Montag, 22. April 2013

Auracle - Gina Rosati

Bücher wie "Auracle" sind wohl einer der Gründe, warum ich mit E-Readern nicht warm werde - allein der erste Griff zu dem Buch macht für mich schon einen ganz zentralen Punkt aus: Das Cover fühlt sich toll an - nicht glatt, sondern ein bisschen so wie gummiert.... Zugegeben, kein Bewertungskriterium für ein Buch, aber wenn man einfach gleich mal begeistert ist, ist das definitiv ein dicker Pluspunkt!
Über Blogg dein Buch durfte ich "Auracle" lesen, das im bloomoon-Verlag erschienen ist und als Osterüberraschung an alle Bewerber (derer es über 100 waren!) zum Rezensieren verschickt wurde. Die gebundene Ausgabe mit 368 Seiten gibt es für 16,99€ hier oder beim Händler eures Vertrauens (u.a. auch als Kindle-Version - aber ganz ehrlich, grabbelt den Umschlag an!). Vom ersten gelungenen optischen und taktilen Eindruck abgesehen, fand ich aber auch das Buch sehr toll zu lesen - und hätte mir auch ein paar mehr Seiten gerne angetan...

Die Geschichte lässt sich eigentlich schön dem Cover entnehmen: "Ein Mädchen. Zwei Seelen. Eine Liebe." Anna beherrscht Astralreisen und kann nach Wunsch ihren Geist vom Körper trennen, auf Reisen gehen und sich die tollsten Gegenden im Universum ansehen. Als sie auf einer dieser Reisen ist, wird ihr Körper von einer (zu diesem Zeitpunkt verstorbenen) Klassenkameradin in Besitz genommen und Anna ist ausgesperrt - logischerweise geht es dann darum, wie sie wieder die Macht über ihren Körper bekommt und ihre Besetzerin los wird.

Ich finde alleine die Story schon interessant - aber das macht noch lange kein gutes Buch aus. Als ich die ersten Seiten "mal so zum Reinschnuppern" gelesen habe, wollte ich eigentlich nicht so recht aufhören - mich hat der Schreibstil sehr angesprochen und ich hatte schnell das Gefühl, in der Geschichte zu sein. Das Buch ist sicherlich nicht das raffinierteste, hat an einigen Stellen auch ein paar logische Schwächen und ist auch recht vorhersehbar (wenn man schon ein paar Bücher gelesen hat und in etwa weiß, wie der Hase so läuft), aber es hat aus meiner Sicht einen ganz großen Pluspunkt: Herzblut.

Trotz oder vielleicht wegen der Unperfektion sind die Charaktere unglaublich liebevoll gestaltet - man merkt die Mühe, die sich die Autorin gegeben hat. Sowohl bei den Charakteren, die glaubhaft gestaltet sind und mit denen man in vieler Hinsicht mitfühlt, als auch bei den Beschreibungen von Annas Gedanken und ihren Erlebnissen. Die Lovestory wird erst am Ende richtig aktuell (und auch da nur kurz), aber über das ganze Buch hinweg ist auf einer sehr subtilen Ebene deutlich, wie Anna und Rei zueinander stehen - es schwingt einfach eine tiefe Verbundenheit im Subtext mit und gibt der ganzen Geschichte ein wohliges Gefühl... Gespickt ist das dann mit kleinen, originellen Highlights, die mich zum Schmunzeln gebracht haben und über die man dann auch den einen oder anderen Holperer vergiss.

"Auracle" ist auf jeden Fall ein Buch, dass ich schlicht und ergreifend mit "Schön." umschreiben würde und das ich rundum gelungen finde. Da passt halt absolut alles - eine nette Grundidee, gut gestaltete Charaktere, süße kleine Besonderheiten und durchaus an ein paar Stellen auch Potenzial für tiefergehende Gedanken (die ich einfach mal ausgelassen habe). Selten habe ich in letzter Zeit ein Buch so schnell weggelesen und auch zufrieden weggelegt - die Geschichte gibt nicht wirklich einen Nachfolger her, ohne das Ganze wie Abklatsch wirken zu lassen... Aber die Autorin hat es mir schonmal angetan!

Kommentare:

  1. Interessant - genau dieses Buch habe ich mir vor einem Weilchen bei Amazon angeguckt und auf die Wunschliste gesetzt. ;) Mal gucken, vielleicht les ich es demnächst. ^^

    LG Lotte

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    1. Also ich kanns wirklich nur weiterempfehlen - ich fands sehr angenehm zu lesen und wollte es kaum weglegen.

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