Donnerstag, 12. November 2015

Magier - Trudi Canavan

Eigentlich sollte dieses Posting ja schon am Montag online gehen - aber irgendwie wollte Blogger wohl nicht so wie ich und da ich unterwegs war, habe ich das nicht rechtzeitig mitbekommen... Nun ja, sei's drum - dann gibt's die Buchreview eben total unpassend mal an einem Donnerstag!

Nach Teil 1 musste ich dann doch unbedingt zumindest mal in den zweiten Teil der "Das Zeitalter der Fünf"-Trilogie reinschnuppern und nach den ersten Seiten konnte ich dann auch nicht anders, als dabei zu bleiben. Irgendwie wollte ich schon wissen, wie es weiter geht - allerdings muss ich auch sagen, dass mich das ganze Buch über der Handlungsstrang um Auraya herum am wenigsten interessiert hat. Viel mehr habe ich mich darüber gefreut, dass die Nebenstränge um Emerahl, Leiard und Mirar, aber auch die Pentadrianer intensiver beleuchtet wurden.
Besonders die Entwicklungen um Leiard und Mirar fand ich klasse - dass es irgendwas mit dieser "zweiten Persönlichkeit" in Leiards Kopf auf sich haben musste, war ja schnell klar. So ganz zufällig wird sich das ehemalige Oberhaupt der Traumweber nicht auf einmal bemerkbar gemacht haben und ich habe mich sehr gefreut, dass Emerahl nun auch in diese Geschichte einbezogen wurde. Die Kombi aus Leiard/Mirar und Emerahl ist klasse, so erfährt man mehr über die Fähigkeiten der Wilden und auch teilweise über ihre Geschichte. Überhaupt sind mir sowohl die alte Hexe als auch der Traumweber mit ihren komplexen Persönlichkeiten sehr sympathisch.

Mit dem Einstieg in die pentadrianische Seite hatte ich anfangs ein paar Probleme - die Hintergrundgeschichte, die dann zu Reivans Ernennung zur Götterdienerin führte, fand ich eher lahm und nicht sonderlich spannend. Die weiteren Entwicklungen sind auch eher ein akzeptables Zwischengeplänkel, haben mich aber nicht mitgerissen - allerdings erlauben sie einen etwas tieferen Einblick in die "gegnerischen" Ansichten, Lebensweisen und erschaffen auf einmal ein Bild, das so gar nicht mit der Sichtweise als Feind vereinbar ist: Die Pentadrianer sind nämlich der gleichen Ansicht wie die Zirkler, nämlich dass die Gegenseite falsche Götter anbetet und im Prinzip wollen beide Seiten die andere "nur" bekehren. Durch diesen Erzählstrang wird die Gegenseite auf einmal auch sympathisch - wobei auch schnell klar wird, dass auch dort irgendwas im Bussch sein muss.

Ein wenig langatmig und gemählich fand ich die Storyline um Imi, die Prinzessin der Elai. Das Meeresvolk tritt im zweiten Band ein bisschen an die Stelle der Siyee, und zeigt eine weitere Zivilisation, die von Huan geschaffen wurde und sich bisher abseits der üblichen Völker gehalten hat. Die Abgeschiedenheit, die Imis Vater sehr wichtig ist, führt natürlich auch dazu, dass sich das Jungvolk allerlei Quatsch ausdenkt und so kommt es, dass Imi auf der Suche nach einem Geschenk für den König in die Fänge von Plünderern gerät, die sich als Arbeitssklavin weiterverkaufen... Irgendwie nimmt die Handlung aber nicht so richtig Fahrt auf, auch als Imi von den Pentadriandern gerettet wird, bleibt das alles eher ein bisschen fad, führt allerdings die beiden Stränge gut zusammen - und zeigt auch auf, dass das Ränkeschmieden nicht nur bei den Zirklern von großer Bedeutung ist.

Auraya hat mich am Anfang des Buches herzlich wenig interessiert und ich war ehrlich gesagt froh, dass sich die Kapitel um ihre Geschichte nicht übermäßig gehäuft haben. Ihre doch ganz schön hinterhältigen Pläne haben mir die Protagonistin der Serie ein bisschen vergrämt und ich hatte nur wenig Mitleid dafür übrig, dass ihr die geschlagenen Schlachten doch ein bisschen zugesetzt und sie mit Albträumen gequält haben. Das Affairchen mit Chaia passte für mich perfekt ins Bild einer opportunistischen, naiven Weißen - allerdings gab es im Verlauf der Geschichte dann auch eine unerwartete Wendung, die mir Auraya wieder ein bisschen näher gebracht hat. Ich würde behaupten, dass sie gegen Ende des Buchs tatsächlich erwachsener geworden ist und (endlich!) realisiert hat, dass nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist und ihre geliebten Götter alles andere als unfehlbar sind.

Genau dieser Aspekt, der vorher eigentlich nur von den Wilden und im Ansatz von den Traumwebern angebracht wurde, wird auf einmal auch in die heile Welt Aurayas getragen. Während die Götter bisher nur als wohlwollende, friedfertige Überwesen dargestellt wurden, wird das Bild auf einmal etwas düsterer und Informationen aus der Vergangenheit - vor dem Zeitalter der Fünf, als es noch viele Götter gab - lassen alles in einem anderen Licht erscheinen... Nicht nur das Verhalten der Götter, sondern auch die gesellschaftliche Struktur, die sich sich mit dem Zirkel aufgebaut haben, scheint auf nicht mehr gar so guten Ideen zu fußen... Das war für mich in diesem Band definitiv der Wendepunkt, der das Interesse an der Geschichte entfacht hat - und ich bin schon sehr gespannt, wie es im dritten Teil weiter geht!

Kommentare:

  1. Wie ich die Bücher vor Jahren alle mal verschlungen habe (und beim Durchlesen deines Posts merken muss, wie ich alles wieder vergessen habe :D) :)

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    1. Geht mir genauso. Wird Zeit die mal wieder raus zu kramen. In solchen Fällen freue ich mich sogar mal über meine Matschbirne :D

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    2. Ach, ich hätte ja noch so viel anderes schreiben können - aber dann kann man sich schon fast das Lesen des Buchs sparen :P Ich muss sagen, dass ich den zweiten Band schon deutlich besser fand als den ersten - beim dritten hänge ich momentan wieder so ein kleines bisschen... Aber es passieren schon so einige spannende Dinge!

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