Donnerstag, 5. Juni 2014

Helsinki: Quer durch die Stadt, Teil 2

In Helsinki unterwegs waren wir ja schon in Teil 1, allerdings hat da einfach nicht alles reingepasst, was wir so "zwischendrin" gesehen haben. Auch wenn wir in Helsinki viel unterwegs waren, gibt es doch auch so einige Sachen, die einfach nicht groß genug sind, um ausführlichst in einem eigenen Posting dargestellt zu werden - also gibt es hier noch ein paar Eindrücke.

Es gibt zwar einen Botanischen Garten mit Gewächshäusern, aber der ist gerade im Umbau und 8€ für die nicht wirklich riesigen Gewächshäuser wollten wir dann auch nicht zahlen (Blümchen angucken für teuer Geld? Mhm - nein, danke!). Also ging es in den Wintergarten, der auch zum botanischen Garten gehört, aber frei zugänglich ist.

Die Logik erschließt sich nicht so ganz, da das Haus doch tendenziell in etwa halb so groß ist, wie die Gewächshäuser im anderen Bereich. Der Park außenrum wurde gerade begärtnert und viele Rosenstauden sind schon in die Beete eingepflanzt worden - aber so wirklich geblüht hat da noch nichts.

Aber der Ausblick auf den See war auch so schon ganz nett und man kann da wirklich von einer kleinen Ruheoase mitten in der Stadt sprechen. Der Wintergarten selbst besteht aus zwei relativ kleinen Flügeln, die aber mit einigen hübsch anzusehenden Kakteen und allerlei weiterem Blümchenzeugs bepflanzt waren. Auch wenn man davon keinen Schimmer hat (so wie wir), war es doch hübsch anzusehen, was da so blühte oder in wilden Formen vor sich hin wuchs.
Nach dem Blümchestop ging es weiter zum Olympiastadion - für 5€ kann man auf den Turm hochfahren (der unten leider nicht mehr aufs Foto gepasst hat, weil wir nicht mehr ganz runter gelaufen sind, aber so superspannend sieht das auch nicht aus). Die Ausicht von oben ist zwar ganz nett und man kann einmal über die Stadt schauen - aber so wahnsinnig beeindruckend ist das auch nicht und wir hatten leider auch recht dusiges Wetter, das schöne Bilder vereitelt hat. Der Blick rüber zum Vergnügungsparkt war ganz nett, aber ansonsten gbt es eben Häuser, Straßen, Bäume und einen Swimmingpool zu sehen...
Nachdem wir also oben auf den zwei Plattformen zwei Mal im Kreis gegangen sind und einen halben Blick ins Stadion werfen konnten, das 1952 das Hauptstation der olympischen Spiele war, haben wir uns unten noch kurz umgesehen und die Übersichtstafel der Stadionrekorde entdeckt (vermuteten wir mal). 

So unglaublich sprachkompetent, wie wir waren, haben wir uns der Herausforderung gestellt und versucht, die Angaben ein bisschen auseinanderzuklamysern - Gott sei Dank hat uns niemand verstanden, denn wer richtig Ahnung hat, hätte sich warhscheinlich bepieselt vor Lachen!

Die Laudisziplinen ließen sich einfach anhand der m identifizieren, die "-hyppy"s haben wir aufgrund der Angaben schnell als Stabhoch-, Hoch- und Weitsprung identifiziert, "-heitto" waren Würfe (Diskus, Hammer und Speer), die Mehrkämpfe waren auch klar. die beiden Ks über den Würfen - die haben uns dann Probleme gemacht.

Man könnte jetzt meinen, wir hätten Langeweile gehabt - aber tatsächlich waren wir wirklich interessiert und vor allem internetlos, sodass wir in kompletter Unkenntnis der Rekordhalter mit wilden Analogien versucht haben, Dreisprung und Kugelstoßen sinnvoll zuzuordnen. War nicht wirklich einfach und ist uns nicht wirklich gelungen - also mussten wir anschließend doch zu Hause googlen - und haben festgestellt, dass wir in der Geschichte der Leichtathletik nur mäßig bewandert sind.

Also lieber weg vom Sport und ab in die Kirche - zumal Temppeliaukio eine Besonderheit ist, die Kirche ist nämlich in den umgebenden Granifels gebaut und ist somit sowohl von Außen als auch von Innen wirklich beeindruckend. Von oben gesehen wirkt sie zwar eher wie ein Bunker, aber allein diese Nutzung des Materials finde ich sehr beeindruckend. Außenrum stehen normale Wohnhäuser, da hat man den Raum wirklich geschickt genutzt und vor allem auch das gegebene Material - denn die Akustik ist wirklich toll!
In der Kirche werden wohl auch Konzerte gegeben - aber die waren schon alle ausgebcht und so hatten wir wirklich Glück, dass gerade jemand am Klavier saß, als wir dort vorbeigekommen sind. Während wir versucht haben, andächtig in der letzten Riehe sitzend zu lauschen, kamen hinter uns zwei deutsche Touristen rein... Und manchmal gibt es ja so Menschen, denen man am liebsten den Hals umdrehen würde, weil sie ernsthaft in einer Kirche anfangen, ihre Postkarten aus der Papiertüte (*raschel raschel raschel*) zu packen, sie auf dem Tisch auszurichten (*schrubb schrubb schrubb*) und sich dann darüber zu unterhalten, was man denn bitte draufschreiben soll (*zeter zeter zeter*), um dann noch laut zu schreiben (*kratz kratz kratz*) und sie wieder zu verpacken (*raschel raschel raschel*)... Wir haben beide ernsthaft überlegt, ob wir uns nicht mit einem lautstarken *PSCHT* umdrehen sollen - haben es aber doch gelassen...

Ein bisschen Kultur musste dann auch noch sein und während das Ateneum gerade eine Ausstellung zu Toce Jansson, der Erfinderin der Mumins, hatte (Fotografieren nicht erlaubt, die Ausstellung war aber auch sehr langweilig und es ging mehr um ihre weitere Kunst als um die Mumins...), erzählte das finnische Nationalmuseum natürlich so einiges von der Geschichte Finnlands. Von den Anfängen bis zur Gegenwart kann man dort einen guten Eindruck kriegen - besonders niedlich fand ich den Hinweis, dass die ersten Menschen, die auf finnischem Gebiet lebten, so gar nichts mehr mit den heutigen Bewohnern gemein haben.. Ach wirklich, die haben sich weiterentwickelt? *hust*













Aber natürlich gab es auch da, im Zusammenhang mit der zeitgenössischen Geschichte, ein paar Muminfiguren zu sehen. Ich muss ja sagen, dass ich mit den Mumins irgendwie nie so richtig was anfangen konnte, obwohl sie ja gar nicht so unknuffig sind... Ich erinnere mich an die Zeichentrickserie und die Tatsache, dass ich sie doof fand - aber in Finnland sind die wohl ganz groß!

Vom Nationalmuseum ging es dann wieder zurück an den Hafen und vorbei am Sugar Cube, diesem architektonisch durchaus umstrittenen Klotz, der da einfach mitten im Weg steht und mit seiner "Modernität" ganz schön zwischen den niedichen und viel grazileren Häuschen heraussticht. Erbaut wurde das Ding 1959 nach Plänen von Alvar Aalto und falls da jemand leichte Bauchaus-Assoziationen hat, liegt er wohl durchaus richtig...

Links davon ist im Übrigen eine riesengroße Baustelle, weil gerade irgendein Regierungsgebäude renoviert wird und das den ganzen Straßenzug ganz schön verunstaltet (falls das neben dem Sugarcube tatsächlich noch möglich ist).

Aber wie so oft in Helsinki ist es nicht weit, bis man aus diesem städtisch-bebauten Gebiet im nächsten Park ist und dort nicht mit flach begrünten Rasenflächen, sondern durchaus auch ordentlichen Granit-Stein-Hügeln und wild wirkender Natur konfrontiert wird.

Die perfekte Gelegenheit, sich eine Bank zu suchen, die Füße hochzulegen und den Piepmätzen und zugegebenermaßen auch Autos zu lauschen, die man an der Straße nebenan vorbeirauschen hört. Wenn dann aber irgendein Rasenmäherdings vorbeikommt, ist es doch Zeit, weiterzustapfen...

Der Park in Kaivopuisto ist zu Vappu wohl komplett überlaufen - aber als wir da waren, haben sich nur ein paar Leute auf den Wiesen gesonnt, eine besonders motivierte Sportlerin ist mit ihrer Personal Trainerin die Treppe neben uns hochgesprintet und wir konnten den Blick auf den Yachthafen und die vorliegenden Inseln genießen.

Leider kam gerade kein riesengroßes Schiff vorbeigefahren, aber der Ausblick ist einfach klasse. Aber auch wenn man durch den Park spaziert, gibt es viele kleine Blickfänge - zu denen ich das Observatorium, das ein bisschen verloren auf einem Hügel steht und ziemlich vergessen wirkt, nicht wirklich zählen würde. Dafür fand ich den Teddybären-Springbrunnen mit Fisch ganz nett.

Auch wenn Hamburg ja auch eine recht grüne Stadt ist und wir hier so einige Parks haben - der Flair, den die Grünflächen da in Helsinki verbreiten ist doch ein anderer. Man fühlt sich so schnell "außerhalb" der Stadt und kann einfach abschalten und genießen - okay, das mag auch daran gelegen haben, dass ich mich sehr urlaubig gefühlt habe... Aber wenn man ein bisschen Natur will, ist man in Helsinki wirklich nie weit vom Meer oder einem See oder eben einem Parkt entfernt.

So viel also zu sämtlichen kurzen Sachen, die wir in Helsinki gesehen haben - das nächste Posting geht wahrscheinlich in den Zoo, wenn ich es schaffe, meine ganzen Tierchenbilder zu sortieren.

Kommentare:

  1. Die Mummins! :) Ich weiß immer noch nicht, wo genau die hergekommen sind. :D Die hat uns mein Dad früher vorgelesen.

    Ich hätte mich übrigens an diese unhöflichen Touristen gewandt und die mal ruhig gestellt. Da bin ich hart. ^^ Ich bin auch so eine 'Pssssht'- Macherin im Kino. :P

    Auf die Tierchen freu ich mich schon!
    LG Lotte

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    1. Ich weiß, dass die im Fernsehen rumgehopst sind und ich die einfach total seltsam fand und mit diesen nilpferdartigen Dingern nichts anfangen konnte ^^

      Wir hatten uns das beide auch echt überlegt, aber dann haben sich die zwei Gott sei Dank verzogen - und laut "Pscht" machen, wenn gerade vorne jemand am Klavier wirklich ein hübsches Stück spielt, ist dann ja auch nicht so wirklich das Wahre :( Aber wir haben uns intensivst fremdgeschämt ^^

      Tierchen sind toll - ich weiß nur nicht, welche Bilder ich da nun raussuchen soll *gnarf* ;)

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  2. Die Flauschi-Blümchen sind ja niedlich, aber diese Mumins sagen mir gar nichts..da hab ich als Kind einfach zu wenig vor dem Fernseher gesessen - meinen Eltern sei Dank!
    Also die raschelnden Postkartenschreiber hätten mich auch aufgeregt und hätte sie wohl lautlos mit bösen Blick und dem Finger an den Lippen zurechtgewiesen. Versteh sowieso nicht, wieso man in einer Kirche seine Postkarten schreiben muss. Macht man sowas nicht in Ruhe im Hotelzimmer?

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    1. Seltsam, dass kaum einer die Mumins kennt... Ich habe die früher auch nicht geguckt, aber mir sagen zumindest die Figuren was (also grob ^^)...

      Das mit dem Postkartenschreiben habe ich absolut nicht kapiert - vor allem solche Sachen wie "Was sollen wir denn jetzt schreiben???" finde ich halt total daneben... Warum man das nicht im Hotelzimmer oder einfach draußen (!) macht, geht mir auch nicht auf.

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