Donnerstag, 28. März 2013

USA-Urlaub: "Und, was gab's so zu Essen?", Teil 1

Neben "Und, was hast du so gesehen?" war eine der Standardfragen nach dem Urlaub: "Und, was gab es so zu Essen?" Nachdem heute ja Donnerstag ist, ich aber auch gar kein Rezept parat hätte, gibt es ein paar Eindrücke von unseren Mampfereien im Urlaub! Und irgendwie muss ich sagen - sooo viel haben wir da gar nicht gegessen, wir hatten einfach nicht übermäßig viel Zeit fürs Essen (und auch nichts Besonderes eingeplant). Warum "eingeplant"? In den USA gibt es viele Restaurants, die einen gewissen Dresscode voraussetzen - also für die Herren Anzug oder zumindest Jacket und eine ordentliche Hose (also keine Jeans) und für die Damen ebenso eher was Feineres; wir hatten beschlossen, dass wir das nicht brauchen (mal ehrlich - ich muss ja nicht in den USA unbedingt französisch essen gehen...), also ging es eher in die "normalen" Restaurants.

Was im Gegensatz zu Deutschland auffällig ist, ist das "Wait to be seated" - man sucht sich nicht einfach einen Platz, sondern wartet, bis man zu einem Tisch gebracht wird (manchmal heißt das auch, dass man eine halbe Stunde oder sogar eine Stunde warten muss, weil der Laden voll ist). Softdrinks werden für gewöhnlich nachgefüllt, Leitungswasser gibt es umsonst (manchmal ist es auch "gutes" Wasser ohne Sprudel - das merkt man dann am fehlenden leichten Chlorgeschmack) - ebenfalls ein großer Unterschied zu deutschen Lokalen. Insgesamt ist man in den USA eher serviceorientiert, das liegt sicher auch daran, dass die Kellner auf das Trinkgeld angewiesen sind - aber es ist auch generell mehr Personal in einem Lokal und vor allem wuselt es häufig um einen rum, fragt ob alles in Ordnung ist, das Essen schmeckt oder das Getränk nachgefüllt werden soll.

Unser erster Anlaufpunkt zu "richtigem" Essen in Boston war die Cheesecake Factory im Prudential Center. Dem einen oder anderen vielleicht aus "The Big Bang Theory" bekannt - und als ich das Schild gesehen hatte, war klar, dass wir da unbedingt reinmussten! Trotz des Namens gibt es nicht nur Käsekuchen (aber logischerweise davon auch viele Varianten), sondern auch "ordentliches" Essen im Restaurant.
Nach etwa einer halben Stunde Wartezeit (so ist das eben, wenn man zu Stoßzeiten ohne Reservierung kommt...) piepste unser Beeper (tolle Erfindung, haben viele Lokale!) und wir konnten an unserem Tisch Platz nehmen. Unsere Bedienung hieß leider nicht Penny, sondern Kellie, aber sie war sehr nett und hat uns toll bedient. D., der seines Zeichens einfach Fleischesser Deluxe ist, hat sich ein Steak bestellt, ich habe dann doch mit einem Cheeseburger Vorlieb genommen.
Auch wenn die Portionen auf den ersten Blick klein ausschauen, mich hat mein Burger mehr als satt gemacht, D. hat sich im Anschluss noch einen Strawberry Cheesecake gegönnt (obwohl er eigentlich einen Strawberry Daiquiri bestellen wollte, aber da ist ihm irgendwie die Sprachbarriere in den Weg gekommen) - den habe ich aber irgendwie vergessen zu fotografieren, aber er war lecker - und mächtig!

Generell hat sich das mit den Fotos beim Essen als schwierig rausgestellt - die meisten Restaurants sind recht dunkel, die Scheiben oft mit Jalousien verhangen, was das Fotografieren nicht wirklich leichter macht (und wenn man dann noch ohne Blitz knipst, um nicht allzuviel Aufmerksamkeit zu erregen, ist das doppelt schwer)...

Außerdem hatten wir eigentlich nur eine ordentliche Mahlzeit am Tag und ab und zu ist mir einfach erst mitten im oder nach dem Essen eingefallen, dass ich ja ein Foto hätte machen können (und eigentlich wollten). Morgens gab es meistens einen Bagel, Donut oder einfach einen Smoothie, tagsüber waren wir zumeist unterwegs und haben dann eben Abends was gegessen.

Wenn es Mittags mal was gab, war es eigentlich immer was Schnelles - also ein Sub oder Sandwich oder ein Burger; aber meistens sind wir Abends eben in irgendein Lokal gegangen und haben uns da eine ordentliche Mahlzeit besorgt. In Boston habe ich mir am Abreisetag (wir hatten den Vormittag bis zur Busabfahrt nichts geplant) ein Cupcake gegönnt, denn im Prudential Center gab es einen ganz tollen Stand mit lauter Leckereien...
Die Auswahl fiel mir verständlicherweise schwer, aber letztlich wurde es ein "Blackout", ein Schokocupcake mit einer Ganache-Füllung aus Schokolade und einer unglaublich soften, leckeren und saftigen Konsistenz - ich hätte ja gerne noch einen gegessen, aber ich war pappensatt nach dieser schokoladigen Sünde. Preislich liegen die Cupcakes gerade für die Größe mit 3,95$ plus Tax (also irgendwas um die 4,20$ glaube ich) vollkommen im Rahmen und sind einfach megalecker!
Da wir in Boston nur zwei volle Tage hatten und ich vom zweiten Abend kein Foto habe (es gab Burritos zum Mitnehmen, wenn ich mich richtig erinnere), gibt es noch ein paar Futterbilder aus New York...
Da haben wir in einem irischen Pub erstaunlich leckere Burger gehabt - mit selbstgemachten Pommes! Irgendwie hat jeder Laden die selbst hergestellt, im Gegensatz zu McCain, das einem ja hier häufig begegnet. Auch die Burger sind aus "echtem Fleisch" und nicht aus Pattys gemacht und man wird jedes Mal brav gefragt, wie man denn seinen Burger gerne möchte - und meistens kommen sie auch tatsächlich im richtigen Garzustand an! Etwas irritiert war ich anfangs von der Essiggurke, die es fast immer zum Burger gab - aber gut, so sind sie wohl, die Amis...
Ausnamsweise gab es für mich auch ein Dessert bei dem Iren - hauptsächlich, weil ich den Namen des Käsekuchens so toll fand: Es war nämlich ein "Turtle Cheesecake" und die Schildkröte war irgendwie das Urlaubstier schlechtin, wir sind ihr in so ziemlich jedem Museum begegnet und hier auch in einem Restaurant. Für mich hätte der Käsekuchen zwar noch etwas turteliger sein können - die Schokolade kam mir dann doch ein bisschen zu knapp, aber er war richtig lecker... Ich hätte auch gerne den Frischkäse, den die da drüben in Amiland haben *schnief*...

Ein bisschen Abwechslung musste dann auch mal sein, man kann ja schließlich nicht immer nur Burger und Steak essen (also manche Leute können das bestimmt, uns war einfach mal nach etwas anderem) und da kam uns die Filiale von California Pizza Kitchen in der Nähe unseres Hotels ganz recht.
Mir ging es da zuerst wie so oft mit Pizza - am Anfang sitzt man mit knurrendem Magen von dem Teller und denkt sich, dass das ja gar nicht nach so viel aussähe... Nach der Hälfte war ich dann allerdings satt, habe mir noch ein Viertel reingedrückt und das letzte Viertel dann einpacken lassen (übrigens auch völlig normal in den Staaten) und am nächsten Morgen zum Frühstück gegessen - ja, kalte Pizza muss man abkönnen, aber ab und zu geht das!

Netterweise gab es bei CPK auch noch Cocktails, von denen D. sich auch einen gegönnt hat - ich war nach der Pizza einfach völlig bedient. Was alkoholische Getränke angeht, sind Cocktails sogar recht bezahlbar (wenn auch etwas kleiner als bei uns); Weinfreunde werden allerdings nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen... In den Restaurants werden zumeist nur californische Weine angeboten und ein Glas kostet 8$ aufwärts (für einen der seltenen Italiener oder Franzosen kann man gerne mal 15$ für ein einziges Glas zahlen!); auch Bier ist nicht unbedingt günstig (was mir als Nicht-Bier-und-Wein-Trinkerin allerdings egal war). Dafür sind Softdrings spottbillig, was in Kombination mit den Refills vielleicht auch etwas erklärt, woher die Gewichtsproblematik in den USA kommt...

Zugegeben - unsere Ernährung war nicht die gesündeste, aber wer will schon im Urlaub nur Salat essen? Wir waren ja auch sehr viel unterwegs (im Prinzip jeden Tag von etwa 9 Uhr bis mindestens 18 Uhr). Die typisch amerikanischen Mengen habe ich aber absolut nicht geschafft - da ist es gängig, nach einer Vorspeise einen Hauptgang und noch ein Dessert zu essen... Mir war mein Hauptgang eigentlich immer genug (manchmal sogar zu viel)  und nur selten gab es eine Vorspeise oder ein Dessert - ich bin einfach nicht für solche Nahrungsmengen geeignet!

Insgewamt wird es einem teilweise auch echt schwer gemacht, sich gesund zu ernähren - frisches Obst und Gemüse sind recht teuer und springen einen nicht an jeder Straßenecke an; viele Gerichte sind auch eher auf Fettzufuhr, denn auf Vitamine ausgelegt und sind damit auch "beliebter" und kommen besser an. Rein vegetarische Gerichte findet man nicht gar so viele, außer man geht in ein vegetarisches oder veganes Restaurant - das hätte mich ja auch interessiert, aber D. war für fleischlose Kost absolut nicht zu begeistern...

Kommentare:

  1. Sowas darfst du doch keiner Schwangeren zeigen!!! Hunger, einmal alles bitte, nicht nacheinander sondern gleichzeitig! Ich fahr jetzt einkaufen und du bist Schuld wenn's teuer als geplant wird :P

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  2. That's my kind of food! Und auf CPK bin ich richtig neidisch, die haben so tolle Gerichte *seufz*

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  3. @maedchenDann muss die Schwangere halt weggucken :P Ich fühle mich überhaupt nicht schuldig - dir schaden ein paar zusätzliche Pfunde eh nicht ;) Und so ein Cupcake hätte ich jetzt eigentlich auch gerne :x

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  4. @MarinaLecker war das auch allemal :) Wobei ich CPK jetzt gar nicht sooo phänomenal fand - da haben wir in unbekannteren Läden spannendere Sachen gesehen... Aber klar, yummi ist da vieles (wobei die Nachtische nicht so doll aussahen)!

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