Samstag, 8. Juni 2013

USA-Urlaub: In Washington, D.C. ankommen

Das letzte Urlaubsposting ist schon ein bisschen her, aber "fertig" war ich ja noch gar nicht - es fehlt unsere letzte Station und zwar Washington, D.C.! Und da ich heute ein bisschen Zeit hatte, Bilder rauszukruschen, geht es natürlich ganz brav mit der Berichterstattung weiter.

Wie bisher, sind wir auch dieses Mal mit dem Bus gefahren und bis auf die Verspätung des Busfahrers lief alles glatt. In Washington, D.C. kamen wir an Washington Union Station an - leider war der Bahnhof total unfotogen, weil überall drumherum Baustelle war, alles abgesperrt und total staubig war. Nach einem kurzen Blick auf meinen ausgedruckten Stadtplan beschlossen wir, zu Fuß zum Hotel zu rollen und uns dabei einen ersten Eindruck von der Stadt zu verschaffen.

Da Washington, D.C. als Hauptstadt sozusagen am Reißbrett geplant wurde, ist es ähnlich wie in New York nicht sonderlich schwer, sich zurecht zu finden. Wir haben mit unseren Koffern (4 Rollen ftw!) eine knappe halbe Stunde für die 2,5 km gebraucht und konnten bei dem schönen Wetter schonmal erste Eindrücke sammeln. Unser Hotel, das Capitol Skyline, lag zwar ein Stück südlich vom Zentrum, hatte aber eine Metro-Station in der Nähe - und zu Fuß waren wir in etwa 20 Minuten an der National Mall. Das Hotel hatte Gott sei Dank auch kostenloses W-Lan (wobei das immer zu den ungünstigsten Zeiten zentrale Aussetzer hatte), wunderbar weiche Betten und insgesamt ein nettes Ambiente.

Im hoteleigenen Restaurant ("Lapidus") haben wir nur ein Mal gegessen - qualiatativ und preislich war das durchaus in Ordnung, allerdings war die Menü-Auswahl auf genau vier Gerichte beschränkt, die sich im Verlauf der Woche auch nicht geändert haben... Dafür hatten wir einmal über die Straße einen McDonalds, bei dem ich mir mit Vorliebe einen Smoothie zum Frühstück geholt habe (der ließ sich auch auf dem Weg in Richtung Zentrum gut wegschlürfen).

Am ersten Nachmittag stapften wir also ein bisschen ziellos durch die Stadt und sahen uns in der näheren Umgebung um...

Als erstes fiel uns auf, dass Washington, D.C. ganz schön anders war, als die bisherigen Städte, die wir besucht hatten - da war nämlich nicht an jeder Ecke irgendeine Drogerie und auch die Futtergelegenheiten waren eher spärlich gesät (das sollte sich dann noch als zentrale Herausforderung rausstellen!). In unserer ersten Naivität nahmen wir an, dass das "ein paar Straßen weiter" sicherlich anders aussehen würde - aber damit lagen wir falsch.

Washington ist einfach primär eine "Arbeitsstadt", unglaublich viele Büro- und Verwaltungsgebäude und natürlich Museen. Teilweise haben die Gebäude eigene "Mini-Shoppingcenter", aber das muss man auch erstmal wissen, denn von außen wird da nicht wirklich drauf hingewiesen. D.C. wirkte auf mich deutlich steriler und strukturierter, als Boston, New York und Philadelphia. Durch die schiere Weite der Stadt war alles sehr auseinandergezogen und nicht so gedrängt, wie z.B. in New York. Am ehesten kann man wohl Boston mit D.C. vergleichen - allerdings ist Washington einfach noch eine Spur größer.

Als ich im Rahmen eines Schüleraustausches für ein paar Tage in Washington war, waren wir nur ganz kurz "in der Stadt" - aber an das J. Edgar Hoover F.B.I. Building konnte ich mich noch erinnern. Davon habe ich auch damals (noch mit Film in der Kamera!) ein Foto gemacht (von dem ich leider nicht mehr weiß, wo es ist) - aber das Gebäude ist unglaublich langweilig und unspannend. Allerdings muss man ja mal vom Hauptquartier des F.B.I. ein Foto schießen, wenn man schon dran vorbeiläuft!

Dieses Gebäude kann wohl prototypisch für viele andere in Washington, D.C. stehen: Sie sind groß, breit - und ziemlich hässlich. Zumeist recht schlicht gehalten, fallen sie eigentlich nur durch ihre Größe und Klotzigkeit auf.

Im Vergleich zu New York (und auch Boston) ist Washington einfach viel weitläufiger, breiter und "lockerer". Die Straßen sind gefühlt mindestens vierspurig in eine Richtung, die Gebäude weniger hoch als vielmehr megabreit (wobei es natürlich auch richtige Wolkenkratzer gibt, aber die waren für mich nicht prägend für das Stadtbild) - und vor allem ist es unglaublich sauber!

Dass wahnsinnig viel Polizei unterwegs ist (und noch dazu unterschiedliche - neben der United States Capitol Police sind logischerweise auch der Secret Service und z.B. auch die National Park Police unterwegs), ist wohl kaum verwunderlich - Prominenz ist ja nie weit!

Wenn man an eine Pannenauto gleich drei Polizeiwagen stehen sieht, darf man sich aber fragen, ob denen langweilig war - nachdem nämlich Wagen 1 gehalten hatte, kam Wagen 2 dazu (schaltete das Blaulicht an) und fragte, ob man helfen könne. Während die Polizisten von Wagen 1 das verneinten, kam gleich noch Wagen 3 an, es bildete sich ein kleiner Polizistenkreis, und als Beobachter hatte man schon fast das Gefühl, dass da Schwerstkriminelle zu Gange wären - die arme Familie, die da den Platten hatte!

D.C. hatte also definitiv einen anderen Flair, als die Städte bisher - ruhiger, gesetzter und zu gewissen Zeiten auch geschäftlicher, aber nicht mit der Hektik, wie wir sie in New York mitbekommen hatten. 
Abgesperrt wir in Washington auch gerne mal was - hier war es im Rahmen eines Marathons (und ich glaube, ich muss nicht großartig erklären, warum ich im April nach dem Anschlag in Boston doch ein leicht mulmiges Gefühl in der Magengegend hatte), an unserem Ankunfstag kam uns auch eine ganze Kolonne an Polizeifahrzeugen entgegen und machte irgendeine Straße dicht. Es sammelten sich recht schnell Gaffer, aber anscheinend hatte niemand Plan, was da abging - und wir kullerten mit unseren Koffern dann doch lieber in Richtung Hotel, als Gefahr zu laufen, irgendwo festzuhängen... Denn die Umwege in Washington können durchaus unschöne Ausmaße annehmen - nicht jede Straße führte z.B. unter dem Highway durch, den wir unterqueren mussten, um zum Hotel zu kommen.

Als Fußgänger muss man in D.C. durchaus ein bisschen aufpassen - es sind sehr viele Fahrzeuge unterwegs (zumindest so bis etwa 19 Uhr, dann werden nämlich auch in der Hauptstadt die Bürgersteige weitestgehend hochgeklappt und man sieht auf der Straße nur noch die Obdachlosen, die sich ihr Nachtlager bereiten) und nicht alle nehmen immer Rücksicht auf die Fußgänger, die gerade irgendwo über eine Straße laufen wollen. Wenn allerdings alle im Stau stehen, hat man zu Fuß natürlich die besseren Karten - wobei bei der Weitläufigkeit der Stadt so ein Auto sicherlich von Vorteil ist (wenn man denn nicht die horrenden Parkgebühren zahlen muss! 25$ fürs Parken beim Abendessen!!!).

In Washington sind wir dann auch mal mit der Metro zum Pentagon gefahren - und landeten in einer erstaunlich sterilen und riesigen Ubahnstation. Nicht alle Stationen haben diese Ausmaße, aber auch hier ist alles deutlich größer als in Boston oder New York - bis auf die Züge, die sind nämlich auch knapp geplant und übelst voll.

Und das Metrosystem ist unangenehm kompliziert: Man zahlt je nach Strecke einen anderen Preis; dann noch in Abhängigkeit von der Zeit (Stoßzeiten bzw. restliche Zeit) einen anderen Preis UND einen Aufschlag, wenn man ein Einzelticket zieht...

Wenn dann der Nachlöseautomat am Fuße der 3 Minuten dauernden Rolltreppe vor dem Ausgang steht, hofft man, dass man den richtigen Betrag aufgeladen hat (hatten wir!). Aber ich fand das doch mäßig kundenfreundlich aufgebaut da - wir sind auch nur ein paar Mal mit der Metro unterwegs gewesen.

Die meisten Sachen haben wir zu Fuß abgerissen und ich weiß jetzt schon, dass es schwierig wird, alles hier angemessen wiederzugeben... In Washington gibt es viele Gedenkstätten, auch wenn die Stadt selbst großteils von Unglücksfällen verschont blieb - aber ich fand gerade diese Dichte an Mahnmalen beeindruckend (sowohl positiv als auch negativ). Natürlich haben wir uns auch ein paar Musseen gegönnt - die meisten sind als Teile des Smithsonian Institution kostenfrei zugänglich!

Das Washington Monument (der Obelisk da hinten im Bild!) und das Capitol haben wir am ersten Abend schon gesehen - aber da zeige ich euch demnächst einfach ein paar ausführlichere Bilder...

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