Samstag, 10. Oktober 2015

Kreta: Georgioupoli und der Kournas-See

Eigentlich wollte ich das Posting schon am Donnerstag veröffentlichen - aber dann gestaltete sich die Woche unangenehmerweise recht turbulent, am Mittwoch war ich froh, vor 21 Uhr nach Hause zu kommen und Donnerstag dann den ganzen Tag unterwegs... Also gibt es eben erst heute wieder ein paar Eindrücke aus Kreta und irgendwie entspannt ja das Anschauen von Urlaubsbildern auch ein bisschen!

Unser erster Ausflug nach ein paar gemütlichen Tagen im Hotel (muss ja auch sein!) führte uns mit unserem Mietwagen die "New road" (eine autobahnähnliche Schnellstraße, die pro Fahrtrichtung auf anderthalb Spuren ausgelegt ist - das Überholen funktioniert aber ganz gut, da die langsameren Fahrzeuge häufig Platz machen und ganz rechts fahren) an der Nordküste entlang zu dem kleinen Dörfchen Georgioupoli (dessen Aussprache in mindestens vier Variationen möglich zu sein scheint - aber keine Ahnung, welche die richtige ist). Auch wenn Georgioupoli nur gute 40km westlich von unserem Hotel war, dauert es doch ein bisschen länger als gewohnt, bis man am Ziel ist - und das, obwohl man die "New road" zumeist mit 90km/h befahren darf.
Durch das Dörfchen ist man recht zügig durchgefahren - an enge Gässchen und Autos, die überall parken, wo es einen freien Fleck gibt, sollte man sich allerdings gewöhnen. An und für sich gibt es da nicht wirklich viel zu sehen - in der Bucht gibt es einen kleinen Fischerhafen (ich müsste lügen, wenn die Anzahl der Boote ein Dutzend überstiegen hätte, aber vielleicht waren die auch alle unterwegs?) und ein paar Strandabschnitte. Natürlich findet man da auch Cafés und Restaurants ohne Ende (irgendwie muss man ja die Touristen da unterkriegen!), aber da wir recht kurz nach dem Frühstück aufgebrochen waren, war uns noch nicht einmal nach einem Kaffeepäuschen. Wir sind ein bisschen die Bucht entlang geschlendert und haben uns dann auf den steinigen Weg (was für ein schlechter Wortwitz!) zur Agios Nikolaos Kapelle (also zur Kapelle des heiligen Nikolaus - auf Kreta wimmelt es nur so vor Kapellen und Kirchen, die alle diesen Namen tragen).
Die kleine weiße Kapelle am Ende der Mole (?) ist nicht wirklich sonderlich spannend - ein kleiner Steinbau mit einem Altar eben... Manchmal ist aber bekanntlich der Weg das Ziel und so ist es in diesem Fall auch! Die Mole besteht nämlich aus einer Unmenge an unterschiedlich großen und geformten Steinen, die relativ geschickt an- und übereinander gesetzt sind, ist wunderschön anzusehen - aber nicht gar so leicht zu begehen. Außer uns waren nicht übermäßig viele Besucher da, die den Weg auf sich genommen hatten, also gab es auch mit dem Ausweichen kaum Probleme (bis auf die eine dumme Frau, die auf dem Rückweg ausgerutscht ist und sich natürlich an mir festhalten musste...) - aber man sollte zumindest halbwegs festes Schuhwerk haben, wenn man über die Steine stapft.
Teilweise ist der Weg zwar trocken, teilweise schwappen aber auch die Wellen von der Meerseite über die Steine und somit kann man sich auch nasse Füße holen. Wirklich glitschig war es zwar nicht, allerdings musste man schon darauf achten, wo man seine Schritte hinsetzt, um nicht in die Spalten zwischen den Steinen zu rutschen (zumindest ansatzweise festes Schuhwerk ist da hilfreich). Da man ja sowieso die ganze Zeit nach unten guckt (oder gucken sollte), entdeckt man in den Spalten zwischen den Steinen auch an der einen oder anderen Stelle kleine Krabben - die natürlich superschnell wegzischen, sobald sie den Schatten eines Menschen sehen. Außer dem kleinen Knirps hier habe ich leider keine weitere aufs Bild bekommen - aber sie sind da und fühlen sich anscheinend in den umspülten Steinhöhlen gar nicht so unwohl.
Auf der Insel selbst ist die Aussicht dann nur mäßig spannend - rundherum felsige Formationen, ein paar Gräser, Mosse und kleine Büsche... Und natürlich der tolle Blick auf das Meer hinaus, von dem man im Urlaub ja nicht genug bekommen hat. Wir sind ein Mal um die Kapelle rumgelaufen (was in etwa drei Minuten gedauert hat) und haben uns dann wieder auf den Rückweg gemacht.

Unser zweites Ziel an diesem Tag war der Kournas-See, der einzige natürliche Süßwassersee auf Kreta, der nur wenige Kilometer von Georgioupoli in Richtung des Landesinneren (eh... Inselinneren? Also jedenfalls zur Mitte hin!) liegt. Mit dem Auto hatten wir die Strecke in etwa einer Viertelstunde hinter uns gebracht, es fahren aber auch Busse direkt zum See, der eine der Touristenattraktionen der Gegend ist.
Das merkt man auch (leider) schon auf der Zufahrtsstraße zum See, denn dort haben sich diverse Souvenirläden angesiedelt. Es gibt Tonwaren in allerlei unterschiedlichen Formen, in tollen Farben und Mustern - aber ich bin einfach ein Dekomuffel und hätte auch gar nicht gewusst, wie ich die Sachen heil nach Hause bringen soll. Auf jeden Fall waren aber die Stände sehr schön anzusehen und wer wollte, konnte natürlich auch Olivenöl und allerlei weiteren Krimskrams kaufen. Hat man sich dann aber mal zum See durchgeschlagen, ist der Anblick - nunja, ein bisschen anders als erwartet. Das Schwimmen im See ist zwar untersagt (was aber natürlich vor allem Eltern mit kleinen Kindern überhaupt nicht interessiert), allerdings gibt es eine ganz schön große Menge an Tretboten, die an Touris vermietet werden und den See bevölkern. Und natürlich springen die Leute dann einfach vom Tretbot ins Wasser...
Irgendwo soll es wohl auch Schildkröten geben, allerdings kann ich mir gut vorstellen dass die sich eher zeigen, wenn nicht alles mit Touris überlaufen ist oder einfach an der gegenüberliegenden Uferseite leben, die nicht so touristisch erschlossen ist wie die Nordseite. Wir haben uns gemütlich in eines der Cafés gesetzt, einen Kaffee getrunken und ein bisschen in die Berge um den See geguckt - zum Tretbotfahren hatten wir keine Lust (und so riesig ist der See auch nicht, dass man da übermäßig spannende Dinge entdecken kann). Natürlich hätte es auch geführte Touren zum See gegeben - aber ich bin mir sehr sicher, dass ich mich tierisch geärgert hätte, wenn mich da jemand mit dem Bus hingekarrt hätte. Es ist zwar hübsch, aber man kann nur recht wenig tun - den See umrunden ist (soweit ich weiß) nicht wirklich möglich, da das gegenüberliegende Ufer recht wild geblieben ist.

Kommentare:

  1. Der See sieht ja hübsch aus. :)
    Ich erstmal so "Wo ist die Krabbe? WO?" *angestrengt auf das Bild starr* *die anderen Bilder kurz abscann* *nein, es muss das rechte obere sein* * Bild groß klicken* *AHHHHHHHH! Krabbe!* :D

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    1. Und jetzt stell dir vor, du stehst auf dieser Steinmole und suchst die Felsnischen nach Krabben ab :P Da so ein Viech ausfindig zu machen, war echt nicht leicht ^^ Die sind halt auch sehr gut angepasst - damit sie eben nicht jeder sieht und gleich futtert^^

      Der See ist auch an und für sich hübsch - aber halt leider auch so eine Tourianlaufstelle, sodass man kaum Ruhe hat :( Auf dem restlichen Bereich waren auch zig Tretboote unterwegs - aber ich wollte ja nicht Tretboote knipsen ^^

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  2. Hach, so einen Urlaub würde ich ja auch gern mal machen... Ohne Kinder wohlgemerkt. ^^ Das wird also noch ein paar Jahre auf sich warten lassen. Die müssen wenigstens ein Stück größer sein. ;)

    LG Lotte

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    1. Grundsätzlich geht das auch gut mit Kiddies - aber eben auch erst, wenn sie etwas größer sind ^^ Bei uns im Hotel gab es zwar viele Familien, aber gerade die mit den kleinen Zwergen waren eigentlich auch immer im Hotel und nicht unterwegs, weil das dann etwas zu kompliziert ist... Aber irgendwann sind deine ja auch mal groß :)

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  3. tolle Bilder!!! Richtig beneidenswert. Ich müsste auch mal wieder raus aus meinen Alltag!

    Ahhhh, ich hätte sie nicht gesehen musste es es vergrößern. Och gott so klein und doch soo schön :) Naturliebe ♥ Wünsche dir noch einen schönen Sonntag und liebe Grüße, Himbeermädchen kristin ♥

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    1. Liebe kristin, ich kann ja Urlaub nur empfehlen :P Aber es ist auch gar nicht so leicht, sich so ein bisschen Zeit freizuschaufeln! Ich habe die Auszeit auf Kreta wirklich sehr genossen und freue mich auch wie Bolle, wenn ich so durch meine Bilder scrolle (und das tue ich in letzter Zeit häufiger, musst ich gestehen ^^)! Und gerade Tiere haben's mir ja auch angetan ^^

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  4. Tolle Bilder! Bin schon gespannt auf die weiteren Posts. Eine gute Freundin war auch vor kurzem auf Kreta und die hat nur Knossos und den Hotelpool gesehen -_- Schlimm sowas.

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    1. Also Knossos haben wir z.B. gar nicht gesehen ^^ War uns zu weit weg und es scheint sich wohl auch nur zu lohnen, wenn man im Vorfeld eine Führung bucht und so einfach ein paar Infos bekommt... Ansonsten läuft man halt fröhlich zwischen Steinen rum, wurde uns gesagt. Aber ich finde ja auch, dass ein Entspannungsurlaub durchaus seine Berechtigung hat!

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