Dienstag, 8. Dezember 2015

Tu nichts Gutes, dann widerfährt dir auch nichts Böses.

Aus den Kategorien "Geschichten, die das Leben lieber nicht geschrieben hätte", "Wenn ich mir das nicht von der Seele schreibe, wird für die nächsten 48 Stunden jeder Satz nur aus weggepiepsten Wörtern bestehen" und "Wo die Fassungslosigkeit aufhört". 

"Tu nichts Gutes, dann widerfährt dir auch nichts Böses!" sagte ein Kollege heute, triefte dabei vor Selbstironie und klagte mir dann sein Leid, das ich staunend und kopfschüttelnd, überrascht und erschrocken zur Kenntnis nahm - nur um ihm ein paar Stunden später eine Email zu schreiben, weil es mich nun auch erwischt hatte. Und das sogar zum zweiten Mal innerhalb von kurzer Zeit - Gott sei dank von zwei unterschiedlichen Stellen (wobei das nicht wirklich dankenswert ist, sondern noch immer tragisch und nervig) und nicht zwei Mal von der selben (dann hätte ich so langsam an meiner geistigen Gesundheit gezweifelt).

Aber diese Leute, die über Leichen gehen, keinen Anstand haben und Begriffe wie "Absprache", "Fairness", "Gerechtigkeit" und "Zuverlässigkeit" im Duden nachschlagen müssen, gehen mir so langsam so richtig auf den Senkel. Ich habe ja schon fast Verständnis für diese egozentrischen Narzissten, die die ganze Zeit nur an sich selbst denken, nie anderen helfen, aber natürlich erwarten, dass man sofort und mit voller Kraft für sie da ist, wenn sie mal ein Problem haben - die können einfach nicht anders, sind sozial inkompetent und wissen einfach nicht, wie es richtig geht. Denen kann man auf die Nase binden, dass sie sich vielleicht mal revanchieren könnten - aber dann schauen sie einen nur mit großen Augen an und fragen, wie man das denn nun meinen würde... Die Reaktion, wenn man dann absagt, ist zwar immer wieder amüsant ("Wie? Du hast in zwei Tagen keine Zeit? Aber warum? Ich brauche das bis zu dem Termin!!!"), aber auch nur beim ersten Mal so richtig witzig.

Viel schlimmer finde ich diese hinterhältigen Duckmäuser, die einer Absprache zustimmen, sich gemütlich alle Vorteile sichern, einen dann ohne die entsprechend ausgemachte Gegenleistung hängen lassen - und sich auf irgendwelche generellen Regelungen beziehen, die man eigentlich bei der Absprache ausgeschlossen hat (und zwar vor allem zum Vorteil des Duckmäusers!). Natürlich kommt das erst dann, wenn schon fast alles erledigt ist - bis auf den fehlenden Part natürlich! -, man selbst schon seinen Teil erfüllt hat und außer dem moralischen Zeigefinger keinerlei Druckmittel mehr hat. Dann steht man da - nicht unbedingt alleine, sondern als Team - und schaut blöd aus der Wäsche, wurde nach Strich und Faden ausgenutzt und hat nur eine Möglichkeit: Sich ab diesem Moment auch an die (harten) Regeln zu halten, kurzfristig alles umzuwerfen und damit auch unbeteiligten Leuten mehr Arbeit zu machen.

Stress für alle - nur, weil einer meint, aus der Reihe tanzen zu müssen. Kurz vor Weihnachten, wenn es sowieso eng ist, man noch zig andere Dinge zu tun hat und sich eigentlich auf etwas anderes eingestellt hatte. Aber der penetrante Störenfried lässt einem keine Wahl (wenn man bei den abgesprochenen Dingen bleibt, könnten die ja beanstandet werden) und wenn man ihn nicht alleine leiden lassen kann, müssen die anderen (und man selbst) eben auch. Ich finde das absolut ätzend, unterirdisch, unfair, dämlich, nervtötend, anstrengend, unnötig und überflüssig - habe aber nach diversen Gesprächen feststellen müssen, dass es keine andere Lösung gibt. Wie schnell ein Querulant aus guter Stimmung und Spaß an der Sache zusätzliche Arbeit und Frust machen kann, ist erstaunlich - und alles nur, weil man es für alle einfacher machen wollte...

Kommentare:

  1. Ach Lena, es ist schlimm, aber solche Leute gibt es leider überall :-/
    In meinem Nebenjob ist es zwischenmenschlich gesehen wirklich unterirdisch. Wenn ich zur Arbeit gehe, kann ich mich schon mal darauf einstellen, dass ich mich mindestens 2-3 Mal so richtig vor den Kopf gestoßen fühlen werde. Von 40jährigen Muttersöhnchen, die in dem Alter noch immer nicht gelernt haben, dass petzen mies ist und Leuten, die mit den Händen in den Hosentaschen neben einem stehen und zugucken, wie man die ganze Arbeit allein mache, ist da alles dabei.
    Letztens war der neue Big Boss da um zu gucken, wie wir arbeiten und als die Chefin dem erzählt hat, was wir doch für ein tolles Team wären, hätte ich fast laut losgelacht ;-)

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    1. Au weh, das klingt ja bei dir auch nach so richtig Spaß :( Wobei man bei Petzen ja immerhin weiß, dass man ihnen lieber nichts anvertrauen sollte, das nicht an die große Glocke gehängt werden muss. Auf der anderen Seite sind sie auch ganz nützlich, um bestimmte Informationen zu verbreiten :P Aber angenehm ist das trotzdem nicht, da kann ich dir leider nur zustimmen.

      Ich finde halt, dass eigentlich das Arbeitsklima einer der wichtigsten Punkte ist - und wenn manche das dann absichtlich zerstören, verstehe ich nicht, warum, wieso und weshalb. Vor allem, wenn sie dann auch selber betroffen sind, ist das einfach nur doof.

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    2. Ich bin auf der Arbeit auch sparsam mit Informationen, mein Privatleben geht die gar nix an. Aber da wird auch Zeugs der Chefin gepetzt, das noch nicht mal der Wahrheit entspricht und das Muttersöhnchen ist der Sohn von der Chefin, was noch mal extra ätzend ist. Der kann praktisch machen, was er will, wie z.B. grundsätzlich 5 min. zu spät antanzen, wofür jeder andere einen Anschiss kriegen würde.
      Da stimme ich dir absolut zu! Ich hatte schon 2-3 richtig nervige Nebenjobs, aber die blödeste Arbeit lässt sich aushalten, wenn wenigstens die Leute nett sind (oder ein paar nette dabei sind).
      Wenn ich das richtig verstanden habe, wechselst du eh bald den Job. Dann hake das einfach ab und schaue nach vorne, auch wenn das natürlich ein doofer Abschluss ist. Vom vielen ärgern kriegt man nur graue Haare und davon hat am Ende auch keiner was ;-)

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    3. Arghs, so Familiengemauschel ist immer besonders ätzend... Dass manche Leute aus unklaren Gründen bevorzugt werden, kenne ich aber auch - da kann man teilweise nur den Kopf schütteln und seine Konsequenzen ziehen.

      Ich bin zwar bald weg da - aber gerade, wenn so Ärger kurz vor Schluss kommt, ist das irgendwie doppelt blöd. Ist ja total unnötig und es tut mir halt um die Leute leid, die sich das noch länger antun müssen...

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  2. Oh Mann... Nicht doch schon wieder solche Idioten. :( Das macht doch keinen Spaß! Ich hoffe, du bist bald komplett weg von diesen Kretins!

    LG Lotte

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    1. Das Schlimme ist halt, dass das jetzt zum Schluss kommt - so einen Abschluss will man eigentlich nicht haben. Noch schlimmer ist eigentlich, dass das Ganze einfach nach hinten losgeht und nicht nur der Meckerfritz, sondern auch noch andere Leute darunter leiden müssen. Aber wenn es so sein soll, dann soll es eben sein.

      Definitiv bin ich bald weg - aber das ändert ja nichts daran, dass der Umgang nicht so wirklich prall ist.

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  3. Hört sich echt übel an. Etwas konkreter wäre noch anschaulicher gewesen, aber du willst wahrscheinlich niemanden bloßstellen oder Details aus deinem (Berufs-?)Leben hier schreiben.

    Mir fiel beim Lesen jedenfalls eine Ex-Kollegin ein, deren Welt sich auch nur um sie selber drehte und der komplett die Einsicht fehlte, dass es an ihr liegen könnte, dass sie nie lange in einem Job blieb und sich unbeliebt machte. Sie hörte sich selber total gern reden, hatte null Interesse, wenn man selber auch was zum Thema beitragen wollte und war in der Zusammenarbeit auch schwierig. Sie war der Meinung, bei Vorgesetzten in unserer aller Namen reden zu müssen, obwohl ich und andere Kolleginnen nicht ihrer Meinung waren. Und sie war schnell dabei, wenn sie Hilfe brauchte, hatte aber natürlich überhaupt keine Zeit, wenn man mal was von ihr gebraucht hat.

    Solche Leute braucht echt keiner. Ich drücke dir die Daumen, dass die Querulanten und Arschlöcher sich in Zukunft von dir fern halten!

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    1. Oh Gott, so eine kenn ich auch -.-' Braucht kein Mensch, aber selbst wenn mans ihnen sagt verstehen sies noch nicht.

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    2. So Schu, noch konkreter wäre einfach ZU deutlich gewesen und viele der Details machen zwar die Situation anschaulicher, aber eben auch viel zu klar zuordenbar. Und das möchte ich vor allem anderen dann nicht so wirklich antun - ich glaube, das wäre auch nicht ganz fair.

      Mein Beispiel da oben hört sich auch gerne reden - und mal fragen, wie es bei jemand anderem ist, ist glaube ich unter ihrer Würde! Bei solchen Leuten weiß ich einfach nicht, ob ich lachen oder weinen soll, die merken ja oft nicht, wie sehr sie andere vor den Kopf stoßen und beschweren sich dann, wenn sie keine Hilfe kriegen... Dass sowas aber immer ein Geben und Nehmen ist, scheint man nicht zu erkennen.

      Auf jeden Fall bin ich zumindest die oben genannten Probleme demnächst los - allerdings kenne ich auch noch einige Leute, die sich weiter mit ihnen herumschlagen müssen und das finde ich einfach schade :/ Da bin ich doch zu weltverbesserisch angehaucht...

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  4. Oh, I feel you. Von stinkfaulen Kollegen, auf die man sich nicht verlassen kann und die einen dann eiskalt ins Messer laufen lassen über Chefs, die einen als selbstverständlich hinnehmen und sich an keine Abmachungen erinnern wollen ("Du hast nicht gesagt, dass du da freihaben willst, das wüsste ich doch!") bis hin zu Kunden, die einem einen Riesenhaufen Arbeit machen und für die man den Feierabend sausen lässt und die dann wegen 7,50€ Preisunterschied im Netz buchen. Dein Kollege hat schon recht. Man sollte einfach immer nur an sich selbst denken, sonst macht es keiner. Fühl dich gedrückt und trink ein Weinchen, das entspannt.

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    1. Nur wenn jeder an sich selbst denkt, verschwendet man einfach so viel Zeit und nutzt Ressourcen nicht, die man sonst sinnvoll zur Arbeitserleichterung verwenden könnte... Das ist ja so ein Problem, dass Synergien oft ignoriert werden und ich finde das so unglaublich schade...

      Wobei deine Beispiele schon auch so richtig fies sind - also wegen 7,50€ Unterschied würde ich jetzt nicht online buchen, sondern durchaus vor Ort. Aber ich gestehe, dass ich bei 250€ Unterschied für einen Flug (bzw. eine Person auf demselben Flug) dann doch das Internet bemüht habe und nicht das Reisebüro :x

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  5. Ach liebe Lena, sowas kennt wohl jeder. Ich habe einen tagtäglichen Umgang mit Egomanen. Ergebnis: ich seh mir gut an, für wen ich was und wie viel mache. Ich werde weiterhin gerne für faire Leute was machen und Egomanen bekommen irgendwann vielleicht nochmal ne Chance... vielleicht. Die lass ich dann schon mal auf Eis/ins selbstverdiente Messer laufen.

    Ich nehm mal an, dass das eine berufliche Geschichte war, ich habs privat. Schwere Sache. Besonders, wenn sie sich für allwissend und perfekt halten, ein perfektes Dunning Kruger.
    Nehms dir nicht zu Herzen, und bleib weiter so, aber nur zu denen, die es sich verdienen! ;-)
    Liebe Grüße!

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    1. Im Privatleben habe ich es glaube ich inzwischen ganz gut geschafft, mir diese Egomanen vom Hals zu halten... Wenn es natürlich ganz eng privat ist und man das nicht kann, ist das besonders ärgerlich, ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft, damit umzugehen :)

      Beruflich wie privat gibt es natürlich immer eine zweite Chance - aber keine fünfzehnte mehr. Und auch darüber scheinen immer wieder Leute sehr erstaunt und meinen dann so halb geschockt: "Da bist du aber konsequent!" Oo

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    2. *emm* leider ist es recht eng, aber es gibt leiderzumglück unheimlich viele Gelegenheiten zum Persönlichkeitswachstum für uns XD manchmal kann man nicht einfach eine Guillotine anwerfen. O.O

      Ich dank dir für die guten Wünsche! Jedes Gramm wird gebraucht, 24/7

      Genauso wünsch ich dir Glück und innere Ruhe zum konsequent bleiben ;-)))

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    3. Oh ja, nenn es Persönlichkeitswachstum und schon ist es deine "Herausforderung" und nicht mehr jemand anderes Problem :P Ne, ich weiß - manchmal muss man sich arrangieren, auch wenn es nicht gar so einfach ist. Ich wünsch' dir auf jeden Fall viel Gelassenheit und manchmal geschehen ja doch noch Zeichen und Wunder und es wendet sich zum Guten...

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    4. Dank dir! Ich glaube ja an Wunder und kleine erlebe ich öfter, aber ein Mensch mit Persönlichkeitsstörung denkt eben leider oft eher daran, dass der Rest der Welt schuld ist ... aber manchmal eben siehe oben, kleine Wunder. Es ist bloß schwer mit so viel krausem Zeug die ganze Zeit beworfen zu werden.

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    5. Na gut, bei einem klinisch diagnostizierten Problem... Aber da kann man sich immernoch sagen, dass es gar nicht die Person ist, sondern die Störung - aber ich verstehe dich, da ist es oft besonders schwer :/

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    6. Diagnostiziert so semi-offiziell von der Ärztin ... aber unbehandelt, da ja alles prima ist... und auch normal ist der Hang zur Provokation, neugierigste Neugier, Weigerung zu verstehen, Logorrhoe und ein Haufen Dunning Kruger dazu kommt. In Riesenportionen. *ächz*

      So, dank dir fürs Zu"hören", das musste jetzt kurz mal raus. Becor das alles noch (mehr?) abfärbt ... *ga-rumpf*

      Liebe Grüße und mach as beste aus der laptopfreien und familienhaltigen Zeit! Ich bin ja Weihnachtsverweigerer, wahrscheinlich aus o.g. Gründen ...

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  6. Ach solche Leute sind einfach nur ärgerlich, hast dich ja noch sehr gesittet hier ausgedrückt. ;) Aber leider begegnet man denen überall und wenn man sich nicht auf ein ähnliches Niveau begeben möchte, bleibt einem häufig nichts anderes übrig, als die A****-Karte zu ziehen. Im Endeffekt ist es wohl das beste, sich nicht zu ärgern, das schadet einem selbst auch viel mehr als der verantwortlichen Person.
    Wobei es natürlicha auch auf die Situation ankommt, manchmal muss man auch einfach etwas sagen, vor allem wenn von so egoistischem Verhalten mehrere Leute einen Nachteil haben...
    Ach, tut mir auf jeden Fall Leid, dass du dich mit so Leuten herum plagen musst. Nimm es dir nicht zu sehr zu Herzen!
    Liebe Grüße!

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    1. Inzwischen habe ich mich da doch ganz gut arrangiert - aber den Kürzeren ziehen, nur weil man nett bleiben will, ist halt auch nicht immer schlau. Irgendwie muss man die Leute ja zum Umdenken kriegen - aber zu viel zu investieren ist da definitiv nicht die Lösung.

      Immerhin bin ich diese Probleme jetzt los und die werden (zumindest mit diesen Personen) sicherlich nicht nochmal auftauchen, das ist das Gute!

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