Samstag, 3. Oktober 2015

Kreta: Unser Hotel und das Dorf nebenan

Passend zum Feiertag geht es hier heute mit dem ersten Posting zum Kreta-Urlaub los (irgendeinen Grund braucht man ja, um sich vor den unangenehmen Dingen zu drücken!). Und zwar keineswegs, um irgendjemanden neidisch zu machen, sondern vielmehr, damit ich selbst in ein paar Wochen, Monaten und Jahren noch weiß, wie das alles war - denn so viele Fotos ich gemacht habe, so wenige Notizen mache ich mir eigentlich und wenn die Infos dann nicht auf dem Blog landen, dann verschwinden sie irgendwann auch aus meinem Hirn...

Unser Hotel (mit dessen Auswahl ich genauso viel am Hut hat wie mit der Auswahl des Ortes: nichts!) war das Club Marine Palace & Suites, ein All Inclusive Resort, das zum Grecotel-Verbund gehört. Der Bustransfer vom Hauptstadflughafen in Heraklion dauerte etwa anderthalb Stunden und hat schon deutlich gemacht, dass die Umrechnung von Strecke zu Zeit auf Kreta ein bisschen anders funktioniert als bei uns in Deutschland - es dauert alles länger, aber dazu in einem anderen Posting mehr. Die Anlage selbst ist aufgeteilt in das "Palace" und die "Suites", insgesamt nicht riesig, aber mit ihren fast 300 Zimmern auch nicht gerade ein Winzling.
Unsere Zimmer waren sauber und geräumig, sodass sich keinerlei Grund zur Beanstandung bot, sämtliches Personal in der Anlage war sehr zuvorkommend und freundlich - also vom grundlegenden Ambiente her nichts zu meckern. Es waren recht viele Familien mit Kindern da und man merkt schon auch, dass das eine der Hauptzielgruppen ist, was aber wenig verwunderlich ist. Sehr schön fand ich, dass die gesamte Anlage ganz schön grün ist - wo keine Palmen wachsen, wurden Agaven, kleine Sträucher und Kräuter gesetzt, auch Hibiskus- und Granatapfelbäumchen habe ich gesehen, Wein, Rosmarin, Lavendel und und und. Beim Schlendern durch die Anlage merkt man, dass sich jemand Gedanken gemacht hat, wie man das alles gemütlich und nett gestalten kann und die Gärtner flitzen auch stets irgendwo rum und kümmern sich um Blümchen, Bäumchen und Sträucher.


Das Herzstück bilden wohl neben den drei Restaurants die fünf Außenpools, die auch sicherstellen, dass sich die Gäste ein bisschen auf der Anlage verteilen. Die ersten beiden Pools sind sehr flach und explizit für Kinder, der dritte Pool 2 ist explizit als "Quiet pool" deklariert, in dem nicht großartig getobt wird und auch kein Animationsprogramm stattfindt und das letzte Bild zeigt den Hauptpool. Man hatte also wirklich die freie Wahl, wo man es sich gemütlich machen will und dank einer großen Anzahl an Liegen (und keiner Besetzerkultur) gab es eigentlich auch immer irgendwo ein freies Plätzchen. Allerdings gab es natürlich große Unterschiede was den Schattenschlag anging und so waren wir eigentlich meistens in einer ruhigeren Ecke am Hauptpool. Eines hatten aber alle Pools gemein - sie waren ziemlich kalt und zwar deutlich kälter als das Meer!
Das gab es natürlich auch - allerdings nicht in allzu großem Ausmaß. Kretas Nordküste hat vorwiegend steinige Strände zu bieten, darum hat man hier extra für die Hotelgäste einen Sandstrand aufgeschüttet und auch entsprechend mit einer Land- oder eher Steinzunge vor dem Wellengang geschützt. Auch am Strand gab es eine gewisse Anzahl an Liegen - die waren aber auch meistens besetzt. Hat uns nicht viel ausgemacht - es dauerte zu Fuß keine fünf Minuten vom Pool zum Strand, also konnte man auch einfach kurz zum Baden runterstapfen. Neben dem kleinen Sandstrand, der mit feinem Sand und einem Bademeister aufwartete, gab es noch eine natürlich belassene Bucht, in der man auch baden konnte - dort war der Wellengang ein bisschen stärker, habe ich mir zumindest eingebildet, aber dafür war auch weniger los. Da empfehlen sich aber, wie generell bei den meisten Bademöglichkeiten am kretischen Meer, Badeschuhe, um spitzen Steinen und potenziell gefährlichem Getier entgehen zu können. Auf jeden Fall war das Meer wunderbar warm und bei geringerem Wellengang hat das Baden in dem klaren Wasser auch viel Freude gemacht.
Lediglich an zwei Tagen hatten wir etwas schlechteres Wetter - da sind auch die Bilder entstanden (ansonsten war ich zu beschäftigt mit rumgammeln und plantschen). Einen Nachmittag gab es tatsächlich einen kleinen Sturm, der ein paar Schirme in den Pool fliegen ließ und das Meer auch so richtig hin und herpeitschte, im Dorf auch ein paar Bäume abknickte, uns allerdings ansonsten unbehelligt ließ - uns aber auch deutlich machte, dass es bei den Verhältnissen kein Spaß wäre, im Gebirge unterwegs zu sein (dazu an anderer Stelle mehr).

Während sich vielerorts ja Hotel an Hotel reiht, ist das auch an der Nordküste Kretas noch nicht überall der Fall - um uns herum war jeden Fall nicht viel. In die eine Richtung unbebautes Gebiet (auf das vermutlich das Hotel noch ein bisschen expandieren wird - zumindest lassen das die Baustellen dort vermuten), in die andere das kleine Fischerdorf Panormo (oder Panormos - da sind sich die Griechen irgendwie selber nicht so ganz einig). Ernstzunehmende Sehenswürdigkeiten gibt es da nicht, aber einen kleinen Spaziergang ist es durchaus wert!
Bis Ende des vorletzten Jahrhunderts gab es da wohl einen florierenden Hafen, der aber jetzt eher gemütlich mit ein paar kleineren Booten bestückt ist - Yachten sucht man da vergebens. Es gibt auch hier einen kleinen Sandstrand-Abschnitt, der primär von Touristen genutzt wird, die sich in einer der kleinen Pensionen eingemietet haben - aber so ganz direkt neben den Booten würde ich ja nicht schwimmen wollen. Ansonsten gibt es in dem Dorf natürlich das eine oder andere Restaurant, das angeblich auch ganz gut sein soll - aber das haben wir nicht probiert. Und natürlich die üblichen Anlaufstellen für Touristen: Von Souvenirläden über Spas bis zu Autovermietungen findet man dort alles Nötige - nur keinen großen Laden. Allerdings sind die Shops dort (fußläufig vielleicht 15 Minuten von uns aus) deutlich günstiger als der Hotelshop, der für eine Sonnencreme doch geschlagene 30€ wollte, während dasselbe Produkt im Minimarkt um die Ecke für 15€ zu haben war...

Schon nach wenigen Minuten hat man das Dörfchen komplett erkunden - was anfangs wie eine Menge kleiner, verschlungener Gassen scheint, entpuppt sich schnell als Illusion, denn kaum ist man zwei Mal rechts oder links abgebogen, findet man sich am Ausgangpunkt wieder. Nichtsdestotrotz kann man zumindest hier ein bisschen den Flair eines kleinen, einheimischen Dörfchens schnuppern, denn Panormo ist erst seit der "New Road", der neuen großen Straße, die recht küstennah die Nordküste entlang verläuft, einfach mit dem Auto zu erreichen (wobei uns schon teilweise ein bisschen mulmig war, als sich der Reisebus um die engen Kurven und in die schmalen Gassen gepresst hat).

So viel als erster Eindruck an dieser Stelle - ich habe zwar noch keine Ahnung, wie viele Postings es noch geben wird, da wir ja doch auch ein bisschen Entspannungsurlaub gemacht haben und viel an Pool und Strand im Hotel waren (und vor allem, wann ich dazu komme, die Bilder zusammenzusuchen), aber es wird definitiv noch mehr von Kreta zu lesen geben!

Kommentare:

  1. Ich war vor zwei Jahren an der Südküste Kretas, die ist landschaftlich deutlich reizvoller als der Norden und weit weniger touristisch. Kann ich dir sehr empfehlen, falls du nochmal hinfährst. Liebe Grüße

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    1. Mit der Südküste hast du vollkommen recht! Wir sind da mit dem Auto hingefahren und das hat doch einen ganz anderen Charme da unten :) Ich fand's da deutlich ruhiger und weniger touristisch, aber definitiv wunderschön! Wir haben auch schon festgestellt, dass es beim nächsten Mal wohl eher irgendwo in eine kleine Pension im Süden gehen sollte - im Nachhinein ist man halt immer schlauer :P

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  2. Sieht gut aus - quiet pool ist natürlich auch eine feine Sachen! Bin gespannt auf die restlichen Kreta-Berichte. :-)

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    1. Ja, den Quiet pool fand ich auch echt gut! Wobei wir ja eh schon eher gegen Ende der Saison da waren, d.h. da war es eh nicht so überlaufen. Ein paar Sachen hab' ich noch im Petto - muss nur schauen, wann ich die hier zu Papier bringe :)

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  3. Oh Gott wie schön das aussieht! Da kriege ich gleich fernweh!
    Liebe Grüße, Anjanka

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    1. Ich würde ja auch am liebsten wieder zurück :/ Aber so lange man nicht gleich auswandert, bleibt wohl ein bisschen Fernweh dauerhaft... Und unser Herbst hat ja auch so seine schönen Seiten :)

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  4. Hört sich wirklich super entspannt an. :)
    Ich war auch schon mal auf Kreta - mein erster Fernurlaub über meinen fünften Geburtstag. :D Ich erinnere mich aber noch gut an den Steinstrand und das Ida Gebirge. Hihi. :D

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    1. Ach, es war auch sehr entspannend! Oha, da ist dein Kretabesuch ja doch schon ein paar Tage her - aber das Gebirge gibt es (überraschenderweise, was?) natürlich noch immer :P

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  5. Was für schöne Bilder. Alles wirkt ganz wunderbar und weckt sofort Fernweh. Vor ein paar Jahren war ich mit meiner Freundin auf Kreta. Leider hatten wir totales Pech mit der Ortsauswahl. Wir waren in Chersonissos und zumindest damals war es Ballermann pur. Wir hätten uns einfach vorher besser informieren sollen, aber es war wirklich ganz ganz schlimm. Und noch schlimmer war es dann die anderen schöne Städte zu sehen. *seufz*

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    1. Das ist noch östlich von Heraklion, oder? Klingt aber nicht so berauschend, wenn es da wirklich so heiß her ging :( Wobei man da ja auch einfach ein bisschen Pech mit dem Hotel bzw. auch einfach der Zeit haben kann - hängt ja auch immer davon ab, wer sonst noch so vor Ort ist :/ Ich war sehr froh, dass es bei uns ruhig war und auch nachts niemand Krach gemacht hat - das kann einem ja doch ganz schön den Urlaub vermiesen :(

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    2. Ja genau, das ist noch östlich von Heraklion gelegen. Wir hatten in dem Urlaub Pech auf der ganzen Linie. Hotel war leider auch nicht so doll. Aber na ja, wir haben darauß gelernt. Und deine Bilder zeigen ja, dass es auch anders geht auf Kreta. ^^

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    3. Wenn man nicht schonmal selber da war, ist das mit Hotels ja oft so ein Glücksspiel... Aber es geht auf Kreta auch ganz eindeutig anders :)

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