Montag, 12. Oktober 2015

Kreta: Mit dem Auto unterwegs

Während ich heute einen dieser unglaublich langen Tage auf der Arbeit habe (und es auch nach Jahren noch unglaublich ungeschickt finde, ausgerechnet am Montag bis mindestens 20 Uhr im Büro hängen zu müssen!), kommt ihr mal wieder in den Genuss von ein paar Urlaubsbildern! Bei mir ist die Urlaubserholung leider schon komplett verpufft (dabei bin ich noch gar nicht so lange wieder da!), darum brauche ich jetzt auch die volle Dröhnung an schönen Erinnerungen...

Ich hatte ja schon erwähnt, dass wir auf Kreta nicht nur im Hotel rumgegammelt haben - allerdings war unser Ausflugsprogramm sehr gemütlich angedacht, denn wirklichen Sightseeing-Stress wollten wir uns nun auch nicht machen. Neben Georgioupoli hatten wir noch ein paar andere Ziele, die es demnächst sicher auch zu sehen gibt, aber heute gibt es ein paar Bilder von unterwegs. Wir hatten unser Auto schon im Vorfeld über griechenlandreise.de gebucht - und beim Preisvergleich vor Ort festgestellt, dass wir damit doch ganz schön ordentlich gespart haben. Außerdem konnten wir uns den Wagen direkt zum Hotel bringen und von dort auch abholen lassen, was wirklich klasse war.
Salopp gesagt ist Kreta am ehesten wohl von Kleinwagen bevölkert - und in den allermeisten sitzen Touristen. Die Einheimischen fahren eher nützliche Gefährte - namentlich Pickups. Aber trotz des teilweise doch hohen Verkehrsaufkommens ist es ein sehr friedliches Miteinander auf den Straßen - was natürlich auch daran liegt, dass die Geschwindigkeiten nicht nur durch Tempolimits, sondern teilweise auch durch die Straßenführung begrenzt sind. Gerade auf den kleineren Straßen ist es auch sehr vorteilhaft, nicht allzu schnell zu fahren, denn manchmal kommt man da um die Kurve und wird durch ein natürliches Hinderniss gebremst. Zum Beispiel eine Schaf- oder Ziegenherde, die gemütlich (und anscheinend ohne menschliche Aufsicht) den Weg entlang trottet und sich natürlich auch durch so eine motorisierte Blechkiste nicht im geringsten aus der Ruhe bringen lässt. Gerüchten zufolge gibt es sogar Schäfer oder... Ziegenhirten, die dann ernsthaft die komplette Straße absperren - aber denen sind wir nicht begegnet, obwohl wir so in etwa 1.000km auf den Tacho gepackt haben.

Wenn man im westlichen Teil Kretas mit dem Auto unterwegs ist und nicht nur im Norden auf der "New road" cruisen will, sollte man allerdings einen halbwegs reisefesten Magen haben - denn die Insel hat in dieser Gegend zwei Gebirgszüge zu bieten (ganz im Westen die Weißen Berge oder Lefka Ori, in Zentralkreta das Ida-Gebirge oder Psiloritis-Massiv), die mit Serpentinen nur so gepflastert sind. Zugegebenerweise ist die Vegetation nicht sonderlich spannend und auch nicht übermäßig abwechslungsreich. Ein Großteil der Hänge ist mit Olivenbäumen bewachsen, an steuken Stellen sind viele Gesteinsformationen auch freigelegt (darum sieht man auch viele Schilder, die auf Steinschlaggefahr hinweisen) und nur spärlich bewachsen. Ab und an sieht man am Straßenrand auch mal ein paar (wilde) Ziegen herumhüpfen - und auch die sind von Autos erschreckend unbeeindruckt - aber großteils ist das doch eine eher karge Landschaft.
Die gestaltet sich allerdings keineswegs langweilig, sondern hat auch so ihren ganz eigenen Charme: Es ist doch beeindruckend, wenn man durch meterhohe Schluchten fährt und einfach nur von massiven Steinen umgeben ist - und an der einen oder anderen Stelle gibt es natürlich auch kleine (für etwa ein bis zwei Autos) oder größere Parkbuchten, an denen man abseits der Straße anhalten und sich die Gegend ein bisschen genauer anschauen kann. Das ist aber teilweise gar nicht so einfach, denn auch wenn es bei uns im Norden recht windstill war, pfiff uns im Gebirge schon auch der Wind ganz schön um die Ohren und hat das Atmen teilweise gar nicht so einfach gemacht. Ich will mir lieber nicht vorstellen, wie es da abgeht, wenn wirklich Sturm ist - mal ganz von den Steinlawinen abgesehen, die da an so mancher Stelle abgehen können (und teilweise auch schon abgegangen sind). An besonders gefährdeten Stellen sind zwar Netze angebracht - aber es muss ja auch nicht gleich der tonnenschwere Felsbrocken sein, der einem die Weiterfahrt mit dem Auto vermiesen kann.
Ich würde Kreta landschaftlich jetzt nicht unbedingt als schön bezeichnen - aber doch eindrucksvoll, spannend und wohl vor allem noch ein bisschen wild. Diese hohen, zerklüfteten Bergketten sind in großen Teilen noch naturbelassen - natürlich von den Bereichen abgesehen, die für den Straßenbau irgendwie befahrbar gemacht werden mussten, erstreckt sich in den Bereichen, die nicht schon vor langer Zeit besiedelt wurden oder als Olivenplantagen dienen, die eher karge Wildnis. Apropos Straßen: Wir waren positiv überrascht von den Straßen, die größeren Straßen sind alle ordentlich asphaltiert, teilweise sehr frisch (und die Kreter sind wahnsinnig schnell mit dem Straßenbelag - am Vormittag sind wir auf der "New road" noch durch eine Baustelle gefahren, weil die Gegenseite neu geteert wurde und nachmittags sind wir schon über die frische Straße gedüst!) und gut zu befahren. Allerdings sollte man sich nicht unbedingt auf die ganz schmalen Sträßchen wagen, auf die uns teilweise auch unser Navi schicken wollte, denn da kann einen von einer buckeligen Sandstraße zu einer Schotterpise wirklich alles erwarten - und nichts davon ist angenehm zu befahren, wir haben das getestet!

Wenn man von den Serpentinen aber mal die Nase voll hat, der Kopf sich dreht und der Bauch nicht mehr weiß, wo oben oder unten ist, findet sich eigentlich immer ein kleines Plätzchen, das für eine Auszeit hervorragend geeignet ist. So wie diese kleine Kapelle, die sich auf der Fahrt gen Süden noch hervorragend im Fels versteckt hat und uns dann auf der Rückfahrt erst aufgefallen ist. Sie ist zwar im Inneren eher einfach eingerichtet, bietet aber recht windgeschützt ein perfektes Plätzchen, um sich mal kurz hinzusetzen, durchzuschnaufen und die Gegend auf sich wirken zu lassen. Auch wenn das die größte und auch detaillierteste Kapelle war, die wir auf unseren Fahrten gesehen haben (das Ding aber auch so in den Fels zu bauen ist eine gar nicht so ungefährliche Idee!), gibt es auch im Gebirgsbereich immer wieder kleinere, schlichter gehaltene Andachtsorte.
Natürlich gibt es auch immer wieder Cafés oder Restaurants direkt an der Straße oder an "Aussichtspunkten" - aber die sind oftmals einfach sehr touristisch geraten und nicht sonderlich einladend. Wenn man auf dem Weg Richtung Plakias ist,sollte man dringend in Sellia anhalten. Auf das Navi ist nur sehr bedingt Verlass - unseres wollte uns bei der Eingabe von "Sellia" mal gemütlich aufs Festland schicken - aber man kann sich mit einer Karte und Straßenschildern (sofern sie vorhanden sind) orientieren und sollte dann unbedingt im "Elia" Halt machen. Das kleine Restaurant bietet nicht nur ein gemütliches Ambiente und eine tolle Aussicht, sondern auch phänomenales Essen! Nina kocht einfach grandios und hat uns alle mit ihrer kretischen Küche überzeugt. Das Zaziki war grandios, die dicken Bohnen in Tomatensoße unglaublich aromatisch und die Teigtaschen in allen Versionen fantastisch gewürzt. Mein Moussaka war erstaunlich leicht und lecker, das Lamm aus dem Ofen zart und geschmacklich herausragend (sagt die, die kein Lamm mag!!!) und auch das Kaninchen war schmackhaft zubereitet. Nikos spricht hervorragend Deutsch und ist als Gastgeber auch mal für ein Pläuschchen zu haben.

Sehr stimmungsvoll fand ich auch den Potamon-See, der in eine tolle, grüne Umgebung eingebettet ist. Der Stausee dient der Süßwasserversorgung der Gegend und stellt auch ein bedeutendes Feucht-Biotop dar. Das kann man recht gut in dem Bereich erkennen, der dem Staudamm gegenüber liegt - dort ist der Uferbereich nämlich wild belassen und bietet allerlei Vögeln und auch Getier Unterschlupf. 2014 gab es wohl auch ein Krokodil im See, das anscheinend ausgesetzt wurde und die Bevölkerung ein wenig in Aufruhr versetzt hat (also nicht, dass da direkt um den Staudamm herum viele Leute wohnen würden, eher so generell) - allerdings hat das arme Tier wohl den Winter nicht überlebt, hat zumindest unser Empfangschef berichtet.

Kommentare:

  1. Eindrucksvoll trifft es. :) Mit Serpentinen kenn ich mich aus, die sind wir immer in der französischen Schweiz rauf und runter gefahren... :D Und dass die Urlaubsentspannung schon verpufft ist, ist ja Gesetz, ne? Das geht mir auch immer so.

    LG Lotte

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    1. Also Serpentinen sind wir ja auch schon so einige gefahren - aber was da teilweise abging war schon fast nicht mehr feierlich ^^ Bei schlechtem Wetter will man sich das lieber nicht antun - und bei Gegenverkehr eigentlich auch nicht... Aber schön war's trotzdem!

      Und leider ist das mit der Urlaubsentspannung immer eine sehr kurzfristige Sache -.-

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  2. Ich finde, Bergmassive haben immer ihren ganz eigenen Zauber. :)

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    1. Oh ja, definitiv! Aber bei so tollem Wetter ist das nochmal was anderes, bei uns ist ja tendenziell immer irgendwo Schnee in Sicht - und da bekommt man auch die Gesteinsformationen nicht unbedingt so mit... Kreta ist zwar landschaftlich nicht wirklich "schön", aber doch imposant :)

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  3. Achja, Kreta. Immer wieder gerne ... Ich musste gerade recherchieren ... weil wir ja am See Zaros waren und der ist auch Süßwasser. Aber deiner ist eben der einzige natürliche und Zaros entsprechend künstlich angelegt.

    Mir hat Lamm bisher auch nur auf Kreta geschmeckt bzw. schmecken ... naja, ich hätte es essen KÖNNEN, wenn ich gemusst hätte. Aber Lamm wird einfach nie meine Sorte Fleisch werden.

    Bin gespannt auf weitere Bilder. Schönes Wochenende. :-)

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    1. Künstlich angelegte Seen gibt es ja ein paar - und die sind sicherlich nicht weniger spannend :)

      Ich mag Lamm eigentlich gar nicht, weil mir das immer zu sehr nach Stall schmeckt - und ich hätte das auch nie bestellt! Aber probieren "musste" ich dann doch und es war echt erschreckend lecker. Trotzdem würde ich deswegen jetzt hier sicher keins bestellen :P

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