Montag, 23. März 2015

The one - Kiera Cass

Damit die arme Lotte nicht bei absolut jeder Buchrezension maulen muss und da meine Laune auch einfach mal gepasst hat, gibt es heute keinen der üblichen Krimis oder Thriller, sondern einen Jugendroman. Freundlicherweise als Leihgabe aus dem Lotteschen Haushalt, weil ich ja die ersten beiden Teile der eigentlich als Trilogie ausgelegten, mittlerweile auf eine Pentalogie erweiterten Reihe um America Singer gar nicht so übel fand. "The one" (zu Deutsch: "Selection - Der Erwählte") ist also der dritte Teil und schließt nahtlos an "Selection - die Elite" an. Während ich die zwei ersten Teile als Hörbücher hatte, hat mir Lotte ihre Printversion geliehen und ich war erstaunt, wie schnell sich diese 330 Seiten weggelesen haben...
In "The one" geht es also um die Endphase des Prinzessinnen-Castings, wobei ich ja sagen muss, dass ich die Übersetzung mit "Der Erwählte" durchaus ein bisschen zu viel verrät und die Zweideutigkeit des englischen Titels vermissen lässt. Natürlich muss sich unsere Protagonistin America nun endlich mal entscheiden, ob sie den Prinzen liebt oder doch noch ihrer Jugendliebe hinterherhängt, aber auch der Prinz muss noch seine letzte Wahl zwischen den vier verbliebenen Bewerberinnen treffen - und das passiert doch unter sehr drastischen Umständen...

Obwohl aber eigentlich schon sehr früh feststeht, wie die Geschichte ausgeht, gibt es doch eine Vielzahl an Stolpersteinen, die der Liebe der beiden im Weg stehen: Von Maxons Vater - ein Unsympath erster Güte - mal abgesehen, stehen sich unsere beiden Liebenden (schon wieder) auch ordentlich selbst im Weg. Da die Geschichte ja aus Americas Sicht geschrieben ist, erfahren wir natürlich mehr von ihrem (schrecklich verwirrten) Innenleben als von Maxons, aber auch der leistet sich so ein paar Dinge, bei denen ich nur den Kopf schütteln konnte (ok, an vielen Stellen dachte ich mir auch: "Jap. Typisch Mann. Armer Kerl!").

Das Positive vorneweg: Die Geschichte liest sich leicht, angenehm und man kommt eigentlich ohne Probleme durch. Wenn man sich aber ein bisschen intensiver mit den Geschehnissen befasst, fallen zumindest dem erwachsenen Leser, der nicht nur dieser Liebesgeschichte entgegenfiebert, einige kleinere Missgeschicke auf: vielversprechende Themen, die man sinnnvoll hätte ausbauen können, die aber nur angerissen und dann beiseite gelegt werden; Charaktere, die recht ausführlich eingeführt werden, wahnsinnig interessant klingen und neugierig machen - dann aber kaum Bedeutung haben (wer weiß, vielleicht in den folgenden Bänden, die sich mit der Tochter unseres Paares befassen?); Ereignisse, die für die handelnden Personen einfach die perfekte Lösung für diverse Probleme darstellen und natürlich auch so gelegen kommen, dass man sich doch fragen darf, ob da jemand einfach keine Lust hatte, sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen...

An vielen Stellen hatte ich das dringende Bedürfnis, der guten America einfach mal einen dezenten Klaps auf den Hinterkopf zu geben, damit ihre zwei Gehirnzellen wieder richtig arbeiten - Teenieleben hin oder her, aber ihre wirren, inkonsequenten und manchmal einfach nicht nachvollzieh- oder erklärbaren Gedankengänge und Handlungen haben mich teilweise in den Wahnsinn getrieben. Dass ihr dann natürlich noch das Schicksal gelegen kommt, hat sie letztlich eigentlich gar nicht verdient und an so einigen Stellen habe ich mich doch gefragt, was denn nun der Prinz und auch Aspen so an ihr lieben, dass sie ihr beide nahezu verfallen sind (oder waren). Sympathisch ist mir America auch in diesem Buch nicht wirklich geworden - wobei ich ja doch gehofft hätte, dass der Charakter ein wenig an Reife hinzugewonnen hätte.

Teilweise ist sie durchaus ein pfiffiges Mädchen mit guten Ideen, aber an anderen Stellen machten sich in meinem Kopf einfach nur viele Fragezeichen breit. Als harmlose Nebenherliteratur kann man das Buch oder die Serie aber durchaus empfehlen - nur zu viel erwarten sollte man davon eben nicht: Viel mehr als seichte Unterhaltung ist das nicht. Ich befürchte, das wird auch in den folgenden Bänden nicht wirklich anders wrden. Die zusätzlichen "ausgekoppelten" Kurzgeschichten kann man sich allerdings glaube ich sparen - ich habe "The prince & the guard" und muss sagen, dass ich sie ziemlich inhaltsfrei finde. Hier wird jeweils aus der Sicht von Maxon bzw. Aspen ein kleiner Teil der Geschichte nacherzählt bzw. eben aus einer anderen Perspektive dargestellt - aber ich hatte nicht wirklich das Gefühl, irgendwas Neues zu lesen...

Kommentare:

  1. Na endlich mal. ;) Meine Meinung zu der Geschichte hat sich auch nicht groß geändert, war doch vorauszusehen, wie es ausgeht. Aber ich bin dann halt so ein kleiner Nerd und brauche alle Teile im Regal. ^^ Die neue ausgekoppelte Geschichte zur Mutter des Prinzen solltest du besser nicht lesen, denn was dort alles angerissen und letztendlich nicht ausgeführt wird... Es macht einen schon irgendwie wahnsinnig! Von diesen Teenies ganz zu schweigen. :P Aber ab und zu brauche ich auch Lesestoff, der einfach vor sich hin fließt. :)

    LG Lotte

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    1. Du, ich hab' mich ja auch sehr gefreut, das lesen zu können - aber es hätte einfach ein bisschen besser sein könnten...

      Ich finde diese Kurzgeschichten einfach ganz schön platt. Ja, sie sollen kurz sein - aber irgendwie ist da einfach so wenig Inhalt drin, dass mir das doch sehr nach einer reinen Marketingschiene aussieht...

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  3. Ich mochte die Reihe. Die Bücher ließen sich so schön schnell weglesen. :) Aber du hast recht, America hat manchmal so unsinnige Sachen gedacht und getan, das ist schon nicht mehr normal. :D

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    1. Oh ja, weglesen ließ sich das auf jeden Fall ohne Probleme - aber teilweise waren das einfach Dinge, die mich regelrecht aggressiv gemacht haben ^^

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