Samstag, 13. April 2013

USA-Urlaub: Der Bronx Zoo in New York

Unser erster Anlaufpunkt in New York war der Bronx Zoo - nach den Museen in Boston (und vor den anstehenden Museen in New York) eine willkommene Ablenkung und bei dem tollen Wetter sicherlich auch die richtige Wahl! Es empfiehlt sich allerdings, den Anfahrtshinweisen der Homepage zu glauben, sonst irrt man ein bisschen verwirrt durch die Bronx, so wie wir...

Ich hätte es ja schon gemerkt haben sollen, dass D. nicht so wirklich patent ist, wenn es ums Kartenlesen und Wegefinden geht - aber ich wollte ihm noch eine Chance geben und die Stunde, die wir im Kreis liefen, war bei dem schönen Wetter auch gar nicht so tragisch... Endlich im Zoo angekommen, der übrigens der größte innerstädtische Zoo der USA ist, mussten mir mit einem kleinen Wermutstropfen leben: Der Schmetterlingsgarten war leider noch nicht geöffnet - aber gut, bei über 300 ha Fläche sollte das nicht wirklich ein Problem sein... Und tatsächlich haben wir es gerade so geschafft, bis zur Schließung des Zoos alles zu sehen, was uns interessierte.

Die 20$, die wir als Eintritt pro Nase gezahlt hatten, haben sich wirklich gelohnt, da wir unglaublich viel Getier gesehen haben und die Tierchen auch noch erstaunlich aktiv waren (ich frage mich ja schon ein bisschen, ob die den Viechern in deutschen Zoos Schlafmittel geben, oder denen in anderen Zoos Speed...). Leider war der Zoo selbst aufgrund der Jahreszeit bzw. des doch seltsamen Wetters noch nicht ganz begrünt und wir hatten eher viele kahle Bäume um uns herum, im richtigen Frühling oder Sommer stelle ich mir das aber alles ganz toll vor, denn die weitläufigen Gehege sind auch von vielen Beeten und Rabatten umgeben.
Aber wir waren ja zum Tierchen gucken da und kamen da voll auf unsere Kosten - sei es in einem der vielen Häuser, die in liebevoll gestalteten Gehegen viele Tiere und auch entsprechende Informationen zu bedrohten Tierarten zu bieten hatten, oder auch draußen, wo sich die etwas weniger kälteempfindlichen Arten am Sonnenschein erfreuten.

Der Running-Gag des Urlaubs war irgendwie seit dem Aquarium in Boston die Schildkröte, die wir dann in New York zu unserem "Urlaubstier" erkoren haben... Wo auch immer wir auf Schildkröten gestoßen sind, waren die Freude groß (obwohl ich nie auf die Idee kommen würde, mir eine als Haustier zu halten.) und die Kamera fotobereit.
Aber auch an anderem Meeresgetier haben wir uns erfreut, wobei die kalifornischen Seelöwen dann doch lieber faul auf ihren warmen Steinen rumlagen und nur ab und zu mal einen Laut von sich gaben (den hörte man dann aber auch durch den halben Zoo). Entgegen anderer Zoos gibt es hier keine Vorstellungen, aber man kann den Pflegern bei der Fütterung zusehen, die natürlich auch von ein paar kleinen Übungen begleitet wird. Insgesamt ist der Umgang der Pfleger mit den Tieren im Zoo sehr respekt- und liebevoll, wobei darauf Wert gelegt wird, dass die Tiere möglichst natürlich gehalten werden (zumindest, soweit es eben geht).
Neben den Klassikern wie Löwen, Tigern, Giraffen und Zebras gab es auch ein paar seltenere Tiere (teilweise gibt es im Zoo auch Tiere, die in freier Wildbahn schon ausgestorben sind, z.B. einige Amphibienarten). Ich finde Tapire im Allgemeinen ziemlich faszinierend, wobei die schwarz-weißen Schabrackentapire noch einen Hauch spannender sind als die eher braun-grauen Flachlandtapire (die es auch öfters mal in Zoos zu sehen gibt). Die Tropenbewohner sind mir einfach aufgrund ihres Rüssels sympathisch - und der Tatsache, dass sie gerne faul in der Sonne liegen und sich kraulen lassen...

Auch wenn ich inzwischen sagen muss, dass ich Affen im Allgemeinen gar nicht mehr sooo spannend finde, sind das immernoch Gehege, an denen ich gerne vorbeigehe - zumeist ist da auch was los und man kann den kleinen Tierchen bei ihren possierlichen Spielen oder Streitereien um Futter oder einfach nur bei der Körperpflege zusehen... Im Zoo gab es auch einige Lemurenarten, die alleridngs wie man an dem Katte sieht, vorwiegend gemütlich auf irgendwelchen Bäumen saßen und maximal den Blick gewendet oder mal mit dem Schwanz gewackelt haben. Aber da merkte man zumindest, dass sie sich auch wohl fühlten und nicht von den Besuchern übermäßig gestört fühlten (wobei außer uns auch gar nicht so übermäßig viele andere Menschen da waren - unter der Woche am Vormittag kein Wunder). Das große Manko waren nur die Zäune, mit denen die Gehege teilweise umgeben waren - die machten es meiner Kamera zumeist schwer, die Tierchen zu fotografieren (aber ich habe viele tolle Fotos von "Zaun mit Tier im Hintergrund" gemacht!).

Was für ein Äffchen ich da erwischt habe, weiß ich gar nicht mehr - aber ich fand die Position einfach bezeichnend. Seine Artgenossen hatten es such auch auf anderen Bäumen und Steinen gemütlich gemacht - man hielt wohl gemeinsamen Mittagsschlaf, aber das Kerlchen war einfach köstlich... Wenn er sich noch bewegt hätte (wie der kleine Nacktmull, der mindestens 10 Minuten lang versucht hat, seinen Tunnel auch durch das Plastik hindurch weiterzugraben, das die Begrenzung seines Terrariums darstellte), hätte ich doch so langsam meine Befürchtungen gehabt, ob da nicht menschliches Verhalten abgefärbt hat...

Netterweise gab es auch immer ein paar Hinweisschilder, die einzelne Verhaltensweisen der Tiere erklärten; gerade für Familien mit Kindern ist das eine tolle Sache, da anscheinend das Wissen um Tiere und deren Verhalten jetzt nicht übermäßig gut verbreitet ist (aber ich wundere mich auch in Deutschland oft über Aussagen von Eltern ihren Kindern gegenüber, dass der Otter jetzt ein Biber sei...).
Eines der spannendsten Tiere, wahrscheinlich einfach auch, weil ich bisher noch keines gesehen hatte, war das Baumkänguru. Das Goodfellow-Baumkänguru (der Name ist halt auch schonmal köstlich!) hatte eine niedliche eigene Insel und hopste da vor sich hin, knabberte ein bisschen in seinem Nest an irgendwelchen Ästen vor sich hin und begeisterte uns hauptsächlich damit, dass es ab und an auf dem Boden rumhopste. Ich glaube, wir standen eine geschlagene Viertelstunde einfach nur oben auf der Brücke und haben dem Tier zugesehen.

Auch sehr spannend fanden wir das "Maushaus", in dem man diverse Nagetiere in Terrarien betrachten konnte - falls man sie denn entdeckt hat und sie sich nicht in eines der vielen Verstecke zurückgezogen hatten. Aus Sicht des Besuchers ist es natürlich immer doof, wenn sich Tiere irgendwo "verstecken", aber wir hatten eine Menge Spaß dabei, die Bewohner der Terrarien erstmal ausfindig zu machen, auch wenn man sie dann nicht perfekt gesehen hat. Der kleine Kollege hier im Bild hat sich dafür perfekt in Szene gesetzt (kommt noch jemandem das Motiv ein bisschen bekannt vor? Ich habe keine Ahnung, wo ich das schonmal gesehen habe, aber ich bilde mir das ein...).

Da der Zoo auch Teil der Wildlife Conservation Society ist, gibt es auch an einigen Stellen Informationen bzw. Gedanken zum Umgang mit der Tier- und Umwelt im Allgemeinen. Gerade wenn man bedenkt, dass die Aufklärung über die Auswirkungen des Luxuslebens recht gering ist und da Wissen um Tiere, ihre Lebensräume und Anforderungen, anscheinend eher beschränkt, finde ich das doch sehr sinnvoll...

Auch wenn es natürlich nicht eine sofortige Wirkung hat, finde ich dieses Zitat doch sehr lehrreich - denn man kann auch wirklich nur das schützen, was man verstanden hat und die auskunftswilligen Pfleger im Bronx Zoo haben das wirklich verinnerlich: Fragen wurden auskunftswillig beantwortet, man kam sich als Besucher nicht als Störenfried vor, sondern wurde auch freundlich empfangen. Der Tag im Zoo war zwar dzrch die viele Lauferei ein bisschen anstrengend (ich will gar nicht wissen, wie viele Kilometer wir da zurückgelegt haben!) - aber auch informativ, lehrreich und einfach toll. Ich würde da auch definitiv wieder hingehen - aber ich habe auch ein besonderes Faible für Tierchen...

Kommentare:

  1. Das Baumkänguru ist ja toll! Sowas hab ich in den deutschen Zoos (jedenfalls bewusst) noch nicht gesehen!

    Und die Maus erinnert mich von ihrer Haltung an das Erdmännchen von Youtube, dass sich danach umdreht! :D DA DA DA DAAA

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  2. Schöner Bericht! :) Ich war das letzte Mal im Zoo in Zürich und es war eher enttäuschend in meinen Augen. Klar, man fährt mit einer älteren Tram hoch und der Ausblick ist genial (da der Zoo auf einem Berg liegt), aber er ist relativ klein mit 27ha, wird auf 28ha erweitert und der Eintrittspreis ist eher gesalzen. :( Aber auch in der Schweiz sind die Tiere extrem träääääääge. (Die Wärter haben sich auch eher versteckt, so dass man im Zweifelsfall nie fragen konnte.)

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  3. Da wäre mein Männe jetzt tierisch neidisch. ;) Der liebt Zoos. Total süß, aber überall wo wir hinkommen, müssen wir in den Zoo. :D

    LG Lotte

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  4. @LacquerVictimsEin Baumkänguru habe ich in Deutschland noch nicht gesehen - kann aber auch daran liegen, dass die irgendwo "hinter den Kulissen" gehalten werden (gibt ja oft Tiere, die man nicht zu sehen bekommt)...

    Hmm, neee das Erdmännchen meinte ich nicht :P^^

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  5. @ElianeHagenbecks Tierpark ist auch recht klein mit 25ha, kostet allerdings um die 20€ Eintritt ohne Aquarium... Größe allein machts ja nicht aus (kann man ja oft auch nicht wirklich ablaufen, wenns so riesig ist^^), aber wenn die Gehege winzig sind, finde ich das auch nicht schön...

    Naja, dass man in der Schweiz träge ist, ist ja nichts Neues ;) Ist ja bei vielen Tieren auch einfach so, dass die nicht die ganze Zeit rumhüpfen - aber irgendwie ist mir das einfach im Vergleich zu den deutschen Zoos aufgefallen. Wenn man nirgendwo einen Pfleger findet, ist das natürlich auch doof - gerade, wenn man mal ne Frage hat...

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  6. @LotteDu, meine erste Frage ist auch immer: "Gibt's da nen Zoo?" Und wenn ich die Zeit habe, geh ich auch in den Zoo^^ Da könnte ich deinem Mann also die Hand reichen :P

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  7. Lass mich dein Goodfellow-Baumkänguruh sein <3

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  8. @maedchenDu... Babybauch zählt aber nicht als Beutel :P Und hüpfen kannst du doch in deinem Zustand auch nicht :x

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  9. Baumkänguruhs hab ich auch noch nie gehört! Ich kann mich nen ganzen Tag im Zoo aufhalten. Am liebsten bin ich bei jeglichen Katzenarten, Bären und Elefanten.

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  10. @MarisolMich könnte man auch problemlos frühs im Zoo abgeben und Abends abholen - die Zeit krieg ich rum :P Allerdings sind dauerschlafende Katzen irgendwann doch wenig spannend ;) Dafür haben wir einen wanderwilligen Bären gesehen, der vor sich hingeplantscht hat... Ich find viele Tiere toll :)

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  11. also ich war letztens im frankfurter zoo, recht enttäuschend. irgendwie kommt nichts an den leipziger zoo dran. den kann ich wirklich empfehlen. dort konnten sich auch alle tiere verstecken, was ich persönlich recht wichtig finde. auch wenn manche menschen darüber meckern, ist es meines erachtens auch das recht des tieres, sich mal zurückziehen zu dürfen. total toll fand ich in leipzig auch, dass es ganz viele natürliche grenzen gab, sodass die tiere nicht nur von zäunen umgeben waren. im gondwana-land beispielsweise waren die totenkopfäffchen auf einer insel und das wasser war die natürliche begrenzung.

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  12. @netzbaendscheFrankfurt war ich noch nie und Leipzig genau, als die ganzen Bauarbeiten waren ^^

    Ich finde auch, dass Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere wichtig sind - aber als Besucher ist es auch ein bisschen doof, wenn man einfach kein Tier sieht, weil alle irgendwo versteckt sind... Und es gibt auch viele Möglichkeiten, solchen "Frust" auf Seiten der Besucher, der sich dann meistens in besonders lautem Gehabe äußert (als ob DAS was helfen würde?!), zu umgehen... Dann halt lieber die Tiere nicht öffentlich zugänglich machen, dann sind Besucher auch nicht enttäuscht und die Tiere haben ihre Ruhe...

    Oder eben zusätzliche Abgrenzungen, die auch noch einmal zwischen Besucher und Tiere gesetzt werden - so ein Wassergraben hilft ja doch recht viel^^ Ist halt immer die Frage, was man mit so einem Zoo bewirken möchte - denn die Leute kommen ja nur, wenn sie auch was sehen...

    In einem Nachttierhaus ist es z.B. die ganze Zeit finster - da sieht man die Tiere halt auch mal rumwuseln, die man draußen nie sehen würde. Klar, Fotos sind da nicht wirklich drin und einige Tiere sieht man auch nicht - aber man kann ein paar Eindrücke sammeln, die einem sonst verwehrt blieben.

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