Samstag, 17. Oktober 2015

Kreta: Ab in den Süden!

Da unser Hotel an der Nordküste Kretas gelegen war und wir uns nicht nur die Gegend dort angucken wollten, war schnell klar, dass wir uns auch den Süden mal anschauen wollte (irgendwie muss man ja in den Genuss der Serpentinenfahrten kommen!). Aus mehreren Ideen wurde letztlich ein kompletter Tag an der Südküste und zwar eher im Zentralbereich Kretas - denn den utopischen Plan uns den Traumstrand vor Elafonisi im Südwesten  mal anzuschauen, haben wir nach realistischer Einschätzung der Fahrtzeit dann ad Akta gelegt (mindestens drei Stunden einfache Fahrt waren uns einfach zu doof).

Aber es gibt auch an anderen Örtchen der kretischen Südküste das eine oder andere zu entdecken und nachdem wir uns durch die engen, windigen Bergstraßen geschlängelt hatten, wurden mir mit einer traumhaften Aussicht, prallem Sonnenschein und lediglich einem lauen Lüftchen belohnt. Der erste Kurzstop war in Frangokastello, das uns als besuchenswert angepriesen worden war. Nachdem wir allerdings vor den Außenmauern des venezianischen Kastells standen, war wir eher unterwältigt und beschlossen, uns die Innenansicht zu sparen.
Außer der Ruine gibt es da auch nicht wirklich irgendwas zu besichtigen - außer dem Strand, der zu unserer großen Freude sandig war. Und zu unserem Bedauern recht voll, also haben wir nur kurz die Füße in das flache Meerwasser gesteckt, uns am Anblick erfreut und uns auch wieder auf den Weg gemacht - denn Strände hatten wir noch ein paar weitere auf dem Plan. Im Süden Kretas gibt es keine Schnellstraße, also gurkt man häufiger durch Dörfer und Dörfchen hindurch , was aber auch immer wieder schön anzusehen ist und seinen Charme hat. Nachdem unser erster Stop nicht gar so vielversprechend war, waren wir umso gespannter auf den versprochenen Traumstrand - und sind erstmal falsch nach Plakias abgebogen und mussten feststellen, dass die Straße zum Hafen (nicht spannend) eine Sackgasse ist. Also wieder zurück und ab nach Damnoni, der Badebucht, die unser erstes Badeziel sein sollte.  
Damnoni hat neben einem schönen Sandstrand, der durchaus zum Verweilen einlädt, auch ein paar Tavernen im Angebot - da könnte man also durchaus einen gemütlichen Tag oder noch mehr verbringen. Allerdings hat das kleine Örtchen nur ein Hotel und eine Time-Sharing-Anlage, sodass man sich hier am ehesten nach kleinen Pensionen umsehen müsste. Der Charme des Örtchens steigt sogar noch durch eine weitere kleine Besonderheit: Durch einen kleinen Bergbach, der irgendwo aus dem Gebirge kommt, gibt es einen schönen Grünstreifen, der reichhaltig mit Palmen bewachsen ist - und ein wirklich erfrischendes (um nicht zu sagen saukaltes) Erlebnis, wenn man durch das flache Wasser an der Stelle vorbeigeht, an der der Bach in das Meer mündet. Leider war aber auch hier recht viel los, sodass wir uns zwar kurz den Strand ansahen, dann aber doch lieber weiterzogen.
Die kleine Brücke über den Bach bot allerdings den perfekten Rahmen für ein Familienfoto - und ein erneutes "Was für ein Tier versteckt sich auf diesem Bild?"-Suchspiel. Der Bach ist im Gegensatz zum Meer aus Süßwasser und während an der Mündung ins Meer fleißig kleine Kinder spielten, ein braungebrannter Grieche versuchte, irgendwelche Fische zu angeln, und wir gemütlich durch das Grün schlenderten - entdeckten wir eine Schlange, die sich ihren Weg gegen den Bachlauf bahnte. Ich habe zwar keine Ahnung, was das für eine Art war, aber wenn keine zwanzig Meter entfernt Kinder wild in dieses Bachwasser patschen... (Ok, ich weiß nicht, um wen ich mir da mehr Sorgen machen soll - um die Schlange oder die Menschen?) Auf jeden Fall war es aber schön zu sehen, dass trotz der Bebauung und den verhältnismäßig vielen Touristen hier doch noch ein bisschen natürlicher Lebensraum vorhanden ist.   
Nach einem kleinen Zwischenstop im Kloster Preveli (auch nicht wirklich superspannend, aber das kleine Kloster in den Bergen hat zur Zeit des zweiten Weltkriegs sowohl alliierten Soldaten als auch der Bevölkerung der Region als Zufluchtsstätte gedient) sollte es dann zum Palmenstrand von Preveli gehen. Den erreicht man zu Fuß, wenn man das Auto an einem kostenpflichtigen Parkplatz abstellt und dann geschätzte zehn Minuten den Berg herunterkraxelt.  Ein Blick auf den kleinen, vollen Strand genügte aber, um das Vergnügen auszuschlagen und den Geheimweg zur nebenangelegenen, ruhigeren Bucht zu suchen. Und die Suche kostete uns etwa eine halbe Stunde, weil wir natürlich eine falsche Beschreibung bekommen hatten und unsere Karte ungefähr so hilfreich war wie die Wegweiser: Nämlich gar nicht. Mit dem Mut der waghalsigen Touris, die unbedingt ein paar Stündchen an einem ruhigen Strand zubringen wollten, wagten wir uns dann aber doch auf den Weg, den wir als letzte Option befunden hatten (schlicht und ergreifend, weil wir alle anderen schon ausprobiert hatten).
Während der Fahrt über eine reine Schotterpiste zweifelten wir schon mehrfach, ob das wirklich der richtige Weg sei (und ob unser Auto das wohl aushalten würde), wurden aber am Schluss belohnt: Ein kleines Café, einige Strandliegen und außer uns nur noch eine Handvoll Leute an dem ruhigen Strand! Zwar kein feiner Sand, sondern ein Gemisch aus Kiesel und Sand, aber traumhaft klares, warmes Wasser, kleine Fischlein, die einem um die Füße schwirrten - und ein Magnum Double Caramel für mich! Zu diesem Moment war ich wirklich im siebten Himmel, denn dieses Eis hatte ich geliebt, als es das noch bei uns zu kaufen gab. Den Rückweg mussten wir nicht über unseren Horrorweg nehmen, sondern konnten ein Stück über eine befestigte Straße an der Küste fahren - die immerhin mehr geradeaus ging, aber auch nicht weniger holprig war.

Auf jeden Fall war uns da sehr klar: Kretas Südküste ist eindeutig einen erneuten Besuch wert! Das ist zwar mit etwas mehr Aufwand verbunden, aber so ruhige Strände haben wir im Norden (trotz Geheimtipps) nicht mehr gefunden.

Kommentare:

  1. Ach, wie nett... :) Und vom Magnum Double Caramel habe ich noch nie gehört. Leeecker! :D

    LG Lotte

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    1. Was du kennst Magnum Double Caramel nicht? Oo Das ist eine Bildungslücke - vor allem eine sauleckere :P

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  2. Wir haben eine Bustour in den Süden der Insel gebucht, die uns gut gefallen hat Auch wenn der Tag brütend heißt war. Und wir waren bei Elafonisi. Da ja unser Ort so doof war, wollten wir möglichst viel schönes sehen. Und es ist wirklich ganz ganz traumhaft dort. Wir hatten das Gefühl, mitten in der Südsee zu stehen. Am liebsten wären wir dort geblieben. Hach......

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    1. Wir wollten da eigentlich auch hin - haben uns dann aber dagegen entschieden, weil die Fahrt ewig gedauert hätte und wir dann viel zu wenig Zeit gehabt hätten, um den schönen Strand wirklich zu genießen. Aber das war sicher nicht mein letztes Mal auf Kreta :)

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  3. Ich habe die Schlange sogar ohne Vergrößern gefunden!!!

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    1. Sehr gut, Ida :P Das Viech hat uns ganz schön überrascht ^^

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  4. Sehr schön! Ich war vor 2 Jahren in Plakias, Preveli und Damnoni haben wir uns auch angeschaut. Liebe Grüße

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    1. Ist eine tolle Gegend da :) Vor allem tolle Strände und wenn man sich ein bisschen abseits hält, hat man da auch wirklich seine Ruhe!

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