Donnerstag, 13. Juni 2013

Das Evangelium nach Satan - Patrick Graham

Der große Vorteil daran, dass man nicht viel zum Lesen kommt ist der, dass man dazu kommt, sich über Gelesenes Gedanken zu machen. Deswegen kommt heute das letzte noch offene Buch, das ich hier liegen habe "Das Evangelium nach Satan" von Patrcik Graham. Wie so viele Bücher mal von einem Grabbeltisch mitgenommen - hauptsächlich, weil die Außenkanten der Seiten auch schwarz eingefärbt sind! Das macht zwar optisch einen netten Eindruck, führt aber auch dazu, dass viele Seiten aneinanderkleben - also wirklich funktional ist das nicht...
Aber es kommt ja nicht so sehr auf das Äußere an (zumindest nicht, wenn man das Teil schon gekauft hat), sondern vielmehr auf die inneren Werte, die sich hier verteilt auf 652 Seiten finden! Wie man schon fast aus dem Titel entnehmen kann, geht es um das Evangelium nach Satan, nachdem sowohl die "Guten" als auch die "Bösen" auf der Jagd sind. Die Veröffentlichung des Inhaltes würde den christlichen Glauben in seinen Grundfesten erschüttern - und das wäre Satan und seinen Diener natürlich nur recht, der Kirche hingegen nicht wirklich angenehm. So viel zumindest mal zur groben Grundgeschichte.

Die "Protagonistin", wenn man sie denn so nennen darf ist FBI-Profilerin Maria Parks, die eine besondere Gabe hat und die letzten Momente von Verstorbenen aus ihrer Perspektive nacherleben kann (Fantasyelemente sind hier also durchaus vorhanden). In der heutigen Zeit versucht sie zu verhindern, dass das Satansevangelium in die falschen Hände gerät und nutzt dazu ihre Gabe. Die Szenen, in denen sie praktisch in verstorbene Personen schlüpft, sind sehr fesselnd und realistisch geschrieben - das hat Graham richtig gut drauf! Generell sind seine Beschreibungen recht plastisch, an manchen Stellen vielleicht auch zu plastisch, aber sie schaffen ein sehr gutes (teilweise auch sehr drastisches) Bild.

Zu Beginn des Buches wird das sehr deutlich und hat mich auch sehr für die Story eingenommen - jedoch nimmt diese Spannung im Verlauf deutlich ab. Irgendwie hat die Geschichte hier mehr Einfluss als die handelnden Personen, diese bleiben aus meiner Sicht leider sehr blass - das mag aber auch daran liegen, dass die Hauptstory durch viele zeitlich zurückliegende Erzählstränge recht in den Hintergrund gerät... Es wird viel Platz darauf "verschwendet", zu erklären, wie was wann und wo passiert ist - und die eindeutige Relevanz für die aktuellen Geschehnisse ist eher untergeordnet (oder scheint es zumindest für die Personen zu sein, denn die Abläufe sind natürlich zentral). Irgendwie wirkte das alles für mich nicht ganz rund, ein bisschen nach "zu viel gewollt".

Dass anscheinend einige historische Aspekte nicht so ganz korrekt wiedergegeben wurden, ist mir nicht aufgefallen - dafür kenne ich mich mit der Kirchengeschichte auch nicht gut genug aus. Aber wenn von "Toilettenwasser" gesprochen wird und damit nicht das Wasser gemeint ist, das zum Spülen der Toilette genutzt wird, sondern dasjenige, das man sich auf die Haut sprüht (also Eau de toilette), hinterlassen solch sprachliche Defizite doch ihre Spuren... Leider kommen dann noch ein paar unlogische bzw. nicht nachvollziehbare Veränderungen dazu, die zumindest für mich sehr störend waren.

Insgesamt sicher ein Buch, das man mal so lesen kann - bei dem man allerdings auch ein fantasylastiges Mindset braucht und nicht allzu sehr auf die perfekten logischen Zusammenhänge pochen sollte. Mich hat es nicht so begeistert, wie erhofft - aber man kann halt auch nicht alles haben!

Kommentare:

  1. Mmmhmmhmmh, landet eher nicht auf meinem Wunschzettel. Toilettenwasser?! 0_0 Das ist schon mal echt der Knüller :-D

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    1. Ja, ist thematisch sicherlich nicht jedermanns Fall...
      Allerdings sind solche Übersetzungsfehler halt teilweise wirklich peinlich und während es bei anderen Wörtern vielleicht nur leicht seltsam wirkt, fragt man sich bei Toilettenwasser ja doch, was das sein soll^^

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