Montag, 9. März 2015

Vergebung - Stieg Larsson

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei - wobei ich ja sagen muss, dass ich ja überhaupt nichts dagegen hätte, wenn es mit Lisbeth und Mikael noch weiter gehen würde... Aber geht ja nicht (Lotte wird das sicherlich freuen), also habe ich doch ein bisschen wehmütig "Vergebung" gelesen - irgendwie bin ich bei letzten Büchern aus einer Reihe immer ein bisschen zwiegespalten: Einerseits will ich natürlich wissen, wie es ausgeht - aber andererseits will ich eigentlich nicht, dass die Geschichte wirklich vorbei ist (zumindest, wenn mir die Charaktere sympathisch sind).
"Vergebung" ist also der dritte Band, der Titel ist durchaus stimmig, auch wenn er einen ganz anderen Bezug hat als der Originaltitel „Das Luftschloss, das gesprengt wurde“ (ich glaube ja, dass ich insgesamt doch die schwedischen Titel besser finde). Der dritte Band setzt den bisherigen Entwicklungen durchaus die Krone auf, sowohl in Bezug auf die persönliche Verstrickung von Lisbeth in den Fall als auch mit Blick auf die Wellen, die die Geschichte schlägt. Nach den bisher eher klein gehaltenen Skandalen deckt Mikael nämlich eine Verschwörung auf, die sich bis in die höchsten Regierungskreise zieht.

Lisbeth liegt nach dem Mordversuch mit schwersten Verletzungen im Krankenhaus, welche sie allerdings ohne ernsthafte bzw. langfristigere Einschränkungen übersteht, und wartet auf ihre Genesung - um dann angeklagt zu werden. Obwohl sie weitestgehend aus dem Spiel genommen scheint, dreht sich ein großer Strang der Erzählung um sie und natürlich findet Lisbeth (oder eher Mikael für sie) einen Weg, die Abschottung durch die Polizei zu durchbrechen und zentrale Beiträge zur Aufklärung von Ungereimtheiten in ihrer persönlichen Geschichte, aber auch in den Vorgängen der aktuellen Ermittlungen zu leisten. Mit einer Lisbeth, die nur ans Bett gefesselt ist, wäre das Buch sicherlich auch nur halb so interessant - allerdings muss ich auch sagen, dass die Geschichte schon sehr viele überaus geschickte (und damit auch ein wenig weit hergeholte) Wendungen hat.

Kernpunkt sind Ermittlungen, die sich mit einer Sektion der Sicherheitspolizei befassen, die für Lisbeths Vater zuständig war - und somit auch seine Vergehen vertuscht hat. Im Zuge dieser Vertuschungen befand man es für hilfreich, Lisbeth schon in früher Kindheit aus dem Weg zu räumen und ist jetzt bemüht, die vorangegangenen Verstöße geheim zu halten und Lisbeth endgültig zum Schweigen zu bringen... Unser Superheld Mikael schafft es aber natürlich, den Gaunern auf die Schliche zu kommen (und ist somit besser als die Polizeibehörden, die sich auf Geheimhaltung und Vertuschung verstehen - ich sagte ja schon, dass es ein kleines bisschen überzogen ist) und sie sogar auszutricksen - was ihn aber persönlich noch immer nicht sympathischer macht (zumindest aus meiner Sicht).

Insgesamt ist auch "Vergebung" wieder sehr vielschichtig gehalten und ich muss sagen, dass mir Erika (Mikaels Dauerliebchen) sogar sympathischer geworden ist, denn sie bekommt in diesem dritten Teil auch eine etwas größere Rolle, verlässt Millenium, wird Opfer eines Stalkers, von Lisbeth gerettet und kehrt letztlich wieder an den ihr angestammten Platz zurück... Ein paar Sympathiepunkte konnte sie durchaus sammeln und die Geschichte, die auch Milton Security wieder mehr in den Mittelpunkt rückt und damit den Bogen zu Lisbeths Anfängen spannt, bereichern. Auch Lisbeths Psychiater (falls man ihn denn so bezeichnen darf) bekommt endlich ein Gesicht oder mehr eine ausführlichere Hintergrundgeschichte, wobei ich bei diesem Ekelpaket durchaus darauf hätte verzichten können - die Story wird allerdings durch diverse pikante Informationen nur spannender und gleichzeitig bedauernswerter.

Neben altbekannten Personen, werden allerdings auch ein paar Neulinge eingeführt und es wird schnell klar, dass sie durchaus in den (eigentlich geplanten) weiteren Bänden noch tragende Rollen bekommen hätten. Umso tragischer ist es eigentlich, dass wir Lisbeth und Mikael an einem Punkt verlassen müssen, an dem es erst richtig spannend wird... Ich bin ein bisschen traurig, mich hätte ja echt interessiert, was jetzt noch kommt, wo Lisbeth endlich mit ihrer Vergangenheit abschließen und ein neues Leben beginnen könnte...

Kommentare:

  1. Hmnja... Ich warte immer noch auf den Umschwung in dieser Kategorie. ^^

    LG Lotte

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    1. Ja nu les ich erstmal deine Mädchenbücher :P Aber ich muss ja ehrlich sagen, dass ich sowas wie Larsson doch einfach gehaltvoller und spannender finde...

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  2. Ich war am Ende der Reihe auch sehr traurig. Stieg Larsson war echt ein Guter....

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    1. Ja, definitiv :/ Besonders schade, weil ja einfach noch weitere Bände geplant waren... Und ich weiß ja nicht, ob ich die Geschichte von einem anderen Autor weitergeschrieben noch so gut finden würde...

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  3. Ich habe die Reihe ebenfalls sehr gern gelesen und fand es sehr schade, als ich fertig war.

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    1. Ich finde es ja immer doof, wenn Reihen zu Ende gehen - aber hier noch dazu so mitten drin... :/

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