Montag, 5. August 2013

USA-Urlaub: Das Weiße Haus und was sonst noch so in Washington, D.C. sehenswert war

Natürlich waren wir in Washington, D.C. nicht nur in Museen unterwegs - irgendwo draußen musste ich mir ja auch meine schönen Latschen an Glasscherben zerschleißen und dann einen Tag bei Regen mit komplett durchnässten Füßen durch die Gegend laufen *hust*! Neben zahlreichen Memorials und Monumenten, die ich euch ja schon gezeigt habe, und einer weiteren Menge an Museen gibt es auch noch ein paar weitere Fleckchen, die durchaus sehenswert waren und zu denen wir uns in einem strammen Fußmarsch aufmachten.

Den ersten interessanten Stop legten wir bei L'Enfant Plaza ein und rannten dort erstmal ein wenig bekloppt über den Platz, um alle möglichen Zitate zu lesen (die durchaus kontrovers sind und Washington, D.C. nicht nur in den Himmel loben!) und uns auch die Mini-Version der Planung der Stadt anzusehen... Wir wurden von den Einheimischen durchaus misstrauisch beäugt, warum wir da so deppert über den Platz laufen - aber das war uns ziemlich egal!

Der zweite interessante Anlaufpunkt ist das Memorial für die Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung, das in "Constiturions Garden", einem Park in der National Mall zu finden ist. Im Sommer ist es da bestimmt superstimmungsvoll - mit kahlen Bäumen war das jetzt nicht gar so fein, aber der Ausblick ist sehr nett! Man hat einen super Blick auf das Washington Monument und kann am Teich auch chillen und sich gemütlich umsehen.

In einem sehr kleinen Rondell sind die Unterschriften "originalgetreu" in Stein gemeißelt und man kann sich noch einmal umsehen, wer denn alles so einen Siegfried unter dieses Papier gesetzt hat. Nein, das ist kein aufsehenerregendes Memorial, aber ein stimmungsvolles und sehr nett anzusehendes.

Der große Klassiker dürfte wohl das Weiße Haus sein - an das man allerdings nicht so wirklich nahe rankommt. Von der Südseite aus betrachtet ist es nämlich ganz schön weit vom Zaun weg - dennoch scharen sich massenweise Touristen dort, die ein Foto knipsen und sich dann den President's Park mit der Ellipse und diversen anderen Denkmälern anschauen. Natürlich stets unter den wachsamen Augen des Secret Service und einer ordentlichen Menge an Absperrungen - aber dank der modernen Technik kann man durchaus ein bisschen an die Residenz des Präsidenten heranzoomen - und es wird dadurch leider nicht wirklich spannender.
Haus. Weiß. Mit Bäumen, óle, óle, óle? Ne, fand ich auch nicht übermäßig spannend - also sind wir natürlich auf die andere Seite gestapft, in der Hoffnung von dort aus einen besseren Blick zu haben. Unsere Hoffnungen wurden leider weitgehend enttäuscht - denn auch die Frontansicht des weißen Hauses ist nicht gar so spektakulär.
Witzig waren hingegen die netten Herrschaften, die man ab und an auf dem Dach des Weißen Hauses herumlaufen sah - der Secret Service hat nicht nur direkt am Zaun einen Wagen geparkt und ein paar Agents zur Sicherheit abgestellt, sondern überwacht auch noch brav aus der Höhe die Umgebung (wobei ich mich ja wirklich frage, wie bei den Sicherheitsvorkehrungen irgendjemand auch nur auf 30m auf den Laden herankommen soll... 


Da die Pennsylvania Avenue eine "ganz normale" Straße ist (naja, ohne Autos), herrscht dort auch reger Besucherbetrieb - und an einem anderen Tag haben wir dort eine Demo gesehen, die mit einem nicht gerade kleinen Menschenauflauf, einer Menge Lautsprecher und auch ein paar Rabauken gegen irgendetwas protestierte (ich gebe zu, wir konnten das schon vor Ort nicht identifizieren, da die Demonstranten kein Englisch gesprochen haben und die Schilder auch nicht in einer Sprache verfasst waren, mit der wir was hätten anfangen können). Da ist also durchaus High Life vor dem Weißen Haus!

Direkt nebenan ist das Dwight D. Eisenhower Executive Building, das zum White House Complex gehört und wird glaube ich immernoch von irgendwelchen Behörden genutzt. Ich fand es einfach von der schieren Größe und Wirkung einfach imposant - ein grauer Klotz, der aber trotzdem irgendwie filigran wirkt und das Weiße Haus (zumindest was das Aussehen und die Größe angeht) deutlich in den Schatten stellt - besonders, da es wirklich auf dem Grundstück nebenan steht. Die Pennsylvania Avenue ist einfach immer für eine Überraschung gut - aus dem "Nichts" taucht so ein Klotz auf und gegenüber befindet sich ein kleiner Coffee-Shop...

Wir wanderten dann weiter gen Nordwesten und steuerten Georgetown an, um für D. endlich einen Anzug und vielleicht noch ein paar Kleinigkeiten zu erstehen. Georgetown wurde 1751 gegründet, 1871 in den District of Columbia integriert und ist seitdem ein Stadtteil von Washington, D.C.. Neben der Uni gbt es dort eine Menge an kleineren Shops und auch größeren Boutiquen, in denen wir uns ausgiebig umgesehen haben. Auffällig ist, dass die Häuschen dort alle deutlich kleiner und enger sind und man sich sehr schnell wie in einem Vorort vorkommt - wer also nett Shoppen will, sollte da unbedingt mal vorbeischauen.

Auf dem Rückweg in Richtung Hotel wanderten wir dann mit Plastiktüten beladen durch einen kleinen Park und wurden dort von einem Eichhörnchen verfolgt. Ernsthaft verfolgt! Das ist uns geschlagene 500m hinterhergehoppelt, anscheinend war es scharf auf die Plastiktüten (ich vermute mal, der eine oder andere Tourist oder auch Einheimische füttert die possierlichen Tierchen ab und an) und auch verdächtig zutraulich... Es hoppelte auch bis auf etwa 30 cm an meinen Schuh heran, als wir herausfinden wollten, wie dreist das Viech tatsächlich noch werden würde - aber das war mir dann auch nah genug. Könnte ja auch Tollwut haben oder sonstwas, dieses gierige Eichhörnchen!!!

Das letzte Bild ist auch beim "Rumlaufen" entstanden - die Waterfront von Washington, D.C.. Da reihte sich auch eine Marina an die andere - natürlich gestaffelt nach Größe der jeweiligen Boote. Es ist schon ganz schön faszinierend, wie unterschiedlich die Stadt doch sein kann und das, nicht wie in Hamburg recht weit auseinandergezogen, sondern ziemlich dicht an dicht hat man hier das Gefühl, in einer Verwaltungsmetropole zu sein, in einem historisch vollgepackten Gedenkviertel, der turbulenten Studentenstadt oder eben auch ein bisschen Mittelmeerfeeling bei den Booten...

Die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert - und wir haben uns dabei ja fast nur auf den Kern beschränkt, der zu Fuß ablaufbar war... Wobei allein auf der 7th Street die Vielfalt schon deutlich wird - dort stößt man nämlich auf das Chinatown Washingtons (kann es sein, dass jede Stadt ein Chinatown hat?) und steht auf einmal vor Geschäften, deren Namensschilder mit chinesischen Schriftzeichen geschrieben sind (auch Dunkin' Donuts!!!)... Washington, D.C. hat definitiv was!

Kommentare:

  1. Das klingt ja echt toll... :D Ich war zwar schon in den USA, möchte aber auf jeden Fall irgendwann auch nach Washington D.C. :)

    Liebe Grüße, Selina

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    1. Washington, D.C. ist wirklich einen Besuch wert! Da gibt es so viele und vor allem unterschiedliche Dinge, die man sich anschauen kann - und als Regierungssitz ist das ja sowieso eine Besonderheit.

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