Montag, 16. November 2015

Kreta: Die Sfendoni-Höhle

Das heutige Posting hatte ich eigentlich für Samstag geplant - aber aus wohl nachvollziehbaren Gründen habe ich es nicht veröffentlicht... Mein letztes Kreta-Posting (nach erneuter, sehnsuchtsvoller Durchsicht aller Fotos habe ich festgestellt, dass es nicht mehr wirklich viel gibt, das ich zu berichten hätte) steht an und das dürfte wohl dasjenige sein, das am ehesten von den Bildern und am wenigsten vom Text lebt.

Als Halbtagesausflug haben wir am letzten Tag, an dem wir das Auto hatten, die Höhle von Sfendoni (oder Sfentoni oder was auch immer sich die Griechen da noch so ausgedacht habe) angesteuert - nicht allzu weit entfernt und nach diversen Aussagen einen Besuch wert. Tropfsteinhöhlen haben wir zwar schon so einige gesehen (wenn man Pottenstein in der Nähe hat, ist das ja schon fast verpflichtend), waren aber auch neugierig, was Kreta da so zu bieten hatte...
Nachdem wir erst einmal ein bisschen durch die Gegend geirrt sind (das ist auf Kreta ja schon fast verpflichtend) und aus Versehen nach Zoniana gefahren sind (ein kleines Bergdorf, das durch diverse Drogen- und Waffengeschäfte eine gewisse Berühmtheit auf der Insel erreicht hat - dass da noch immer viel Geld unterwegs ist, erkennt man sehr gut an zahlreichen Mercedes, BMW und Audi, die in den engen Gässchen stehen) und uns den Weg weisen lassen mussten, kamen wir zufälligerweise genau passend zur Führung durch die Höhle. Kaum hatten wir unsere Tickets gekauft, ging es auch schon los und unser Guide brachte uns in die auf 16 Grad temperierte Höhle - eine wirklich willkommene Abkühlung!

Der Eintritt ist mit 4€ pro Nase vollkommen in Ordnung, auch wenn die Führung nur etwa eine Stunde dauert - aber dafür ist die Höhle toll beleuchtet und unser Guide hatte interessante Geschichten zu erzählen. Je nach Gruppe wird hier die Sprache gewechselt - wir hatten ein paar Griechen dabei, der Rest hat die Infos dann auf Englisch bekommen. Obwohl es auf Kreta mehrere tausend Höhlen gibt, sind nur wenige erschlossen - und die Sfendoni-Höhle soll eine der hübschesten davon sein. Der für den Tourismus erschlossene Teil von etwa 160m bietet eine Vielzahl an Stalaktiten und Stalagmiten und durch das farblich wechselnde Licht ist es wirklich eine Augenweide, durch die Höhle zu schlendern.
An der letzten Plattform kann man einen Blick in die schmale Öffnung werfen, die in den nicht erschlossenen Höhlenteil (nochmal gute 100m) führt. Dort gibt es wohl allerlei seltsames und auch einzigartiges Getier, das von Spinnen über Skorpione, Schnecken und Heuschrecken bis hin zu Fledermäusen reicht. Einige dieser Tiere gibt es nur in dieser speziellen Höhle und man hat sich intelligenterweise dazu entschieden, den besonderen Lebensraum (der auch komplett dunkel bleibt) nicht zu zerstören und die Touristen auf die vorderen Räume zu beschränken, die auch früher schon von Einheimischen (z.B. Schmugglern oder auch Schutzsuchenden) genutzt wurden. An einigen Stellen sieht man auch sehr gut, wo die Steine (die man übrigens nicht berühren darf bzw. sollte) in früheren Zeiten abgebrochen wurden - und wenn man bedenkt, wie lange so ein Tropfstein braucht, um auch nur ein paar Zentimeter zu wachsen, kann man wirklich froh sein, dass es noch so eine Vielfalt in der Höhle gibt.

Was die Größe angeht, ist die Höhle natürlich nicht mit den richtig großen Höhlen in Deutschland vergleichbar - aber man hat sich hier wirklich Mühe gegeben, die spannenden Formationen für Besucher attraktiv darzustellen und die Entstehung bzw. Nutzung der Höhle auch mit einer interessanten Führung zu erklären. Unser Guide hat auch im Anschluss an die Führung sehr bereitwillig auf Fragen geantwortet, die einzelne Besucher noch hatten und hat es gut verstanden, die wichtigen Infos mit Charme und Witz zu vermitteln. Da es ständig was zu Fotografieren gab, war es auch kein Problem, dass die Infos in zwei Sprachen wiederholt wurden und man nur die Hälfte verstanden hat - ich war eh die meiste Zeit mit gucken beschäftigt...

Kommentare:

  1. Das sieht ja toll aus! :) Da würde ich auch gern mal durchspazieren... :D

    LG Lotte

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    1. Ich kann das ja nur empfehlen - aber Kreta ist dann halt doch nicht so um die Ecke ^^ Der Ausflug hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht, vor allem auch, weil die Höhle so schön beleuchtet war.

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  2. Für Sightseeing Urlaube bin ich ja immer zu haben und deine Fotos in der Höhle sind richtig toll geworden! :-) Hier in Deutschland war ich bisher leider erst einmal in einer Höhle/ Grotte, aber der Ausflug hat mir damals unheimlich viel Spaß gemacht! :)

    Liebe Grüße
    Yvonne von The Beauty of Oz

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    1. Wir haben halt "zu Hause" bei meinen Eltern gleich Pottenstein in der Nähe und da war ich als Kind das eine oder andere Mal (irgendwann auch mit der Schule) - aber das ist nun auch schon etwas länger her ^^ Diese kleine Höhle hat wirklich viel Spaß gemacht, weil es mit der bunten Beleuchtung auch immer spannend war. Generell könnte man sich so Höhlen durchaus öfters mal angucken *grübel*...

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  3. Das sieht fantastisch aus <3 Ich bin immer wieder erstaunt und begeistert, mit welcher Schönheit uns die Natur beglückt und ich freue mich schon auf Januar, denn da geht es für uns in die Feengrotten. Da war ich das letzte Mal als Kind :)

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    1. Wenn man sich mal überlegt, was für eine "Lebensdauer" so eine Tropfsteinhöhle hat - Tropfsteine wachsen ja unsagbar langsam und dann trotzdem solche Längen zu erreichen... Das ist echt beeindruckend und gleichzeitig tragisch, wenn man sieht, wie sorglos manche Menschen mit solchen Naturschätzen umgehen :/

      Feengrotten? Gleich mal googlen - klingt spannend!

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