Montag, 23. Februar 2015

Verdammnis - Stieg Larsson

Da ich den letzten und diesen Monat über eher anderen Kram im Kopf hatte, kam das Lesen doch ein bisschen kurz... Ich hatte zwar gleich nach "Verblendung" den zweiten Teil "Verdammnis" angefangen - allerdings wurde das Buch an den Badewannenrand verbannt, wodurch ich doch nur langsam voran kam. Dabei war ich so gespannt, wie es nach dem doch kleinen Cliffhanger im ersten Teil der Trilogie mit Lisbeth (seien wir ehrlich - Mikael interessiert nicht ernsthaft!) weitergehen würde in "Verdammnis" kam ich doch ganz auf meine Kosten...
"Das Mädchen, das mit dem Feuer spielte" lautet der schwedische Titel des zweiten Bands trifft damit mal wieder vollkommen ins Schwarze. Auch wenn "Verdammnis" eigentlich ganz harmlos anfängt - Lisbeth hat sich nämlich eine kleine Auszeit genommen, ihre Passion für Mathematik entdeckt und räumlich sowie gedanklich das ganze Drama zu Hause hinter sich gelassen. Als sie jedoch wieder nach Schweden zurück kommt und sich gerade in einer neuen Wohnung (deren tatsächliche Größe mir erst gegen Ende des Buchs so richtig bewusst wurde) eingerichtet hat, geht es keineswegs gemütlich weiter, sondern eher heiß her.

Das zentrale Aufhänger dieses Bandes ist nicht wie im Vorgänger Wirtschaftskriminalität, sondern Mädchenhandel, mit dem sich Millenium schwerpunktmäßig befasst. Über dieses Thema bzw. die Morde an Jorunalist Dag Svensson und seiner Freundin Mia, die sich beide intensiv mit dem Mädchenhandel in Schweden auseinandergesetzt haben, wird die Brücke zu Lisbeth geschlagen - sie war nämlich (vermeintlich) die Letzte, die mit den beiden Opfern gesprochen hat (und ganz nebenbei auf der Tatwaffe, die am Tatort gefunden wird, ihre Fingerabdrücke hinterlassen hat...). Aber Lisbeth wäre nicht Lisbeth, wenn sie sich von der Polizei einfach so aufspüren ließe und so bleibt sie einen großen Teil der Geschichte über eher im Hintergrund - was ich ehrlich gesagt doch ziemlich schade fand.

Obwohl natürlich die Ermittlungen um die Morde und auch um das Thema Mädchenhandel herum durchaus interessant sind, habe ich Lisbeth vermisst - und mich zumindest anfangs gefreut, als sie wieder einen aktiveren Part bekam. Durch die Geschichte um den Mädchenhandel wird nämlich ein ganz anderer Fall aufgedeckt, der mit Lisbeths Vergangenheit zu tun hat und auch erklärt, warum sie für geschäftsunfähig erklärt wurde und so einige Zeit in der Psychiatrie verbracht hat (endlich Aufklärung!!!). Natürlich muss es eine Verbindung zwischen diesen beiden Themen geben, ansonsten wäre das ja langweilig! Allerdings muss ich auch sagen, dass mir die Verbindung und auch die weiteren Vorgänge im Buch dann doch ein bisschen arg weit hergeholt sind... Ja, sie sind spannend, definitiv auch ein bisschen unerwartet, aber trotzdem zu den Charakteren passend - allerdings auch ein kleines bisschen drüber...

Was die Charaktergestaltung angeht, wird Lisbeth trotz ihrer doch geringeren Präsenz noch vielschichtiger als sie bisher schon war - zwar eher aus zweiter Hand, da einige Personen über sie berichten, dennoch ergibt sich so langsam ein besseres Bild von dieser faszinierenden, aber doch seltsamen Person. Mikael bleibt aus meiner Sicht doch ein bisschen blass, wenn auch seine Integrität und moralische Einstellung deutlich werden. Ansonsten werden die übrigen handelnden Personen sehr nachvollziehbar und glaubwürdig dargestellt und ich fand schnell die "richtigen" sympathisch, während mir andere Charaktere sehr schnell sehr unsympathisch ware - und der eine oder andere auch lange Zeit undurchsichtig blieb, wie er es bleiben sollte. Eine gelungene Mischung, bei der Lisbeth natürlich (wie sollte es auch anders sein?) noch immer heraussticht.

Nichtsdestotrotz fand ich "Verdammnis" durchaus gelungen - anfangs habe ich Lisbeth ein bisschen vermisst und mir war der Bogen, den das Buch schlägt, einen kleinen Tick zu groß. Im Mittelteil fand ich zwar die Ermittlungen interessant, einige der Ermittler allerdings ganz schön nervig und teilweise das Vorgehen doch etwas langatmig. Am Schluss nimmt die Geschichte dann wieder an Fahrt auf (vielleicht ein bisschen zu viel Fahrt?) und endet, erneut - in einem Cliffhanger. Ein bisschen hoffe ich ja, dass der dritte Teil eher an den ersten, denn an den zweiten anknüpft - aber auf jeden Fall bin ich schon ein bisschen traurig, dass es nur noch einen Band mit Mikael und Lisbeth gibt...

Kommentare:

  1. Ich sag nix mehr... Hmpf.

    LG Lotte

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    1. Da musst du jetzt durch ;) Trilogie und so :P

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  2. Ich habe gerade sooo eine Leseflaute, das schlägt mir richtig auf's Gemüt. -.- Letzte Nacht habe ich mal wieder Jodi Picoult angefangen - das geht irgendwie dann doch immer.

    Auch hier kenne ich nur den Film ... muss ich mir aber irgendwann mal nochmal antun, weiß gar nix mehr von der Geschichte.

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    1. Ich bin auch noch nicht wieder so richtig drin - aber zwischendrin gehen immer mal ein paar Seiten :) Aber auf so einen richtigen Lesenachmittag freue ich mich ja auch ein bisschen :x

      Ich muss mir endlich mal die Filme besorgen, glaube ich...

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  3. ich habe die millenium-trilogie verschlungen und geliebt!! lisbeth salander ist mit abstand mein lieblingsromancharakter. die schwedische verfilmung der bücher ist auch echt gut und sehenswert. viel spaß beim letzten band, ich war auch echt traurig als ich das letzte buch durch hatte und es keinen neuen teil mehr gab.....

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    1. Also Lisbeth rockt einfach :x Hätte anfangs gar nicht gedacht, dass ich die so klasse finde, aber irgendwie hat sie alle an die Wand gespielt ;)

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