Montag, 8. Juli 2013

Bob, der Streuner - James Bowen

Auch wenn ich momentan kaum zum Lesen komme (bzw. sich das Buch, das ich seit geraumer Zeit lese irgendwie ewig hinzieht), bin ich über Blogg dein Buch in den Genuss von "Bob, der Streuner" von James Bowen gekommen. Irgendwie funktioniert das Lesen mit festem Termin deutlich besser als "einfach so" lesen. Das Buch stammt aus dem Luebbe-Verlag und kostet mit 256 Seiten z.B. hier 8,99€ oder 6,99€ für die Kindle-Version.
Der Untertitel "Die Katze, die mein Leben veränderte" hat mich ja doch neugierig gemacht - das Buch befasst sich nämlich mit der Geschichte des Straßenmusikers und ehemaligen Drogenabhängigen James Bowen und seiner schicksalshaften Begegnung mit dem roten Kater, den er dann Bob taufte. Im Prinzip haben sich da zwei ganz arme Kerle gefunden und wirklich das Beste daraus gemacht - und das ist eine wahre Geschichte.

Auch wenn für mich die Kategorie "Sachbuch" nicht so ganz richtig ist, dürfte es wohl die am besten passende Kategorie sein, denn "Bob, der Streuner" ist kein Roman, kein Thriller und auch sonst kein literarisches Meisterwerk. Aber es hat alles, was ein Buch für mich lesenswert macht: Es ist interessant und lebhaft geschrieben, es hat sogar ein bisschen informativen Charakter - aber das Wichtigste ist eigentlich, dass dieses Buch Herz hat und sehr authentisch und glaubwürdig wirkt. Anstatt hier in einer hochtrabenden Sprache zu schreiben, ist es nämlich ein bisschen so, als würde James einem seine Geschichte erzählen.

Das hat zwar auch so seine Nachteile, aber Hinweise wie "aber es sollte ganz anders kommen" fand ich in diesem Buch überhaupt nicht störend, sondern durchaus passend. Dass der Kater jetzt nicht am Anfang des Buches sterben kann, ist ja recht schnell klar - also ist so ein Hinweis auch kein Element, das die Spannung zerstört, sondern eher eine Verdeutlichung des Gefühlszustandes des Autors. Diese Verdeutlichung oder überhaupt Darstlelung gelingt über das ganze Buch hinweg sehr gut und auch wenn man sie nicht an allen Stellen nachfühlen kann, kann man doch nachvollziehen,. warum James wie empfindet (z.B. als ihm Bob einmal wegläuft - da ging mir ja fast das Herz über! Man muss Verzweiflung ja nicht immer mitempfinden, um sie verstehen zu können).

Die Geschichte umfasst aber nicht nur "aktuelle" Geschehnisse, sondern zeigt auch den Entwicklungsprozess auf, den James durchläuft - sowohl was seine Drogenkarriere, als auch seine berufliche Perspektive und Verantwortungsübernahme und die Beziehung zu seiner Familie angeht. Aber es gibt auch ein paar Einsichten in das Leben von Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben und es nicht so leicht haben wie viele andere (auch wenn hier an keiner Stelle versucht wird, die Ursachen dieser Isolation, wie z.B. Drogenprobleme zu verharmlosen!) - z.B. die Menschen, die die Obdachlosenzeitschriften verkaufen. James' Leben - und vor allem, wie die Menschen auf ihn reagieren - verändert sich schlagartig mit dieser faszinierenden Katze und das Buch bringt das wirklich sehr gut rüber.

Wer also eine kurzweilige Lektüre möchte, die eine nette Geschichte erzählt, aber auch durchaus Potenzial zu weiteren Grübeleien mit sich bringt (ich gebe jetzt mal ganz blond zu, dass ich seitdem den Hinz&Kunz-Verkäufern hier in Hamburg auch einfach mal einen Euro zustecke), der ist mit "Bob, der Streuner" gut bedient. Na gut, eine kleine Vorliebe für Katzen und die Tatsache, dass Menschen manchmal dazu neigen, diese zu vermenschlichen, sollte ma auch haben... Zu James und Bob gibt es auch ein paar nette Videos auf Youtube mit zuckersüßen Bildern vom Katerchen - und sehr... ehrlichen Bildern von James. Ein erfolgreiches Buch macht einen halt nicht gleich reich und mir scheint, dass da jemand durchaus auf dem Boden geblieben ist (zumindest noch).

Kommentare:

  1. Dieses Buch habe ich vor einigen Tagen auch innerhalb weniger Stunden in einem Rutsch durchgelesen.

    Liebe Grüße :)

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    1. Ist doch wirklich eine klasse Geschichte, oder? :) Wenn ich nicht hätte arbeiten müssen, wär ich damit sicher auch schneller durch gewesen...

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