Montag, 23. Juni 2014

Helsinki: Seurasaari

Während ich gerade hoffentlich an irgendeinem See sitze und in einem Buch schmökere (oder bei Gewitter auf einer Couch sitze und in einem Buch schmökere...), habe ich für euch noch ein paar Bilder aus Helsinki herausgesucht. Mehrfach empfohlen und dringend ans Herz gelegt wurde mir ein Besuch auf Seurasaari, dem Naherholungsgebiet von Helsinki, das auch ein Freilichtmuseum enthält.

Die kleine Insel ist gut mit dem Bus erreichbar - wir haben uns aber zu Fuß auf den Weg gemacht und uns auf dem Weg so einige Sehenswürdigkeiten in Helsinki angesehen. Bei gutem Wetter sind wir dann gemütlich auch nach Seurasaari gewandert, um uns dann entsprechend zu erholen. Die paar alten Bauwerke (zwei oder drei Häuser, die tatsählich 8€ für die Besichtigung gekostet hätten) und Holzboote fand ich jetzt nicht so überaus spanned, deswegen gibt es davon auch keine Bilder. Grundsätzlich finde ich Freiluftmuseen ja toll, aber die Exponate waren einfach ziemlich langweilig; der "Eintritt" auf die Insel ist ansonsten kostenlos.
Aber wir waren auch gar nicht so sehr auf Kultur aus, sondern viel mehr auf Erholung - und das geht auf Seurasaari wirklich gut! Schon kurz nach der Fußgängerbrücke, die uns auf die Insel brachte, ging das verzückte Gequiecke los, denn wir hatten die ersten Tiere mit Nachwuchs entdeckt! Zwei Gänse weideten (weiden Gänse?) da an einer kleinen Aussichtsbucht und man hatte wirklich eine perfekten Blick auf die kleinen flauschigen Küken - bei uns machte sich definitiv Erholung breit (das mag auch daran gelegen haben, dass wir erstmal gemütlich auf einer Bank Platz genommen hatte)!
Ein paar Minuten den Weg weiter landeten wir auf einer Reihen Felsen und die sahen auch einfach perfekt aus, um sich mal draufzusetzen und die Sonne zu genießen - wir haben da den Begriff "Naherholungsgebiet" wirklich sehr wörtlich genommen und versucht, uns so nah wie möglich zu erholen... Aber ab und an braucht man ja auch einen kleinen Szenenwechsel und wo sich ein vielversprechender Ausblick ankündigte, haben wir einfach beschlossen, ihn uns zu gönnen.

Da die Insel insgesamt recht stadtnah ist, ist dort auch viel einheimisches Getier zu finden - und Möwen ganz vornedran. Während sie "in" der Stadt aber meistens nur im Vorbeiflug zu beobachten sind, kann man sie hier beim Nisten, Putzen oder auch nur beim Rumgammeln oder ärgern anderer Vögel beobachten. In etwas weiterer Entfernung haben wir auch zwei Haubentaucher entdeckt - die waren dann aber doch deutlich menschenscheuer als die Möwenund so blieb es doch bei einer Begegnung in der Ferne... Aber so gemütlich auf ein paar Felsen sitzen und die Tierwerlt beobachten - daran könnte ich mich glatt gewöhnen.
Neben zahlreichen Wasservögeln, die wir nicht unbedingt alle auseinanderhalten konnten (ich bin schon stolz auf meine Haubentaucher-Identifizierung!), gab es eine Menge "wilder" Natur. Von Bäumen über Schilf und diverse Gräser wuchs da so einiges vor sich hin - ziemlich viel Grün eben. Aber an einem Steinhaufen-Abschnitt entdeckten wir dann auch ein bisschen was Buntes - ich tippe mal, dass das irgendwelche kleinen Stiefmütterchen sind, habe aber aufgrund meiner mangelhaften Florakenntnisse nicht... Aber hübsch finden kann man sowas ja auch ohne genaues Wisen!
Nachdem wir dann irgendwann tatsächlich genug rumgesessen hatte (zumindest für den Moment), wanderten wir weiter über die Insel. Obwohl das Wetter sehr gut und es inzwischen schon Nachmittag war, kamen uns gar nicht so viele Menschen entgegen - dafür entdeckten wir aber so einige mit Picknickutensilien auf Sonnenplätzen. Gerade, als wir wieder ein kleines Stück in dem Wald unterwegs gewesen waren, hörten wir sehr eindeutige Klopfgeräusche - das musste ein Specht sein! Schon vorher hatten wir einen in geraumer Enternung gesehen, der hat sich aber einen großen Spaß daran gemacht, immer dann wegzufliegen, wenn man ihn mal ein bisschen genauer hätte ansehen können.
Der "neue" Buntspecht war da nicht so schüchtern, sondern ließ sich von uns so gar nicht bei seiner Nahrungssuche stören. Er hopste zwar auch erst einmal ein bisschen um den Baum herum, aber als er dann eine interessante Stelle gefunden hatte, hat er ganz brav still gehalten. Wenn uns jemand beobachtet hätte - der hätte gedacht, wir haben eine Vollmeise. Da stehen zwei dumme Touris mit einer Kamera im Wald rum, glotzen wie dumm in die Baumkronen und schleichen dann "vorsichtig" um diverse Baumstämme rum, um dann mit lauter Entzückung einen Specht zu fotografieren... Man hätte denken können, wir haben noch nie ein "wildes" Tier gesehen!
Die Jagd auf Mr. oder Mrs. Specht war dann aber auch irgendwann zu Ende und natürlich schrecklich anstrengend - also musste die nächste Bank als Sitzgelegenheit und zum Ausruhen dienen. Nachdem wir uns am Ausblick erfreut hatten (das Sonnen-Wolken-Spiel tat da doch so seinen Teil dazu!), war definitiv Zeit für einen Nachmittagsschlaf... Und vor so einer Kulisse kann man dann auch mal gemütlich ein gutes halbes Stündchen auf einer Holzbank in der Sonne dösen! Gut gestärkt ging es dann aber irgendwann doch weiter - die Sonne hatte sich so langsam hinter einem Wolkenband versteckt und auch wenn wir es noch nicht wussten, kündigte sich da ein ordentlicher Regenguss an (der uns aber erst im Bus erwischte, was also vollkommen okay war). 

Wir stapften also zurück Richtung Ein - / Ausgang und wurden irgendwann von zwei Meisen und einem Eichhörnchen verfolgt - und "verfolgt" ist da wirklich wörtlich zu nehmen, ich bin mir ziemlich sicher, dass die auf Futter aus waren. Also Kamera gezückt, und losgeknipst - die Piepmätze waren leider zu hektisch, aber das Hörnchen war ein zuckersüßes Model!

Hinter uns kamen dann irgendwann tatsächlich noch ein paar Einheimische - und einer der Männer ging ernsthaft auf das Eichhörnchen, streckte die Hand hin und ließ sich vom Hörnchen beschnuppern. Ich wage mal die Prognose, dass die Tierchen da doch sehr zutraulich sind und sich schon an die Menschenbesuche gewöhnt haben... 

Alles in Allem muss ich sagen, dass sich ein kleines Ausflug nach Seurasaari definitiv lohnt - entweder, um dort gemütlich zu picknicken, sich zu sonnen und den Tag zu genießen oder auch, um sich ein paar Tierchen anzuschauen. Da man wirklich supereinfach mit dem Bus hinkommt und die Insel praktisch "in der Stadt" liegt, ist das wirklich der perfekte Ort für eine kleine Auszeit.

Kommentare:

  1. Ich liebe Eichhörnchen! :) Bei der Großmutter gibt es einen Wald voll mit fast zahmen Tierchen, die wir natürlich jedes Jahr mehrfach (je nachdem, wie oft wir sie besuchten) gefüttert haben. Das tun wir auch heute noch. :D So süß!

    Aber so ne ruhige Entspannungsinsel ist ja wirklich klasse! Das hätte ich hier auch gern. :)

    LG Lotte

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    1. Ich finde Eichhörnchen ja auch überaus possierlich - aber irgendwann ist das aus meiner Sicht mit der Zahmheit auch ein bisschen zu viel des Guten... Sind ja letztlich doch Wildtiere und sollten (aus meiner Sicht) auch nicht wie Haustiere behandelt werden - aber scho krass, wie nah die wirklich rankommen!

      So eine Entspannungsinsel finde ich auch toll - hätte ich in Hamburg auch gerne, obwohl es da ja auch ruhigere Fleckchen gibt...

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  2. Die Entchen sind ja echt niedlich, ich liieebe Enten!
    Grundsätzlich muss ich bei jedem Gewässer nach Enten Ausschau halten, man könnte mich ja fast für ein kleines Mädchen halten ;-)
    Das Eichhörnchen und der Specht sind aber auch niedlich. So ne kleine Erholungsinsel hätte ich auch ganz gerne!

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    1. Das waren Gänse :P Aber Entchen haben wir dann auch noch gesehen - ganz viele mit noch mehr Jungtieren! Das war auch echt zauberhaft :)
      Meistens gibt es ja auch in Städten so kleine Oasen - aber die sind dann meistens auch ziemlich überlaufen, weil doch sehr klein :/

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