Donnerstag, 27. August 2015

Pizza vom Pizzastein

In der letzten Zeit habe ich es tatsächlich mal wieder geschafft, ein bisschen was in der Küche zu werkeln - auch wenn ich nicht wirklich viel Zeit in der Küche zugebracht habe, habe ich das eine oder andere Brot bzw. Baguette gebacken (oder eher: mich daran versucht). So ein bisschen hat mich der Hefeteig-Wahn gepackt und als ich dann in der Werbung entdeckt habe, dass es bei Penny einen Pizzastein gibt (den man natürlich auch zum Brotbacken verwenden kann!), bin ich losgeflitzt und wollte mir unbedingt einen holen.

Gleich Montagmorgen (ich glaube, es war vor zwei Wochen) bin ich vor der Arbeit noch bei Penny vorbei - nur um festzustellen, dass es da den Pizzastein (noch) gar nicht gab. Ende der Woche habe ich ihn dann aber noch ergattern können und sogar heil auf dem Rad nach Hause gebracht!

Für knappe 10€ fand ich das Schamottesteinchen recht erschwinglich und war schon ganz gespannt auf die ersten Backergebnisse. Schlau wie ich war, hatte ich vorher die Größe meines Backofens gar nicht abgecheckt - aber der Stein passt perfekt auf meinen Grillrost, ohne irgendwo anzustoßen. Einem pizzalastigen Wochenende stand also nichts im Weg!

Die größte Herausforderung war wohl erstmal, den Teig zu machen (das dauert ja bekannterweise ein bisschen) und zur Sicherheit habe ich mich erst einmal an *dieses Rezept* gehalten - das hatte bisher zumindest gut funktioniert. Der Pizzastein an sich ist übrigens sehr unkompliziert - man muss ihn nur vorher ordentlich aufheizen, damit er die Wärme gut an die Pizza abgeben kann. Da man den Ofen ja so oder so vorheizen muss, lässt sich das wunderbar mit dem Pizzastein verbinden - und dann muss man nur noch irgendwie die Pizza auf den Stein kriegen... Das ist der Punkt, an dem ich auch nach mehreren Versuchen schier verzweifelt bin, weil ich einfach keine Pizzaschaufel habe - und auch sonst nichts, an dem der Teig nicht festklebt.
Ein paar Recherchen im Netz haben dann aber ergeben, dass man die Pizza auch einfach mit Backpapier für zwei Minuten auf den Stein legen kann, dann geht sie nämlich ganz einfach ab und der Stein kann trotzdem seine Wirkung entfalten. Das nächste Mal werde ich wohl versuchen, meine Pizza einfach direkt auf dem Stein zu belegen, auch wenn dadurch der Ofen ein kleines bisschen auskühlt... Ansonsten fällt mir nämlich absolut keine gute Methode ein, die Pizza heil und ohne Sauerei auf den Stein zu kriegen.

So richtig glücklich hat mich aber der Teig dann doch nicht gemacht - er war zwar knusprig, aber ließ sich nicht gar so einfach kneten und gleichmäßig ausrollen. Außerdem hat er mir ein kleines bisschen zu viel nach Hefe geschmeckt - also habe ich mich auf die Suche nach einem anderen Rezept gemacht und bin dann auf *dieser Seite* gelandet. Großer Vorteil: Er braucht kein Ei! Also nur noch die Menge an Zutaten auf meine Bedürfnisse angepasst und losgelegt mit dem Teig.

Zutaten Teig:

180g Mehl
80ml Wasser
3g Hefe
1 EL Ölivenöl
eine Prise Salz

Das Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Kuhle machen und darein die Hefe bröseln. 10ml warmen Wassers dazugeben und leicht mit Mehl bedecken, 15 Minuten stehen lassen, bis die Hefe leicht blubbert. Dann Salz, Öl und das restliche Wasser (lieber nicht alles auf einmal) dazugeben und alles ordentlich durchkneten. Zwei Stunden an einem warmen Ort gehen lassen.

Der Teig lässt sich wunderbar einfach kneten, wird homogen und einfach hübsch - bei meinem Teig mit Ei war ich immer ein bisschen enttäuscht, dass der sich einfach nicht perfekt glatt kneten ließ, bei diesem hier war das überhaupt kein Problem. Mit dem Wasser sollte man ein bisschen vorsichtig sein, da man sonst schnell eine matschige Pampe hat und zügig wieder Mehl nachkippen muss. An und für sich lässt sich aber ein toller, geschmeidiger Teig kneten, der auch nach der Gehzeit wunderbar fluffig und weich ist. Beim Ausrollen reißt er auch nicht, zieht sich aber immer wieder ein bisschen zusammen - und wird wirklich sehr dünn, wenn man sich mühe gibt.
Belegt habe ich meine Pizza mit einer supereinfachen Tomatensoße (Tomaten, eine Zwiebel, Knoblauch, Pfeffer und Salz im Standmixer pürieren - und auf die Pizza geben!), die ich dann noch mit Oregane gewürzt und mit Schinken, Salami, einer ordentlichen Portion Käse und noch frischem Knobolauch belegt habe. Nach knappen 10 Minuten im Ofen (bei etwa 220 Grad) ist die Pizza auch schon fertig - und schmeckt wirklich bombastisch!

Der Boden ist knusprig, bröselt und bricht aber nicht und hält erstaunlich gut! Mal von der Vorbereitungszeit für den Teig abgesehen (die schnelle Feierabendpizza ist da eher nicht drin - außer man möchte um 22Uhr noch schnell eine Pizza verdrücken), bin ich vom Pizzastein absolut begeistert und werde künftig wohl meinen Pizzakonsum drastisch erhöhen. Auch wenn der Pizzastein inzwischen ganz schön eingesaut (hier und da verbrennt dann doch mal was - und das zieht dann eben in den Stein ein) ist und sicherlich nicht mehr so hübsch aussieht - ich habe ihn heiß und innig lieben gelernt und überlege gerade, ob bzw. wo ich mir jetzt so eine Pizzaschaufel besorge...

Kommentare:

  1. Das mit dem eingebrannten Zeug wollte ich schon am Anfang des Artikels fragen. Gut dass du das unten noch geschrieben hast. ^^ Ich bin ja manchmal faul und kaufe fertigen Teig, aber die Soße machen wir immer selbst. So einen Stein haben wir (leider) nicht, aber wir brauchen auch zwei Bleche Pizza, um hier alle satt zu kriegen. :D

    Und jetzt hab ich Hunger!
    LG Lotte

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    1. Also alles, was obendrauf ist, lässt sich natürlich abkratzen. Aber da der Stein ja Feuchtigkeit aufnimmt wird er schmutzig. Allerdings wird der ja ordentlich aufgeheizt, d.h. eigentlich wird da alles potenziell schädliche weggebrannt - und im Ofen muss der Stein ja nicht wirklich gut aussehen :P

      Da die Pizza im Ofen echt nur 10 Minuten dauert, wäre das durchaus eine Überlegung auch für mehrere Leute - da muss man halt auf Pizza 2 kurz warten :)

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  2. Huhu,

    der Teig, den du beim zweiten Versuch verwendet hast ist ein klassischer Pizzateig und für den Stein viel besser geeignet als ein klebriger Teig mit Ei und Milch. Der klassische Teig ist übrigens noch besser, wenn man ihn noch eine Nacht im Kühlschrank ruhen lässt. Wenn es die Zeit zulässt machen wir den Teig am Tag vorher, lassen ihn nach Rezept gehen und geben ihn dann in Frischhaltefolie in den Kühlschrank.

    Als "Gleitmittel" auf dem Stein kann ich Maismehl empfehlen. Einfach bevor man die Pizza einschießt eine dünne Schicht auf dem Stein verstreuen. Es wird zwar beim Backen dann braun, aber wenn überhaupt bleibt nur wenig an der Pizza haften. Als Ersatz für die Schaufel beim Einschießen würde ich dann vllt einen Pizzateller oder ein Schneidbrett mit etwas Maismehl drauf nehmen. Da sollte die Pizza hoffentlich auch ganz gut runter rutschen. Wenn du allerdings deinen Pizzakonsum wirklich stark in die Höhe treiben willst ist auf Dauer eine Pizzaschaufel (gibt es auch günstig mit kurzem Griff aus Holz, das lässt sich dann gut zusammen mit dem Stein verstauen) wahrscheinlich unumgänglich. ;)

    Wir haben unsere Erfahrungen hier niedergeschrieben: http://fuetterungszeit.blogspot.de/2012/03/pizza.html

    LG
    Pingu

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    1. Der mit Ei war gar nicht klebrig am Schluss, der wird genauso "trocken" wie der ohne Ei (finde ich zumindest). Puh, über Nacht stehen lassen auch noch - da muss ich ja richtig vorplanen :P

      Maismehl - mh, ist natürlich eine Sache, die ich nicht zu Hause habe ^^ Pizzateller und Schneidbrett hab ich schon probiert (logischerweise ohne Mehl drunter), da will die Pizza partout nicht rutschen ;) Darum überlege ich ja wirklich an einer Pizzaschaufel - die ist ja auch für alles andere gut, das man auf dem Stein backen will...

      Danke dir für deine Tipps und Erfahrungen :)

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  3. http://www.chefkoch.de/rezepte/716331174378295/Italienischer-Pizzateig.html

    Bester Teig ever *-* ♥

    Da fällt mir ein: Jetzt will ich eine Pizza mit diesem Teig :< :D

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    1. Ja, das entspricht von den Zutaten her relativ meinem hier ^^ Ich brauche nur nie so viele Pizzen für mich alleine :P

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  4. Unqualifizierter Randkommentar:
    Jetzt habe ich Hunger :D

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    1. Das ist gar nicht unqualifiziert! Ich kann das nur zu gut verstehen ^^

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  5. Bezüglich der Vorbereitungszeit der Feierabendpizza: den Teig kann man wunderbar im Kühlschrank aufbewahren (und den Teig gehen lassen klappt ebenso)
    bliebe am Feierabend also nur noch das ausrollen und belegen des Teigs, während der Stein vorheizt - die Pizza selbst ist dann ja blitzschnell fertig

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    1. Ich habe bisher mit dem Aufbewahren im Kühlschrank nicht so die gute Erfahrung gemacht - aber das war glaube ich auch gar nicht der Teig hier... Ich werde das auf jeden Fall demnächst mal wieder probieren - Pizza ist halt doch was Feines!

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