Montag, 2. September 2013

Die Arena - Stephen King

Als ich die Fernsehwerbung für die Serie "Under the Dome", welche ab Mittwoch auf Pro 7 zu sehen ist, letztens gesehen habe, dachte ich mir, dass ich dringend ein paar Worte zu "Die Arena" verlieren muss. Zusammenhang? Naja, das is das Buch, auf dem die Serie (grob) basiert - die Titelübersetzung ist bescheiden, um ehrlich zu sein; vor allem, da im Buch die meiste Zeit vom "Dome" (englisch für Kuppel) oder der "Kuppel" gesprochen wird und erst auf den letzten etwa 200 Seiten einige (wenige) Male die Bezeichnung "Arena" fällt... Aber gut, irgendjemand wird sich da vielleicht was bei gedacht haben!
Das Buch hatte ich mit in den Urlaub genommen - mit einem Stirnrunzeln, weil ich eigentlich gar nicht so viel Lust auf Stephen King hatte. Aber wann würde ich sonst so einen Wälzer von über 1.200 Seiten (da ging mir dann halt doch das Herz auf!) lesen? Also eingepackt - und keine Sekunde bereut, das Buch ist einfach grandios und war schneller ausgelesen, als ich gedacht hätte! Die Rahmengeschichte ist recht einfach: Auf die Stadtgrenzen von Chester's Mill senkt sich auf einmal eine riesige Kuppel, die die Stadt weitestgehend von der Außenwelt abschneidet. Wie eine Schneekugel ist Chester's Mill also vom Rest der Welt isoliert und "Die Arena" beschreibt die Vorgänge in einer - wie so oft bei King - heimeligen, typischen Kleinstadt im Bundesstaat Maine.

Was King mit diesem Buch geschafft hat ist, dass ich nach langer Zeit mal wieder einen "Bösewicht" so richtig ätzend fand und ihm praktisch vom ersten Auftreten in dem Buch die Pest an den Hals gewünscht habe. Meistens sind die Antagonisten der Helden zwar unangenehm, verfolgen aber trotzdem irgendwelche auf ihre Weise logischen Ziele (und wenn es nur die Weltherrschaft ist), sodass man sie zwar nicht mag - aber zumindest bis zu ihrem Ableben ertragen kann. Bei "Die Arena" hätte ich am liebsten in regelmäßigen Abständen ins Buch reingegriffen und den Charakter einfach rausgeworfen, weil ich mich so geärgert habe und mir gesagte Person einfach so unsympathisch war - eigentlich ja genau das, was man als Autor erreichen will. Die Charaktere sind wahnsinnig gut gezeichnet, nachvollziehbar und trotz gewisser Komplexität stimmig, aber eben auch "einfach" genug (kompliziert auszudrücken, was man so sagen will manchmal...) - auch wenn man nicht jede Handlung vorhersehen kann, kommen nur wenige wirkliche Überraschungen im Verhalten der Personen vor.

Die Story an sich ist ja doch unangenehm - wer möchte schon von der Außenwelt abgeschottet sein? - aber wenn man dann noch Stephen King  als "Vater" hat, kann die Geschichte ja keine produktive "Friede-Freude-Eierkuchen-wir-kriegen-das-schon-hin-Welt" sein. Und natürlich gibt es Chaos in der Stadt, allerdings ein Chaos, das nicht auf "echten" Problemen beruht - es ist nämlich keineswegs so, dass die Nahrungsmittel oder Energie knapp sind (das wäre irgendwann bestimmt der Fall - aber das Buch hat nur einen Zeitrahmen von einer Woche!)... Das Buch ist wirklich ein vielschichtiger Wälzer, der mich aber stellenweise auch zum Kichern und Lachen gebracht hat - gleich zu Beginn wird z.B. ein Murmeltier halbiert, als die Kuppel auf die Stadt herabsaust. Diese Szene ist einfach so gut geschrieben - obwohl sie für den Handlungsverlauf vollkommen obsolet ist -, dass dieser Aufhänger mir wohl noch länger im Gedächtnis bleiben wird.

Auch einige Zwischensequenzen sind zu köstlich - obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass immer noch niemand genau weiß, was für Gedanken sich ein Hund macht, wenn er hinter der Couch auf der Suche nach Popcorn ist... Die Story an sich ist dicht gepackt mit zahlreichen Anspielungen auf die unterschiedlichsten Themen, die aber sehr gut in den Handlungsablauf passen. Zugegeben, hier und da ekelt man sich ein kleines bisschen - aber es wäre wohl auch kein King-Wälzer, wenn nicht auch hier und da ein paar Schocker enthalten wären. Ich habe "Die Arena" wirklich verschlungen, weil ich das Buch spannend und interessant fand - das Ende war dafür nicht so ganz mein Fall... An einigen Stellen schwebten ein paar Logikfragezeichen über meinem Kopf - das tut aber der grandiosen Geschichte an sich keinen Abbruch.

Wenn ich Zeit hätte, würde ich mir zu gerne die Fernsehserie reinziehen - allerdings werde ich das momentan kaum schaffen... Allerdings sollen da auch einige zentrale Elemente (z.B. das Ende) nicht der Buchvorlage entsprechen - also auch wenn man das Buch gelesen hat, soll die Serie interessant sein. Allerdings weiß ich nicht, ob ich mir wirklich eine Version 2.0 von "Die Arena" geben will - eigentlichfand ich das Buch dazu zu gut.

Kommentare:

  1. das buch, und auch die serie, klingen beide interessant und dass das buch so richtig schön dick ist ebenfalls, aber mit stephen king komm ich nicht so richtig klar. durch "es" habe ich mich zur hälfte durchgequält und fands blöd; friedhof der kuscheltiere fand ich besser, aber auch nicht so gut, dass es mich zum king fanatiker gemacht hat. deine rezension klingt aber vielversprechend :)

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    1. Es gibt gerade bei King wirklich auch deutliche Unterschiede zwischen den Büchern - die episch ausgeweiteten sind oft nicht so krasser Horror / Thriller wie andere. Aber bei amazon kann man auch ein bisschen reinlesen - falls du nicht gerade einen Buchladen zur Hand hast, würde ich da mal schauen, ob dir das zusagt :)

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    2. ach doch, den passenden buchladen habe ich in der nähe. werde da demnächst mal reinlesen. :) vielleicht wirds ja doch noch was, mit mir und dem herrn king ;)

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    3. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen! ;) Allerdings muss man ja auch nicht jeden gehypten Autor gut finden, also ist es nicht soo tragisch, falls aus euch doch nichts mehr wird!

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  2. ich habe die arena auch gelesen und fand es ziemlich spannend. einige sachen waren unvorhersehbar, andere handlungen jedoch nicht. mir hat das buch sehr gut gefallen!

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    1. Ja, hier und da waren definitiv in der Handlung Twists drin - aber ich fand die Charaktere einfach sehr schlüssig und gut. Dass sich Rahmenbedingungen überraschend verändern, finde ich durchaus akzeptabel - aber wenn Personen auf einmal ganz abstruse Dinge machen, die nicht zu ihrem Hintergrund passen, finde ich das immer blöd... Ich muss Charaktere nicht alle mögen - aber nachvollziehen (sofern sie nicht total durchgeknallte Psychopathen sind^^) irgendwie schon.

      Hach, freut mich aber, dass der Wälzer noch jemandem gefallen hat :)

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  3. Ich schleiche schon eine Weile drumrum -- nach Deiner Rezension wird es wohl doch in naher Zukunft auf meinem Kindle landen :o)

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    1. Ich finde die Story wirklich gut - sag doch Bescheid, wenn du das Buch gelesen hast, mich würde interessieren, wie du die Geschichte findest :)

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