Montag, 12. August 2013

Teeglocke von Rösle

Ich, bekennende Teetrinkerin, habe durchaus auch ein Faible für losen Tee - und damit fangen die Probleme ja eigentlich auch schon an... Denn wenn man nicht einfach nur ein Teebeutelchen in die Tasse werfen kann, muss man sich irgendwie damit auseinandersetzen, wie man denn diesen fitzeligen Tee am einfachsten in die Tasse bekommt - und zwar nach Möglichkeit so, dass man ihn danach auch gemütlich trinken kann und nicht dauernd den Mund voller Fusselchen, Obststückchen oder sonstiger Minipartikel hat, die sich so im Tee befinden...

Weil ich faul bin, habe ich im letzten Jahr fast immer Teebeuteltütchen genutzt, also solche, die eigentlich für Kannen gedacht sind - aber da muss man dann auch mit dem Beutel rumhantieren, so richtig schick schaut das nicht aus und ab und zu saut man (also ich) damit auch etwas rum. Ein Baumwollsieb habe ich auch zu Hause - aber auch das hat mich nicht so wirklich glücklich gemacht... Bei Tchibo hatte ich mir mal ein Teesieb in Form eines Blümchens gekauft - und das ist mir nach ein paar Tagen an der Halterung kaputt gegangen, war nervig was das Ausspülen angeht und eigentlich hatte ich da die Hoffnung auf eine handliche Lösung schon aufgegeben.

Vor einiger Zeit blätterte ich dann mal wieder im Payback-Prämien-Katalog und bin dort auf die Teeglocke von Rösle gestoßen. Genug Punkte hatte ich - also habe ich mich getraut und sie mir bestellt. (Momentan gibt es die leider nicht mehr, aber ich bilde mir ein, sie hat 1690 Punkte gekostet - bei amazon ist sie gerade für knappe 15€ zu haben.)

Irgendwie habe ich bei den Payback-Prämien weniger Skrupel, sie mir zu bestellen, als wenn ich "echtes" Geld dafür ausgeben müsste... Das ist zwar nicht logisch, aber egal. Da ich auch schon einmal eine Prämie zurückgegeben habe (eine Reisetasche), weil sie mir einfach kaputtgegangen ist und da alles reibungsfrei lief, hatte ich also auch bei diesem Teeteilchen keine bedenken - wenn es sich wie das Tchiboblümchen als Mist herausstellen sollte, könnte ich es einfach zurückschicken.
 
Die Teeglocke kommt ohne großartige Bedienungsanleitung - die ist auf dem Karton aufgedruckt, aber ansonsten ist sie auch einfach intuitiv zu bedienen. Was ich super finde: Es gibt einen "Auffangbehälter", in den man die Teeglocke stellen kann, wenn man sie gerade frisch aus der Teetasse gezogen hat und nichts sippt, man muss nicht zum Mülleimer rennen oder sich sonstwie verrenken - großer Vorteil im Vergleich zu den Teebeuteln!

Ebenfalls aus meiner Sicht sehr schlau: Es gibt wie bei so einigen klassischen Tee-Kannen mit eingebautem Sieb eine kleine Vorrichtung zum Komprimieren des Tees (sieht man unten auf dem Bild: in der Glücke ist eine runde Kunststoffplatte, die man herunterdrücken kann), damit bekommt man auch das meiste Wasser aus der Glocke, wenn man sie aus dem Tee zieht. Logischerweise tropft dann da noch weniger (eigentlich gar nichts - mein Abtropfbehälter war bisher immer trocken). Die Glücke selbst besteht aus zwei Teilen - einer silbernen Hälfte aus Edelstahl und einer schwarzen aus Kunststoff. Am Bauch der Glocke sind in beiden Seiten kleine Löcher, damit entsprechend der Wasserdurchfluss gewährleistet ist. Bei besonders kleinteiligem Tee kommen dadurch zwar ein paar Partikelchen durch, aber ich habe nicht das Gefühl, dass das mehr ist als bei einem Teebeutel (da hat man z.B. bei grünem Tee ja durchaus auch, ich nenne es mal Teestaub, jeden falls ganz kleine Teilchen, im Tee).

Die beiden Hälften kann man problemlos auseinanderziehen, indem man die schwarze etwas nach unten drückt. Da wird dann auch das Innenleben gut sichtbar: In der silbernen Hälfte sieht man den Kunststoffkolben ganz gut, die schwarze wird am Hals dann in die silberne Röhre (logischerweise oberhalb des Kolbens, den man dafür dann nach unten schiebt) eingefädelt und hält damit ganz gut.

Die zwei Nupsis am Boden der schwarzen Hälfte sorgen durch Einrasten in der Edelstahlhälfte dafür, dass der Tee nicht einfach wieder herausrieselt - auch das hält sehr gut (das war bei der Tchibo-Blume auch ein Problem - so richtig dicht war das Teil nämlich nicht wirklich...).

Zusammen- und Auseinanderbauen lässt sich die Teeglocke innerhalb von Sekunden und man muss dabei auch nicht übermäßig vorsichtig sein. Die Verarbeitung ist wirklich solide.

Das Befüllen ist eigentlich recht einfach: Man schiebt den Kolben hoch und die schwarze Hälfte nach unten, dann kann man entweder mit der Teeglocke in den Tee oder eben mit einem Löffel oder was auch immer den Tee einfüllen.

Beim Zuschieben habe ich die Erfahrung gemacht, dass es ganz gut ist, den Tee etwas nach hinten (also theoretisch oben) sacken zu lassen, damit man problemlos die Nupsis in die Löcher einrasten lassen kann. Aber auch das funktioniert ziemlich einfach. Dann einfach nur noch die Teeglocke in die Teetasse (oder eben Kanne) stecken, aufgießen und ziehen lassen.

Ist der Tee fertig, Teeglocke rausziehen, Kolben runterdrücken und im Auffangbehälter abstellen. Wenn man schlau ist, lässt man das Ganze dann etwas abkühlen - denn besonders der Edelstahl neigt dazu, im heißen Tee doch auch Temperatur zu entwickeln.

Dann kann man überm Mülleimer den Tee recht einfach ausklopfen, dazu am besten die beiden Teile voneinander trennen, und anschließend im Waschbecken kurz ausspülen (manchmal bleiben ein paar einzelne Fasern in den Löchern hängen, die kann man aber einfach herausziehen), trocknen lassen oder gleich wieder mit Tee befüllen und weitermachen! Eigentlich ist die Teeglocke wohl auch spülmaschinengeeignet - aber in Ermangelung einer Spülmaschine kann ich das nicht überprüfen...

Ich bin mit dem Teil bisher wirklich zufrieden und bin heilfroh, dass ich das bei Payback entdeckt habe - ansonsten würde ich immernoch mit meinen offenen Beutelchen rumhantieren und das Teil ist da doch deutlich angenehmer! Kennt ihr ähnliche Produkte, die auch wirklich was taugen? Wie gesagt, mit den Tchibo-Sachen habe ich leider bisher keine guten Erfahrungen gemacht und ob das jetzt eine Blume ist oder in Käferform, ich traue den Dingern nicht mehr über den Weg...

Kommentare:

  1. Interessant. :) Ich kehre dann doch immer wieder zu den guten Einweg- Tee- Tütchen zurück. Gibt's mittlerweile auch in so vielen Varianten (mit Bodenfalte, mit überstehender Lasche, etc.). ;D

    LG Lotte

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    1. Auf der Arbeit habe ich auch immer die Einweg-Teebeuteltütchen, aber für zu Hause mag ich diese Teeglocke inzwischen wahnsinnig gern! Vor allem, weil sie eben problemlos funktioniert und mich nicht so ärgert, wie diese Tchibo-Teile, die ich vorher hatte.

      (Ich gestehe ja - ich kaufe meine Teebeuteltüten immer bei Rossmann, weil ich gar nix besonderes brauche, sondern einfach nur was, wo ich den Tee reinkippen kann^^)

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  2. Ich hab entweder die abgepackten Teebeutel (besonders auf Arbeit) oder aber ich nutze ein uraltes Teeei aus der DDR. Sieht nicht sehr edel und schön aus, aber es tut seinen Dienst ohne sonstige Probleme zu bereiten. :D

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    1. Manche Teesorgen gibt es ja nicht abgepackt - da brauchts dann eine gute Alternative :) Und ich hatte auch mal ein Tee-Ei, aber das hat mich irgendwie nicht so richtig glücklich gemacht, war irgendwie schwer zu handhaben und hat auch nicht so richtig in meine Teekanne gepasst und naja...

      Ich wette, dein uraltes Tee-Ei ist aber ein wirklicher Held - ich hab auch einen Toaster, der in etwa so alt ist wie ich und den würde ich gegen keinen modernen Toaster der Welt eintauschen!

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  3. Hmm ich mag meine Teeblume :) aber ich bin eh so eine Beuteltante, auch wenn ich weiß, dass das nicht das selbe ist, bin ich doch leider sehr bequem.

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    1. Wenn mir meine Teeblume nicht auseinandergefallen wäre, würde ich sie auch mögen ^^ Beutel haben manchmal einfach Vorteile - aber so einige Tees gibt es ja nicht in Beuteln :)

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