Montag, 7. April 2014

Blinde Vögel - Ursula Poznanski

Irgendwie komme ich nicht so ganz mit meinen Buchreviews hinterher - erstaunlicherweise schaffe ich es, mehr Bücher zu lesen als zu verposten. Und das, obwohl ich gar nicht so viel Zeit zum Lesen habe und diese Reviews ja hauptsächlich meine Gedankenstütze sein sollen, wenn mich jemand fragt, wie denn dieses oder jenes Buch gewesen wäre...

Deswegen gibt es heute das inzwischen vorletzte Buch, das ich gelesen habe und das wie schon sein Vorgänger "Fünf" aus den treusorgenden Händen von vivian stammt. Auch wenn mich der Vorgänger nicht komplett geflasht hat, war ich doch neugierig, wie es mit Beatrice und Florin weitergehen würde...
"Blinde Vögel" habe ich vorwiegend auf dem Badewannenrand geparkt und fand das Buch dort auch gut aufgehoben. Durch die Kapitelgliederung gab es immer wieder passende inhaltliche Brüche und da auch dieses Buch für mich kein spannungsgeballtes Werk war, konnte ich es gemütlich immer mal wieder zur Seite legen - wobei sich das zum Schluss hin doch änderte.

Unsere zwei Ermittler haben es dieses Mal nicht mit Geocaching zu tun, sondern mit (zunächst) zwei Leichen, deren einzige augenscheinliche Gemeinsamkeit eine Facebook-Gruppe ist, die sich über Lyrik austauscht. Beatrice sieht (als einzige) genau diese Gruppe als hilfreichen Ermittlungsweg, Florin und auch das restliche Polizeipersonal vermutet den Täter allerdings in anderen Gefielden. Die Ermittlungsarbeit ist erneut ein wenig träge, man ist als Leser sehr darauf angewiesen, dass die Ermittler ihre Gedanken teilen (wenn es um ein bei Facebook gepostetes Bild geht, das man einfach nicht vor Augen haben kann, kann man da auch schwerlich etwas drauf erkennen). Der Krimi-Aspekt ist da also wieder auf einer reinen Beobachterposition aufgebaut - darum ist das auch das perfekte Wannenbuch.

Was mich ein bisschen gestört hat ist, dass Beatrice - mal wieder - in die Fänge des Mörders und damit schon wieder in eine lebensbedrohliche Situation gerät... Das war doch schon im letzten Fall so (und irgendwie zieht sich das gerade durch die Bücher, die ich lese...) und ist für mich einfach ein bisschen ausgelutscht. Sicherlich führt das durchaus zu mehr Dramatik, die bei den bisherigen Ermittlungen eher wenig vorhanden war, aber das war mir dann ein bisschen zu gestellt und vor allem abgekupfert. Wenn jetzt jeder der Fälle darauf beruht, dass Beatrice letztlich irgendwie in Gefahr gerät - sicher, das ist durchaus ein Erkennungsmerkmal, aber mir dann einfach doch zu plump.

Die Auflösung des Falls fand ich dafür wahnsinnig gut - sie ist nur ein bisschen zu kurz gekommen. Das Motivgeflecht, das hinter den Morden steht ist gut nachvollziehbar und als neutraler Beobachter hat man die Freiheit des moralischen Urteils - und die fällt bei aller Liebe nicht leicht. Hätte dieser Themenkomplex ein wenig mehr im Mittelpunkt gestanden, ich hätte das Buch wohl deutlich besser gefunden - so geht es aus meiner Sicht doch ein bisschen im Lösungstrubel unter. Als Leser nimmt man die Informationen zwar mit, sie bleiben jedoch eher auf der Seite der Dinge, die man für die Lösung des Falls benötigt - die dahinterstehende Tragik und Dramatik wird vielleicht nicht so bedeutsam, wie sie hätte sein können.

Leider blieben die Charaktere in diesem Buch wieder ein bisschen flach - einige Andeutungen lassen gewisse Vermutungen zu, aber einen echten Einblick in die Personen habe ich immer noch nicht erhalten. Florin scheint mir integer, in "Blinde Vögel" aber ein bisschen fahrig zu sein und Beatrice ist mir mit ihrem halben Selbstmitleid und ihrem doch lobenswerten Engagement immer noch nicht so richtig sympathisch. Ich bin da echt noch unentschlossen, muss aber sagen, dass mir Poznanski so als Lektüre "zwischendurch" doch sympathischer geworden ist!

Kommentare:

  1. Bei dem Buch warte ich immer noch auf ein Schnäppchen bei Medimops. Aber die Charaktere fand ich im ersten Buch schon recht flach. Eher was zum runterlesen ohne groß nachzudenken.... So wie Tv gucken, während man noch tausend andere Sachen macht :)

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    1. Ich glaube, man kann hier gegen Ende schon sehr viel nachdenken - tut es aber nicht so wirklich, weil das Buch bis dahin eben nur so vor sich hinplätschert. Ist jetzt, wie schon geschrieben, nicht gerade das Buch, das mich total fesselt, liest sich aber gut und ohne großen Aufwand. Wenn du's also günstig kriegst - lesen :) An den Charakteren tut sich hier leider wirklich insgesamt nicht viel :(

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