Samstag, 26. Juli 2014

Helsinki: Suomenlinna

Von meinem Helsinki-Urlaub (Mensch, ist das schon wieder lange her!) bin ich irgendwie noch das Posting zu Suomenlinna schuldig geblieben... Es schlummert hier schon einige Zeit in den Entwürfen und da ich den Ausflug wirklich schön fand, sollte er auch noch brav veröffentlicht werden. Auf die Festungsinseln machten wir uns an einem wunderschönen Tag auf, begleitet von strahlend blauem Himmel und entsprechendem Sonnenschein (der mir dann gut sichtbare Ärmelabdrücke vom T-Shirt bescherte).
Da Suomenlinna auf Inseln gebaut ist, kommt man da nur übers Wasser hin - also rauf auf die Fähre (mit dem Wochenticket ist das sogar kostenlos, ansonsten gibt es ein Hin- und Rückfahrticket für 5€). Die etwa 15 Minuten kann man gemütlich nutzen, um noch einmal einen Blick auf den Hafen von Helsinki zu werfen, die Fährenterminals genauer zu betrachten und sich einen Überblick über die vorgelagerten Inseln zu verschaffen - oder einfach den Möwen zuzusehen, die uns ein Stück der Überfahrt begleiteten. Unsere Fähre war zwar ziemlich voll, aber ein kleines Sitzplätzchen konnten wir doch problemlos ergattern und uns den Wind um die Nase wehen lassen.
Nach dem Aussteigen kann man noch kurz warten, bevor man sich auf macht, die Insel zu erkunden und schauen, ob sich das möglicherweise auf der Fähre befindliche Auto ohne größere Blessuren auf die Insel schleicht oder aufgrund der schweren Ladung (bis oben hin vollgepackt mit Alkohol aus Talinn) auf dem Schotterboden aufsetzt und sich den halben Unterboden ruiniert... Man könnte zwar denken, die Fahrer müssen so langsam Übung haben, aber anscheinend ist das nicht so - und ich weiß nicht, ob unter den Fährengästen nicht heimlich Wetten abgeschlossen werden, ob die Pkws heile runter kommen oder nicht (wir waren bei Weitem nicht die einzigen, die interessiert zugesehen haben!).

Auf den insgesamt fünf Insel, die 1991 zum Weltkulturerbe erklärt wurde, gibt es dann einiges zu sehen - die Festung selbst, Wehranlagen, unterschiedliche Museen oder auch hübsch aufgemachte Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert... Und, was mich doch sehr überrascht hat, auch einige Wohngebäude, die auch heute noch von ganz normalen Menschen genutzt werden - auf einer doch recht kleinen Insel zu wohnen, die einer der Touristenmagnete der Gegend ist, stelle ich mir ja ein bisschen freaky vor (vor allem, wenn alle Nase lang ein paar von diesen komischen Touris durch deinen Garten latschen!)...
Wir sind einfach gemütlich über die Insel gewandert - nach einem kleinen Zwischenstop im inseleigenen Supermarkt, bei dem wir uns mit einem kleinen Picknick in Form von Gebäck versorgt hatten, ging es auf die Grünanlagen. Suomenlinna wurde seit dem 18. Jahrhundert sogar bis 1973 militärisch genutzt (erst von den Schweden als Verteidigung gegen Russland, dann als Verteidigung Russlands gegen Schweden und England, letztlich von den Finnen selbst) und so sind noch ein paar (ganz schön viele) dieser Überreste zu sehen - allerdings inzwischen doch auch von der Natur übernommen, was stellenweise ein wenig surreal wirkt. Man kann dann gemütlich entlang des Weges schlendern und vor allem die schöne Aussicht genießen.
Ein kleiner Abstecher zu einem Trockendock, in dem wohl auch aktuell noch Schiffe gebaut (oder vielleicht nur repariert?) werden und man hat schon den ersten Blick auf die Festungsmauer. Es gibt auch einen kleinen Handwerkermarkt, allerdings haben wir da nur einen halben Blick reingeworfen und sind dann an den Restaurants und Cafés vorbei weiter über die Insel geschlendert. Man hätte wohl auch eine geführte Tour machen können (zumindest kamen an uns zwei Guides vorbei, die fleißig historische Abrisse zur Festungsgeschichte und der Anzahl verschossener Kanonenkugeln doziert haben), aber darauf haben wir ebenso verzichtet wie auf den Besuch eines der Museen (zur Geschichte Suomenlinnas, ein Kriegsmuseum und bestimmt noch weitere, die ich verdrängt habe). Bei dem Wetter war einfach anderes auf dem Plan!
Das Highlight der Festung, das Königstor, fand ich leider gar nicht so begeisternswert - halt ein Tor in einer Mauer, olé! - aber dafür die Anlage an sich, die sich über die Inseln hinweg erstreckte. Man könnte auch in die Schießscharten gehen (oder teilweise krabbeln) und sich so einen Eindruck vom Ausblick machen (ganz schön kleines Blickfeld!), aber am schönsten war doch der Blick über die Insel hinweg.

Dieser Ansicht waren nicht nur wir, denn so einige (Finnen?) hatten sich zum (Sonnen-)baden oder auch Picknicken auf Suomenlinna eingefunden und das wirklich perfekte Wetter genossen. Wir haben dann auch hier und da mal ein Päuschen gemacht, unsere Teilchen gemampft oder auch einfach nur ein bisschen gedöst - dafür ist die Insel nämlich perfekt geeignet! Kleine Grünflächen oder auch der Steinstrand laden da einfach zu ein - und die Versorgung mit dem Supermarkt ist ja auch sichergestellt.

Wenn man ein bisschen Abseits vom Hauptpfad geht, kommt man auch die eine oder andere ruhigere Bucht und wird nicht vom Durchgangsverkehr gestört (es gibt sogar einen kleinen Sandstrand-Abschnitt, der aber logischerweise total überlaufen ist). Da kann man dann nicht nur gemütlich sitzen, sondern auch den Entenfamilien beim Baden oder Sonnen zusehen und sich am guten Wetter erfreuen.

Zugegeben - der kulturelle Aspekt, dem man sich auf der Insel auch ausgiebigst widmen kann, ist bei uns etwas kurz gekommen... Aber trotzdem habe ich so einige Eindrücke mitgenommen und finde Finnland und Helsinki einfach klasse - auf seine eigene, ruhige und erholsame Art und Weise.

Kommentare:

  1. Ach wie schön. Nicht schlimm, wenn die Kultur mal etwas zurückstecken muss. In Ruhe die Umgebung und die Natur genießen hat ja auch was Kulturelles an sich. ;) Und dafür hast du ja sehr schöne Bilder mit nach Hause bringen können.

    LG Lotte

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    1. Ich finde das ja auch gar nicht schlimm - vor allem, wenn man wirklich so eine tolle Umgebung hat und das Wetter passt :)

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  2. Da kann ich mich Lotte nur anschließen! Und so ein bisschen Kultur war ja trotzdem dabei, auch wenn euer Ausflug nicht vordergründig kulturell ausgelegt war :D Aber bei den Bildern und Erlebnissen hast du auf jeden Fall tolle Erinnerungen und ich hatte grade einen kleinen Kurzurlaub im Geiste :D

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    1. Ja, so ein bisschen was kann man ja meistens mitnehmen :P Aber das viel Tollere war hier wirklich das Außenrum... Freut mich, dass dir mein Bericht gefallen hat :)

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