Montag, 6. Januar 2014

Die Stadt - Andreas Brandhorst

Nachdem ich mir vorgenommen habe, mal wieder so einiges zu lesen, muss ich auch mal mit meinen Buchreviews hier vorankommen (wie soll ich sonst wissen, ob ich meiner Mama ein Buch empfehlen kann oder ob sie nicht doch lieber ein anderes lesen soll, das im Schrank steht?) - und auch wenn die letzte noch nicht so lange her ist, gibt es heute die nächste (sonst wird das nie was mit meiner "gelesen"-Liste)!
Ziemlich unwissend hatte ich "Die Stadt" in die Hände genommen - von "Äon" hatte ich zuvor auch noch nicht wirklich was gehört (da wir es aber zu Hause hätten, danach doch gleich gelesen) und dass Brandhorst tatsächlich Terry Prachett übersetzt hat, ist mir auch erst später aufgefallen... Aber man soll ein Buch ja auch nach seinem Inhalt bewerten und nicht nach den Äußerlichkeiten - oder so ähnlich!

"Die Stadt" hat sich aus meiner Sicht recht leicht und angenehm gelesen - auch wenn man als Leser ein bisschen braucht, um mit dem Protagonisten in der Geschichte anzukommen. Der arme Benjamin ist nämlich zu Beginn genauso unwissend wie der Leser, er wacht in einer Stadt auf, in der alles ein bisschen anders läuft, als er es bisher gewohnt ist. Dummerweise ist Ben nämlich bei einem Unfall ums Leben gekommen und somit (zumindest tendenziell) tot - genau so, wie die übrigen Bewohner der Stadt, in der er sich nun erst einmal zurechtfinden muss.

Die Geschichte plätschert geraume Zeit so vor sich hin - vonwegen "atemlos spannend und mitreißend", eher gemütlich und behäbig. Ben lernt so einige Bewohner der Stadt kennen, die ihr Leben durchaus kontrovers bestreiten und (wenig verwunderlich) auch sehr unterschiedliche Ansichten über die "richtige" Lebensweise haben. Im Prinzip wird dort eine Klassengesellschaft dargestellt, bei der natürlich ein hohes Konfliktpotenzial herrscht und die "gemeinsam" noch einem weiteren Problem, nämlich der Umgebung gegenüber steht. So recht wurde für mich nicht klar, was genau das zentrale Anliegen der Story ist, denn es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, sie zu interpretieren: Da wurde einfach so ein bisschen von allem reingewurstelt...

Steht das Jenseits im Vordergrund? Schließlich treffen in der Stadt unterschiedliche Nationalitäten aufeinander, die jedoch anscheinend die gleiche Sprache sprechen - die große Frage, was so nach dem Leben passiert, beschäftigt die Menschheit ja nicht erst seit Kurzem. Oder geht es doch um die Gestaltung von Gesellschadten, um Rechte und Pflichten und Wahlfreiheit? Oder vielleicht auch eher um den Umgang mit unveränderbaren Rahmenbedingungen, die hier durch den mysteriösen Nebel und seltsame Schattenkreaturen dargestellt werden? Es kommt zwar alles "irgendwie" in der Geschichte zusammen - allerdings wirkt vieles auch ein wenig flach.

Die Charaktere bleiben letztlich alle ein bisschen banal und auch wenn ich hier und da eine Person "in Ordnung" fand, blieben sie insgesamt ein wenig blass, recht einfach gestrickt und wenig faszinierend. Und so ging es mir leider mit der ganzen Geschichte. Die Grundidee, die hinter "Die Stadt" steht, finde ich wirklich gut und das Thema ist auch sehr spannend - aber an der Umsetzung hapert es irgendwie ein bisschen... Ich hätte mir da doch "mehr" gewünscht - nicht unbedingt mehr Inhalt, sondern eher mehr Ausgestaltung. Definitiv nicht mein Lieblingsbuch des letzten Jahres, aber doch eins, das sich lesen ließ...

Kommentare:

  1. Hört sich eigentlich echt interessant an ... aber ich verlass mich da auf dein Urteil und werde mich eher nicht daran versuchen (gibt ja auch noch genügend anderes auf dem SuB ;-).

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    1. Liest du eigentlich nur Papier oder auch digital? ;-)

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    2. Ich kann ja immer nur sagen, wie ich so ein Buch fand - und der Burner war's für mich einfach nicht ;)

      Eigentlich bin ich ein großer Papierfreund - ich hab' nämlich nichtmal so ein E-Reader-Dings und auf dem PC ist das ja irgendwie nicht so richtig toll...

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  2. Antworten
    1. Danke dir, freut mich, dass dir die Rezension gefällt :) Kennst du das Buch denn auch?

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