Samstag, 4. Mai 2013

USA-Urlaub: Intrepid Sea, Air and Space Museum und Lower Manhattan in New York

Nachdem wir ja schon einige Zeit "indoor" in Museen zugebracht hatten, beschlossen wir, das endlich schöne Wetter auch mal dazu zu nutzen, uns ein paar Sehenswürdigkeiten in New York anzusehen, die "draußen" lagen. Da wir mit unserem New York Pass auch das Watertaxi nutzen konnten, wollten wir die Gelegenheit nutzen und nicht mit der Metro zum Battery Park fahren - also ging es auf zum Abfahrtpunkt am Pier 84.

Auf dem Weg dahin kamen wir an einem der typischen "Parkplätze" in New York vorbei (man beachte hier auch die wirklich horrenden Preise - dieses Samstagsangebot war noch ein richtiges Schnäppchen! Einer der Gründe, warum sich Autofahren in NY nicht lohnt...) und ich konnte mir das Foto nicht verkneifen - sowas sieht man bei uns in Deutschland eher selten und wenn dann doch in irgendwelchen Tiefgaragen (ich kenne das vorwiegend von Hotels oder Privatgaragen). Am Wassertaxi angekommen erstmal die erste Enttäuschung - das nächste Taxi sei schon ausgebucht, meeh. Also anderthalb Stunden warten...

Tickets für den Besuch des 9/11 Memorials gäbe es allerdings erst für vier Stunden später - doppelmeeh und letztlich die Entscheidung, auf das Memorial zu verzichten (was sich im Nachhinein auch als gar nicht so blöd rausgestellt hat). Da wir trotzdem noch eine gute Stunde zu warten hatten, haben wir uns einfach auf der Intrepid umgesehen, die direkt nebenan lag (Danke, New York Pass, 22$ hätte ich nie und nimmer gezahlt, D. hingegen schon - na, immer war der glücklich!).
Die USS Intrepid ist inzwischen ein Museumsschiff, war aber als Flugzeugträger im zweiten Weltkrieg und im Vietnamkrieg involviert und wurde auch zur Bergung der Mercury- und Gemini-Kapseln losgeschickt. Da liegt also ein ordentliches Stück Geschichte im Hudson River, da auch noch ganz nett als Museum aufgemacht ist. Auf dem Flugdeck sind diverse Flugzeuge (wie die Lockheed A-12, die kleine Schwester vom Blackbird, den wir dann in Washington gesehen haben) ausgetellt und ein paar Hubschrauber.
Ich bin da nicht so übermäßig bewandert und fand das entsprechend nur mittelmäßig spannend - klar, solche Maschinen sind immer faszinierend, auch wenn man an deren Einsatzzeit und - orte denkt, aber während D. da mit strahlenden Augen und halb sabbernd über das Deck gelaufen ist, war das für mich eher ein kurzer Durchgang und mir kam es gelegen, dass wir sowieso nur etwa eine Stunde Zeit hatten, wenn wir unser Wassertaxi nicht verpassen wollten.
Im Schiffsrumpf waren neben diversen Motoren, Bergungskapseln und Waffengeräten auch diverse Ausstellungsstücke der Zeitgeschichte zu finden, die ich dann ein bisschen spannender fand. Natürlich gab es auch eine Gedenkmauer, an der alle Gefallenen der Intrepid aufgeführt waren - z.B. bei einem erfolgreichen Kamikaze-Angriff auf das Schiff im Jahr 1945. Wie in so vielen Mussen gab es auch hier ein Minikino, das einen Dokumentarfilm über die USS Intrepid zeigte - da wir noch genug Zeit hatten, haben wir uns den Film angesehen (mal wieder alles sehr patriotisch aufgezogen, aber generell nicht uninteressant) und sind dann zu unserem Wassertaxi gestapft. Den Besuch des U-Bootes haben wir wissentlich geknickt - irgendwo durchzwängen stand nicht wirklich hoch im Kurs. Dass unser Wassertaxi Verspätung hatte konnten wir nicht ahnen - also standen wir erst einmal in einer langen Schlange mit all den anderen armen Leuten, bis wir endlich einsteigen durften.
Der Guide an Bord hat uns dann die Fahrt bis zum Battery Park noch mit der einen oder anderen interessanten Geschichte versorgt (z.B., dass "South of Houston Street"  nicht "Hiuston" sondern "Hauston" ausgesprochen wird oder zur Entstehung des Tribeca Film Festivals, das ja von Robert De Niro ins Leben gerufen wurde) und uns dann an unserem Pier rausgelassen - ganz ehrlich, eine ganze "Tour" mit dem Kerl wäre mir zu anstrengend gewesen...

An einem Mahnmal zu Ehren der Gefallenen des zweiten Weltkriegs (oh ja, derer gibt es generell in den USA einige!) sind D. und ich dann in Richtung der Fähre nach Staten Island gewandert - bei dem schönen Wetter war das wahrlich ein Genuss! Gerne hätten wir eigentlich eine Tour zu Ellis Island mitgemacht, uns dort das Museum angesehen und die Freiheitsstatue aus der Nähe begutachtet - allerdings war dieses Mal sogar die Insel aufgrund von Sturmschäden durch Sandy noch geschlossen (die Freiheitsstatue war sowieso aufgrund irgendwelcher Bau- oder Ausbesserungsarbeiten gesperrt - ich habe irgendwie das Gefühl, dass das nie aufhört!).

Und bevor wir uns in so ein Pseudo-Schiffchen setzen, das 10m näher an Lady Liberty rankommt, als die (kostenlose) Staten Island Fähre, haben wir uns für die sichere Variante entschieden und sind mit einer schieren Menschenmasse nach Staten Island getingelt. Dort haben wir uns kurz im Terminal umgesehen (aha, alles uninteressant!) und haben die nächste Fähre zurück genommen - und uns dabei köstlich über die Sicherheitsvorschriften und die ganze Organisation da amüsiert. Da gibt es entsprechende Warnhinweise und Sicherheitsstatuten und alle Türen werden auch erst geöffnet, wenn alles sicher, freigegeben und überwacht ist.

Zugegeben, der Blick durch die teilweise etwas arg angedatschten Fenster der Fähre ist nicht der beste - aber so spektakulär ist die Freiheitsstatue dann auch nicht und gute Bilder von ihr findet man von namhaften Fotografen auch in Massen. Been there, done that - also auf zum nächsten Programmpunkt des Tages! Da wir schonmal im Süden Manhattans waren, haben wir versucht, auf dem Weg zum 9/11-Memorial, auf das wir trotzdem einen Blick werfen wollten, so viel wie möglich mitzunehmen - sowohl was Sehenswürdigkeiten anging, als auch Shoppingmöglichkeiten (wie z.B. einen tj maxx, in den ich dann schnell reingeschnuppert habe *hust*).

An der Börse vorbei (mhm, spannend - wenn sich da nicht lauter Touris getummelt hätten, wäre ich wohl komplett blond an dem unspektakulären Gebäude vorbeigelaufen) ging es die Wall Street entlant. Den Versuch, den Bullen zu fotografieren, haben wir nach kurzer Zeit aufgegeben - es gab eine megalange Schlange, um direkt an das Viech zu kommen und von außen waren die Chancen, den Bullen ohne seltsame Leute in aberwitzigen Posen zu erwischen nicht existent. Also ist dieses "da hinten ist der Bulle"-Foto mein Beweis für den Besuch an der Wall Street!

Nach einem Abstecher zu Subway (ja, auch in den USA kann man die Subs von Subway essen!) und Macys, wo D. sich erneut auf die verzweifelte Suche nach einem Anzug begeben hat, sind wir dann zum One World Trade Center gestiefelt. Vor dem Memorial (in das man eben nur mit Eintrittskarten zu einer festen Uhrzeit kommt) war die Hölle los - nicht nur waren unglaublich viele Menschen da, sondern auch megaviel Security. Wer sich nämlich die Pools an den Stellen der Zwillingstürme ansehen will, muss sich erstmal ordentlich filzen lassen.

Dass dort auch die Polizei auf Zack ist, haben wir zufällig mitbekommen, als ein Tourist sich auf eine kleine Mauer (10m entfernt vom Ende der Schlange zum Eingang!) gestellt hat, um ein besseres Bild zu machen - sofort standen zwei Polizisten neben ihm und haben ihn schnell wieder auf den Erdboden befördert; der arme Kerl war ein bisschen perplex...

Das One WTC kann man aber auch so fotografieren - immernoch im Bau wird der symbolträchtige Wolkenkratzer mal 1776 Fuß hoch sein. Dummerweise ist die Höhe von 541,32m für den im metrischen System lebenden Europäer wenig aussagekräftig... Allerdings wird dieser Turm damit auch das höchste Gebäude in den USA sein - was natürlich auch einen wahnsinnigen Symbolcharakter hat. Ende diesen Jahres soll das Bauvorhaben abgeschlossen sein - und wie man sieht, ist das One WTC da in guter Gesellschaft, was die Höhe angeht.


Als wir ein bisschen weitergegangen waren und ich so um mich herumschaute, fiel mir ein Gebäude besonders auf (während D. da natürlich total auf den Weg konzentriert vorbeigelatscht ist) - obwohl ich keinen Schimmer habe, welches das ist und warum es so unglaublich versifft aussah... Passte auch so gar nicht in die ansonsten geschniegelte und gestriegelte, auf Hochglanz gebrachte Umgebung - schmutzige, verrußte Fenster am ganzen Gebäude...

Irgendwie ist das da generell so eine leicht surreale Gegend, wenn man das Memorial mal neben das übliche Geschäftstreiben stellt - hier eine Stätte, an der Respekt, Ruhe und Besinnung herrschen und keine 10m weiter der übliche Büroalltag, Menschen in Anzügen und mit Handys am Ohr; was in den Gebäuden überall abgeht, kriegt man ja gar nicht so mit... Mit diesen Ambivalenzen fand ich mich in den USA doch öfters konfrontiert und fand sie immer wieder interessant, leicht verstörend - aber doch sehr menschlich und nachvollziehbar: Das Leben geht einfach weiter, auch wenn man aufgrund mancher Vorfälle denkt, dass das einfach unmöglich ist.


Apropos unmöglich: Dass die Ampelschaltungen seltsam sind, habe ich ja schonmal erwähnt. In New York kamen mir dann aber total verwirrende Ampeln unter - normalerweise leuchtet nämlich entweder die rote Hand zum Zeichen, dass man stehenbleiben soll, oder eben das grüne Männchen. An einigen Stellen gibt es aber auch Ampeln, die gleichzeitig beide Zeichen zeigen - und da frage ich mich doch, was zur Hölle das soll? "Lauf so schnell du kannst?" - "Wenn du rüberkommst, hast du gewonnen?" In NY darf man eh nicht blind auf die Straße gehen, weil man sonst überfahren wird - aber diese Ampeln haben mich dann doch ein wenig ratlos gelassen... Aber immerhin wurde ich nicht überfahren!


Den Lacher des Tages hatten wir aber auf dem Heimweg, als wir nach dem Essen zu unserer Metro gestapft sind.Generell bin ich ja ein großer Freund von Wortspielen und viele lassen sich im Englischen einfach besser umsetzen, als in der deutschen Sprache... Ich glaube, eine "Erzengel Security" würde es in Deutschland nie geben - ich habe auch keine Ahnung, wo der Security-Fuzzi vor uns hinwollte, aber ich fand den Namen einfach zu passend und wirklich, wirklich schicksalsträchtig (und habe kurz überlegt, ob ich wirklich ein Foto machen soll oder er sich dann umdreht und mich haut *hust*). Hätte der Kerl noch Michael als Namensschild vorne drauf gehabt (habe ich leider, leider, leider nicht gesehen), wäre die Chose wohl perfekt - aber ich fand das auch so schon sehr amüsant.

New York bei Nacht ist übrigens auch immer einen kurzen Ausflug wert - egal, ob zu den Aussichtsplattformen oder nur so durch die Straßen; es ist unglaublich, wie viel da noch los ist, wie die kleinen Essens-Lädchen mit ihren wild blinkenden Reklamen die Stadt erhellen und vor allem, wie viele Leute um die Zeit noch unterwegs sind... Da pulsiert das Leben einfach rund um die Uhr, während in Good Old Germany (und z.B. auch in Philadelphia und Washington!) ja gerne mal gegen 18 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden...

Kommentare:

  1. Meine Fresse, diese Eindrücke sind ja wohl der Hammer, ihr ward auf nem Flugzeugträger! Wie cool ist das denn... (ist jetzt mädchenuntypisch aber ich steh auf so´n Kram!)
    Ich war ja noch niemals in New York aber irgendwann wird das fällig!

    Liebe Grüße!

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    1. Das Schiff ist halt deutlich auf Museum getrimmt - aber es ist schon ein bisschen seltsam, wenn man da drüberstapft und sich vorstellt, dass das ja eigentlich ein aktives Kriegsschiff war und da eben die Jets gestarten sind usw... Ist halt so ein seltsames Zwischending zwischen "echtem" Flugzeugträger und Museum - ich wäre da von selbst wohl nicht extra hingefahren, aber das nebenbei mitzunehmen war schon ganz nett.

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  2. Verdamt tolle Bilder! Mein großer Traum ist es auch mal in die USA zu fliegen!

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    1. Ach, ich würde auch am liebsten wieder zurück :x

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