Samstag, 31. Mai 2014

101 im Mai

Was für ein seltsamer Mai - gefühlt bestand der Monat nur aus Arbeitsstress, bis ich endlich in den Urlaub konnte, aber faktisch war ich ja auch noch ein paar Tage krank... Das Highlight des Monats war definitiv Helsinki, aber ansonsten habe ich das Gefühl, dass nicht so überaus viel passiert ist - vor allem nicht in meiner Wohnung, die sich irgendwie mal wieder zu einem totalen Chaos entwickelt hat... Aber man lobe ja die Übersicht, da wird sich gleich bestimmt noch ein bisschen was zeigen, das ich (hoffentlich) tatsächlich geschafft habe!

14. Nagellacke maximal (9 / 100)

Auch wenn durch die Misslyn-Sommer-Kollektion so einige Lacke dazugekommen sind, habe ich mir doch gar nicht so viele selber gekauft.

Nach einem ersten Blick in die finnischen Parfümerien dachte ich ja, ich würde ganz ohne Lack nach Hause kommen (OPIs haben zwar nur 16,90€ gekostet  - aber alles andere war dafür deutlich teurer!), aber dann habe ich doch noch ein paar Schnäppchen gefunden. Der zweite Lack ist von Kicks und eigentlich ein Dunkelbraun mit blauem Glitzer - mal sehen, ob das auf den Nägeln besser rauskommt...

15. Duschgels aufbrauchen (3 / 15)

Das leckere Duschgel von Annemarie Börlind habe ich inzwischen aufgebraucht - da ich es allerdings immer noch in keinem Laden gefunden habe (scheint also eine wirklich limitierte LE zu sein...), werden jetzt erstmal weitere Schrankleichen geleert. Fies ist natürlich, dass ich ganz brav nur Minigrößen mit in den Urlaub genommen habe - und die natürlich nicht so wirklich zählen... 

16. Bodybutter /-lotion aufbrauchen (4 / 12)

Die Granatapfel-Lotion von weleda ist nun tatsächlich ganz alle gegangen und ich habe mir eine Bodybutter von Balea geschnappt, die schon seit geraumer Zeit bei mir wohnte... Mit Honigduft - ich liebe sie! Auch wenn der Auftrag ein bisschen anstrenged ist, ist der Duft einfach der Wahnsinn - inzwischen riecht mein Schlafanzug ein bisschen nach Honig und das ist zum Einschlafen einfach perfekt...

17. Handcremes aufbrauchen (4 / 6)

Unglaublich, aber wahr: Endlich ist meine Arbeitshandcreme leer - bei so einer Balea-Lotion mit 300ml Inhalt dauert das auch wirklich ewig... Dummerweise habe ich noch drei der Riesenpackungen zu Hause - aber jetzt mache ich mich erstmal an den essie-Smoothie, der passt mit der Duftrichtung Ananas-Kokos auch ein bisschen besser in den Sommer als Vanille!

20. eine Gesichtsmaske pro Woche benutzen (21 / 142)

So, jetzt sind tatsächlich alle Einzelsachets aufgebraucht und ich kann mich endlich an die "ordentlichen" Gesichtsmasken machen - die Luvos-Heilerde-Maske gefällt mir schonmal sehr gut.

21. Lippenpflegestifte aufbrauchen (5 / 12)

Wenn man fast zwei Wochen lang nervig trockene Lippen hat (und gar nicht weiß, warum), selbst Honig nicht mehr hilft und man nach einer Pflegestiftpause beschließt, alles einfach totzufetten - dann raspelt sich auch ein fettiger Pflegestift mal ganz schnell ab. Gefühlt konnte ich dem Stift nach einem Auftrag beim Schrumpfen zusehen - aber egal, wieder einer weg und meine Lippen kriegen sich hoffentlich wieder ein...

22. Düfte aufbrauchen (1 / 5)

Es ist ja fast unglaublich, aber ich habe es tatsächlich geschafft, eines meiner Parfüms aufzubrauchen - und es hat nur zwei Jahre gedauert! "Sexy Me No 1" ist tutto kompletti leer, da kommt nichts mehr raus und man kann nur noch einen Hauch rosaner Flüssigkeit am Boden erahnen.

Ich mochte den Duft wirklich sehr gern, aber es wurde auch so langsam mal Zeit, dass ich ihn leer kriege... Die Haltbarkeit war zwar nicht berauschend, aber als Alltagsduft fand ich das auch gaz okay. Allerdings glaube ich so langsam nicht wirklich daran, dass ich es tatsächlich noch schaffe, vier weitere Düfte aufzubrauchen...

26. Nailarts bzw. -designs posten (6 / 10) 

http://lenas-sofa.blogspot.de/2014/05/barielle-5185-kisses-n-hugs.htmlhttp://lenas-sofa.blogspot.de/2014/05/misslyn-sweet-summer-628-sweet-pistachio.html
http://lenas-sofa.blogspot.de/2014/05/essie-navigate-her-tour-de-finance.html
Hmm, ich ich könnte ja diesen Monat tatsächlich behaupten, drei Designs gezeigt zu haben - dann wären das tatsächlich schon 6! Ich bin richtig stolz auf mich, hoffentlich hält sich das auch über die 10 hinaus, die ja dann doch erstaunlich schnell erreicht sein könnten!

28. die Label-Liste aufräumen (0 / 1)

Ganz fertig bin ich zwar noch nicht, aber zumindest angefangen habe ich mit der Aufräumerei in der Label-Liste... Wenn mir Blogger nicht manchmal einen Strich durch die Rechnung machen würde (anstatt ein Label zu entfernen, es einfach willkürlich bei anderen Postings hinzufügen, die vorher nicht ausgewählt waren), wäre das sicherlich ein bisschen schneller gegangen... Aber irgendwann kriege ich das noch hin!

29. an 10 Blogparaden teilnehmen (6 / 10) 

Alice hat eine sehr süße Aktion ins Leben gerufen, bei der es darum geht, mit nur EINEM Lidschatten, EINER Mascara und EINEM Eyeliner ein AMU zu schminken.

Während eine Mascara (trotz großer Liebe zum unteren Teil des alverde-Doppels) für mich kein Problem ist und ich meistens auch nur einen Eyeliner nutze, ist das mit dem einen Lidschatten für mich echt eine Herausforderung. Aber mit meinem Schwarzwald-AMU hist mir die Umsetzung glaube ich gut gelungen und ich werde versuchen, auch demnächst nochmal bei "Solo für 3" mitzumachen.

33. Nebenjob kündigen (1 / 1)

Es gibt so Dinge, die schiebt man immer wieder auf - bis das berühmte Tröpfchen das Fass zum Überlaufen bringt. Das war bei mir einfach Anfang des Monats der Fall und ich habe beschlossen, mich nicht mehr jedes Wochenende ärgern zu wollen. Spätestens im August ist also der Spuk vorbei und ich freue mich schon unglaublich darauf, diesen Mist loszusein - Geld hin oder her, wenn die Bezahlung für mich nur noch den Stellenwert von Schmerzensgeld hat, ist der Job einfach Mist!

34. Blutspenden (1 / 5)

Wenn ich nicht so fies krank gewesen wäre Anfang des Monats, hätte ich es glatt nochmal probiert - aber gerade das Fieber losgeworden und noch mit fiesem Husten, habe ich mich lieber nicht einmal angestellt... Hoffentlich beim nächsten Mal!

39. Projekt Codename "DvD" abschließen (0 / 1)

Es ist zwar noch nicht fertig - aber einen großen Schritt vorangegangen. Jetzt noch ein paar Absprachen mit dem Chef hinkriegen (und zwar verlässliche Absprachen...), dann wird die Ziellinie doch schon klarer erkennbar.

51. Bücher lesen (11 / 60)

"Glennkill" von Leonie Swan habe ich gelesen, dann vor allem auf dem Flug nach Helsinki "Need" von Carrie Jones und auf dem Rückflug "Die blinde Kommissarin" von Patrizia Rinaldi. Momentan liegt "Garou" auf meinem Badewannenrand - so ein Urlaub ist doch sehr lesefreundlich...

57. Städtereisen (1 / 3)

http://lenas-sofa.blogspot.de/2014/05/helsinki-erste-eindrucke.html http://lenas-sofa.blogspot.de/2014/05/helsinki-quer-durch-die-stadt-teil-1.html
Hach ja, Nummer eins wäre erledigt, sozusagen. Helsinki war toll, erste Eindrücke gibt es *hier* und *hier*. Mehr folgt, fest versprochen! Ich hätte gar nicht gedacht, dass es mir so gut gefällt - aber jetzt muss ich wohl die skandinavischen bzw. nordischen Länder doch noch in meine Urlaubsliste aufnehmen!

59. in den Zoo gehen (1 / 5)


Das dürfte klar sein - Städtebesuch ohne Zoo geht nicht (jeder weiß, dass meine erste Frage ist: "Gibt's da einen Zoo?"), dementsprechend waren wir in Helsinki natürlich auch Tierchen gucken! Mehr Bilder gibt es natürlich auch mal in einem gesonderten Posting.

60. Sport machen (82 / 514)

Mit Fieber ist Sport machen irgendwie nicht so schlau gewesen und dann war ich noch im Urlaub - also laufe ich mal wieder meinem Soll ein bisschen hinterher... Ärgerlich, aber irgendwie kriege ich das schon wieder hin (hoffentlich).

76. auf den Flohmarkt gehen (1 / 2) 

Wir waren zwar in Helsinki (zufällig) auf einem Flohmarkt - aber den zähle ich mal nicht, weil Urlaub und so... Aber dafür habe ich zu einem Spottpreis DvDs erstanden - für 2,50€ pro Serienstaffel kann man sich wirklich nicht beschweren! Ein bisschen cooler hätte ich es ja gefunden, wenn ich eine finnische Tonspur gehabt hätte - aber in Finnland wird so gut wie gar nicht synchronisiert, d.h. es gibt nur finnische Untertitel... Dafür aber keine Deutschen, aber das kann ich verschmerzen.

77. ein Tag pro Monat chillen ohne Verpflichtungen (5 / 32)

Vor dem Urlaub ging das gar nicht - aber dafür im Urlaub dann ausführlich. Da wurde dann auch einfach das Telefon auf stumm geschaltet, Emails nicht abgerufen - und prompt wollte mich natürlich jemand von der Arbeit ganz dringend erreichen... Nunja, shit happens, oder?

78. mindestens ein Mal pro Monat Oma anrufen (5 / 32)

Na, wenn Muttertag ist, ist das ja so gar kein Problem, mal bei Oma durchzuklingeln - aber ich habe es tatsächlich auch ein zweites Mal vor dem Urlaub geschafft und nach dem Urlaub hat Oma mich angerufen, weil meine Postkarte tatsächlich auch mal bei ihr angekommen ist.
 
79. neue Rezepte ausprobieren (10 / 50)

Neben den grandiosen Käse-Speck-Brötchen, die mir Ina empfohlen hat, gab es auch noch eine unglaublich leckere Pizza mit Zucchini und Schafskäse. Danach wurde es kochtechnisch aber mau - vor dem Urlaub will man ja nicht so wirklich groß einkaufen und nach dem Urlaub war logischerweise auch nicht so wirklich viel zu Hause. Aber im Juni kommt mich der beste Freund besuchen - vielleicht kochen wir ja was Feines...

81. Macarons backen (0 / 1)

Immerhin habe ich mir beim Bäcker zwei Macarons gekauft und festgestellt, dass die Schokoladenvariante ein bisschen langweilig schmeckt, die Pistazien dafür lecker... Und heute gab es bei Aldi eine Macaron-Backmischung, die ich dann auch mal mitgenommen habe - mal schauen, wann ich dazu komme und ob sie mich überzeugen kann.

86. neue Restaurants probieren (1 / 5)


Natürlich waren wir im Urlaub in neuen Restaurants - aber das zählt nicht, auch wenn das Essen wahnsinnig lecker war! Auch hier gilt - ich setze große Hoffnungen auf den besten Freund, wobei wir auch nicht so viel Zeit und wahnsinnig viel vor haben *grübel*

96. auf dem Wochenmarkt einkaufen (3 / 25) 

Ha, heute früh hatte ich endlich Zeit, auf den Wochenmarkt zu fahren und habe letztlich nur Kartoffeln gekauft... Aber besser als nichts!

98. mindestens ein Mal pro Monat Fisch essen (5 / 32)

Ich habe mir schon Sorgen gemacht, ob ich das überhaupt diesen Monat schaffe, mit dem Fisch - also habe ich gleich Anfang des Monats mal wieder Kabeljau gekauft und mit Zucchini-Karotten-Gemüse gemacht. Zugegeben, das ist nicht sonderlich kreativ, aber es war zumindest geschmacklich okay.

Eigentlich würde ich ja gerne mal anderen Fisch probieren, aber die sahen bisher in der Auslage immer nicht gar so schön aus oder waren einfach alle... Und tiefgefrorenen Fisch will ich irgendwie nicht so wirklich kaufen...

Erkenntnis des Monats: Wein und ich, wir werden einfach keine Freunde... An einem schönen Wochenende überkam mich des Abends der irrige Eindruck, dass ich jetzt wohl gerade Riesenlust auf Wein hätte (bei Wein ist bei mir normalerweise spätestens nach einem halben Glas Schluss und ich habe eigentlich nie Lust auf Wein) - also entkorkte ich mühsam eine Flasche Weißwein, die mir irgendwer mal geschenkt hat, goss mir ein halbes Glas ein und stellte nach dem zweiten Schluck fest: Wein ist und bleibt einfach nicht lecker ist. Da helfen auch tiefgefrorene Himbeeren nicht! Mal sehen, ob es nun irgendwann Risotto gibt oder irgendwas anderes, in dem der Wein Verwendung findet...

Freitag, 30. Mai 2014

Misslyn "Sweet summer" 350 Ocean at midnight

Und weiter geht es im fröhlichen Misslyn-Reigen - diese Menge an Lacken ist wirklich ein klitzekleines bisschen anstrengend, aber dank eurer Angaben habe ich jetzt zumindest eine gewisse Vorauswahl, auf die ich zurückgreifen kann! Einer der Lacke, die mich auch sehr angesprochen haben, ist "Ocean at midnight" und ich war sicher, dass der perfekt in den "Blue Friday" passen würde.

Dann habe ich ihn lackiert und war mir sehr sicher, dass er definitiv nicht in den blauen Freitag passen würde - der Lack ist ja wohl eindeutig grün! Also habe ich Fotos gemacht und war mir zwischenzeitlich wieder eindeutig sicher, dass das Blau wäre - nur um keine fünf Minuten später wieder ein eindeutiges Grün zu sehen. Ich glaube, um diesen Lack kann man sich wirklich streiten - Fakt ist, dass er wahnsinnig toll ist und meine Kamera eher auf den blauen Zug aufgesprungen ist.
"Ocean at midnight" habe ich in zwei Schichten lackiert, die erste ist noch ein bisschen sheer - das liegt aber auch daran, dass ich einfach dünn lackiere und mit dem Pinsel auch nicht so die Masse an Lack auf die Nägel kriege. Die zweite Schicht macht alles perfekt deckend und wie schon bei den anderen Lacken dieser Kollektion muss man sich hier mit dem Auftrag ein bisschen beeilen, ansonsten schiebt man einfach die Farbschichten ein bisschen auf dem Nagel hin und her. Auf den Bildern habe ich noch einen Topcoat aufgetragen, weil mein Zeigefinger ansonsten einfach mistig aussieht (ich befürchte so langsam, dass ich ums totale Kürzen doch nicht herumkomme).
Auf den Nägeln ist "Ocean at midnight" je nach Lichteinfall ganz unterschiedlich - in einer mittelblauen, recht sheeren Lackbasis schwirren nämlich ganz viele smaragdgrüne Schimmerpartikel herum und dieses Zusammenspiel führt zu einer Vielfalt an Farben: Mal wirkt der Lack eindeutig smaragdgrün (das kriege ich aber nicht geknipst, weil der Blitz anspringt und es ansonsten zu dunkel ist), weil der Schimmer so im Vordergrund steht und die blaue Lackbasis total überstrahlt, mal ist der Schimmer eher hintergründiger und der Lack wirkt eindeutig sehr dunkel türkisfarben.
Man erkennt es auf den Nägeln ganz gut: Ein bisschen streifig wird das Geschimmere schon, aber in diesem Fall stört mich das absolut nicht - immerhin kann man so den Schimmer gut erkennen. Stellenweise wirkt dieser Schimmer übrigens dann auch türkisfarben und die leicht angedunkelte blaue Basis des Lacks kommt ganz gut durch... Ich bin mir ehrlich gesagt immer noch nicht so ganz sicher, was für eine Farbe der Lack denn nun hat, das ursprüngliche Petrol sieht man am ehesten im Fläschchen, der Lack selbst ist Blau und der Schimmer ist mal hü, mal hott...
So wirklich ozeanig wirkt der Lack dann eigentlich auch nicht wirklich - dafür ist der Grünstich doch zu stark, ich bin da ja eher so ein bisschen bei mystischen Drachenwesen, der Schuppen im Licht schimmern... Weil grünen Ozean will ich lieber nicht haben, da denke ich doch eher an Algen und irgendwelches eklige Zeug und das möchte ich bei diese wahnsinnit tollen, farbintensiven und auch unterschiedlichen Lack so gar nicht machen! Da schaue ich doch lieber alle fünf Minuten, ob der Lack denn nicht schon wieder seine Farbe "geändert" hat (ehrlich - ich sitze auf der Couch und bin ganz sicher, dass das Smaragdgrün ist - bis der Lack doch ein bisschen bläulich wirkt...).
Witzigerweise ist auch im Sonnenschein das Farbspiel nicht einheitlich - je nach Lichteinfall ist auch hier mal der grüne, mal der bläuliche Anteil im Vordergrund und ich bin ganz froh, dass meine Kamera zumindest einheitlich eher im blauen Bereich geblieben ist - das menschliche Auge muss ja auch irgendwo seine Vorteile haben! Auf jeden Fall bin ich ganz hin und weg von "Ocean an midnight" und muss sagen, dass mich der Lack wirklich sehr positiv überrascht hat und sich auch zu einem meiner Favoriten in der Kollektion entwickeln könnte...
Wie bei dunklen Farben so üblich, ist hier Tipwear sehr schnell auffällig - deswegen sollte man beim Lackieren einfach darauf achten, den Lack auch wirklich bis zu den Spitzen zu ziehen und vielleicht uuch vorne einen kleinen Abschluss quer zu machen. Die Haltbarkeit ist ansonsten im üblichen Rahmen, das Ablackieren hier auch kein Thema - keine Verfärbungen zu sehen! Ich bin ein bisschen verliebt - und mir einfach immer noch nicht sicher, ob das nun Grün oder Blau ist...

"Ocean at midnight" wurde mir kosten- und bedingungslos von Misslyn zur Verfügung gestellt.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Helsinki: Quer durch die Stadt, Teil 1

Bevor ich mich hier gleich wieder in meinen Haufen Arbeit stürze (Feiertage werden ja sowieso überbewertet...), gibt es heute ein paar weitere Bilder aus Helsinki. Da es doch ein paar mehr geworden sind, kommt demnächst noch der zweite Teil der Stadteindrücke bzw. der Sehenswürdigkeiten, die irgendwie in der Stadt verteilt sind und kein eigenes großes Posting kriegen.

Auch wenn ich mit dem Flieger nach Helsinki gezischt bin, war der Drehpunkt in der Woche doch der Hauptbahnhof, der wirklich der zentrale Umschlagplatz ist: Der Bus vom Flughafen hält dort, sämtliche Züge, Buslinien und Trams sind in unmittelbarer Nähe und auch in die Metrostation kann man gleich reinfallen - entsprechend riesig ist der ganze Bahnhof aber auch und man kann doch ein kleines bisschen den Überblick verlieren.

Das Gebäude wurde vom finnischen Architekten Saarinnen entworfen und ist auch ein gutes Beispiel für den finnischen Jugendstil, der sich auch in anderen Stadtteilen wiederfindet und teilweise auch Elemente der Kalevala, des finnischen Nationalepos enthält.

Die Gebäudefassade besteht aus finnischem Granit, was dem Gebäude doch auch eine gewisse Würde und ein wenig klobige Klotzigkeit verleiht - diese wird jedoch stellenweise auch durch spielerische Elemente wieder aufgelockert. Ich fand den Bahnhof sehr imposant und fand es gar nicht so übel, auch täglich einen Blick drauf werfen zu können - vor allem, weil der Uhrturm auch eine gute Orientierung bietet.

Die erste Unternehmung in Helsinki war eine Free Walking Tour, wie wir sie auch schon in Boston ausprobiert hatten - allerdings hatte D. mit dem letzten Guide in Helsinki schlechte Erfahrungen gemacht, also wollten wir erstmal sicherstellen, dass an diesem Tag jemand anders dran war.

Unsere Stadtführerin war dieses Mal eine Österreicherin, der man die Begeisterung für die Stadt wirklich angemerkt hat und so schlossen wir uns der Gruppe doch an, die am Dom startete. Bei perfektem Wetter war die klassizistische Kirche am Senatsplatz, die von einem deutsch-finnischen Architekten (Carl Ludwig Engel) geplant wurde, wirklich sehens- und die historischen Ausführungen dazu auch hörenswert. Finnland gehörte ja lange Zeit zu Schweden, wurde dann an Russland abgetreten und wurde vor seiner Unabhängigkeit als Pufferland öfters mal hin- und hergereicht...

Unsere Führung ging wirklich durch die halbe Stadt und an diversen sehenswerten Stellen gab es auch immer wieder nette historische Informationen, kleine Anekdoten oder einfach auch nur Erklärungen zu Besonderheiten.

Das Ständehaus, das auch heute noch sehr imposant ist, diente im 19. Jahrhundert z.B. für die nicht-adeligen Stände als Versammlungshaus - der Adel hatte logischerweise irgendwo anders sein eigenes (wahrscheinlich total unauffälliges) Tagungshäuschen... Als 1906 dann ein Parlament eingeführt wurde, hatten z.B. auch schon Frauen ein Wahlrecht - ganz schön fortschrittlich, diese Finnen!

Der nächste Stop führte uns nach ein bisschen Wanderung zur Uspenski-Kathedrale, einer orthodoxen Kirche, die seit dem 19. Jahrhundert die größte orthodoxe Kirche in Westeuropa ist. Schon von außen ist der rote Ziegelsteinbau ein sehenserter Einblick, aber auch der Innenraum ist definitiv einen Blick wert. Wir hatten gerade Glück und konnten einen Blick in das Gebäude werfen - bei einem laufenden Gottesdienst (oder gar einer Hochzeit, wie sie wohl bei einer der letzten Touren dort abgehalten wurde) hätte ich nicht wirklich stören wollen, aber so konnten wir uns umsehen, ohne jemanden zu stören.
Die Kathedrale ist auch aufgrund ihrer Goldaufbauten von vielen Stellen Helsinkis gut sichtbar und ebenfalls ein guter Orientierungspunkt - vor allem, da man das Geglitzer bei gutem Wetter sehr gut aus so ziemlich jeder Entfernung erkennt.
Als kleinen Gag am Rande wurden wir ins Hotel Katajanokka geführt, das von Best Western betrieben wird - und früher mal eine Haftanstalt war. Das dazugehörige Restaurant heißt passenderweise "Jailbird" und man hat doch viele der Eigenheiten von Gefängnissen beibehalten - ich bin da mal ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob ich unbedingt in einem Hotel schlafen wollen würde, das früher mal ein Knast war...

Einige der (sehr) alten Zellen sind noch erhalten und können auch besichtigt werden - und natürlich gibt es wohl auch die eine oder andere Geistergeschichte, die man bei den kärglich (oder eher gar nicht) eingerichteten Massenzellen, in die Gefangene zum Zwecke der Folter auch mal eingepfercht wurden, gut nachvollziehen kann...

Allerdings hatte man hier auch dem finnische Prämierminister mal eine Suite eingerichtet, als diese nach dem Winterkrieg als Schuldiger verknackt wurde, das Volk ihm jedoch eigentlich noch wohlgesonnen war (zumindest, sofern man der Geschichte unseres Guides Glauben schenken kann).

Natürlich führte uns die Tour auch an den Esplanadi vorbei, einer Parkanlage, die von eher sehr hochpreisigen Einkaufsstraßen gesäumt ist. In der Mitte des Parks ist das Denkmal des finnischen Schriftstellers Johan Runeberg zu finden, der den Text der finnischen Nationalhymne geschrieben hat (witzigerweise wird die gleiche Melodie auch für die estnische Nationalhymne genutzt).

Die Geschichte um die Holde zu seinen Füßen habe ich irgendwie nur noch halb im Kopf - auf jeden Fall ist der Text der finnischen Nationalhymne auf dem Mantel der Dame zu finden und die Holde symbolisiert wohl irgendwie Finnland... So grob gesagt, finden die Finnen wohl, dass Finnland auf der Landkarte wie eine Frau aussehen würde und orientieren sich deswegen auch an den Körperteilen - man würde wohl sagen, dass irgendwelche Orte "an der Kapuze" oder eben "am Arm" zu finden sind (oder irgendwie sowas).

Der Park wird aber auch für allerlei Veranstaltungen genutzt, an unserem letzten Tag wurde da von Marimekko, wohl einer DER finnischen Modemarken, eine Modenschau aufgeführt, die wahnsinnig viele Leute angezogen hat.

In der Nähe des Hafens gibt es auch noch eine kleine Statue, die besonders an Vappu, dem finnischen Maifeiertag, das Zentrum des Geschehens ist: Havis Amada ist eine Bronzestatue und stellt eine Meerjungfrau dar, der von den Studienten am 1. Mai eine Studentenmütze aufgesetzt wird, bevor das große Besäufnis startet...

Aber auch an anderen Tagen ist der Brunnen doch sehr hilfreich, da durch den Seewind häufiger mal eine kleine Abkühlung durch die Gegend gepustet wird - und man kann gut am Rand sitzen und Eis essen (muss dann aber auch aufpassen, dass einem nicht irgendwelche Möwen was wegschnabulieren)!

So völlig ohne kompetente Führung haben wir uns dann noch in den Sibelius-Park geschlagen, der dem bedeutendsten finnischen Komponisten Jean Sibelius gewidmet ist. Davon abgesehen, dass der Park hübsch gestaltet ist und man dort viele niedliche Piepmätze beobachten und sich einfach mal gemütlich ins Gras setzen kann, gibt es natürlich auch ein Denkmal für Sibelius.













Es war ein Riesenaufwand, da mal ein Foto von zu bekomen, ohne dass sich ständig irgendwelche Touristen darauf tummelten - die werden nämlich mit Bussen regelrecht in den Park gekarrt und müssen nur die 100m von der Straße bis zum Denkmal laufen (oder eher: schlurfen, weil die meisten wie Teilnehmer einer Seniorenkaffefahrt aussehen), um es zu bestaunen, zu begrabbeln und einfach unfotogen zu machen.
Das Denkmal besteht aus zwei Teilen, die orgelähnlichen Röhren, die von Eila Hiltunen gestaltet wurde, waren den Finnen wohl irgendwie zu abstrakt - also hat man irgendwann einfach noch eine Büste von Sibelius mit... naja, einem weiteren Klumpen gestaltet und neben die Orgel gesetzt... Zumindest ist so klar, wem das Denkmal gewidmet ist - aber wirklich hübsch ist diese Büsten-Klumpen-Installation nicht (ich finde ja, dass das Orgeldings vollau ausgereicht hätte).
Dafür können sich die Stahlröhren wirklich sehen lassen - die feinen Muster auf den Röhren sind einen Blick wert und insgesamt sind die Effekte, die hier durch das Sonnenlicht entstehen, sehr interessant (wenn man ein bisschen zu viel Intus hat, kann man in den wirren Mustern bestimmt auch eine Bedeutung sehen...). Insgesamt ist der Park auch einfach ein guter Ort, um sich gemütlich mit ein bisschen Gebäck oder einem Eis in der Mittagspause hinzusetzen und sich vom vielen vielen Rumgelaufe zu erholen, bevor man zu den weiteren Sehenswürdigkeiten aufbricht...

Mittwoch, 28. Mai 2014

essie "Navigate her" Tour de finance

Letzte Woche war mit Taupe doch sehr umstritten - ich finde die Farbe ja wahnsinnig toll und so fand ich auch die Galerie wirklich spannend! Dafür habe ich mich doch ein bisschen vor dieser Woche gefürchtet, weil Pink nun einfach so absolut ganz und gar nicht meine favorisierte Farbe ist... Welchen Lack ich lackieren würde, stand eigentlich schon seit geraumer Zeit fest - weil das doch einer der eindeutig sehr pinkesten Lacke in meiner Sammlung ist und ansonsten wohl kaum Chancen hätte, auf dem Blog gezeigt zu werden.

"Tour de finance" habe ich mir in einem Bundle gekauft - "absichtlich" lege ich nämlich kein Geld für einen pinken Lack hin (dürfte irgendwie nachvollziehbar sein, wenn man die Farbe nicht gar so toll findet, oder?). Lackiert habe ich zwei Schichten, die sich mit dem breiten Pinsel einfach auftragen ließen und auch recht zügig getrocknet sind. Eine Schicht Topcoat drüber hat die Unebenheiten in meinem angeknacksten Zeigefingernagel dann noch komplett ausgeglichen (mal sehen, ob sich das so hält oder ob ich nicht doch bald mit ratzekurzen Nägeln rumlaufen muss).
Was die Farbe angeht, würde ich mal sagen: Pink. Definitiv intensiver, leicht blaustichiges Pink mit einem feinen Schimmer, der auf den Nägeln erstaunlich gut rauskommt und dem Lack noch einen kühleren Anstrich verpasst. Auf den Bildern ist dieser Schimmer sogar noch ein wenig auffälliger als auf den Nägeln und macht den Lack doch schon ein bisschen spannender - auch wenn ich sonst bei dezenten und unauffälligen Schimmereffekten immer sage, dass sie auffälliger sein könnten: Hier passt dieser feine Schimmer einfach perfekt und verleiht dem Lack einen besonderen Touch.
Und was wirklich erschreckend ist: Ich fand "Tour de finance" gar nicht mal so übel! Der Lack ist intensiv, aber nicht kreischend-girlyhaft und mit dem feinen Finishauch speziell. Und da ich momentan (zumindest an den Armen und Händen) nicht mehr gar so blass ist, fand ich die Farbe auch sehr passend. Keine Sorge, ich werde jetzt ganz bestimmt nicht zu einer Pinkliebhaberin und mir dutzende pinke Lacke zulegen - aber bei "Tour de finance" hatte ich nicht gleich nach dem Lackieren das dringende Bedürfnis, den Lack wieder abzumachen, sondern bin tatsächlich anderthalb Tage mit pinken Nägeln rumgelaufen (und niemandem ist das aufgefallen!).
Dann war ich aber doch ein wenig gesättigt - meine Toleranzschwelle für Pink hat sich also nicht komplett verabschiedet - und habe mir nach langer Zeit mal wieder mein Stripingtape geschnappt und meine Nägel beklebt (ich hatte ganz vergessen, was für eine Fitzelei das mit diesen dünnen Streifchen ist!). Nachdem ich mir wie wild Streifen auf die Nägel geklebt hatte, stand die Frage offen, welche Farbe den darüber kommen sollte - und letztlich habe ich mich für "Penny talk" entschieden, weil ich den Lack noch gar nicht lackiert hatte und den Kontrast zwischen Pink und dem sanften Metallicton doch hübsch fand.
Um die Streifigkeit von "Penny talk" ein bisschen herauszunehmen, habe ich die Mani noch mit einem matten Topcoat überzogen. Der Schimmer, der eigentlich in "Tour de finance" steckt, geht auf der doch nur kleinen Fläche zwar komplett unter, aber der Kontrast bleibt gut erhalten. Je nach Licht wirkt die Mani dann ein wenig wärmer-rötlicher oder auch eindeutig kühler-blaustichig; aber insgesamt finde ich die Kombination der beiden Lacke gar nicht so schlecht und auch wenn das Muster ein bisschen sauberer sein könnte, hat die Mani was!
Die anderthalb Tage, die ich "Tour de finance" solo getragen habe, hat mich die Haltbarkeit leider nicht so ganz überzeugt - irgendwann konnte ich nämlich an zwei Fingern den halben Lack ablösen und habe mir auch mehrere Eckchen abgebrochen. Ich weiß nicht, ob das eine blöde Reaktion mit dem Basecoat war, aber ein bisschen ungeschickt fand ich das schon. Das Ablackieren ging dann aber problemfrei und ich konnte mir doch wieder eine "hübschere" Farbe auf die Nägel packen.

Cyw ist heute definitiv ein bisschen bonboniger unterwegs und ich bin mir nicht sicher, ob das nicht sogar ein Holozuckerstückchen ist, das sie da lackiert hat:
jahreszeitenhaus.blogspot.de
Uff, so ein bisschen bin ich ja doch froh, dass wir Pink für diese Runde geschafft haben - jetzt kann ich mich erst einmal entspannen, die heutige Galerie wahrscheinlich nur mit einem halben Auge überfliegen (sorry an alle, die Pink einfach nur grandios finden!) und mich dafür umso mehr auf die nächste Woche freuen: Da wird es nämlich Grün und zwar nicht hell oder tannig, sondern satt und mittig Gras-Wiesen-Froschgrün!


Dienstag, 27. Mai 2014

Solo für Schwarzwald

Während Alice heute einen Sammelpost mit wahnsinnig vielen Beiträgen zu ihrer "Solo für 3"-Aktion veröffentlicht hat, habe ich es auch endlich geschafft, mal ein entsprechendas AMU zu pinseln... War gar nicht mal so einfach, da überhaupt was Annehmbares hinzukriegen - und nach Helsinki mit maximal Mascara im Gesicht (ich laufe ja bei 30°C nicht bunt angemalt in der Sonnenhitze rum!) doch auch doppelt so schwer...
Eigentlich hatte ich einen doppelten Eyeliner angedacht, aber da ich mir doch einen dunklen Lidschatten ausgesucht hatte, ist da nur Gematsche bei rausgekommen und was nun Liner, was Lidschatten sein sollte, war gar nicht mehr erkennbar... Also habe ich mich entschlossen, meinem Protagonisten "Schwarzwald" von Kosmetik Kosmo doch ein wenig mehr Raum auf dem Auge zu geben und war letztlich doch erstaunt, dass das ganz herzeigbar geworden ist und mir sogar an mir recht gut gefällt. (Grundsätzlich finde ich AMUs mit nur einem Lidschatten toll - aber vor allem an anderen...)
Neben "Schwarzwald" gibt es natürlich noch zwei weitere Akteure: Einen schwarzen Geleyeliner von essence ("BBC All night black" wenn ich nicht irre), der einfach intensivschwarz ist und ein mattes Ergebnis liefert - kein großer Schnickschnack also. Natürlich darf auch eine Mascara nicht fehlen und dafür habe ich die "Colossal Go extreme! Volum' express"-Mascara von Maybelline aus der dm Box vom Mai genommen. Sie macht ihren Job ganz solide, aber ich sehe jetzt weder übermäßig viel Volumen noch sonstige Besonderheiten an dem Teil... Mascara eben!
Was "Schwarzwald" angeht, ist das ein wirklich toller Ton - ein dunkles, leicht rauchiges Grün, das einen leichten Schimmer hat. Insgsamt ist der Lidschatten einfach recht dunkel, wodurch der Farbeinschlag ein wenig verloren geht, aber gerade, wenn man "Schwarzwald" auf dem gesamten Lid aufträgt (und nicht wie ich sonst immer nur in der Lidfalte zum Abdunkeln) werden die Besonderheiten dieses Lidschattens deutlicher. Im Sonnenschein kommt der feine Schimmer auch noch einen Hauch deutlicher raus.

Auch wenn der dunkle Lidschatten schon ein bisschen krass wirkt - da er hauptsächlich auf dem beweglichen Lid zu finden ist und nicht über die Lidfalte hinausgeht, ist der Effektgar nicht so dramatisch, dass das nur als Abendmakeup durchgehen würde. Ich war selber ganz erstaunt - ich finde dunkel geschminkte Augen wahnsinnig toll, leider sieht das bei mir vor allem mit einem dunklen unteren Wimpernkranz ganz schnell nach hochhackiger Oststaatenschönheit am Wegesrand aus...

Aber so, ein bisschen eingegrenzt und vor allem mit heller Wasserlinie taugt mir das ganz gut - auch wenn ich gestehen muss, dass ich am liebsten im Innenwinkel doch noch einen anderen, hellen Lidschatten aufgetragen hätte; aber ich bin standhaft geblieben und deswegen doch ein bisschen stolz auf mich!

Montag, 26. Mai 2014

Helsinki: Erste Eindrücke

Hach ja - ist das nicht schön? Man hatte gerade ein bisschen Urlaub, schwelgt noch in Erinnerungen und hat sich einen Hauch Urlaubsfeeling bewahrt, radelt gut gelaunt auf die Arbeit... Und in dem Moment, in dem man das Büro betritt, möchte man schon wieder gehen: Der PC fährt nicht hoch, der Monitor funktioniert nicht und ach ja, bis heute Nachmittag muss noch etwas erledigt werden, das für gewöhnlich drei Tage Arbeitszeit braucht - wo ist mein Flieger zurück in den Urlaub?!

Da ich aber - wohl oder übel - erst einmal einige Zeit lang hier festsitze, gibt es heute einfach schonmal ein paar Eindrücke aus Helsinki. Ich habe natürlich mal wieder viele, viele Bilder gemacht und muss die erst einmal sinnvoll sortieren, aber den Klassiker (so sagte man mir) habe ich heute schon!
Eines der (anscheinend) beliebtesten Fotomotive ist der Finlandia-Schriftzug, der in Helsinki vor dem Kongresscenter an der Mauer prangt. Nicht sonderlich spannend, nicht übermäßig besonders - die große Herausforderung ist, ihn ohne ein Auto, einen Bus oder einen Straßenbahn (oder eben Fußgänger) zu fotografieren und voilá, ich habe es geschafft!

Ich habe allerdings eine Ahnung, warum so viele gerne diesen einfachen Schriftzug fotografieren - denn Finnisch ist schon wirklich eine Sprache für sich... Man kommt in Helsinki ganz gut mit Englisch durch (mein Finnisch-Wortschatz beschränkt sich auf "Danke", "Straße", "Insel", "Festung" und die Zahlen von eins bis drei), aber stellenweise wäre Finnisch (oder auch Schwedisch, da offizielle Bezeichnungen und auch Straßennamen immer in beiden Sprachen angegeben werden) schon nicht schlecht. Der öffentliche Personennahverkehr ist sehr gut ausgebaut - allerdings gibt es nur teilweise Anzeigen in den Bussen, an welcher Haltestelle man gerade ist (der Bus hält auch nur an, wenn jemand aussteigen will oder jemand winkt (!), dass er einsteigen möchte) und beim Vorbeifahren kann man die stellenweise sehr langen Namen einfach nicht entziffern...

Nur mal so als kleines Beispiel - diese ellenlange Bezeichnung, die da in einem Wort zusammengefasst ist, heißt "Blauer Pfeilgiftfrosch". Während man aus dem Schwedischen noch im Ansatz schlau wird und das "Blå" als Blau und "Pilgiftsgroda" zumindest halbwegs als Pfeilgift-irgendwas entschlüsselt kriegt, kann ich beim Finnischen nur Raten...

Aber Gott sei Dank ist man sich der Tatsache bewusst, dass Touristen nicht so wirklich mit der Landessprache zurecht kommen und hat vor allem in Restaurants mehrsprachige Karten (teilweise sogar auf Deutsch!). Das erleichtert einem die Auswahl bei den verhältnismäßig teuren Lebensmitteln doch ungemein (im Supermarkt funktioniert das dann aber nur über die schwedischen Angaben oder die Hoffnung, dass das auf dem Bild auch das ist, wofür man es hält).

Apropos Essen: Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, ein paar landestypische Gerichte zu probieren - zumindest die, bei denen mir nicht gleich der Appetit komplett vergangen ist (wie bei Innereien oder auch Lakritze, die einfach absolut nicht mein Geschmack ist). Auch wenn in Finnland das Rentier keineswegs täglich auf den Tisch kommt, habe ich bei uns noch nirgendwo Rentiergerichte gesehen - also musste ich das natürlich mal probieren.
Ob als Rentiergeschnetzeltes auf Kartoffelstampf oder als Rentierburger - ich muss sagen, ich kann mich tatsächlich mit diesen knuffigen Tierchen auf meinem Teller anfreunden! Geschmacklich geht Rentier in Richtung Wild, hat aber weniger Eigengeschmack als z.B. Hirsch. Beide Male war mein Fleisch wirklich gut gemacht und auch wenn man in Helsinki doch ein bisschen tiefer für ein Hauptgericht in die Tasche greifen muss (so um die 20€), hat sich das definitiv gelohnt!

Ansonsten war ich leider ein bisschen faul, was das Fotografieren von Essen anging - aber Hefegebäck mit den unterschiedlichsten Füllungen sieht auch überall recht ähnlich aus und ab und zu ist es auch einfach besser, das Essen zu genießen und es nicht vorher noch formschön abzulichten... Zumindest habe ich das beschlossen und fröhlich vor mich hingemampft, während die Kamera in der Tasche verstaut blieb - beim Laufen war das teilweise auch besser so.

Mit wachsender Begeisterung habe ich aber das tolle Wetter fotografiert, das uns die ganze Woche über begleitet hat: Vom Mittwoch abgesehen, an dem der Himmel ein wenig wolkenverhangen war und wir uns im Museum und in den Einkaufscentern herumgetrieben haben, waren wir nämlich mit strahlendblauem Himmel gesegnet, der nur hier und da von ein paar dusigen Schleierwolken durchzogen war. Mit Temperaturen von 25°C aufwärts hatten wir nicht gerechnet - und natürlich hatte ich auch keine Sonnencreme mitgenommen (was zu einem kleinen Sonnenbrand führte)...
Am kleinen Hafen, an dem die Fähren abfuhren und auch einige Leute ihre Boote liegen hatten, konnte man sich am Markt nicht nur gemütlich umschauen und allerlei touristentaugliche Souvenirs kaufen (von aufgepimpten Bildern der Aurora Borealis über die üblichen Schlüsselanhänger, Postkarten und Tassen zu Tierhäuten und Mützen, Shirts und Hoodies), sondern auch Eis, Waffeln oder "ordentliches" Essen wie frisches Obst (oh, was haben die Erdbeeren lecker geduftet!) und Gemüse, aber auch schon zubereitete Fisch-, Fleisch- und auch vegetarische Pfannengerichte und sonstige Schlemmereien kaufen. Mit einem Eis in der Hand auf einer der Schildkröten platziert konnte man auch ganz nett ein paar Minuten lang dem bunten Treiben zusehen und sich fragen, ob die das mit dem "Helsinki-Eye" nun wirklich ernst meinen...
Auch wenn Helsinki keinen Sandstrand hatte, war die Aussicht auf die Ostsee auch von den Kiesstränden aus einfach phänomenal - das Wasser war (aus meiner Sicht) zum Baden zwar noch zu kalt, aber man konnte sich gut die Sonne auf den Pelz brennen und sich von ein paar Meeresgeräuschen einlullen lassen... Es gibt in Helsinki jetzt vielleicht nicht die kulturellen Attraktionen, die man ganz dringend unbedingt sehen muss, um nicht dumm zu sterben - aber dafür kann man sich an den Parks und vielen Grünflächen erfreuen, durch die Stadt schlendern und sich wundern, dass da so wenige wirklich hohe Gebäude, aber dafür umso mehr Supermärkte zu finden sind. Ersteres liegt an einem Bebauungsplan, der für Gebäude ab 6 Stockwerken eine besondere Genehmigung vorsieht - letzteres kann ich mir vor allen bei den Preisen nicht so wirklich erklären...

Aber auch durch die Stadt kann man gemütlich schlendern, sich an einigen Stellen Jugendstilhäuser ansehen, sich über die schrecklich vielen Einkaufsmöglichkeiten wundern (direkt neben einem großen Einkaufszentrum ein zweites hinzupflanzen ist zumindest sonderbar) und feststellen: Während bei uns alte Frauen aus den Fenstern hängen und akribisch beobachten, was so auf der Straße passiert, sind dafür in Helsinki anscheinend die Hunde zuständig... In dem Fenster rechts neben der Tür hängt nämlich wirklich ein Wauzi und überwacht sein Revier!

Bevor das jetzt hier ausartet, kurz zusammengefasst: Mein Helsinki-Trip war klasse, das Wetter war bombig und ich habe so einiges gesehen: Natürlich den Zoo auf Korkeasaari, das Naherholungsgebiet Seurasaari mit unglaublich zutraulichen Eichhörnchen, das Weltkulturerbe der Festungsinsel Suomenlinna mit ein paar Kanonen und massenweise Entengetier, diverse Parks mit Wacholderdrosseln, die wir erst mühsam als solche identifizieren mussten, das Olympiastadium - und die Stadtführung mit ein bisschen Geschichte durfte auch nicht fehlen... Es wird also definitiv noch das eine oder andere Posting geben - grundsätzlich ist Helsinki aber durchaus zu empfehlen!