Donnerstag, 26. März 2015

Die Sache mit dem Lackieren... (Teil 2)

So, beim letzten Mal in Teil 1 haben wir es geschafft, die Nägel lackiertauglich vorzubereiten - so langsam sollte es also ans Eingemachte gehen! Aber wenn man mal ein bisschen darüber nachdenkt, wird das Ganze auf einmal doch ein bisschen komplizierter und ich befürchte, die Serie wird ein bisschen länger als geplant...
 
3. Die Strategie
 
Ich lackiere eigentlich immer nach einer von drei Strategien - abhängig davon, wie viel Zeit ich habe und wie die Eigenschaften der Lacke so sind... Zugegebenerweise lackiere ich allermeistens nach der letzten, weil kürzesten Strategie - ewig viel Zeit habe ich nämlich eher selten, um mir die Nägel zu machen und wenn man sich drei Mal die Woche die Pfötchen neu macht, muss das auch einfach schnell gehen!
 
"Immer schön langsam und alles ordentlich trocknen lassen"
 
Wenn man viel Zeit hat, kann man sich die Nägel sehr gemütlich lackieren und jede Schicht ordentlich durchtrocknen lassen: Den Basecoat, die erste Farbschicht und auch die zweite Farbschicht - auf einen Topcoat kann man dann meistens verzichten. Das gesamte Prozedere kann sich dann durchaus über Stunden hinziehen, allerdings sitze ich nicht die ganze Zeit mit den Händen in der Luft da!
 
Mit einem Basecoat auf den Nägeln kann man durchaus auch spülen, mit einer ersten Farbschicht auch in die Badewanne (die zweite Farbschicht macht ja alles wieder heil!) - das ist für mich so ein bisschen die Option fürs Wochenende, wenn ich nicht den Tag über mit unlackierten Nägeln rumlaufen will, aber noch so einiges zu tun habe. Die tatsächliche Trockenzeit hängt einfach sehr vom Lack ab - Basecoats sind meistens nach wenigen Minuten durchgetrocknet, Farblacke (zumindest in der ersten Schicht, wenn man eher dünn lackiert) etwa so nach 20 Minuten - d.h. nach etwa einem Stündchen hat man hier eigentlich eine fertige Maniküre.
 
Wichtige Voraussetzung ist, dass man mit dem Originalfinish des Farblacks zufrieden ist und nicht noch für extra Glanz, Ebenmäßigkeit oder Haltbarkeit einen Topcoat braucht. Bei Strukturlacken,  Lacken mit Suedefinish oder von sich aus schon schnelltrocknenden Lacken reduziert sich die Zeit drastisch - da muss nur der Basecoat gut durchtrocknen (das geht aber, wie gesagt, generell eher schnell).
 
"Das Zwischending: Anfangs gemütlich, am Ende ratzfatz"
 
Ab und an merkt man ja erst während des Lackierens, das irgendwas nicht so läuft, wie es soll - der Basecoat schlägt Bläschen, der Farblack vielleicht auch, das Finish ist nicht so glorreich, der Lack braucht ewig zum Trocknen oder trocknet uneben, man hat sich einfach schon in die erste Farbschicht eine Macke gehauen (das passiert mir mit Vorliebe am kleinen Finger, weil ich an irgendetwas stoße, das noch auf dem Tisch rumsteht!) oder man stellt fest, dass der Kühlschrank leer ist und man noch dringend vor Ladenschluss losmuss - dann ist klar: Ein Topcoat muss her, um Zeit zu sparen!
 
Auch wenn man bisher alles brav und gemütlich hat trocknen lassen (und vorausgesetzt man hat keinen Strukturlack oder einen, dessen Finish ohne Topcoat bleiben muss!) - jetzt kommt einfach direkt nach der zweiten Farbschicht der Topcoat drüber. Zentrale Voraussetzung: Schnelltrocknender Topcoat, der sich auch mit dem Farblack verträgt und nicht sofort Shrinking nach sich zieht. Die "Wartezeit" beträgt bei mir zwischen Farblack und Topcoat selten mehr als fünf Minuten - normalerweise wohl so etwa zwei, eben die Zeit, die ich brauche, um die andere Hand zu lackieren.
 
Der große Vorteil bei der Sache ist, dass der Topcoat im Optimalfall die bisherigen Probleme (schlechte Trockenzeit, ungleichmäßiges Finish, Bläschen) ausmerzt und man ein schönes, glattes und glänzendes Farbergebnis erhält. Das funktioniert eben leichter, wenn die drunterliegende Schicht noch nicht komplett zur Hubbellandschaft getrocknet ist (zumindest ist das meine Erfahrung). Zwingend notwendig ist allerdings ein Topcoat, der das auch kann - an anderer Stelle dann mehr dazu!
 
"Einmal Nägellackieren à la Speedy Gonzales!"
 
So läuft das bei mir meistens ab - ich lackiere für gewöhnlich abends, bevor ich ins Bett gehe und habe dementsprechend nicht wirklich viel Zeit. Bei schnelltrocknenden Lacken ist das für gewöhnlich kein Problem - aber mit einem guten Topcoat funktioniert das auch bei langsam trocknenden Zicken. Dann wird einfach "im Akkord" lackiert: Basecoat aufschrauben, linke Hand lackieren, rechte Hand lackieren, Basecoat zuschrauben, Farblack aufschrauben, linke Hand lackieren, rechte Hand lackieren, zweite Schicht linke Hand, zweite Schicht rechte Hand, Farblack zuschrauben, Topcoat aufschrauben, linke Hand lackieren, rechte Hand lackieren. Die gesamte Prozedur dauert bei mir etwa 10 Minuten, wenn etwas antrocknen soll, kann man kurz warten und ist trotzdem nach spätestens 20 Minuten fertig.
 
Auf die Couch setzen, Tee trinken - oder nach etwa 5 bis 10 Minuten bettfertig machen und wissen, dass es am nächsten Morgen keine Bettdeckenabdrücke gibt. Wenn's draußen nämlich dunkel ist, kann man so schlecht mit Tageslicht fotografieren und da ich keine Tageslichtlampe habe, warte ich einfach bis zum nächsten Morgen. Falls es nicht gerade Abend ist und man noch schnell aus dem Haus muss, ist das auch in etwa 30 Minuten machbar. Absolut unabdingbar hierbei: Ein guter Topcoat! Aber der steht ja bekanntlich erst am Ende der Mani...
 
4. Der Basecoat
 
Am Anfang steht - zumindest für mich unabdingbar - ein Basecoat. Für mich ist der größte Nutzen eines Basecoats, dass er durch eine weitere Lackschicht die Nägel vor Verfärbungen schützen soll. Das funktioniert auch allermeistens - außer bei besonders hartnäckigen Farblacken, die anscheinend die Basecoatschicht so sehr anlösen, dass sie trotzdem ans Nagelbett kommen.
Basecoats gibt es wie Sand am Meer - und ich habe festgestellt, dass es völlig egal ist, welchen ich nehmen. Hauptsache, der Lack trocknet zügig. Es gibt natürlich Basecoats mit allerlei zusätzlichen Effekten - manche lassen die Nägel weißer erscheinen (oder eher: geben ihnen einen leichten Blautsich, was allerdings relativ egal ist, wenn man noch einen Farblack drüberlackiert), andere haben nagelhärtende Eigenschaften (oftmals basierend auf Formaldehyd - ich habe allerdings bei keinem Basecoat wirklich einen Effekt feststellen können) oder stellen sicher, dass man auch bei unebenen Nägeln eine gleichmäßige Oberfläche für den Farblack erhält (Ridgefiller). Es gibt auch "all in one"-Lacke wie den Leighton Denny, der sowohl als Base- als auch als Topcoat fungiert - aber meistens finde ich da eine von beiden Funktionen besser.
 
Für mich tut es einfach ein günstiger Basecoat oder ein sheerer, nahezu farbloser Farblack wie Nicka K's "Blossom", den ich momentan vorwiegend nutze. Hauptsache, der Basecoat ist dünnflüssig, dann trocknet er nämlich schneller. Bei Glitter- oder Strukturlacken kommt auch der Sally Hansen zum Einsatz, der ist nämlich schon ganz schön eingedickt und trocknet mit wilden Bläschen und alles andere als gleichmäßig (das ist einem Glitterlack aber eben egal). Wenn man besonders ungleichmäßige Nägel oder viele Rillen hat, empfiehlt sich ein etwas dickflüssigerer Basecoat, der die Ungleichmäßigkeiten ausgleichen kann, oder eben gleich ein Ridgefiller (auch die gibt es günstig).
 
Bei Basecoats gilt aber leider - genauso wie bei Farblacken und Topcoats: Man muss einfach ausprobieren, was für einen selbst passt. Abhängig von der Nagelbeschaffenheit funktioniert eben nicht jeder Lack bei jedem gleich gut und manchmal muss man auch rausfinden, wie man mit dem jeweiligen Lack am besten klarkommt. Ich hab' mir mit dem Sally Hansen auch schon die eine oder andere Mani versaut und musste neu lackieren, weil ich ihn partout nicht dünn und gleichmäßig auf die Nägel bekommen habe - aber für Glitter- und Strukturlacke taugt er sehr gut.
 
Ihr seht schon - es gibt viel zu sagen und wir sind noch nichtmal bei den Farblacken angekommen... Aber ich verspreche hoch und heilig: In Teil 3 geht es definitiv um Farben, Marken, Finishes, Pinsel und Trockenzeiten... Oder vielleicht auch in den Teilen 3 und 4, mal sehen, wie viel mir da jeweils einfällt...

Kommentare:

  1. Die ersten zwei Varianten wären auch bei viel Zeit einfach keine Option für mich :D bei mir kommt IMMER Schnelltrockentopcoat drauf, weil was sollte ich noch mehr Zeit mit trocknen lassen verbringen und mich der Gefahr aussetzen, dass ich Dummerchen doch irgendwo gegen Ditsche in der Wartezeit. ^^ außer natürlich jetzt bei so Sachen mit dem speziellen Finish, wie du ja schon sagst.
    Ansonsten mache ich es fast ähnlich, NUR mache ich immer erst eine Hand farbig fertig. Denn wenn ich mit der farbig lackierten Hand dann die zweite lackiere kommen meine Nägel meist irgendwie gegeneinander durch die "Haltung" oder ich ditsche damit gegen die Flasche oder oder. Das funktioniert bei mir einfach nicht ^^ mitm Basecoat ja wurscht,aber bei Farbe mache ich halt immer erst eine Hand fertig, da ich mir sonst unnötige Verbesserungsarbeiten mache. Aber die Zeit dafür ist trotzdem ok ^^ und ich mache es dann auch meist abends.

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    1. Ich mache das auch echt selten - am ehesten eben am Wochenende, wenn ich Vormittags anfange zu lackieren und dann noch feststelle, dass ich noch irgendwas erledigen muss... Dann geht's halt mal mit nur einer Schicht Lack auf den Nägeln noch zum Einkaufen oder so ;) Aber generell lackiere ich ja einfach abends und da muss es zügig gehen.

      Ich finde ja beide Hände gleichzeitig machen viel einfacher - erstens hat man da einen Hauch Trockenzeit dazwischen und... ok, einen zweiten Grund gibt es nicht, außer dass es doof ausschaut, wenn man mit einer lackierten und einer nackten Hand erwischt wird :P Da kann ich doch eher mit nur einer Lackschicht aus dem Haus gehen ^^

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  2. Tolle und interessante Reihe, ich benutze ja in der Regel nur einen Klarlack von p2 als Basecoat, das reicht mir. Einen Top Coat benutze ich nur gaaaaanz selten. Ich bin schon sehr gespannt auf den dritten Teil (:

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    1. Ich finde auch, dass "irgendwas" als Basecoat reicht :) Aber gibt ja auch Mädels mit anspruchsvolleren Nägeln, die was Besonderes brauchen.

      Puh, ohne Topcoat würde ich ja die Krise kriegen :P

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  3. Tolle Serie, danke für deine Mühe!!!

    LG
    Jessi <-- die sich grad ärgert, weil der Essie good to go nach der Hälfte so zähflüssig wird...

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    1. Immer gerne :)

      Ach, mit dem "Good to go" stehe ich auch auf Kriegsfuß - der ist absolut nicht mein Fall!

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  4. ^^ Ich bin so ne Mischung aus 2 und 3 glaub ich. Ich lass die einzelnen Schichten so halbwegs trocknen, bevor ich weiter mache. Die 20min-Variante sollte ich vielleicht mal ausprobieren, irgendwie hab ich mich das dann doch noch nie getraut XD Ich lackiere meist abends, wenn ich alles erledigt hab und nur noch gammlig am Rechner hänge. Dann kann der Lack auch mal 30min trocknen, rennt ja nicht weg. Und solang ich die Nägel an Maus und Tastatur hab, kann ich auch nicht zerstören *hihi*
    Und ich setze auch ganz klar auf schnell trocknenden Basecoat. Ich hab zwar sehr rillige Nägel, aber Ridgefiller benutz ich echt nur, wenn der Farblack so ein "Ich-zeig-alle-Macken"-Kandidat ist. Topcoat gleicht das meist genau aus :D

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    1. Bei Lacken, die wirklich EWIG zum Trocknen brauchen (Gott sei Dank gibt es von denen ja eher wenige) kann diese Highspeed-Variante aber auch in die Hose gehen :P Dann gibt es einfach Shrinking Deluxe und verschlierte Finishes, weil das Zeug ja partout nicht trocknen will... Aber bei den allermeisten Lacken (bei dünnlackierenden Personen wie mir) funktiniert das eigentlich problemfrei.

      Und du hast recht - viele Lacke gleichen auch Unebenheiten schon aus, aber manche Mädels haben ja wirklich sehr unregelmäßige Nägel, da könnte ein Ridgefiller helfen. Bei Metalliclacken z.B. habe ich das Gefühl, dass so ziemlich jeder einen Ridgefiller brauchen könnte :P

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    2. Also, wenn ich mich so umschaue, bin ich eine mit sehr unregelmäßigen Nägeln *buhuhu* XD
      Aber ja, grad Metalliclacke, die schreien bei jedem: "Wie furchtbar schauen denn deine Nägel aus!?!" Echt schlimm ^^

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  5. Ei ei ei, das artet ja richtig in Arbeit aus bei dir. :D Ich bin einfach zu oft viel zu faul. ^^

    LG Lotte

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    1. Erm, was ist an 20 Minuten Nägellackieren Arbeit? Oo

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  6. Da bin ich aber mal froh zu lesen, dass andere auch mal Stunden für ihre Nägel brauchen (oder brauchen könnten, wenn sie sich die Zeit nehmen). Ich fühle mich immer seehr langsam. Aber wenn demnächst Studium, Nebenjob und dann auch noch Bloggen zusammenkommt, werde ich nicht mehr viel Zeit haben um so lange zu brauchen. Dann muss ich das mit den schnellen Strategien ja mal lernen :D
    Wobei ich meist nicht das größte Problem hab mit der Trockenzeit, sondern ich lackiere je nach Pinselform manchmal immer noch so unordentlich, dass Clean Up bei mir immer ein wenig mehr Zeit beansprucht als ich vorher geplant habe :/

    Liebe Grüße!

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    1. Wenn das bei mir so lange dauert, passiert aber in der Zwischenzeit sehr viel - da ist also nichts mit stundenlang mit hochgehaltenen Fingern rumsitzen :P Aber meistens geht das bei mir eher zügig, weil ich einfach abends lackiere und da nicht so viel Zeit habe...

      Hach ja, Cleanup - nervige Angelegenheit, aber ich befürchte, da hilft einfach nur üben, üben, üben :/

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  7. Ich benutze als Basecoat den Microcell, der ist ja auch ziemlich beliebt. Der ist aber tatsächlich der einzige Nagelhärter der bisher bei mir mal was bewirkt hat. Meine eigentlich ziemlich weichen Nägel sind jetzt schön lang und stabil. Einfach toll, vorher hatte ich den Base&Care von P2, der aber außer einer gleichmäßigen Nageloberfläche nicht viel gebracht hat. Ich bin auch eher der Typ Trockne schnell oder du wirst getopcoatet :D. Teilweise trocknen bei mir die Lacke auch mit viel Zeit nicht so richtig durch und dann ziehe ich Socken an, und der halbe Lack ist weg. Da benutze ich dann doch lieber den Topcoat meines Vertrauens.

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    1. Bei Microcell ist ja so ein bisschen das Problem, dass der einfach nur so lange wirkt, wie man ihn auch anwendet und wenn man damit aufhört, werden die Nägel wieder so wie vorher... Außerdem haben ja viele Microcell-Varianten einen Formaldehyd-Anteil und damit muss man sich erstmal abfinden (oder eben einen günstigeren formaldehydhaltigen Nagelhärter nehmen^^). Grundsätzlich spricht da nichts dagegen - muss aber jeder für sich selbst entscheiden und dann rausfinden, ob er funktioniert... Gibt ja auch bei Microcell durchaus Mädels, die das nicht vertragen - wie bei so ziemlich allem ^^

      Ich finde auch, dass einem der Topcoat viel Ärger spart - einmal drübergepinselt und man muss sich nicht sofort ärgern, wenn man wo dagegen kommt... Allerdings gibt es ja auch tatsächlich einige Lacke, die schon von selbst so gut durchtrocknen, dass man keinen Topper mehr braucht :)

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  8. Ich bin auch für die schnelle Variante am Abend. Und ich schaffe meist nur einmal lackieren pro Woche und bin daher immer froh über gute Topcoats und langhaltende Farblacke, damits am Ende der Woche noch erträglich aussieht. ^^

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    1. Ich lackiere zwar öfters - aber wenn's schnell geht, bin ich auch sehr glücklich, da hat man einfach noch Zeit für andere Dinge ;)

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