Donnerstag, 1. Mai 2014

Mein kleiner Kräuterdschungel

Ich habe ja schon in meiner Monatsreview für April geschrieben, dass ich einen Miniblumenkasten auf mein Fensterbrett gestellt und dort Kräutersamen gesät habe. Da sich da in der letzten Woche tatsächlich so einiges getan habe (was mich ehrlich gesagt überrascht, ich habe nämlich absolut keinen grünen Daumen!) und ich eigentlich jedes Mal, wenn ich in der Küche bin, mit Begeisterung auf dieses kleine Grünzeug starre, gibt es heute dazu einfach ein Posting - sonst glaube ich am Schluss selber nicht, dass da tatsächlich was gewachsen ist.
"Alles neu macht der Mai" heißt es ja so schön und ich hoffe ja, dass das für meine kleinen Kräuterchen auch gilt und die letzten Samen auch noch zu kleinen Pflänzchen werden (und irgendwann im Kochtopf oder auf dem Brot landen - irgendwie keine grandiosen Aussichten). Wie man gut sehen kann, ist da ja noch ein bisschen Platz zwischen dem Grünzeug, das sich schon den Weg zur Sonne gebahnt hat.
Am besten ist ganz eindeutig das Basilikum rausgekommen - eigentlich sollte man die kleinen Pflänzchen wohl irgendwann mal trennen und in größeren Abständen ins Beet säen, aber ohne Beet ist das schwer möglich. Ich hoffe mal, dass sie trotzdem ein bisschen wachsen, in so einem normalen Kräutertopf wächst das Zeug ja auch recht nah beieinander. Auf jeden Fall finde ich meinen kleinen Basilikumwald wahnsinnig toll und konnte mich bisher auch noch beherrschen, nicht schon mal ein kleines Blättchen zu probieren...

Ein bisschen bitten lässt sich noch der Schnittlauch - diese kleinen Würmchen die sich da unterhalb des Basilikums ihren Weg an die Oberfläche gebahnt haben, müssten aber kleine Schnittlauchpflanzen sein. Ich mag Schnittlauch total gerne - aber im Topf geht er mir irgendwie immer ein und trocknet aus oder wuchert wie wild.

Sie sind echt noch total winzig und auch erst in den letzten zwei Tagen sichtbar geworden, ich hoffe allerdings, dass sie doch noch ein bisschen wachsen - aber irgendwie liegen da noch ziemlich viele Samen an der Oberfläche rum und lassen sich den Bauch von der Sonne bescheinen... Mehr als Gießen kann ich aber auch nicht machen.


Der nächste kleine Urwald besteht aus Petersilienpflänzchen - die haben auch ein bisschen auf sich warten lassen, aber dann doch ordentlich zugelegt. Ich bilde mir ein, dass das mal glatte Petersilie werden müsste - und ehrlich gesagt habe ich sie nur gepflanzt, weil ich ein Tütchen mit Samen hatte... Ich bin gar nicht so der Fan von Petersilie und finde, dass man meistens einfach drauf verzichten kann. Aber frisch aus dem eigenen Beet bzw. Blumenkasten ist das dann doch was anderes!
Ganz anders als die doch eher hochwachsenden Kräuter bisher, kommt dafür der Oregano rüber: Das sind lauter winzige, total niedliche kleine Pflänzchen mit ganz platten Blättern. Hat irgendwie was von so Bodendeckern, die sich über die Erde ziehen. Oregano verwende ich beim Kochen total häufig - aber eigentlich nur in getrockneter Form, ich glaube frischer Oregano ist mir bisher noch nicht ins Essen gekommen (zumindest nicht bewusst zu Hause, im Restaurant kann das durchaus schonmal passiert sein). Ich bin echt total gespannt, wie sich diese kleinen flachen Pflänzchen noch entwickeln!

Tja, leider lässt mich der Salbei noch warten - laut Anleitung sollten diese Samen aber auch in etwa einem Zentimeter Tiefe in die Erde gepackt werden (die anderen wurden entweder nur leicht bedeckt oder gar auf die Oberfläche gestreut) und waren größer und fester... Die brauchen also vielleicht auch ein bisschen länger, um zu keimen und sich an die Oberfläche zu arbeiten.

Ich gucke fleißig jeden Tag und habe heute früh einen Hauch von einem grünen Etwas entdeckt - dieses winzige Ding, das sich da in dem Loch in der Mitte bemerkbar macht, könnte meiner Meinung nach theoretisch ein kleines Salbeipflänzchen sein - aber sicher bin ich mir nicht...

Auch eher ein Spätzünder, ich glaube erst vor zwei Tagen entdeckt, war der Dill - aber der wächst dafür mit einer unglaublichen Geschwindigkeit und hat das Basilikum auch schon längst ausgestochen!

Dill ist eigentlich auch so eine Verlegenheitspflanze, denn während in meiner Familie alle auf Dill stehen, mag ich das Zeug nicht so wirklich... Bei der Dillsoße kann man den Dill ruhig weglassen und meine Kartoffeln mag ich auch lieber pur - aber wenn die Samen schon da sind, kann man dem Grünzeug ja eine Chance geben! Dummerweise hat der Dill sie auch tatsächlich ergriffen, aber da das auch nicht so viele Samen waren, lässt sich das bestimmt auch fix wegessen, ohne zu dillig zu werden.

Bei dem letzten Foto bin ich mir nicht so ganz sicher, ob es tatsächlich zeigt, was es zeigen sollte... In einem Eckchen meines Blumenkästchens habe ich nämlich Majoran gepflanzt und diese zwei kleinen Grünlinge wachsen auch genau da, wo der Majoran stehen sollte.

Sie sehen allerdings dem Nachbar-Oregano recht ähnlich: Beide sind recht klein und zweiblättrig, allerdings bilde ich mir ein, auch Unterschiede zu erkennen: Die Majorans haben etwas dicklichere, fleischige Blätter und auch die Pflänzchen wirken auf mich etwas kompakter, der Oregano ist feiner... Genaueres weiß ich aber erst, wenn sie sich noch ein bisschen weiter entwicken oder einfach noch ein paar weitere Majoranpflänzchen rauskommen.

Ich bin ja hellauf begeistert, wie toll die Kräuter rausgekommen sind - ich bin einfach kein Blumenkind und lasse mich dann auch von solchen Kleinigkeiten einfach mitreißen und bin stolz wie Bolle! Die Mengen reichen natürlich nicht wirklich aus, um damit eine Grundversorgung in der Küche sicherzustellen, also werden auch ein paar Industriekräuter bei mir einziehen - aber auf meine eigenen kleinen Pflänzchen bin ich schon mächtig stolz!

Wenn ich aus Helsinki wieder da bin, wird auch eine Runde Kresse gesät - die ist ja recht pflegeleicht und wuchert eher, als dass sie nicht wächst. Wie sieht das bei euch aus, hat jemand geheime Kräuterzüchtertipps für Menschen ohne einen Balkon und aufgrund eines Dachgeschosses auch ohne Möglichkeit, die Pflanzen irgendwie nach draußen zu stellen?

Kommentare:

  1. Ach wie süß! :D Mit dem Basilikum solltest du aber tatsächlich aufpassen, wenn man sie in den "fertigen" Töpfchen kauft, empfiehlt es sich ebenfalls, die Pflanze auf 4 Töpfe aufzuteilen. Basilikum verbraucht unheimlich viele Nährstoffe, die ein einzelner Topf auf Dauer nicht bieten kann ;)

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    1. Liebe Jasmin, hab' vielen Dank für diesen Hinweis! Das wusste ich gar nicht, dass man auch die gekauften Basilikumpflanzen trennen sollte... Beim nächsten Kräutertopf werde ich das aber machen (vielleicht nicht vierteln, aber dritteln sollte gehen) - vielleicht überleben sie dann auch mal länger ^^

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    2. Sollten sie ;) Hier hat es auf jeden Fall geklappt!

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  2. Die tapferen kleinen Pflänzchen! :D Und Kresse ist toll - das erinnert mich immer an früher. ^^ Dill darf bei mir ruhig auch in jedem Essen fehlen... Höhö. Ich drück die Daumen, dass sie weiter so fleißig sprießen!

    LG Lotte

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    1. Ich hab' hier in den letzten Jahren eigentlich immer mal wieder Kresse gepflanzt - aber ich habe da auch ganz eindeutige Kindheitserinnerungen dazu^^

      Ich hoffe ja, dass sie weiterwachsen - irgendwann will ich die ja doch essen!

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  3. Hihi, ich kann deine Begeisterung gut verstehen - ich hab ebenfalls keinen grünen Daumen aber finde es toll, selbst Grünzeug anzubauen ;-)
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg als kleine Gärtnerin und würde mich über weitere Posts zu dem Thema echt freuen ^^)

    LG Jacqueline

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    1. Also so essbares Grünzeug auf jeden Fall - Blumen können mir so ziemlich gestohlen bleiben^^

      Es wird defnitiv in den 101-Posts Updates geben, aber ich kann mir auch gut vorstellen, noch mal ein großes Posting zu schreiben - vorausgesetzt das Zeugs wächst auch weiter *hust* ;)

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  4. Klasse. Oregano und Majoran sind verwandt und sehen sich daher ähnlich ;-) vereinzeln ist sehr wichtig, damit die Pflanzen nicht "vergeilen" (sagt mein grüner Daumen) die ausgezupften kann man zum Kochen nehmen und zum nochmal einpflanzen, wenn die Wurzel heil geblieben ist. Platz und Licht ist sehr wichtig. Sonst können se nichnwachsen. Ich würde dir gerne viel mehr erzählen .. ich habe namlich jahrelang mit größter Begeisterung gegärtelt :o) nu nich mehr, aber die Erfahrungen sind noch abrufbar, auch wenns nicht sooo viel war, wucherte es doch bei mir.
    Wenn du konkrete Fragen hast, mail mir ruhig mal oder frag irgendwie.
    Übrigens, ich liiebe Dill und er wurde bei mir nie größer als 15 cm mit 5 Blättchen ... :-\

    Liebe Grüße!

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    1. Liebe Moni,
      ich hantiere hier leider mit einem sehr begrenzten Raumangebot - mein Fensterbrett ist nur wenig breiter als der Blumenkasten^^ Aber je nachdem, was die Melisse und der Salbei noch machen, ist da ja noch ein bisschen Platz im Kasten - dass so ein Kräuterlein ein bisschen Raum braucht, um sich zu entfalten, ist mir schon klar :) Ich weiß nur nicht, ob das schon auch bei diesen (geringen) Mengen so schlimm eng wird... Da muss ich einfach mal schauen ^^

      Und ich also nichtbegründaumte Küchenkräutergärtnerin habe da gewiss auch keine Ansprüche an Perfektion ^^

      Mein Dill ist gerade mal 5cm hoch - mal sehen, ob der auch nur im Ansatz an deine 15 rankommt ;)

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  5. Ja, grad wegen des Miniraums ist manches wichtig ... :-)
    Wenn alle deine Sämlinge vereinzlt würden, wären sie ausreichend für mehrere qm.... und man will ja essbares erzeugen, wenn man wochenlang einen Tanz um sie macht...und nicht nur Strippchen ernten.
    Ich höre jedenfalls gespannt auf deine Erzählungen und drück dir die Däumchen!
    LG ^^

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    1. Ach, ich bin ja eigentlich schon glücklich, dass da überhaupt was rausgekommen ist :P Wobei sich Melisse und Salbei noch immer nicht gezeigt haben :( Mal sehen, ich gebe denen noch eine Woche und dann schaue ich mal, ob ich das Zeug nicht ein bisschen auseinanderziehe (zumindest das Basilikum)...

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