Freitag, 26. April 2013

USA-Urlaub: Grand Central Terminal, Madame Tussauds und über die Brooklyn Bridge in New York

So, endlich habe ich es wieder geschafft, ein paar meiner Urlaubgsfotos rauszukruschen und sie auch sinnvoll mit ein bisschen Text in Szene zu setzen... Nachdem es zuletzt ja sehr museumslastig zu ging, gibt es heute ein paar Eindrücke von "kleineren" Besichtigungsmöglichkeiten, Sachen, die man einfach mal zwischenreinschieben kann - oder es auch sein lassen kann, wenn man keine Lust drauf hat.

In unserem New York Pass war auch die Grand Central Audio Tour (kostet ansonsten 7$) enthalten, also habe ich D. dazu überredet. Generell ist der Bahnhof sehr hübsch anzusehen und auch ohne die Audiotour einen Blick wert - wer gerne etwas Essen möchte, kann sich im breit aufgestellten Foodcourt vergnügen, Shoppingmöglichkeiten gibt es auch und natürlich fahren da auch massenweise Züge!


Mit Kopfhörern und einem Wiedergabegerät um den Hals standen wir dann mit unseren DIN A4 Übersichtsplänen im Grand Central Terminal (outeten uns somit ganz übel als Touris) und klickten uns durch die vielen Geschichten, die man sich rund um die Besonderheiten des Bahnhofs anhören kann. Die kurze Tour dauert in etwa eine Dreiviertelstunde, wer sich den ganzen Rest auch noch anhören will, muss etwa das Doppelte einplanen - wir haben uns so ein Zwischending gegönnt. Die Tour selbst ist sehr süß gestaltet und ein Mischmasch zwischen wichtigen Infos und kleine Anekdoten und "privateren" Einblicken.

Faszinierend ist nicht nur die blaue (ja, sie sah auch in echt türkis aus, aber man sagte mir, es sei blau!) Decke, die mit Sternenbildern versehen ist, in die auch LEDs eingelassen sind, die die entsprechenden Sterne darstellen. (Irgendwo ist auch ein kleiner schwarzer Fleck, den man bei der Restaurierung an der Decke belassen hat und der durch die vorhergehende Qualmerei entstanden ist). Auch die (laut Audiotour) pünktlichste Uhr der Welt, die auf dem Infoschalter in der Mitte der riesigen Halle - die ganz nebenbei einen horrenden Wert hat, da die Ziffernblätter aus Opal hergestellt sind.

Aber es ist auch einfach mal nett, kurz stehenzubleiben und die Reisenden um einen herum hetzen zu sehen - ich kam mir doch ein bisschen wie in einer anderen Welt vor mit meinen Kopfhören und dem netten Mann im Ohr... Dazu trägt aber auch das Gebäude bei, steht es doch schon seit 1913 und ist einfach gewaltig. Die historischen Gimmicks, dass z.B. zuerst nur eine der Treppen gebaut wurde, oder dass man zwischen den doppelt verglasten riesigen Fenstern durchgehen kann (wir haben sogar jemanden da gesehen!)...

Dass innerhalb des Infoschalters ein Aufzug für die Mitarbeiter ist, damit die schneller zwischen den einzelnen Ebenen wechseln können, sieht man von außen zwar nicht - allerdings ist alleine die Idee schon richtig witzig. Bei dem bunten Treiben ist es auch wenig verwunderlich, dass der Bahnhof  eine halbe Million Menschen täglich sieht. Eines der Highlights ist sicherlich auch die Oyster Bar, an der wir aber wegen "Igitt, Austern" nur vorbeigegangen sind. Davor befindet sich die Flüstergalerie, ein kleines Kunststück der Architektur: Stellt man sich in dem Gewölbe an zwei diagonale Ecken, kann man sich mit dem Gegenüber unterhalten, wenn man gegen die Wand spricht.  

Die Tour führte uns auch an zahlreichen Kronleuchtern vorbei, die überall das Terminal erleuchten und dem Ambiente auch einen durchaus edlen und hochwertigen Touch verleihen. Wenn man sich dann noch überlegt, dass die Glühbirnen früher alle von Hand ausgewechselt werden mussten, darf man sich durchaus fragen, wer sich das bitte ausgedacht hat... Aber das Grand Central Terminal hat auch schon einiges mitgemacht, war vom Abriss bedroht und ist auch heute noch einer der zentralen Anlaufpunkte.

Der große Vorteil an der Audiotour war, dass wir uns so viel Zeit lassen konnten, uns Dinge anzusehen, wie wir wollten - ein kleiner Abstecher in den Foodcourt war ohne großartige Informationsverluste möglich, ebenso wie ein kleiner Blick nach draußen - da führte uns allerdings auch unser Guide hin, um uns ein paar Informationen zur Architektur des Gebäudes zu geben (die ich aber geflissentlich alle wieder vergessen haben - so ganz alles kann ich mir schließlich auch nicht merken!).

Wenn man außen am Grand Central Terminal vorbeiläuft, würde es wahrscheinlich gar nicht groß auffallen - es ist halt wie viele Gebäude in NY ein Klotz... Aber trotzdem durchaus einen Blick wert und vom Times Square auch fix zu erreichen, wenn man nicht mit dem Zug ankommt.

Ich weiß, dass es auch "normale" geführte Touren durch den Bahnhof gibt, aber ich muss sagen, dass ich die Audiotour sehr nett fand und durchaus auch wieder machen würde. Man kann sich die Infos aussuchen, die einen interessieren und so viel man will vom Bahnhof sehen...

Wir hatten dann irgendwann genug gesehen und sind noch weitergestapft - auch wenn es inzwischen dunkel war, gibt es doch auch in New York noch ein paar Attraktionen, die auch gegen 19 Uhr noch offen hatten und so konnte ich D. davon überzeugen, einen kleinen Abstecher zu Madame Tussauds zu machen.


Er hat sich ganz schön gesträubt und meinte, als er da das letzte Mal drin gewesen wäre, sei es echt langweilig gewesen... Aber da wir sowieso dran vorbeigelaufen sind und mit dem New York Pass freien Eintritt hatten (ansonsten kostet das ernsthaft 36$), hat er sich doch überreden lassen...

Hei nun, was soll ich sagen? Hätte ich dafür den Originalpreis gezahlt, ich hätte mich wohl ordentlich in den Hintern gebissen. Ich bin sowieso kein Fangirl und fange nicht an, wie irre zu stammeln oder ähnliches, nur weil ich gerade neben einer Wachsfigur von Bruce Willis, Nicolas Cage oder Robert Pattinson stehe... Und da ich sowieso keine "Ich und X"-Fotografin bin, war ich eher enttäuscht davon, wie verdammt unecht die Figuren doch tatsächlich ausgesehen haben (davon ab habe ich mich gefragt, ob ich wirklich die gefühlt 456.903ste Person sein will, die den Anzug oder das Kleidchen von wem auch immer angrabbelt... Ob das alles so hygienisch ist?). D. war sowieso nur mäßig begeistert, also sind wir im Prinzip nur einmal durch die Ausstellung gegangen und waren tatsächlich nach 45 Minuten wieder draußen. Ja hmm, mag daran gelegen haben, dass wir nicht so wirklich viele Bilder gemacht haben, aber ein wenig enttäuschend fan ich das schon.

Ich hatte eigentlcih erwartet, dass da irgendwie viel mehr sein würde - aber klar, solche Wachsfiguren nehmen jetzt nicht übermäßig viel Platz weg... Aber auch von der reinen Anzahl an Ausstellungsstücken her hätte ich einfach mehr erwartet - im Prinzip waren pro Kategorie (z.B. Hollywood, TV, Musik, Historische Figuren, etc...) jeweils nur ein paar Vertreter vorhanden - was aber auch zum Konzept gehört: Die Figuren werden immer wieder ausgetauscht (und dabei überarbeitet - was ja auch sinnig ist, wenn sie von so vielen Leuten begrabbelt werden) und so muss man eigentlich öfters vorbeikommen, wenn man unbedingt bestimmte Leute sehen will (was ja eigentlich schon echt dreist ist bei dem Preis)...

Für die Sonderausstellung zu den Marvel-Helden hätten wir noch extra was zahlen müssen - und darauf dann dankend verzichtet. Wenn die das gleiche Niveau hatte wie das "Scream"-Event, das aus einem Gang bestand, den man im Dunkeln begehen sollte und dabei zwei Zombies begegnet ist (incredibly scary... not!), wäre das nicht nur rausgeschmissenes Geld, sondern auch noch verschwendete Zeit gewesen... Aber gut, bin wohl einfach die falsche Zielgruppe für solche Ausstellungen - ich konnte schon dem Dungeon in Hamburg nichts abgewinnen...

Um den Abend dann noch versöhnlich zu gestalten, sind wir mit der Metro nach Brooklyn rübergefahren und dann über die Brooklyn Bridge zurück nach Manhatten gewandert. Dummerweise hatte zu diesem Zeitpunkt das Wetter beschlossen, uns mit Regen zu beglücken und so war es nicht nur sauschwierig, ein paar Fotos zu machen, sondern fast unmöglich.

Ziemlich schnell hatte ich auch durch den Wind mehr Wassertropfen auf meiner Kameralinse, als irgendwas anderes und kann nur einen Glücksschuss zeigen, der eigentlich auch noch ganz witzig ist.... Erstaunlicherweise waren wir nicht die einzigen, die mitten in der Nacht noch über die Brücke gewandert sind - von den vielen Autos unter uns abgesehen, sind uns auch noch ein paar Jogger entgegengekommen, die dem Wetter getrotzt haben und fleißig waren. Die Kulisse ist sicherlich bei schönem Wetter noch beeindruckender - wo man hinsieht, leuchten irgendwelche Hochhäuser vor sich hin, sowohl in Manhattan, als auch in Brooklyn.

Wäre es nicht auch noch so kalt gewesen, hätten wir sicherlich noch eine kleine Pause eingelegt und den Autos einfach ein bisschen zugesehen - aber wenn man irgendwann leicht durchnässt ist, macht das Rumstehen im Regen nicht mehr gar so viel Spaß. Aber dennoch fand ich die Brooklyn Bridge sehr sehenswert - sie ist bestimmt nicht so gigantisch, wie andere Brücken, aber immerhin eine der ältesten und ich war da, so!

Kommentare:

  1. Ich fand das Wachsfigurenkabinett schon in Berlin bisschen ... erbärmlich klein, aber da hab ich immer gedacht "Na gut, ist ja neuer und will man wirklich Deutschlands Z-Prominenz zeigen?", während ich das Londoner ganz nett fand (klar, gerammelt voll), aber irgendwie hätte ich immer gedacht, dass man in Amerika dann viiiiiiel mehr zu sehen bekommt ohne Extraeintritt für Sonderausstellungen. :/

    Aber schönes Schnappschussfoto von der Brücke aus! Gefällt mir super! :D

    (Eines Tages, eines Tages, besuche ich auch mal die USA/die Ostküste/...)

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    1. Obwohl D. mich ja vorgewarnt hatte, war ich auch echt enttäuscht - aber gut, war so gesehen "kostenlos", also ganz okay... Vielleicht muss man da einfach ein bisschen mehr auf Stars auss sein, um Madame Tussauds gut zu finden...

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    2. Wahrscheinlich. Ich glaub, so schnell werd ich in kein Madame Tussauds mehr gehen, da ich ja London und Berlin mitgemacht hab. Wobei ich dir übrigens zu stimmen muss: einige der Figuren sind schrecklich unecht vom Aussehen her (e.g. Albert Einstein sieht irgendwie in jedem Kabinett unecht aus) während manche echt "echt" aussehen.

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    3. Ich glaub diese "Echtheit" hat was mit der Distanz zu tun - zu nah darf man einfach nicht rangehen, dann wirken gerade bestimmte Posen unglaublich gefaked... Aber gut, irgendeine (mir nicht zugänglichen) Grund wird es schon geben, dass so viele das toll finden ;)

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  2. Das letzte Foto ist trotz des Regens wunderschön! Es hat etwas Normals... *heul*

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    1. Danke :) Ich mag das Foto auch sehr gern!

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  3. Manche Touri- Dinge kann man wirklich auslassen, was? ;) (in Bezug auf Mme. Toussauds...) Und ich oute mich auch nicht gern als Tourist. Wenn es denn sein muss, dann auch lieber als englisch- sprechender und nicht als "die Deutschen". ^^

    Der riesige Bahnhof würde mich aber auch echt interessieren!

    LG Lotte

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    1. Ja, die Wachsfiguren kann man sich sparen - ich dachte halt auch "Oooh, musst du UNBEDINGT..." Aber nein, muss man nicht!

      Zur Grand Central findet man im Netz auch viele schöne Bilder, die mit hochwertigen Kameras in Szene gesetzt sind... Das hab ich natürlich nicht gebacken bekommen ;) Aber eigentlich muss man da auch einfach mal drinstehen und das auf sich wirken lassen - hat einfach was :)

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    2. Grad heutzutage ist es manchmal wichtiger, es in sich aufzusaugen, als Unmengen an Bildern zu machen. Finde ich jedenfalls mittlerweile. Besonders an solchen Touri- Orten fällt mir immer mehr auf, wie die Menschen gar nicht mehr schauen oder wirken lassen, sondern sofort die Kamera herausholen und ihre 50 Bilder knipsen, die zuhause kurz angeschaut werden und dann vielleicht irgendwo versauern - das richtige "Feeling" des Ortes haben sie aber gar nicht mitgekriegt...

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    3. Ich bin da ja immer der Depp, der sich drei Mal im Kreis dreht und einfach guckt^^ Dabei ist mir auch D. schon ein paar Mal weggelaufen, weil ich irgendwo auf der Straße stehengeblieben bin ^^
      Klar, Fotos sind toll - aber ich will ja nicht nur danach Fotos angucken, sondern wenn ich eben da bin was mitnehmen...

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  4. wow, der bahnhof wäre auch was für mich. ich stehe auf die audiotouren, gerade da sie durch die flexibilität punkten.
    und zu der träumerei, da kann ich nur zustimmen. wenn ich irgendwo bin, brauche ich ewig und verliere, wie du, auch sehr gerne leute. ich war bspsw. vor 3 jahren in dublin in der guiness-brauerei. wir waren zu fünft, irgendwann war ich alleine und als ich am ende ankam, hatten die anderen 4 mädels schon ihr erstes guiness vernichtet :-) im national museum of scotland hatte ich mal 6 h zugebracht (dank des coolen audioguides), aber da ich alleine unterwegs war, konnte sich auch keiner dran stören.
    ich finde auch, dass es viiieeeel wichtiger ist, die eindrücke aufzusaugen und mitzunehmen. das ist ja die innere kamera, deren bilder dir für immer erhalten bleiben, auch wenn die festplatte sich aufhängt.
    schade, dass das wachsfigurenkabinett nicht so der bringer war, ich hätte mehr erwartet. aber so weiß ich nun bescheid und bin gewappnet, sollte ich in der nächsten zeit mal in die staaten fahren...

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    1. Ich fand das auch in den Museen schon seltsam - Leute, die nur durch ihre Kameralinse gesehen haben und wie wild alles geknipst haben... Ob die überhaupt was von den Bildern mitbekommen haben? Ich weiß es wirklich nicht...

      Ich hab D. auch in einem Museum verloren und obwohl ich 100%ig sicher war, dass er noch hinter mir rumlaufen müsste, kam dann raus, dass er eine halbe Stunde vor mir aus der Ausstellung raus war :P So Audiotouren müssen halt aber auch gut gemacht sein - für viele der Kunstmuseen gab es die auch, aber da hab ich drauf verzichtet, weil mich gar nicht so viel außenrum interessiert hat.

      Aber es gibt in den USA auch viele Handy-Touren, wo man eben eine Nummer anruft und dann Infos zu Gebäuden oder so bekommt - mit dem deutschen Handy keine Option, aber generell zumindest superspannend!

      Ne, Madame Tussauds kann ich leider echt nicht empfehlen :(

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    2. das mit den handy-touren habe ich noch nie gehört. schade, dass es halt von ausländischen handys aus kaum nutzbar ist (ausgenommen natürlich wir hätten geld ohne ende^^)

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    3. Ich hab das da öfters gesehen, in Philadelphia vor allem bei den Murals; finde ich auch ganz nett, weil man einfach auch mal kurz was mitbekommt, wenn man nicht weiß, wo man da gerade steht. Ich vermute mal, dass da ne Bandansage kommt, aber ich hab natürlich keine Ahnung, was da so gequatscht wird - weil nicht ausprobiert, weil sauteuer ;)

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