Montag, 21. April 2014

Kalte Gräber - Elizabeth Heiter

In der letzten Zeit habe ich irgendwie kein gutes Händchen für Bücher - vor "Blinde Vögel" hatte ich ein lahmes angefangen, inzwischen lese ich auch ein (anderes) langweiliges Buch... Da kam mir die Zusage von Bloggdeinbuch ganz recht und die Hoffnung stieg, dass "Kalte Gräber", der Debütroman von Elizabeth Heiter aus dem Mira-Verlag, doch ein bisschen Abwechslung und Spannung bringen würde.
Schon das Cover lässt vermuten, dass das Buch jetzt nicht unbedingt eine Blümchengeschichte erzählt; nein, es handelt sich hier um einen Thriller, der auf dem Cover auch das vorliegende Verbrechen darstellt: In einem Waldstück werden zwei Frauenleichen gefunden, von denen nur die Köpfe aus der Erde ragen... Evelyn Baine, eine junge Profilerin, wird zur Hilfe gerufen und soll dabei helfen, den Mörder zu finden und den Fall zu lösen - und natürlicht tut sie das auch.

Wer besonders feinfühlig ist, sollte von "Kalte Gräber" (übrigens fast ein bisschen makaber, wenn die Autorin Heiter heißt, oder?) die Finger lassen - auch wenn die Beschreibungen nicht wirklich eklig oder drastisch sind, sind sie recht bildhaft und man kann sich sehr gut vorstellen, womit die Ermittler (oder Opfer) da konfrontiert werden. Wer auch noch den Perspektivwechsel zur Sicht des Mörders nicht mag, braucht auch nicht daran denken, sich dieses Buch zuzulegen (ist das eigentlich gerade besonders in Mode oder warum taucht das zumindest in meiner Lesehistorie in letzter Zeit besonders oft auf?).

Ich hatte anfangs ein paar Probleme, in die Story reinzukommen - die Ermittlungen plätschern so ein bisschen vor sich hin, ich konnte das Buch doch recht gut auch mal weglegen. Ein bisschen irritiert hat mich stellenweise der Wechsel der Erzählperspektive: Während der Großteil der Geschichte eher aus Evelyns Sicht geschrieben ist, gibt es auch einzelne Abschnitte, die aus der Perspektive ihrer Kollegen dargestellt werden und deren Gedanken, Gefühle und Absichten transportieren - das wird allerdings nicht sofort klar, sondern fühlt sich erst einmal seltsam an ("Wieso denkt sich denn gerade, dass er denkt, dass sie denkt..." - "Ach, das denkt ER gerade..."). Allerdings habe ich mich da dann auch irgendwann dran gewöhnt.

Die Geschichte an sich ist gelungen, auch wenn sich die Ermittlungen stellenweise ein wenig ziehen. Dass die Ermittlerin mal wieder selbst zum Opfer wird, fand ich zwar ein wenig ausgelutscht (auch das war einfach in letzter Zeit bei zu vielen Büchern der Fall), aber das wirkt nicht komplett an den Haaren herbeigezogen. Bei der Charaktergestaltung muss ich sagen, dass hier doch auch einige Klischees rausgeholt wurden: Evelyn mimt nach außen hin die taffe, karriereorientierte Frau - hat aber natürlich auch eine "dunkle" Geschichte und diverse Probleme; stellenweise wirkt das auf mich nicht so ganz schlüssig, soll aber natürlich auch den Charakter komplexer machen und Ansatzpunkte für diverse "Gefahren" liefern... Ihre männlichen Kollegen bleiben recht blass, entsprechen aber doch auch diversen stereotypen Annahmen - wobei mir die Jungs insgesamt ziemlich sympathisch sind, bei Evelyn bin ich mir noch nicht so ganz sicher.

Insgesamt fand ich "Kalte Gräber" ganz gut, es ließ sich gut weglesen und ermöglicht einige nette Einblicke ins Profiling und die Arbeit der Ermittler der BAU (und da musste ich sofort an "Criminal minds" denken!). Es war kein Buch, das mich total gefesselt und begeistert hat - aber die Charaktere haben Potenzial und ich kann mir doch gut vorstellen, dass der Nachfolger noch einen drauflegen kann.

Kommentare:

  1. Waaah, das Cover wäre schon nix für mich! Ich bin einfach so ein Weichei!

    Perspektivwechsel mag ich gar nicht. Ich will nicht wissen, was beim Täter im kranken Hirn vorgeht und ich will schon gar nicht wissen, was die letzten Gedanken des Opfer kurz vor dem Tod sind ... ich = Weichei, sagte ich das schon?!

    Ich lese gerade Jo Nesbö, was mir sehr gut gefällt. 1. Teil war super und den 2. Teil habe ich jetzt zur Hälfte durch und der scheint noch besser zu sein ... und der hat auch ganz unspektakuläre Cover ;-)

    Hier: http://tinyurl.com/mj3tou3

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    1. Ich musste auch sofort an dich denken, als da die Täterperspektive kam :P Ich finde es hier nicht so aufdringlich-dramatisch, aber wenn man das einfach nicht mag, kann ich das auch echt nachvollziehen. Und gegen "Weicheiigkeit" spricht ja auch gar nix :) Liest ja jeder doch so ein bisschen unterschiedliche Dinge - ansonsten wäre wohl unser Büchermarkt auch sehr redziert^^

      Jo Nesbö hatte ich auch schon öfters in der Hand, aber dann doch nicht gekauft - vielleicht haben meine Eltern da was zu Hause, muss ich nächstes Mal checken! Aber wenn du die gut findest, muss ich mir das mal anschauen :)

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