Donnerstag, 4. April 2013

USA-Urlaub: "Und, was gab's so zu Essen?", Teil 2

Es donnerstagt, ich war immernoch koch- und backfaul (naja, ich war auch über Ostern nicht da...), also gibt es eine zweite Runde an Futter, das ich in den USA halbwegs scharf fotografiert habe. Heute kein Süßkram, der wurde auf Teil 3 verschoben, den es dann nächste Woche gibt (ich wusste gar nicht, dass ich doch so viele Fotos von Leckereien gemacht habe...) - jetzt wird es erstmal herzhaft und ein bisschen fleischlastig!
Im Blue Smoke Flatiron, das ich in einem meiner New York Reiseführer entdeckt hatte und das zufällig etwa 350m von unserem Hotel entfernt war, gönnten wir uns zu zweit einen Rib Sampler mit drei unterschiedlichen Sorten von Spareribs. Der Reiseführer hatte behauptet, das sei in dem Laden eine Spezialität, die man unbedingt probieren müsste, und so nahmen wir auch die 45 Minuten Wartezeit in Kauf - und das hat sich sowas von gelohnt! Die Spareribs kamen recht schnell, waren heiß und vor allem butterzart... Aber doch ein ganz schöner Haufen!

Worin sich die drei Sorten im Detail genau unterschieden (laut Karte sollten es die Soßen sein und die Texas Salt & Pepper Ribs waren die großen), kann ich gar nicht sagen - sie waren alle wahnsinnig lecker und für mich auch mehr als genug zum Abendessen. Preislich bei 39$ für zwei Personen auch akzeptabel, das Ambiente in dem erstaunlich großen und unglaublich vollen Laden war auch passend und der größte Vorteil war, dass wir nur drei Minuten bis zum Hotel brauchten - weiter hätte ich so vollgemampft auch nicht rollen können...

Dass ich manchmal einfach zu hungrig war, um daran zu denken, ERST ein Foto zu machen und dann über mein Essen herzufallen, zeigen die Enchiladas, die ich mir bei einem Mexikaner bestellt hatte... Nachdem das Frühstück an diesem Tag sehr knapp ausgefallen war und wir auf dem Weg in ein anderes Museum waren, machten wir bei einer Kette einen kleinen Zwischenstop zum Mittagessen: Ein kleines Häufchen Reis, dazu Baked Beans und ein sehr korianderlastiger Salat umrahmten meine Enchiladas - und ich war nach diesem Teller pappensatt.

Nachdem ich fröhlich vor mich hinkauend dasaß und mein knurrender Magen sich so langsam beruhigte, kamen D.s Fajitas und nachdem seine Sour Cream erstmal auf unserem Tisch landete, die Bedienung sich in Grund und Boden schämte und sofort eine neue holte, kam ein anklangender Blick: "Hast du schon wieder vergessen, dass du ein Foto machen wolltest?" Immerhin gibt es dafür ein "frisches" Bild von seinem Hühnchen - das auch sehr lecker war...

In Washington (hallo, Zeitsprung!) später stolperten wir eigentlich zufällig in eine Kellerbar, in die wir erst nach Ausweiskontrolle reindurften - man warnte uns vor, dass die Cocktails sehr stark seien (und sie hatten auch wirklich ordentlich Umdrehungen, waren dazu auch noch kleiner als bei uns - aber lecker!), die Portionen groß und wir uns nicht übernehmen sollten...

Wir entschieden uns ob des anstrengenden Tages trotzdem für eine Vorspeise und bekamen dann zwei leicht ausgehöhlte halbe Kartoffeln, die mit Speck und Käse überbacken waren - und lecker ohne Ende! Das muss ich auf jeden Fall zu Hause mal nachmachen, kann ja nicht so schwer sein!

Für mich gab es dann einen Cheeseburger, der mit erstaunlich viel Salat (und einem Berg Pommes...) ankam und mich lediglich ein bisschen Soße auf dem Burger vermissen ließ. Vorteil bei diesem Ding war, dass ich ihn ganz normal mit den Händen essen konnte und nicht mit dem Messer rumfurwerken musste. Geschmacklich top, allerdings war das Highlight des Abends unser Kellner, der sich an unserer Nationalität erfreute und uns von seinen Erlebnissen bei der Fussball-WM 1970 erzählte und seiner Begeisterung für Franz Beckenbauer und den FC Bayern ausführlichst Ausdruck verlieh. Nette Unterhaltung gab es sozusagen zum Essen kostenlos dazu...

In Arlington stolperten wir dann beim Shopping bei Chevys Fresh Mex rein, gönnten uns das Mittagsmenü bestehend aus einer Tortilla-Suppe (erstaunlich lecker - und gar keine so doofe Idee, einfach Tortillachips in eine Hühnersuppe mit Mais und Bohnen zu schmeißen!) und einer Chicken Quesadilla, die gar nicht mal so harmlos gewürzt war. Für 9$ mit drei Dips kann man wirklich nicht meckern, zumal wir auch mit Chips und Tomatensalsa versorgt wurden. Dazu gab es eine pinke (!) Ananas-Limo, die ich phänomenal fand, obwohl sie auch ein kleines bisschen künstlich schmeckte.

Am letzten Abend landeten wir dann etwas ausgehungert und müde aus Versehen ("Los, wir gehen jetzt einfach in den nächsten Laden - egal, was es da gibt!") in Ruth's Chris Steak House. Der Laden sah von Innen auf einmal sehr fein aus und wir kamen uns fast ein wenig underdressed vor - aber obwohl die Tische mit Wein- und Wassergläsern sowie Besteck für zwei Gänge vorausgestattet waren, saßen da auch genug Leute in Jeans und gammeligen Klamotten rum; schnell hatten wir also mögliche Skrupel über Bord geworfen, uns mit der Speisekarte auseinandergesetzt - und schnell für ein Menü entschieden.

Zum ersten Mal (!) gab es Salat - mal was Gesundes als Einstimmung auf zu Hause sozusagen. Ich hatte einen Caesar, D. hatte sich für den Steak House entschieden und beide waren nicht nur hübsch angerichtet, sondern für eine Vorspeise auch erstaunlich üppig. Vor allem aber frisch, mundgerecht zubereitet und wahnsinnig lecker (und seitdem bin ich dem Caesar ein bisschen verfallen...)! Davon ab, dass ständig jemand um uns herumschwirrte und das Wasser nachschenkte, kam beim Salat auch ernsthaft ein Kellner, der uns fragte, ob wir frisch gemahlenen Pfeffer obendrauf wollten - woraufhin er eine monströse Pfeffermühle auspackte und ein paar Mal über unseren Salaten kreisen ließ...

Die witzigen Serviertischchen, die ständig auf- und abgebaut wurden, sobald mehr als ein Teller serviert wurde, taten ihres dazu, dass man sich sehr umsorgt und ein bisschen vornehm behandelt fühlte... Gekrönt wurde das natürlich von unserem persönlichen Stephen, der stets um unser Wohl besorgt war und was einen Freudenhüpfer tat, als wir sagten, dass uns die Vorspeise sehr geschmeckt hatte... Während D. ein unfotogenes Steak hatte, habe ich mich mit einem phänomenal mit Basilikum gratinierten Lachs vergnügt. Auf einer Tomatenscheibe angerichtet war der Fisch einfach perfekt gegart und genauso heiß wie der Teller drunter (darauf wies Stephen aber auch mehrmals hin!)

Eigentlich hätte noch ein Krabbenküchlein zu dem Lachs gehört, aber da ich kein nicht-fischiges Meeresgetier mag, habe ich darauf verzichtet und gleich mit dem Nachtisch vorlieb genommen. Es gab einen Erdbeer-Schokoladen-Käsekuchen, der trotz seiner vermeintlich geringen Größe ganz schön viel zu bieten hatte und dazu Schokoladen-gebrannte Mandeln-Taler. Auf die Taler hätte ich verzichten können, die waren nichts wirklich Besonderes - aber dieser Käsekuchen war genial! Die Frischkäsecreme war nämlich mit pürierten Erdbeeren aromatisiert, dazu ein Boden aus Schokokeksen und ich war ein bisschen im siebten Käsekuchenhimmel...

Insgesamt habe ich für mein Menü 43$ gezahlt, was völlig angemessen ist und im Prinzip hätte man durchaus öfters bei Ruth's essen können... Wer also an einer der Filialen vorbeikommt, sollte einfach mal einen Blick auf die Karte werfen - auch das Essen, das an uns vorbei ging, sah durchwegs lecker aus! So viel für heute - nächste Woche gibt es dann noch ein paar süße Leckereien, die ich mir im Urlaub gegönnt habe.

Kommentare:

  1. Die gefüllte Kartoffel sieht ja Hammer aus!

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  2. Ich muß mich Marina anschließen. Die gefüllte Kartoffel ist mein Favorit. Knuspriger Speck und so und ich darf es sogar essen, da jegliches Gluten in weiter Ferne ist. Da wir grade bei 'müssen' waren: muß ich nachmachen. Super Idee.

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  3. Ich hab grad so HUNGER!!!!!!! Das sieht alles so toll aus, vor allem die Kartoffel :D

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  4. Na toll, jetzt hab ich hunger -,- ;) Aber sieht echt alles super lecker.

    lg

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  5. @MarinaUnd vor allem dürfte es ziemlich einfach zu sein, sie zu machen... Da hat sich doch der Urlaub gelohnt :P

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  6. @Elena PicturedTinselAuf jeden Fall nachmachen - muss ich nämlich auch ;) Das Gute ist ja, dass man auch einfach irgendwas anderes "dazuwerfen" kann, was man bei sowas so mag - also Gemüse oder sonstigen Schmu...

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  7. @LacquerVictimsHihi, ja tut es :) Und lecker wars auch - aber ein Mal hat gereicht. Man kann ja nicht jeden Tag Tex Mex futtern (also ich nicht^^)...

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  8. @AliceDie Kartoffel rockt hier einfach :x Dabei ist das sowas unkompliziertes...

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  9. @devilly K.Dieses Posting ist definitiv nicht mit leerem Magen zu genießen ;)

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