Montag, 8. April 2013

USA-Urlaub: Von Boston nach New York

Irgendwie waren unsere Tage in Boston recht schnell rum und ein bisschen zu unserem Unmut mussten wir uns auf den Weg nach New York machen - oder besser gesagt, erstmal auf den Weg zum Bus. Nachdem wir einige Gruselgeschichten gelesen hatten, waren wir nicht so ganz sicher, ob uns unser Boltbus tatsächlich ans Ziel bringen (oder überhaupt mitnehmen) würde, aber wir wurden positiv überrascht. In South Station angekommen und kurz in Richtung Busse orientiert, wurden wir gleich von einem Mitarbeiter gefragt, ob er uns helfen könnte und hat uns, da wir noch Zeit hatten, in ein Gespräch verwickelt.

Natürlich hat er das Unternehmen erstmal gelobt und dann fleißig erzählt, dass er schon einmal in Düsseldorf war und dort alles toll und spannend fand - darauf kann man sich einstellen, wenn die Amis einen als Touristen entlarven, fragen sie gerne und erzählen, was sie so von Deutschland wissen. Unser Boltbussie hat uns dann aber auch zu seinen Kollegen weitergeschickt und wir durften uns in der A-Schlange anstellen (es gibt unterschiedliche Tickets, je nachdem, wann man gebucht hat - dem Alphabet entsprechend werden die Buchstaben nacheinander abgearbeitet; wenn man z.B. ein E-Ticket hat, kann es auch sein, dass man erst mit dem nächsten Bus fahren darf...), haben etwas gewartet und durften dann auch pünktlich einsteigen. Unser Gepäck wurde von den netten Helfern sicher im Gepäckraum verstaut und wir packten uns in die Sitze.

Gute vier Stunden dauerte die Fahrt, die erstaunlich angenehm war (irgendwann bin ich auch ein bisschen weggedöst) und uns an wenig spannender Landschaft vorbeiführte. An einigen Mautstationen vorbei düsten wir also gen Süden und kamen gut voran, bis wir in New York einfuhren...  Da standen wir dann nämlich erstmal im Stau und konnten (logischerweise inzwischen wieder wach) einen ersten Eindruck von New York mitnehmen - voll hier!

Autofahren möchte ich da jedenfalls nicht - meistens ist man zu Fuß schneller, weil die Autos an so ziemlich jeder Kreuzung halten müssen... Nene! Und voll und eng war es da im Vergleich zu Boston - und es wurde noch mehr gehupt. Unser Busfahrer entließ uns heil an der Kreuzung der West 34th und 8th Avenue. 3 Blocks und 7 Straßen - das konnten wir doch auch zu Fuß erledigen, dachten wir uns und stapften mit unseren Koffern los in den Großstadtdschungel.
Schnell war klar, dass New York sehr viel prototypischer amerikanisch war als Boston - alles hoch, alles eng, alles hektisch und laut. Multikulti um uns rum, kleine Futterwägelchen, viele Stände mit (minderwertigen) I ♥ NY-Shirts, die unterschiedlichsten Menschen um uns rum und wir, leicht orientierungslos, mittendrin. D. hatte nämlich seine Aufgabe, die Zwischenwege zu recherchieren, nur mittelprächtig erledigt (irgendwann vor dem Urlaub mal was rausgesucht, aber nicht einmal seine Karte angeschaut) und so wühlten wir erst einmal einen Stadtplan raus und gingen in die - ja, überlasse niemals einem Mann eine Karte - falsche Richtung.

Aber New York ist ja quadratisch, praktisch, gut aufgebaut und wir haben letztlich doch in unser Hotel gefunden, das in der East 27th lag. Im Gershwin angekommen ging der Check-In sehr schnell und wir fuhren mit dem einzigen (!) Aufzug zu unserem Zimmerchen...
Der erste Blick ins Zimmer war dann doch ernüchternd - klein, das Ganze... Vor allem im direkten Vergleich mit Boston, aber so ist das eben in New York. Auf dem Bild ist übrigens Zimmer 2 zu sehen, in das wir am nächsten Tag umgezogen sind, weil in Zimmer 1 die Heizung die ganze Nacht pfiff und klopfte, die Dusche entweder kochend heißes oder eiskaltes Wasser im Angebot hatte und davon abgesehen stockfinster war. Nach der ersten Nacht empfing mich die nette Dame am Empfang auch leicht ängstlich mit: "So sieht aber kein glückliches Gesicht aus..." (Memo: Wenn man sich beschweren möchte, kein Puder, kein Mascara, kein Eyeliner - das hilft enorm und wirkt sehr authentisch bei defektem Bad!)

Die Beschwerderegelung war also in der Hinsicht ganz okay, wobei man eigentlich erst gar nicht in so einem Zimmer untergebracht werden sollte, aber nun ja... Das Zimmer war zwar klein (das Bett dementsprechend auch), aber nicht mehr zur Straßenseite hin, sodass wir abends unsere Ruhe hatten. Ob ich nochmal im Gershwin absteigen würde? Wahrscheinlich nicht, wobei die Lage genial war.

Nachdem wir unsere Koffer aufs Zimmer gebracht hatten, gingen wir erstmal die direkte Nachbarschaft erkunden - das Flatironbuilding in der 23rd Street war einfach über die 5th Avenue zu erreichen und einen Blick wert (wobei das Foto von einem anderen Tag ist) - und man sieht sehr gut, dass man in New York eben versucht hat, jedes Fleckchen optimal auszunutzen... Das Bügeleisen schaut zwar nicht unbedingt praktisch aus und ich würde da sicherlich nicht drin arbeiten wollen, aber irgendwas werden die sich ja dabei gedacht haben...

Am Broadway entlang schlenderten wir dann in Richtung Times Square - es war inzwischen spät (ich hatte meine Kamera nicht dabei) und wir wollten uns mal das Lichtergewimmel ansehen. Auffällig in New York: Geschätzt die Hälfte der Autos, die auf den Straßen fährt, sind Taxis... Die Yellow Cabs sind nahezu überall - und wo sie nicht sind, sind viele europäische Autos, vorwiegend SUVs, unterwegs. Selten habe ich so viele Porsches, Audis und Mercedes auf so wenig Raum gesehen - wer was auf sich hält, fährt anscheinend keines der amerikanischen Muscle-Cars, sondern ein deutsches Schlachtschiff... Oder vielmehr: Steht mit dem Schlachtschiff im Stau - aber auch das kann man sich bei den dortigen Spritpreisen gut leisten!

Am Times Square war es dann, wie erwartet, proppenvoll, aber auch sehr beeindruckend, wie man auf so wenig Platz so viel Werbung und Blingbling unterbringen kann. Überall um uns herum wuselten Leute, die uns entweder etwas verkaufen, uns zu irgendeiner Vorstellung oder Tour überreden wollten und uns irgendwelche Angebotszettelchen für Restaurants in die Hand drückten. Als wir am Ende unserer New York-Woche morgens da waren, war es deutlich ruhiger und ich konnte auch ein akzeptables Foto schießen... Abends waren da einfach die Straßen voll und wir haben uns ein bisschen treiben lassen und sind dann unsere New York Pässe abholen gegangen.

Da wir vorher geplant hatten, was wir in New York alles machen wollten, haben wir uns für den 7-Tages-Pass für 200$ entschieden. Großer Vorteil aus meiner Sicht: Man kann ich Attraktionen einfach mal reinschnuppern, wenn man an ihnen vorbeikommt - wenn es nicht gefällt, geht man einfach wieder und hat nicht das Gefühl, den teilweise teuren Eintritt verschwndet zu haben. Dass man teilweise die normalen Warteschlangen umgehen kann (z.B. beim Rockefeller-Center wusste ich das sehr zu schätzen!) ist natürlich ein weiterer Vorteil; wobei ich es schon sehr angenehm fand, einfach nur den Pass im Scheckkartenformat vorzeigen zu müssen und nicht noch extra Eintrittsgeld parat zu haben.

Nachdem wir dann doch irgendwann Hunger und uns an den Lichtern sattgeguckt hatten, machten wir uns auf den "Heimweg" zum Hotel und kamen dabei am Empire State Building vorbei, das etwa 500m Fußweg vom Hotel entfernt war. An diesem Abend war das Empire State bunt beleuchtet (wegen eines Baseball-Tourniers)  - danach haben wir es noch in weiß und gelb gesehen. Je nach Anlass (Feiertage, sportliche Ereignisse, Jubiläen, etc.) gibt es hier immer mal wieder andere Farbkombinationen, die zumindest hübsch anzusehen sind.

Der erste Tag in New York ist dann relativ unspektakulär und früh ausgeklungen - irgendwie hat uns das Busfahren doch ein bisschen müde gemacht und am nächsten Tag hatten wir ja so einiges vor...

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