Montag, 8. Dezember 2014

The woman who stole my life - Marian Keyes

Der Lesefaulheit aus dem November konnte nur mit einer Maßnahme begegnet werden - Zeit freischaufeln am Wochenende, Tasse Tee bereitstellen und es mit einem ganz anderen Buch probieren. Da kam mir "The woman who stole my life" von Marian Keyes, das bei Randomhouse erschienen ist, ganz recht. Über Bloggdeinbuch habe ich mich beworben, wobei ich eigentlich aufgrund des Klappentextes einen anderen Schwerpunkt erwartet hätte (Schande über mein Haupt, denn Marian Keyes sagte mir so gar nichts!) - aber letztlich muss ich sagen, dass es wirklich eine gelungene Ablenkung war und mir das Lesen Spaß gemacht hat. (Und Lottchen, das könnte doch was für dich sein!)
"The woman who stole my life" ist ein Titel, der sich augenscheinlich recht früh im Buch erklärt - so wird nämlich unsere Protagonistin Stella von ihrem (Ex-)Mann Ryan bezeichnet, weil sie erfolgreicher geworden ist als er und ihm - aus seiner Sicht - somit das erfolgreiche Leben gestohlen hat (an dieser Stelle dürfte wohl schnell klar werden, warum mir dieser komische Kerl nicht sympathisch geworden ist). Dass der Titel aber auch noch zumindest eine andere Bedeutung haben könnte, erschließt sich erst gegen Ende der Geschichte - sowas mag ich ja! Und ich befürchte, dass man das in der deutschen Übersetzung verhunzen wird...

Die Story dreht sich um die inzwischen 41 1/4 jährige Stella, die nach einem gemütlichen Familienleben mit erfolgreicherem Mann und zwei Kindern im Teenageralter erst einen Autounfall hat, der glimpflich abläuft, kurze Zeit danach aber mit Guillain-Barré im Krankenhaus landet. Die Krankheit und ihre Folgen werfen zwar Stella selbst nicht so sehr aus der Bahn (sie schlägt sich für meine Begriffe erstaunlich gut im Krankenhaus), aber dafür ihre Familie ganz schön. Ihr Mann Ryan ist weder im Umgang mit Stella, die bewegungslos, aber bei vollem Bewusstsein, auf der Intensivstation liegt, noch in Bezug auf seine Kinder kompetent - was wiederum bei Stella Schuldgefühle auslöst (ja, bewegungsunfähig im Krankenhaus liegend hat sie Schuldgefühle!)...

Stella gesundet letztlich jedoch und nimmt aus ihrer Krankenhauszeit sogar noch etwas Positives mit - ihr Neurologe hat nämlich sämtliche Kommunikation, die die beiden mittels Blinzeln geführt haben, festgehalten und Stellas Weisheiten in ein kleines Buch gepackt. Auf Irrwegen wird dieses Büchlein bekannt und Stella der vermeintlich neue Star am Selbsthilfebücher-Himmel, weswegen es sie von Dublin aus nach New York und dann nach einiger Zeit doch wieder zurück auf die grüne Insel verschlägt. Natürlich sind Männer im Spiel - sowohl erwachsene als auch jugendliche -, die Stella das Leben schwer machen und ihre Entscheidungen beeinflussen, allerdings gibt es auch einige Damen, die für Stella relevant(er) werden...

Insgesamt ist die Story wirklich nett aufgemacht - in mehrere Kapitel unterteilt verändert sich der Schwerpunkt der Erzählung und teilweise auch dessen Form. In der aktuellen Zeit führt Stella sozusagen Tagebuch, das auch in einer anderen Schriftart verfasst ist und somit die Orientierung leicht macht. Vor allem zu Beginn springt die Erzähllinie zwischen der aktuellen Zeit und Stellas Vergangenheit, jedoch werden die Erzählstränge sinnvoll aufeinander bezogen und die Abwechslung ist keineswegs störend, sondern eher angenehm und erfrischend.

Was die Charaktergestaltung angeht, ist sie in vielen Bereichen wirklich lebensnah und die handelnden Personen gut vorstellbar - an einigen Stellen jedoch für mich auch ein bisschen unlogisch in einigen ihrer Entscheidungen (aber das hält sich sehr in Grenzen). Keiner der Charaktere wird glorifiziert, sie haben alle so ihre Stärken und Schwächen und das macht die meisten durchaus sympathisch (die berühmten Ausnahmen gibt es natürlich trotzdem!) und treibt auch den Lesefluss voran. Schließlich wollte ich, trotz einer zutreffenden Vorahnung, dann auch wissen, wie es mit den Personen oder ihren Beziehungen weiter geht. Und an so einigen Stellen haben sie mich auch einfach zum Lachen gebracht.

Auch wenn das definitiv nicht mein Stamm-Genre ist - ab und an geht ein erfrischender, harmloser Roman auch mal. Es ist sicherlich keine hochtrabende Literatur, aber wirklich nett und angenehm geschrieben, mit witzigen Passagen, aber auch mit einigen Aspekten, die zum Nachdenken anregen (wenn man es denn möchte). Leicht und unterhaltsam war "The woman who stole my life" für mich auf jeden Fall die gut 500 Seiten wert!

Kommentare:

  1. das mit der leselfaulheit kenne ich auch ganz aktuell :)

    lg aus der EDELFABRIK chrissie

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    1. Ich finde diese Lesefaulheit so schade, weil gerade jetzt die perfekte Zeit zum Einkuscheln und Schmöckern ist... :/ Aber dann eben um Weihnachten rum! :)

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  2. Das klingt wirklich ganz gut. :) Ich habe irgendein Buch von Marian Keyes schon ewig auf meiner to-read Liste bei Goodreads... Ich glaub, es steht sogar auch eins zuhause im Schrank. Muss ich mich mal ranwagen. :D Aber momentan bin ich noch bei den Töchtern des Todes, komme nicht recht weiter, weil ich dann abends im Bett doch wieder zum Kindle greife. ^^

    LG Lotte

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    1. Na, wusste ich doch, dass das was für dich ist :P

      Pfui, Kindle? Du Abtrünnige :x

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