Donnerstag, 2. April 2015

Die Sache mit dem Lackieren... (Teil 4)

So, jetzt haben wir es endlich geschafft, die Nägel so weit vorzubereiten, dass es an den Farblack geht (und mit dem haben wir uns auch schon zur Genüge befasst!). Wer sich das ganze Drama bis hierhin nochmal anschauen mag, kann das in den vorangehenden Postings tun (Teil 1, Teil 2, Teil 3) -  Die große Frage ist jetzt also: Wie wird lackiert?

6. Drauf mit der Farbe!

Aber erstmal ordentlich abstreifen...

Bevor es jetzt ernsthaft mit dem Lackieren los geht, sollte man sich kurz überlegen, ob man eher dünn lackiert oder eher dicker, denn davon hängt ab, wie sehr man den Pinsel abstreift - ohne abstreifen geht nämlich gar nix! Normalerweise hängt am Pinsel viel zu viel Lack, der einem beim Lackieren auf den Finger tropfen würde - darum schön am Flaschenhals abstreifen, bevor man sich an die Nägel macht. Wenn man geschickt ist, streift man gleich so ab, dass man die Kappe in der Hand nicht nochmal drehen muss: Wenn man mit der rechten Hand die linke lackiert, streift man am linken Flaschenrand ab und hat an der rechten Pinselseite, die ja dann "unten" ist den Lack; wenn man mit der linken Hand die rechte lackiert, sollte man am rechten Flaschenrand abstreifen, dann kann man gleich loslegen, weil der Lack auf der richtigen Seite des Pinsels ist (vorausgesetzt man streift mit der Hand ab, mit der man auch lackiert).
Bei besonders flüssigen Lacken ergibt sich das Abstreifen fast von selbst, da der Lack vom Pinsel läuft - bei dickflüssigeren (z.B. Glitzerlacken) muss man selbst regulieren, wie viel Lack man abstreifen will. So ganz ohne Lack auf dem Pinsel kann man sich ja schließlich den Nagel auch nicht lackieren. Zugegeben, ab und zu streift man zu viel oder zu wenig Lack ab - aber das ist normalerweise nicht schlimm. Es gibt zwar ein paar wenige Lacke, die einem Fehler kaum verzeihen  bei den meisten hat man aber einfach nur etwas mehr Arbeit oder eine kleine Sauerei.

Wo lackieren?

Es ist geschickt, sich eine ebene Fläche zu suchen, auf der man lackiert: Am Tisch, z.B., da kann man die Hand nämlich plan auflegen und so gemütlich und gefahrlos lackieren. Wenn man schlau ist, räumt man auch noch im etwa handtellergroßen Umfeld alles weg (andere Lackflaschen, Entferner, sonstiges Zeug - ich ditsche da einfach mit Vorliebe mit frischlackierten Nägeln gegen!), legt sich eventuell ein Blatt Papier unter (falls man doch mal patzt) und fängt gemütlich an.

Natürlich lackiere ich auch manchmal am PC, auf der Tastatur, auf der Jeans im Halbliegen oder notfalls auch mal in der Luft - aber am sichersten und saubersten wird's einfach, wenn man die Hand ruhig auf einer geraden Fläche ablegen und auch die andere dort gemütlich aufstützen kann.

Nagelspitzen nicht vergessen!

Es gibt Lacke, die ein bisschen zickig sind und sich gerne von den Nagelspitzen verabschieden - Jellys oder leicht klebrige Lacke vor allem. Da empfiehlt es sich, bevor man den Nagel lackiert, einfach mal die Nagelspitzen zuerst ganz dünn zu bepinseln.

Dazu den Pinsel wirklich gut abstreifen und einfach vorne einen dünnen Strich (eigentlich schon fast ein French) über die Spitzen ziehen - wenn dann die Unterseite auch ein bisschen "schmutzig" wird, ist das gar nicht schlimm. Aber immerhin ist so sichergestellt, dass man nicht schon mit weißlichen Tips startet.

Und wie genau...?

Im Prinzip gibt es wohl so viele Methoden wie Menschen - aber im Groben setzt man den Pinsel mit Lack erstmal mittig-oben an. Mittig mit Bezug zur Nagelbreite und "oben" in Bezug zur Nagelhaut. Ich setze niemals ganz oben an, sondern lasse noch ein bisschen Platz zur Nagelhaut, schiebe dann den Pinsel einen Hauch weiter in Richtung Nagelhaut (wenn er nicht schon weit genug oben ist) und ziehe den Pinsel dann zur Nagelspitze runter. Wichtig ist hier, dass man auch "über die Spitze hinaus" lackiert, damit diese auch ein wenig ummantelt wird. Normalerweise geht's dann nochmal ins Fläschchen, Lack nachholen und die Seiten des Nagels bepinseln - einmal links, einmal rechts. Wie schon gesagt, das ist nicht so wirklich ein großes Geheimnis.
Wie weit man zur Seite und zur Nagelhaut hin lackiert, ist sicher Geschmackssache und von den Nägeln abhängig - wer breite, flache Nägel hat, lässt am Seitenrand ein wenig Platz, um die Nägel schmaler erscheinen zu lassen. Mit schmalen Nägeln empfiehlt es sich, den Nagel möglichst komplett zu lackieren und nicht noch an den Seiten Platz zu lassen - denn dann wirken die Nägel noch schmaler. Lackiert man weiter zur Nagelhaut hin, kann man die Nägel optisch ein wenig verlängern - lässt man auch hier mehr Platz, wirken die Nägel auch etwas kürzer.

Ich würde allerdings niemals bis ganz zur Nagelhaut lackieren - erstens ist der Nagel da oben noch frisch und kommt gerade erst aus dem Nagelbett und außerdem sollte der Lack nicht an die Nagelhaut stoßen. Das sieht (finde ich) nicht nur blöd aus, weil der Nagellack irgendwie nahtlos in die Haut übergeht, sondern birgt auch noch die Gefahr, dass sich der Lack an diesen Stellen löst, weil Feuchtigkeit unter den Lack gelangen kann: Auf Haut hält Lack ja eh nicht so gut, somit entstehen dann kleine Lücken, an denen sich die Lackschicht anheben lässt und sich leichter löst. Darum lieber auf dem Nagel einen ordentlichen Abschluss, der sieht hübscher aus und stellt sicher, dass der Lack auch länger hält.

Normalerweise hat man dann eine ebene Schicht auf dem Nagel (also vorausgesetzt, man muss nicht durch die Kamera gucken und versuchen, sich so die Nägel zu lackieren - das klappt nämlich nicht wirklich gut!) und wiederholt den Spaß dann mit allen anderen Nägeln. Viel genauer kann ich das eigentlich nicht beschrieben - im Großen und Ganzen seht ihr ja oben auf den Bildern, was ich mache. Es fehlt noch im "unteren" Bereich des Nagels ein Pinselstrich, dann ist der Nagel komplett. Übrigens gehöre ich keineswegs zu diesen perfekten "mit drei Strichen" Lackiererinnen - meistens zuppele ich dann hier und da noch ein bisschen, damit die Deckung überall perfekt wird. Außer natürlich bei superschnell trocknenden Lacken, die verzeihen das wirklich nicht...

So, lackiert ist jetzt also - und das nächste Mal gibt's noch ein paar Worte zum Thema Topcoat und Trocknung!

Kommentare:

  1. ...ich habe ein Ikea-Brettchen zur Unterlage umfunktioniert, da kann ich beim Stampen nach Herzenslust rummatschen ^^

    Wieder ein interessanter Teil, ich war besonders über die Lackierfotos überrascht - du hattest doch keine Hand frei ;)
    Deine Beschreibungen sind wieder so was von treffend, toll!

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    1. Brettchen sind eigentlich auch eine gute Idee - ich schnappe mir meistens irgendeinen Abreißblock, weil ich von denen noch ein paar rumliegen habe :P

      Ha, die Fotos - spaßig war das! Vor allem, weil ich noch nichtmal ein Stativ habe... Allerdings ist es nicht wirklich empfehlenswert, zwischen den Beinen durchzufotografieren, während man irgendwie versucht, außenrum zu lackieren :P

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  2. Haha, ich hab auch mein Brettchen, auf dem ich auch meine Bilder habe. Das hat mittlerweile schon ein bißchen was abgekriegt - ich sollte es mal umdrehen, glaub ich. ^^ Hast du fein erklärt. Prima Sache!

    LG Lotte

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    1. Die Brettchenfraktion also, soso :P Ich sollte dafür mal meinem Tisch mit Nagellackentferner zu Leibe rücken *hust* ;)

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  3. Mh, ich hab immer nur ein Kosmetiktuch drunter auf dem schminktisch, aber n Brettchen klingt irgendwie auch lustig XD
    Ich lackier meine Nägel eigentlich wie Du. Nur in der Luft oder auf den Beinen bekomm ich gar nicht hin XD und schon gar nicht vernünftig *hihi* Ich brauch da echt n Tisch und zu niedrig darf der auch nicht sein ^^

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    1. Kosmetiktuch ist auch ne gute Idee - das hab' ich immer am Schminktisch liegen für Pinsel :P

      Also auf den Beinen geht auch ab und an mal - wenn ich besonders faul bin, zum Beispiel *hust* ;) Teilweise lackiere ich auch mal auf dem Fußboden... Halt, was gerade da ist^^

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  4. Kann ich genau so unterschreiben - so mach ich das nämlich auch :)

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    1. Ist ja auch alles kein großes Geheimnis :P

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