Samstag, 21. September 2013

USA-Urlaub: National Aquarium und Smithsonian National Zoological Park in Washington, D.C.

Auch wenn das letzte Posting schon ein bisschen her ist (und der Urlaub unglaublich lange!), habe ich hier immer noch ein paar (wenige - keine Sorge, es hat auch irgendwann ein Ende!) Postings offen, die ich noch vertippseln wollte und da ich dieses Wochenende endlich ein bisschen Zeit dazu gefunden habe, gibt es jetzt einfach den nächsten Teil!

Nicht fest eingeplant, aber gerne mitgenommen haben wir das National Aquarium in Washington, D.C.. Wenn tierchenverrückte Leute unterwegs sind und noch einen freien Zeitslot haben, lassen sie es sich nicht nehmen, sich noch mehr Tierchen anzuschauen - und nein, wir hatten noch nicht die Nase voll!

Das National Aquarium liegt sehr zentral in Washington, D.C. und man neigt dazu, daran vorbeizulaufen - es ist nicht sonderlich auffällig, wird nicht übermäßig beworben und inst auch sehr klein (gar nicht zu vergleichen mit dem New England Aquarium in Boston!). Allerdings ist es ein historisch bedeutsames Aquarium, denn es war das erste öffentliche Aquarium in den USA.

Insgesamt geht die Geschichte wohl zurück bis in die 1870er Jahre, aber seit 1932 gibt es die Ausstellung mit über 2000 Tieren (wie gesagt, riesig ist es nicht!) am selben Ort (wobei das wohl Ende dieses Monats aufgrund von Umbauarbeiten erstmal geschlossen wird - wie es genau weiter geht, ist wohl noch nicht klar). Seit 1982 ist das National Aquarium aufgrund des Verlustes der öffentlichen Förderung eine Non-Profit-Organisation - im Gegensatz zu vielen anderen Zoos und Aquarien.

Der "große Bruder" sitzt übrigens in Baltimore - das ist auch eines der berühmtesten Aquarien in den USA und eigentlich wollten wir da auch hin, aber dann passte Baltimore nicht mehr in den Zeitplan...

Bevor man die 9,95$ Eintritt zahlt, kann man dem Infoschild auch entnehmen, dass eine Tour durch die Ausstellung etwa 45 Minuten dauern wird - und der Zeitrahmen stimmt in etwa, wenn man nicht durchrennt, sondern sich das eine oder andere Aquarium etwas genauer ansieht. 

Das ist bestimmt kein Schnäppchen, aber da es sich um eine gemeinnütziger Organisation handelte und wir einfach neugierig waren, haben wir den Preis gezahlt (und es im Nachhinein auch nicht bereut - das ist sicherlich kein revolutionäres Event, das man sich unbedingt gegeben haben muss, aber es war zumindest nett und es waren nur wenige Leute außer uns unterwegs).

Die Runde durch das Aquarium kann man im flotten Laufschritt in bestimmt 5 Minuten erledigen - der Raum war wirklich nicht groß. Aber wir wollten uns ja die Fische, Korallen und das andere schleimige Getier ansehen, das da in den verhältnismäßig kleinen Aquarien unterwegs war. Auch wenn uns dort nicht Massen an schillernden Tropenfischen erwarteten, konnte man doch auf den einen oder anderen Kugelfisch einen genaueren Blick werfen, einem Aal beim schlafen lauschen und sich auch einheimische Fische genauer ansehen.

Als kurze Ablenkung am Tag war das definitiv ein netter Abstecher, den man sich mal gönnen kann.

Der Stop im Smithsonian National Zoological Park hingegen war dem glücklichen Umstand geschuldet, dass wir unsere Shoppingziele schneller erreicht hatten, als gehofft und noch einen Nachmittag offen hatten.

Da der National Zoo keinen Eintritt kostet, machten wir uns also quer durch Washington, D.C. auf den Weg, um an einem wunderschön sonnigen Tag noch die letzten Sonnenstrahlen in Gegenwart von Tierchen zu genießen. Als einer der ältesten Zoos (irgendwie scheint mir, wir haben nur historisch bedeutsame Stätten besucht - auch wenn es Zoos waren...) ist der National Zoo mit seinen 66 Hektar jetzt natürlich nicht mit dem Bronx Zoo zu vergleichen, aber deutlich größer als der in Philadelphia mit 17 Hektar.

Das Tolle ist, dass der Zoo von der Smithsonian Institution betrieben wird und somit auch nicht der Profit im Vordergrund steht, sondern durchaus auch Forschungsbelange.

Im Pandahaus konnte man nicht nur die Pandas sehen (Wahnsinn, was das für Publikumsmagneten sind, auch wenn sie nur rumsitzen und an Bambus knabbern!), sondern auch den Forschern über die Schulter blicken, die Verhaltensbeobachtungen durchführen. Der "Kontrollraum" mit sämtlichen Kameras und diversen Bildschirmen war nämlich für das Publikum einsehbar (und ich weiß nicht, ob ich das so toll finden würde, wenn mir ständig jemand über die Schulter schauen würde, auch wenn ich mir "nur" Pandas auf den Bildschirmen anschaue).

Auch an einem weiteren Punkt wurde deutlich gemacht, dass die Tiere und Forschung im Zoo im Vordergrund stehen: Es gab nämlich eine "Seelöwen-Show", die wir zufällig mitbekommen haben. Das war aber nicht wirklich eine Show, sondern eben das ganz normale Training, das von den Trainern auch ausführlich erklärt wurde - großteils also Kontaktübungen und Simulationen irgendwelcher ärztlich relevanten Maßnahmen (z.B. Spritze geben oder Ultraschall). Keine Kunststücke und auch sonst kein Schnickschnack - nicht wirklich spektakulär, aber supergut erklärt und vor allem interessant gestaltet.

Insgesamt ist der gesamte Zoo wirklich sehenswert - und wir hatten natürlich nicht genug Zeit, um uns alles anzuschauen (u.a. auch darum, weil wir noch die "Winteröffnungszeiten" hatten). Wenn man durch den Zoo stapft, was teilweise durchaus anstrengend ist, da es hier und da mal steil bergauf oder bergab geht (also nicht gerade barrierefrei), merkt man nicht wirklich, dass man sich in einer Stadt befindet - die Gehege sind sowieso sehr naturnah und nach Möglichkeit weiträumig gestaltet (die Elefanten haben ein Riesengehege, in dem sie sich wunderbar vor Besuchern verstecken können!), aber auch die Wege und die Bereiche zwischen den Gehegen sind thematisch passend und sehr hübsch gestaltet.

Gäbe es nicht an jeder zweiten Ecke einen Stand mit Fressalien und Süßkram (die natürlich im März zumeist nicht besetzt waren), könnte man fast von einer wirklichen Idylle sprechen... Aber dafür laufen dann auch zu viele kleine Kinder im Zoo rum - bzw. werden da auch durchgeführt. Ein kleines bisschen neidisch bin ich ja schon, dass die Wahsingtoner einfach jeden Tag in diesen coolen Zoo gehen können, ohne sich über Kosten oder Zeit Gedanken machen zu müssen - man kann sich auch einfach für eine halbe Stunde vor ein Gehege setzen!

Und dass der Zoo wirklich einen Besuch wert ist, dürfte wenig verwunderlich sein - neben Pandas gibt es noch allerlei (un)übliches Getier, das man in den Außengehegen oder in spezifischen Häusern beobachten und sich darüber informieren kann. Mr. Neongeocko fand ich einfach zu genial, zumal der auch einfach bombenfest an der Seitenwand seines Terrariums hing.

Ein kleines persönliches Highlight waren dann doch die roten Pandas - hier in Hamburg gibt es auch welche, aber die sitzen meistens so weit oben in den Bäumen, dass man außer einem roten Fellklumpen nichts erkennen kann. Dieser kleine hier lag sehr fotogen auf einem Baum, der von der Höhe her perfekt vom Rand aus zu fotografieren kann - und ich finde diese Viecher einfach unglaublich niedlich!

Neben "exotischen" Tierchen gibt es natürlich auch noch das Getier, das immer so in einem Zoo herumhüpft. Und nachdem wir ja in einem netten Film im Zoo in Philly gesehen hatten, in dem auch ein Kardinal vorkam, war ich total begeistert, als wir endlich (!) einen zu Gesicht bekommen haben.

Der kleine hüpfte da mit einer Menge an Spatzen neben zwei Mülleimern rum und auch wenn das nur ein "normaler" Vogel ist, war das wohl die Sichtung im Zoo, die mich am meisten in Entzückung versetzt hat (und bei D. wahrscheinlich zu der berechtigten Frage geführt hat, ob ich denn noch alle Tassen im Schrank habe, weil ich wegen einem Piepmatz so hibbelig geworden bin).

Aber der Herr Kardinal hat uns auch nur etwa 5 Minuten gegeben, um ein paar Fotos zu knipsen - danach hat er sich verzischt... Aber immerhin EINEN habe ich gesehen, ha!

Von den einheimischen Tieren ging es dann auch wieder zu denjenigen, die man eher ungern um sich herum hat... Wobei ich sagen muss, dass die kleinen Alligatoren und Krokodile durchaus knuffig sind - so lange sie hinter Glas und klein sind!

Natürlich gab es auch hier wieder mehr als genug Schildkröten zu sehen - die haben sich, wie man auf einem der vorhergehenden Fotos gut sehen kann, auch an der Sonne genüsslich getan und wahre Schildkrötenaufläufe produziert...

Auf dem Rückweg durften wir auch noch einen genaueren Blick auf einen weißen Wolf werfen, der vom Publikum vollkommen unbeeindruckt gemütlich auf einem Stein vor sich hindöste und leider aufgrund des Zauns kein fotogenes Motiv abgegeben hat.

Die Geparden ganden die Sonne auch einfach zu schön und lagen nur hechelnd herum - aber Mr. Schwarzbär hatte anscheinend irgendeine grandiose Entdeckung in dem Baumstamm gemacht, denn er wühlte, kratzte, schleckte und knabberte sehr intensiv an ihm rum. Ich gebe zu - ich bin im National Zoo voll auf meine Kosten gekommen und hätte noch Stunden dort zubringen können, aber die Öffnungszeiten machten uns da einen Strich durch die Rechnung...

Zugegeben - wir haben aber auch genug Getier gesehen (wobei man ja grundsätzlich nie genug Tiere sehen kann!), waren dann aber gefeit für die letzten Tage in Washington, D.C. und noch ein bisschen Kultur...

Kommentare:

  1. Zoo *yay* da wäre ich auch sofort mit dabeigewesen ;-)

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    1. Mich kann man auch in absolut jeden Zoo schleppen :P Ne, der in Washington war echt hübsch - ich will auch einen Free Zoo im Ort!

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  2. Das mit dem Kardinal kann ich nachvollziehen, ist halt kein Zootier, sondern eins, das dort wohl wirklich lebt, und der sieht schon sehr exotisch aus :)

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    1. Und erstaunlicherweise haben wir wirklich nirgendwo (!) sonst einen Kardinal gesehen - massenweise Spatzen und Stare, aber absolut keinen einzigen Kardinal!

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  3. Der Kardinal ist ja echt ein cooler Vogel! :D Und den Mr. Neongecko möchte ich sowieso direkt adoptieren. ^^

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    1. Hihi, ja, der Gecko war auch echt klasse :) Es gab da noch einen gelblichen, bei dem man die Saugnapffüße gut sehen konnte - aber der gab nicht so ein schönes Foto ab :x

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  4. Hach, das wäre was für mein Männe gewesen. ;) Überall, wo wir hinkommen, muss es am Besten gleich in den Zoo gehen.

    LG Lotte

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    1. Da liege ich mit deinem Mall auf einer Wellenlänge - meine erste Frage zu einer Stadt ist auch immer: "Gibt's da nen Zoo?" :P

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