Montag, 18. November 2013

Magie - Trudi Canavan

Damit ich irgendwann auch mal meine Postings zu gelesenen Büchern fertig kriege (witzig, wenn man selber erstaunt feststellt, dass man irgendwann mal ein Buch gelesen, aber gar nicht verbloggt hat, weil es einfach noch vor der Blogzeit war...), gibt es heute mal wieder ein bisschen Buchgeblubber. Die Trilogie (I, II, III) um die Gilde der schwarzen Magier von Trudi Canavan fand ich ja wirklich grandios und deswegen war ich schon total gespannt, was denn "Magie" so im Angebot hatte.
Im Hinterkopf hatte ich, dass "Magie" das Prequel zur ersten Trilogie um Sonea sein sollte, deswegen dachte ich eigentlich, dass das Buch sich auch um Sonea drehen würde, aber weit gefehlt! "Magie" spielt geraume Zeit vor Soneas Geschichte und dreht sich um die Tochter eines Heilers, bei der überraschend magisches Talent festgestellt wird (dieses "überraschend" kennen wir ja irgendwie schon von Sonea).

Das Buch wurde erst nach den drei Bänden um die Gilde der schwarzen Magier geschrieben und beleuchtet die geschichtlichen Hintergründe, die letztlich die Geschehnisse und Einstellungen in der späteren Trilogie erklären. So ein bisschen merkt man das auch, das Buch wirkt ein bisschen zusammengeschustert und nicht so harmonisch wie die anderen Geschichten. "Magie" fand ich insgesamt nicht gar so spannend, wie die Geschichten um Sonea, was allerdings nicht an der Protagonistin Tessia oder der Story um sie herum lag (die ist nämlich durchaus niedlich und lesenswert), sondern eher daran, dass mir in diesem Buch ein bisschen zu viel untergebracht ist.

Neben der Geschichte um Tessia, die sich mit der Bedeutung der Heilkunst, der Stellung der Frau in der dortigen Gesellschaft und natürlich ihren magischen Kenntnissen (und ein bisschen Lovestory) befasst, gibt es nämlich noch einige andere Subplots, die für das Buch selbst nicht so ganz relevant sind und teilweise ein bisschen fehl am Platz wirken. Für die "große Geschichte" und die Hintergründe zu der späteren Trilogie sind die Subplots alle durchaus wichtig und informativ - aber ich finde, in einem Buch sollte man kohärente Geschichten haben, die auch irgendwie was miteinander zu tun haben. Und das habe ich hier ein bisschen vermisst, die Geschichten sind in sich durchaus interessant und spannend, aber stellenweise habe ich mich gefragt, warum sie jetzt genau in diesem Buch zu finden sind... Man hätte einfach ein zweites draus machen können und "Magie" auf Tessia und ihre Entwicklung beschränken können.

Spannend ist aber die Betrachtungsweise der Magie und deren gesamte Entwicklung, die sich noch bis zur späteren Trilogie vollzieht. Die Magiergilde bestand nämlich nicht "schon immer" - irgendwie dachte ich ja, dass das Konzept der Gilde schon ewig bestand, aber "Magie" hat mich da eines Besseren belehrt. Und diese Entwicklung von einem gewissen Chaos bis zu einer strikt organisierten Gemeinschaft ist durchaus spannend - die ersten Schritte dazu und die Hintergründe werden zumindest in dem Buch aufgezeigt.

Hätte ich "Magie" zuerst gelesen - ich glaube kaum, dass mich die weiteren Bücher interessiert hätten... Ehrlich gesagt ist das eines der schwächeren Werke von Trudi Canavan, aber es liefert einige Hintergrundfakten, die auch in den späteren Büchern aufgegriffen werden. So richtig super ist das Buch also nicht - so richtig bescheiden finde ich es allerdings auch nicht. Irgendwie ein Zwischending, was eben aber auch darauf beruht, dass Canavan mit diesem Buch versucht, ganz unterschiedlichen Ansprüchen (eigene Storyline, Hintergrundinformationen für die weiteren Bücher) gerecht zu werden - hätte man sich lieber sparen sollen...

Kommentare:

  1. Ach wie schön, das hast du auch gelesen. :) Ich hab es lange nicht bestellt gehabt, weil ich so viele Kritiken dazu gelesen habe (und weil die andere "Serie" von Trudi mir so gaaar nicht gefallen wollte - unlesbar irgendwie). Am Ende hat aber meine Neugier gesiegt und ich las es. Meine erste Einschätzung ist wie deine gewesen. Zuviele Informationen in so einem kleinen Werk, aber Tessias Geschichte einfach so süß, dass es mir doch gefällt. Tessia und "ihren" Teil der Geschichte samt Lovestory kann ich auch immer wieder lesen. :)

    LG Lotte

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    1. Die Geschichte um Tessia ist wirklich supersüß, die fand ich auch total klasse - aber für mich hätte es auch voll und ganz gelangt, wenn das Buch sich um diese Geschichte gedreht hätte^^ Hmm, welche andere Serie findest du nicht lesbar, diese Götter-Priester-irgendwas?

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    2. Ja, genau. Diese Götter-Prieser-irgendwas. ;) Obwohl auch die nachfolgende Serie um Sonea und Konsorten nicht so schön zu lesen waren wie die Gilde Bücher...

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    3. Hmm, die Geschichte um die erwachsene Sonea fand mein bester Freund noch ganz gut - aber mal schauen, momentan habe ich eh noch genug zu lesen :)

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  2. Ich hab die 1. Trilogie von ihr gelesen und mal diese "Götter-Priester-whatever"-Trilogie angefangen, aber zeitig aufgehört, weil mich der Schreibstil so angenervt hat. I)

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    1. Hmm, von diesem Götter-Zeug fehlt uns glaube ich noch ein Band, deswegen hab ich da noch gar nicht reingelesen... Aber wenn du dir da mit Lotte einig bist, dass das nicht so toll ist, dann kann das auch noch ein bisschen warten ;)

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  3. Ich habe auch die Trilogie um die Gilde der schwarzen Magier gelesen und ebenso alle drei Sonea-Bände, aber an "Magie" habe ich mich irgendwie nicht gewagt, weil die Rezensionen alle so durchwachsen waren und ich glaube, ich lasse es auch sein :D

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    1. "Durchwachsen" trifft es halt ziemlich gut - ich glaube, es kommt auch drauf an, wie man an dieses Buch herangeht. Ich war da ja vollkommen unbedarft - aber wenn man weiß, was auf einen zukommt, kann man das glaube ich auch ganz anders einordnen. Also falls du es irgendwo günstig erwischst, lohnt es sich, mal reinzuschauen. Die Geschichte um Tessia ist wirklich zuckersüß :x

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  4. Ich liebe das Buch, gerade die ganzen Hintergundinfos haben mich begeistert. ich war immer total begeistert wenn ich etwas wiedererkannt habe und Tessia ist ganz nett und so aber mir gehts eher um die Infos ;)

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    1. Hehe, ja, es kommt halt drauf an, warum man das Buch liest :) Ich war einfach mehr auf eine "normale" Geschichte eingestellt - und da fand ich diese historische Abhandlung weniger spannend... Aber grundsätzlich hast du recht, diese Infos sind spannend (ich habe mich auch teilweise riesig gefreut, wenn mir irgendwelche Namen etwas gesagt haben - und dann erstmal überlegt, ob die Leute wirklich so heißen oder da nicht nur ein Buchstabe oder so vertauscht wurde...^^), man muss halt wissen, was da auf einen zukommt.

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