Montag, 23. Dezember 2013

The magicians - Lev Grossman

Ähnlich wie mit dem gestrigen Lack, den ich ewig vor mir hergeschoben haben, ging es mir mit "The magicians" von Lev Grossman (auf Deutsch "Fillory - Die Zauberer"). Geschenkt bekommen hatte ich das Buch schon mit den Worten "Ehm, naja, das ist ein bisschen komisch - aber vielleicht gefällt es dir ja besser als mir!" - nicht gerade die besten Voraussetzungen, oder? Und während ich ansonsten Bücher nie parallel lese, war ich von "The magicians" nach kurzer Zeit so genervt, dass ich es einfach weglegen musste... Und das nicht nur ein Mal!
Worum geht es in der Geschichte? Eigentlich ist die Grundidee ganz cool, es ist so ein bisschen eine Mischung aus Harry Potter und Narnia - unser Protagonist Quentin darf auf eine Zauberschule gehen und lernt dort, mit seinen magischen Fähigkeiten umzugehen. Dort stellt er im Laufe des Buches fest, dass seine Lieblingsgeschichte um die Fantasiewelt Fillory gar nicht so fantastisch ist, wie gedacht, sondern durchaus real.

Grundsätzlich klingt das ja gar nicht so übel, oder? Tja, wäre es vielleicht auch nicht, wenn Quentin nicht ein so unsympathischer, nerviger, unzufriedener, leicht depressiver und einfach nur ätzender Charakter wäre - ich kann mit ihm einfach nichts anfangen, seine Gedankengänge finde ich stellenweise einfach nur langweilig und seine nicht vorhandene Einstellungsänderung im Lauf des Buches total bescheuert. Auch wenn der Ansatz ist, dass eigentlich nur unglückliche Menschen sehr gute Zauberer sein können, habe ich wegen Quentin schon nach kurzer Zeit wenig Lust gehabt, mir die Geschichte weiter anzutun...

Dummerweise kommt dann zu diesem Personenproblem dazu, dass die weiteren Charaktere einfach nur Randfiguren bleiben - man erfährt nur kleine Bröckchen von anderen Personen, ihre Handlungen werden häufig nicht wirklich erläutert und ich habe mich doch an so einigen Stellen gefragt, was das denn alles soll und ob sie nicht alle in bisschen zu viel gesoffen haben (was stellenweise durchaus der Fall ist..). Als Krönchen obendrauf kommen dann noch zahlreiche Handlungsstränge, die zwar hier und da miteinander in Verbindung gebracht werden - aber insgesamt einfach viel zu viele sind und vor allem dann nur oberflächlich abgehandelt werden.

Da ist zum Beispiels Quentins Freundin aus "Vorzauberertagen", die später im Buch auf einmal auftaucht und irgendwie von dieser Magiesache Wind bekommen hat (Quentins Eltern, die ihm auch ziemlich egal sind, glauben wissen von alledem natürlich nichts). Man bekommt einen kleinen Einblick, wie es ihr in den letzten Jahren ergangen ist (nicht gut!), aber das war's dann auch wieder - und so verschwindet die Frau, in die Quentin wohl jahrelang heimlich verknallt war, wieder aus der Geschichte. Wozu das Ganze gedient hat? Man weiß es nicht.

Ich habe mich stellenweise echt über das Buch geärgert - da hatte ich mir eine fantastische, magische, bezaubernde Geschichte gewünscht und bekommen habe ich ein nerviges Stück, dessen Hauptcharakter ich nichtmal leiden konnte... Ich würde es ja gerne darauf schieben, dass ich das Buch auf englisch gelesen habe - aber ich befürchte, ich würde Quentin auch auf Deutsch nicht einen Hauch sympathischer oder die Geschichte spannender finden!

Kennt jemand von euch die Geschichte und findet sie vielleicht sogar gut?

Kommentare:

  1. Na, da bin ich ja jetzt mal gespannt… :) Werd sehen, wann ich zum Lesen komme. ^^

    LG Lotte

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    1. Ich hoffe ja, dass es dir besser gefällt - aber ich konnte damit einfach nichts anfangen ^^

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  2. Haha, oh je ^^ ich hab noch nie von der Reihe gehört aber deinen Worten nach habe ich da auch nichts verpasst. Hast du es fertig gelesen? Ich kann mich einfach nicht zwingen, miese Bücher fertig zu lesen :-/ Das Lesen soll ja schließlich Spaß machen!

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    1. Oh ja, ich habe mich durchgequält und es fertig gelesen! Phasenweise sind da durchaus akzeptable Stellen drin, die sich auch gut lesen lassen - aber wenn dann wieder so eine Nölorgie kommt, urghs...

      Ich versuche aber eigentlich immer, Bücher komplett zu lesen - ich glaube, bisher habe ich das auch immer noch geschafft :P

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  3. Ich hab mich durch das Ding auch durchgequält!! Grottig!

    Mir ist Anfang des Jahres im Urlaub der Lesestoff ausgegangen und der lokale Buchladen hatte nix interessantes auf Englisch. lch lese nur Englisches, auf Deutsch kann ich da nicht so abtauchen. Die komische Angewohnheit hab ich mit den Genen von meiner Mama abbekommen. ;-) Also ab zu meiner gespeicherten Liste mit Büchern, die man sich irgendwann mal billig auf den Kindle laden kann, da sich der Klappentext zwar ganz vielversprechend anhört, die Reviews aber doch sehr gemischt sind.

    Und man war das Gemischt! Am Anfang hatte ich ja noch Hoffnung, dass es besser wird, oder zumindest mal was passiert. Nö, Pustekuchen. Das letzt Viertel hab ich dann mehr quer gelesen, als alles andere und das mach ich nie mit Romanen!

    Du bist also nicht alleine. Ich kann dir nur voll zustimmen! Bücher als Geschenk finde ich meistens sowieso schwierig. Lieber einen Gutschein für einen schönen Buchladen.

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    1. Hach, schön zu sehen, dass noch jemand das Buch etwas seltsam fand ;) Ich hatte ja auch die Hoffnung, dass es besser würde - wurde es auch, aber nur, um dann wieder schlechter zu werden... Echt ein seltsames Buch, da kann ich die Lobpreisungen so gar nicht nachvollziehen!

      Immerhin habe ich das Buch ja auch mit einer Vorwarnung geschenkt bekomen - das fand ich also in Ordnung, aber sonst bin ich auch eher dafür, entweder konkrete Bücherwünsche zu erfragen oder einfach Gutscheine zu schenken...

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