Montag, 23. November 2015

Götter - Trudi Canavan

Gerade bei einer Trilogie sind aller guten Dinge bekanntlich drei -  und nachdem mich der Auftakt nicht gar so mitgerissen hat, hat der zweite Teil doch deutliches Interesse geweckt. Kein Wunder also, dass ich mich auch gleich dem Abschluss der Geschichte um Auraya widmen musste. Und da war es irgendwie ein Auf und Ab, was meine Begeisterung für den Fortgang der Geschichte anging. Der Anfang von "Götter" hat mich glatt etwas abgetörnt - aber im Verlauf wurde es dann wieder etwas besser...
Da Auraya von ihrer Aufgabe als Weiße zurückgetreten ist, lernen wir gleich zu Beginn des Buchs ihre Nachfolgerin, Ellareen, kennen. Irgendwie hätte ich darauf verzichten können (und ich muss ehrlich gestehen, dass ihr Beitrag zur Geschichte insgesamt eher mäßig ausfällt), denn sie ist mir nicht sonderlich sympathisch, auch wenn ich nicht so wirklich betiteln kann, warum. Ich würde wohl sagen, Ella ist mir ein bisschen zu langweilig, zu gutgläubig und zu gottesfürchtig - im Prinzip also genau, wie Auraya hätte sein sollen und damit passt sie auch perfekt in die Rolle der Weißen. Neben der Position "übernimmt" sie auch Danjin als Berater von Auraya, wodurch dieser Erzählstrang einen Hauch interessanter wird, für mich aber noch immer der langweiligste bleibt.

Viel interessanter fand ich dafür mal wieder den Handlungsstrang - oder eher die Handlungsstränge - um die Wilden: Einerseits natürlich Mirar, der sich in den Süden Ithanias auf macht und sich zu seiner wahren Identität bekennt. Im Norden den Göttern verhasst, wird er so für die Stimmen der Pentadrianer ein interessanter potenzieller Verbündeter. Allerdings ist der Gründer der Traumweber gar nicht das Charakterschwein, für das ihn viele halten, sondern tatsächlich ein prinzipientreuer und gerissener Kerl - der noch immer eine Schwäche für Auraya hat. Diesem Umstand verdankt es auch Emerahl, dass sie sich nun mit der neuen Wilden herumplagen und sie in einige magische Geheimnisse einweihen darf. Im Gegenzug versucht Auraya, Emerahl das Fliegen beizubringen - leider ohne Erfolg, aber mit einigen köstlichen Szenen, die mich zum Lachen gebracht haben.

Allerdings ist Emerahls daruffolgende Aufgabe gerade für den Handlungsverlauf von zentraler Bedeutung, sie macht sich nämlich auf die Suche nach einer ominösen Schriftrolle, die die Geheimnisse der Götter beinhalten soll. Sowohl die Zwillinge als auch Mirar stehen ihr hierbei beratend zur Seite (die wirklich harte Arbeit muss Emerahl allerdings alleine hinbekommen) und als sich herausstellt, dass das besagte Schriftstück tatsächlich brisante Informationen enthält, dämmert wohl auch dem letzten Leser, dass da irgendwas ganz Großes im Anmarsch ist...

Das denkt man sich eigentlich schon, als die Pentadrianer erneut recht viel Aufmerksamkeit erhalten - die Romanze um Reivan und Nekaun trägt dazu bei, aber natürlich auch Mirars Anwesenheit im Süden sowie die Tatsache, dass Auraya nach einem fehlgeschlagenen Angriff der Siyee zur Rettung der Krieger zustimmen muss, das pentadrianische Volk und die Stimmen kennenzulernen. Während ich eigentlich den Eindruck bekommen hatte, dass Auraya zu Beginn dieses Bandes einen ordentlichen Entwicklungssprung gemacht hat, lässt sie sich dann doch ganz schön überrumpeln und "Götter" bekommt auf einmal eine sehr drastische, makabre Wendung, die auf ein dramatisches Finale hinausläuft. Dass irgendwas faul ist in Ithania, wurde ja spätestens in Band 2 klar und die Anzeichen dafür mehrten sich auch im dritten Teil - aber mit dieser "Auflösung" hätte ich nun wahrlich nicht gerechnet! Sie ist zwar nachvollziehbar und logisch, aber irgendwie hat mir doch noch ein bisschen was an Erläuterungen und Beweggründen gefehlt.

Wie schon gesagt, fiel es mir in diesem Band etwas schwer, in die Story reinkommen, aber gegen Mitte des Buchs  wurde die Handlung rasanter und spannender. Dennoch kann ich gut verstehen, warum diese Trilogie einigen langatmig und etwas mühsam vorkommt - hier fehlt es ein bisschen an der spielerischen Leichtigkeit, die Canavan in einigen Szenen mit den Wilden durchscheinen lässt. Es ist zwar nicht so, dass ich mich zum Lesen zwingen musste, aber teilweise war es doch etwas zäh. Nichtsdestotrotz finde ich die Trilogie insgesamt doch gelungen - freue mich jetzt aber auch wieder auf Abwechslung! 

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