home for weekends...

Momentan verbringe jedes Wochenende einen guten Arbeitstag (also deutlich mehr als acht Stunden) auf Deutschlands Autobahnen und obwohl ich das durchaus ein bisschen nervig finde, muss ich eigentlich sagen, dass ich die langen Autofahrten ganz gerne mag. So ein paar Stunden im Auto sind die perfekte Möglichkeit, um so richtig abzuschalten - schließlich kann man während der Fahrt außer total schiefem Mitsingen zur Musik nicht so wirklich viel machen und Anrufe halten sich auch sehr in Grenzen.

Die perfekte Zeit und Gelegenheit, um die Gedanken ein bisschen schweifen zu lassen, über Gott und die Welt nachzudenken oder Hirngespinsten nachzuhängen. Witzigerweise habe ich beim Fahren auch gar nicht das Gefühl, irgendwas zu verpassen - zu Hause kriege ich immer eine halbe Krise, wenn mein Internet mal für ein paar Minuten nicht geht, sitze dann wie bekloppt vor dem PC und klicke alle paar Sekunden den "Aktualisieren"-Button (in vollem Bewusstsein, dass das überhaupt nichts hilft - aber einfach was anderes machen kann man dann ja auch nicht, weil dieses doofe Internet eben gerade nicht geht). Im Auto sind mir Funklöcher und Verbindungsabbrüche über Stunden egal, ich fahre eh nur vor mich hin und gröhle schrecklich schief diverse Lieder im Radio mit.

Während der Fahrschulzeit fand ich Autobahnfahren immer sehr unangenehm (was auch daran gelegen haben mag, dass unsere Auffahrt zu der Zeit eine Dauerbaustelle war), inzwischen ist das für mich definitiv entspannend - anstatt wie im Stadtverkehr ständig in alle Richtungen schauen, alle Meter abbremsen und dann doch wieder beschleunigen zu müssen, geht's auf der Autobahn meistens geradeaus und das bei tendenziell gleichbleibender Geschwindigkeit. Klar gibt es ab und zu mal Idioten, die einem den Blutdruck in die Höhe schießen lassen (z.B. diese Helden, die konstant auf der mittleren Spur fahren, auch wenn die rechte frei ist und man sich ernsthaft fragt, ob die rechte Spur die Krätze hat; oder die Schlauberger, die beim leisesten Anflug von Nebel mit eingeschalteter Nebelschlussleuchte blendend vor einem herschleichen), aber im Großen und Ganzen läuft das einfach ganz gemütlich vor sich hin. Hier überholt man mal was, da wird man überholt und rollt so vor sich hin.

Und irgendwann beim Fahren kommt mir dann immer der Gedanke in den Kopf, wie ungewöhnlich es eigentlich ist, dass so wenig passiert: Alle düsen da mit mehr als 100 Sachen die Straße entlang, "halber Tacho Abstand" ist wohl nur im Stau aktuell und wenn man mal die Fahrbahnwechsel auf einem Kilometer zählen würde, würde einem wohl auch anders werden. Ab und zu leuchten warnend rot Reihen von Bremslichtern auf, hier und da schert einer aus oder ein, ohne vorher zu blinken und es wird heftig in die Eisen getreten - und irgendwie rollt trotzdem meistens alles problemfrei vor sich hin. Mich erstaunt das jedes Mal wieder, diese Autokolonne, die nicht nur mit gemütlichen 50km/h durch die Stadt rollt, sondern mit der doppelten Geschwindigkeit an Brücken, Bergen und Tälern vorbeifliegt, das eigentlich alles hinbekommt...

Ich bin heilfroh, dass es so glatt läuft, denn ansonsten wären diese Stunden für mich viel stressiger und unangenehmer als sie es momentan sind. Mir ist war die verlorene Zeit ein Dorn im Auge - aber das Fahren an sich mag ich wirklich gerne und ich freue mich auch ein bisschen darauf, morgen Nachmittag wieder ins Auto zu steigen und gen Norden zu fahren...

Kommentare:

  1. Irgendwie ist es echt ein Wunder, dass doch verhältnismäßig wenige Unfälle passieren. :D

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    1. Ich frag' mich das in letzter Zeit echt häufig... Weil manche Leute echt seltsam fahren und man gerade bei so Autokorsos mit wenig Abstand einfach schnell mal irgendwo drauffahren könnte (also theoretisch).

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  2. Ich mag lange Autofahrten auch gerne solange man glatt durchkommt. Zu meinen Eltern sind es ca sechs Stunden. Von vielen höre ich, dass sie Autobahnfahrten anstrengend finden, dabei muss man doch nur geradeaus fahren. :D

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    1. Wenn man viel Stop-and-Go hat, blödes Wetter oder doofe Staus, Baustellen und so weiter, ist das ja auch durchaus nervig und ohne Tempomat (den ich nicht habe!) geht das auch irgendwann aufs Beinchen... Aber ich fahre echt gerne Autobahn, weil's da eben nur geradeaus geht und man gut abschalten kann^^

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  3. Ich finde lange Autofahrten nur dann schön, wenn sie an irgendeinem tollen Ort enden - also einem kleinen Häuschen in Schweden oder so. ^^ Oder mit Gesellschaft. Aber so alleine und immer wieder die gleiche Strecke hin und her... Das brauch ich dann doch nicht so oft. ;) Aber gut, dass da so wenig los ist.

    LG Lotte

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    1. Der Weg ist das Ziel, liebe Lotte :P Das gilt für lange Autofahrten wirklich - da kann man herrlich entspannen (wenn einen der Verkehr nicht grundsätzlich mega stresst)! Aber ist halt auch ein bisschen Ansichtssache ;)

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  4. Es kommt wohl auch auf die Strecke an - je nachdem, welche Autobahn man fährt, ist es an Freitagen ja recht voll und unentspannt zu fahren ...
    Ich bin leider wohl zu klein, als dass Autositze für mich ergonomisch wären, und bekomme vom Autofahren Rückenschmerzen. Da machts wenig Spaß ;)
    Wünsche eine entspannte und sicherer Fahrt morgen!

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    1. Klar, es gibt immer die ungeliebten Stellen, an denen es harkt... Oder Baustellen, an denen man dann irgendwie kleben bleibt, weil das mit dem Reißverschluss mal wieder nicht so richtig funktioniert. Aber da habe ich mir inzwischen auch eine gewisse Gelassenheit angewöhnt - geht ja nicht schneller, nur weil ich genervt bin ^^

      Arghs, Rücken ist natürlich fies :/ Ich neige da eher ein bisschen zu Schulterschmerzen, aber das auch eher, wenn ich anstrengende Fahrten habe (mit blödem Wetter, vielen Staus etc.)...

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  5. Ich bin letzten August an einem Freitag Nachmittag nach Berlin gefahren... Stau, Stau, Stau und Stau. Als ich in der Stadt angekommen bin war dann aber extrem entspanntes Fahren, da es schon später war und so gut wie niemand mehr unterwegs (für Berliner Verhältnisse zumindest, würde ich behaupten).

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    1. Die Strecke da hoch (ich tippe mal auf die A9 :P) ist gerne staulastig - da gibt es so einige Stellen, an denen man fast vorprogrammiert steht... Aber nachts durch eine Großstadt fahren ist auch faszinierend - da fühlt man sich wirklich wie auf dem Dorf, weil kaum noch wer unterwegs ist; nur die Straßen sind VIEL breiter :P

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  6. Na komm: Halber Tacho Abstand? Wie breit ist so ein Ding? Eine Handfläche? :D

    Ne, ich sehe das wie du und bin auch sehr fasziniert, dass obwohl so viele Leute ihre Fahrschulzeit scheinbar vergessen haben, doch so wenig passiert.

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    1. Ghihi, ich glaube, das kommt ganz aufs Auto an - im Mini sind die z.B. relativ groß, meiner ist eher klein :P Und gerade bei LKWs ist das ja schon ziemlich krass - die fahren meistens mit nur wenigen Metern Abstand! Aber Abstand halten ist auch nicht wirklich einfach, wenn z.B. vor dir einfach einer aus- bzw. einschert...

      Aber ich bin natürlich froh, dass nicht so viel passiert!

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  7. Genau das gleiche habe ich mich auch schonmal gefragt und bin auch froh, dass es so ist. Autofahren und mitgröhlen hat schon was :D mach ich auch gerne. Zum Glück hört mich da niemand...

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    1. Also ich mach das total gerne - und gerade, dass einen keiner hört, erlaubt einem komplett schamloses Mitgegröhle :P

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