Samstag, 11. Mai 2013

USA-Urlaub: Von New York nach Philadelphia

Irgendwann war dann leider doch der letzte Tag in New York angebrochen, unser Bus fuhr um die Mittagszeit und wir schlenderten noch eine Runde durch die Straßen, hin zum Times Square (weil D. eigentlich in den M&M-Shop wollte, als wir dann davorstanden, hatte er doch kein Interesse mehr - Logik? Nicht vorhanden...), in einem kleinen Imbiss etwas frühstücken und wieder zurück zum Hotel.

Eigentlich hätten wir bis um 12 Uhr in unsere Zimmer können müssen - aber als wir dann um kurz vor 11 vor unserer Tür standen, zeigte uns die Schließvorrichtung nur ein rotes Lichtlein... Koffer natürlich drinnen, also D. mit dem (einzigen!) Aufzug vom 5. Stock wieder runter zur Rezeption geschickt... Irgendwie dauerte das ziemlich lange und ich machte mich auf die Suche nach Putzpersonal - das sich dann aber weigerte, die Zimmertür zu öffnen (auf der einen Seite ja verständlich, auf der anderen Seite ein bisschen doof, schließlich waren wir seit einer Woche in dem Hotel!).

Als D. dann mit einer neuen Zimmerkarte da war - ging die Tür immernoch nicht auf. Der Aufzug war inzwischen natürlich wieder unterwegs und er musste erstmal warten, bis er wieder runterfahren konnte. Es dauerte dann noch gute 10 Minuten (!), bis D. wieder da war und dieses Mal den Gepäckjungen dabei hatte, der uns die Tür öffnete...


Unsere Koffer standen fertig gepackt im Zimmer und warteten nur darauf, mitgenommen zu werden - wieder auf den Aufzug warten, runterfahren und auschecken, was sehr schnell ging, da wir nur die Schlüsselkarten abgeben mussten.

Da wir großzügig geplant hatten, war das mit dieser Verzögerung beim Auschecken kein Problem, aber wenn man es denn etwas eiliger hat, ist es schon sehr ungeschickt, wenn man aus dem eigenen Zimmer ausgesperrt ist und es gefühlte Ewigkeiten (tatsächlich 23 Minuten) dauert, bis man letztlich aus dem Hotel raus ist...

Zu Fuß ging es dann wieder zu unserer Bushaltestelle und auf dem Weg tauschten wir uns ein bisschen über unsere Eindrücke aus. Wie fanden wir New York? Riesig, hoch, laut, hell, grell, aktiv, hektisch, Baustellen, massenweise Leute... Und auf der anderen Seite kleine Schmuckstücke zwischen den Häuserschluchten, wie dieser witzige Durchgang oben - trotz Hochhäusern durchaus mal ruhig; zwar niemals besinnlich, wie man es sich vielleicht am 9/11 Memorial wünschen würde, aber doch auch mal still; gegensätzlich auf jeden Fall - da kamen uns tatsächlich ein Mal zwei berittene Polizisten entgegen, als wir an der Radio City Hall (da finden die MTV Video Music Awards statt) vorbeistiefelten...

Ansonsten waren die Herrschaften aber eher motorisiert unterwegs - aber dafür überall. Man fühlte sich in New York auf jeden Fall sicher, obwohl ja die Legenden durchaus auch anders lauten. Bunt und unterschiedlich, das beschreibt diese Stadt wohl ganz gut. Faszinierend, interessant - aber auch übersättigt und zu viel. Ich hatte nach diesen knapp sieben Tagen das Gefühl, das (für mich) Wichtigste in New York gesehen zu jaben und ich war auch wirklich gesättigt - mehr New York hätte ich zu dem Zeitpunkt nicht haben wollen.

Es war also gar nicht so tragisch, dass unsere Zeit vorbei war - ein letzter Blick auf die Skyline aus dem Bus raus und ich verabschiedete mich doch mit einem guten Gefühl vom Big Apple: Schön war's! Wir sehen uns bestimmt mal wieder und es gibt noch viele tolle Fleckchen zu entdecken, aber auch andere Städte haben so ihre Reize.

Die Busfahrt verlief mal wieder unspektakulär - wir tuckerten die 100 Meilen vor uns hin und konnten auch das WLAN im Bus nutzen.

Auf Philadelphia, den meisten wahrscheinlich aus dem gleichnamigen Film bekannt, war ich schon unglaublich gespannt - einfach, weil ich mich bisher mit der Stadt noch nicht so intensiv auseinandergesetzt hatte. Die Stadt der brüderlichen Liebe gehört zu den ältesten Städten der USA, war nach New York und vor Washington, D.C. Hauptstadt und ist historisch gesehen ein heißes Pflaster - schließlich wurden hier die Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung verkündet!

Bevölkerungstechnisch ist man hier mit - wie heißt das so schön? - kaukasischer Abstammung, also: als Weißer, definitiv in der Minderheit. Das fällt vielleicht auf der Straße im Vergleich nicht so sehr auf, da ja auch New York extrem heterogen war, aber man merkt es an Flyern mit politischen Aussagen, die man überall sieht und auch an Straßenschildern und Werbung - viele afroamerikanische Gesichter und entsprechende Themen. Auf einem Flugblatt hatte ich sogar eine reißerische Schlagzeile entdeckt, die sich mit dem Leben als weiße Minderheit in Philadelphia auseinandersetzte...

Wir hatten uns ob unserer Ausflugsziele im Center City District Philadelphias eingenistet und zwar im Courtyard by Marriott Downtown

Erstaunlicherweise war das eines der günstigsten Hotels - und das, obwohl Service und Ausstattung wahrlich eines Marriott würdig waren (auf unseren Duschvorhängen - ja, es waren zwei - stand auf dem Waschzettelchen sogar "exclusive for marriott"). Unser Zimmer war geräumig, hell und gemütlich ausgestattet, kostenloses WLAN, im Bad gab es entsprechende Pröbchen und alles sah wirklich sehr adrett aus - da war es fast schade, dass wir nur drei Tage blieben.

Aus unserem Fenster konnten wir auf den hoteleigenen Parkplatz sehen, direkt gegenüber befand sich eine Macy's Filiale und links am Rand sieht man den großen Bruder, das Philadelphia Marriott Downtown.

Der große Vorteil unseres Hotels war, dass es für unsere Vorhaben sehr zentral lag - zum National Constitution Center war es nicht weit, zum Zoo sollte man mit einem akzeptablen Fußsmarsch kommen, für den Notfall war auch noch eine Metrostation in direkter Nähe, ein paar Shoppingmöglichkeiten (außer Macy's) waren in der Market Street auch gut zu finden, ebenso zahlreiche Restaurants.

Am ersten Nachmittag bzw. Abend haben wir erstmal die direkte Umgebung unsicher gemacht und ein paar Läden abgeklappert - einen Blick auf die Philadelphia City Hall konnten wir schon bei unserer Ankuft erhaschen und schauten uns das beeindruckende Gebäude auch noch einmal aus der Nähe an.

Auf der Spitze ist eine Statue von William Penn zu sehen, der die Kolonie Pennsylvania gegründet hat und der Uhrenturm ist mit knappen 167m das höchste gemauerte Gebäude der Welt. Nachts sehr schön beleuchtet ist das Rathaus definitiv einen Blick wert, auch wenn man nur mal dran vorbeischlendert.

Ansonsten kam uns Philadelphia gar nicht so viel anders vor als New York - auf dem Weg vom Bus zum Hotel machten sich Wolkenkratzer ohne Ende breit... Zwar waren die Straßen hier deutlich breiter als in New York (und zumeist in beide Richtungen befahren) und nicht ganz so viele Leute unterwegs (was allerdings auch an der Uhrzeit gelegen haben mag), aber es herrschte die gleiche Art von Hektik - zumindest bis etwa 19 Uhr. Denn im Gegensatz zum Big Apple wurden dann die Bürgersteige hochgeklappt, die meisten Geschäfte haben zugemacht und es wurde schlagartig ruhig auf den Straßen. Ungewohnt, wenn man gerade aus dem dauerwachen und -aktiven New York kam!

Sonderlich schlimm fanden wir das am diesem ersten Abend nicht - wir haben uns bis 19Uhr in ein paar Geschäften an der Market Street herumgetrieben, unsere Einkäufe dann ins Hotel gebracht und in der Nähe ein Restaurant gesucht (was dank einer ausführlichen Liste, die wir im Hotel bekommen haben, sehr leicht war - wenn man sich denn endlich mal für eines entschieden hatte).

Dass Philly die fünftgrößte Stadt in den USA ist, wäre uns so gar nicht aufgefallen - es hat einfach ein bisschen was kleinstädtisches, wenn bei Einbruch der Dunkelheit kaum noch etwas auf der Straße los ist und. Im Gegensatz zu New York mussten wir auch in keinem der Restaurants auf einen Platz warten - was natürlich sehr angenehm war, da man sich kein Loch in den Bauch warten musste. Allerdings waren wir wirklich nur im Kern der Stadt - wie es also weiter draußen aussieht, kann ich nicht beurteilen; aber mir war Philadelphia eigentlich auf Anhieb sympathisch.

Kommentare:

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    1. Danke :) Ist immer ganz schön schwer, aus der Masse eine Auswahl zu treffen ^^

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  2. Ich mag deine Reiseberichte einfach :-)

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    1. Liebe Evy, vielen lieben Dank :) Ich überleg immer, ob die Berichte nicht zu doof oder zu langweilig sind - deswegen danke für deinen Kommentar! Ich freu mich, wenn ich damit anderen eine Freude machen kann :)

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  3. Super, die USA sind eh megaspannend und ich finde man bekommt in deinen Texten einen guten Eindruck von den Orten. Daumen hoch, Go for Reisebericht;D

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    1. Hach, Danke ♥
      Jajaja, die weiteren kommen ja alle noch - braucht nur irgendwie etwas Vorbereitung und auch ein paar ruhige Minuten (oder eher Stunden) zum Tippen^^ Nutzt ja nix, wenn ich nur schreibe, dass wir von A nach B gelaufen sind ;)

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  4. hey definitiv ein geiles Reiseziel und ein schön geschriebener Bericht!
    jaja, die Market Street mit ihren Restaurants... mir fiel die Auswahl echt schwer, wenn ich es mir dann mal leisten konnte als Aupair dort zu speisen ;-)
    statt der Auswahl im Hotel, würde ich dir raten dir mal eine Restaurant-App runterzuladen, ich nutze gerade für Reisen in EU gerne den Michelin. Da sind nicht nur gute Restaurants sondern neuderdings auch Imbisse und Streetfoodshops drinnen.
    Bin dann auch gespannt auf deinen zweiten Teil!

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    1. Das mit der App ist ein guter Hinweis, danke :) Und freut mich, dass dir mein Bericht gefällt - ich fand Philly auch echt spannend. Wobei du da als Au Pair sicherlich noch viel tiefere Einblicke hattest.

      Ach, wir sind da auch ganz gut klargekommen und haben ein bisschen im Netz gesucht bzw. uns auch in den ganzen Stadt-Zeitschriften informiert... Und am Schluss meistens eh entschieden, als wir vor einem Laden standen^^ Und die Dichte an Restaurants war da ja wirklich hoch genug für Alternativen.

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