Freitag, 29. März 2013

USA-Urlaub: New England Aquarium und Museum of science in Boston

Unseren ersten ganzen Tag in Boston starteten wir bei wirklich schönem Wetter (zugegeben, nicht gerade heiß, aber dafür sonnig) und machten uns auf den Weg zum New England Aquarium. Zuvor schon im Netz bestellt, konnten wir dort in der kürzeren Schlange unsere CityPässe abholen (wir hatten sie noch für 48$ bekommen und da wir sowieso drei der Attraktionen eingeplant hatten, lohnte sich das definitiv) und dann ins Gebäude stapfen, das zu dem Zeitpunkt noch umgebaut wurde (was glaube ich immernoch andauert), wodurch die Pinguine nicht zu sehen waren. Schade, aber nicht tragisch, es gab schließlich genug anderes zu sehen - dass der zylindrische Wassertank allerdings "außer Funktion" war, fand ich traurig.
Eine kurze Recherche über irgendwelche Pässe (es gibt da ja meistens mehrere) ist vor dem Urlaub durchaus zu empfehlen, vor allem, weil man manchmal auch die normalen Wartelinien überspringen kann und schneller in die jeweiligen Attraktionen kommt. Wir hätten für unsere drei geplanten Attraktionen (Aquarium, Museum of Science, Museum of Fine Arts)  65$ Eintritt zahlen müssen, haben also alleine mit dem Pass 27$ gespart.
Ab April gibt es beim Aquarium auch die Möglichkeit, mit einem Boot zum Whale Watching rauszufahren, aber dafür waren wir natürlich zu früh. Trotz der Umbauten im Gebäude, gab es eine Menge an Tierchen, die man anschauen und teilweise auch anfassen durfte. Es gab gleich am Anfang ein Becken mit kleinen Haien und Rochen, die man "streicheln" durfte, indem man die Hand flach aufs Wasser hielt und hoffte, dass die unglaublich agilen Tierchen nah genug drunter hinwegschwammen, dass man ihre glibberige Haut spüren konnte. Zwei Angestellte haben dabei ein paar Sachen über die Tiere erzählt und auch darauf geachtet, dass gerade die Kinder nicht zu grob im Wasser herumpantschten.

Auch wenn ich von Fischen und dem Meeresgetier eher wenig Ahnung habe und Landtierchen spannender finde, haben mich die Aquarien doch begeistert. Vor allem, weil sie oftmals weitläufig und sehr vielfältig besetzt waren und ganz spannende Korallen und Anemonen zu sehen waren. Dummerweise waren die meisten Fische nicht willig, sich für ein ordentliches Foto zu positionieren und dann still zu halten - und die dummen Scheiben taten ihres dazu, dass das Fotografieren sehr schwierig war... Dafür waren die Anemonen sehr willig und ich finde, sie haben auch wahrlich einen gewissen Zauber, wenn man sich die Zeit nimmt, ein bisschen genauer hinzusehen und nicht nur Action zu suchen.
Was ich auch ganz toll fand, waren die vielen Aquariumsmitarbeiter, die an diversen Becken und Tanks standen und bereitwillig über die Tiere Auskunft gaben, Verhaltensweisen erklärten oder auch einfach auf bestimmte Besonderheiten hinwiesen - und vor allem gingen die auch einfach so mal auf einen zu und waren generell sehr freundlich. Logischerweise nahmen eher Familien mit Kindern diesen Service in Anspruch, aber hier und da konnten wir auch ein bisschen lauschen und somit interessante Geschichten über die Tiere mitnehmen - z.B. wann sie ins Aquarium gekommen waren oder wie sie an eine neue Umgebung gewöhnt wurden, etc.

Generell bin ich bei allem, was Tiere angeht, sehr einfach zu begeistern - und da hat das Aquarium auch voll meinen Nerv getroffen. Ich hätte da stundenlang vor manchen Becken stehen können, um einfach nur zuzusehen, wie die vielen Fische umeinander rumschwammen oder sich auch einfach nur gemütlich in einer Ecke platzierten und still dalagen. Am meisten haben mich allerdings die Quallen fasziniert, die es zumeist in größeren runden Tanks (Killer für Fotos!) gab und die ich haptisch total unattraktiv finde - aber optisch in Szene gesetzt, wow!
Ein bisschen blaues Licht machte diese Tierchen unglaublich faszinierend - wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass diese Tierchen zu 99% aus Wasser bestehen und kein Gehirn haben, fragt man sich schnell, wie sie überhaupt überleben können und sich vor allem auch so geschickt und trotzdem anmutig durchs Wasser bewegen können... Bei diesen so primitiv erscheinenden Wesen ist es doch fast verwunderlich, dass die Haltung als äußerst kompliziert gilt, da Quallen nicht in stehenden Gewässern leben, sondern stets eine Strömung brauchen - und trotzdem zu den ältesten Tieren unserer Erde gehören...
Die coolsten Quallen waren aber diejenigen, bei denen man sehen konnte, wie die Nervenimpulse durch die Ganglien (oder was auch immer) geleitet wurden - da ergaben sich nämlich in den leicht weißlichen Tieren regenbogenfarbene Ströme, die einfach toll anzusehen waren... Nein, Quallen werden nicht meine Lieblingstiere - aber ich fand sie sehr schön in Szene gesetzt.

Neben dem rückgratlosen Getier und zahlreichen Fischen gab es noch Seelöwen, die auch eine kleine Vorführung bei der Fütterung dabei hatten - aber da fand ich ehrlich gesagt die Quallen spannender, wobei es natürlich dort von den Pflegern schöne Geschichten zu hören gab.

Insgesamt fand ich das Aquarium sehr nett anzusehen - ohne Bauarbeiten wäre es sicherlich noch spannender gewesen, aber so gab es eine Vielzahl von Tieren, wie z.B. auch Seedrachen und Meeresschildkröten zu betrachten und ich war nach dem Besuch definitiv ein bisschen glücklicher und viele unscharfe Fotos reicher!

Nachdem wir mit den Quallen schon ein bisschen naturwissenschaftlich orientiert unterwegs waren, sind wir dann ein bisschen durch Boston gelaufen und haben uns an der Stadtbauweise erfreut und uns über die Verkehrsregelung gewundert und sind zum Museum of Science gewandert. Dort gibt es alles Mögliche, was irgendwie mit Naturwissenschaften zu tun hat - von Erklärungen der Wahrscheinlichkeit über mathematische Spielereien zu technischen Spielereien über physikalische Gesetze und naturhistorische Entwicklungen einfach alles mögliche. Von der Zielgruppe her ist das Museum eher an Familien gerichtet, da vieles nach dem "touch & feel"-Motto als Wissenschaft zum Erleben aufgebaut ist.
Als Beweis, dass ich auch wirklich da war - meine Schuhe (die ich im Urlaub durchgelaufen und dann entsorgt habe) und ich in einem Spiegel, der den Rest meines Körpers einfach nicht zeigen wollte und dafür die Schuhe gespiegelt hat (normalerweise habe ich auch einen Kopf - nicht dass sich jetzt jemand wundert, wie ich mit Füßen ein AMU schminken will...). Optische Täuschungen wurden auch an einigen Stellen dargestellt und erläutert - sehr süß war auch eine Vorführung zum Thema "Magie", bei der drei Tricks gezeigt und erklärt wurden. Für mich jetzt nichts Neues, für die Kinder aber eine tolle und spannend gemachte Unterhaltung und allemal die 15 Minuten wert.
Witzig war noch der kleine Mars-Rover, den man auch selbst in der Sandkiste steuern konnte und dafür auch nur die Kamera des Geräts zur Verfügung hatte - logischerweise auch das gefundenes Fressen für Kinder und Männer. Es waren auch diverse Physik-Versuche aufgebaut, bei denen man die Wirkungen von Luft- oder Wasserdruck und auch Elektrizität (klassische Schaltungen) ausprobieren konnte; auch da gab es dann eine Vorführung für Kinder, wobei ich sagen muss, dass an diesen Sachen auch Erwachsene viel Spaß hatten und so den Physikunterricht mal wieder aufblühen lassen konnten.


Der technische Schnickschnack war dann irgendwann erledigt und es ging weiter zu dem (ehemals) lebenden Schnickschnack: Es gab nämlich auch eine Menge an Getier im Museum zu sehen - allerdings nicht in lebendem Zustand... An vielen Stellen gab es Infos zu Lebensweisen von Tieren, zum Nutzen bestimmter Verhaltensweisen und generelle Erklärungen - und da merkte man schon deutlich, dass das nicht nur für viele Kinder, sondern häufig auch für die Erwachsenen neu war... Das fand ich stellenweise schon etwas seltsam, das setzte sich dann aber auch bei den Zoobesuchen fort: "echte" Tiere sind dann doch etwas ganz Besonderes und nicht jedem bekannt... Auch hier alles sehr publikumsfreundlich gestaltet und wo es ging, durfte man auch selbst Dinge ausprobieren.

Für mich etwas spannender war dann die Ausstellung mit ein paar Dinoknochen - da sollten zwar in New York noch weitere folgen, aber hier waren die Informationen auch nett aufgemacht. Leider keine echten Skelette, aber man kann nicht alles haben! Eine recht große Ausstellung gab es dann aber mit ... naja, Tierschädeln. Was ich hier sehr lehrreich fand, waren die Hinweise und Informationen, die auf die Besonderheiten unterschiedlicher Spezies hingewiesen haben - z.B. gab es eine Nagetierschublade, die unterschiedliche Nagerschädel gezeigt hat.

Dafür muss man bestimmt ein Faible haben und ein Interesse für Biologie - aber wenn das nicht der Fall ist, gibt es z.B. noch die Blitz-Show, die man sich ansehen kann. Die riesige Spule produziert durchaus sehenswerte Blitze und den krönenden Abschluss bildet eine kurze musikalische Vorführung, bei der durch die Blitze ein kleines Konzert gegeben wird. Naturwissenschaft zum Erleben einfach - das Konzept des Museums geht auf jeden Fall auf und wer bereit ist, zusätzlich zum Eintrittspreis noch was hinzulegen, kann bestimmt auch im Planetarium und im IMAX entsprechend Spaß haben - aber darauf haben wir dann verzichtet und sind wieder einmal durch halb Boston gelaufen, um unseren letzten Punkt an diesem Abend abzuarbeiten.
Vorbei an interessanten Gebäuden (ich gebe es offen zu, ich bin einfach jemand, der viel guckt, wenn er irgendwo unterwegs ist) stapften wir also wieder zu unserem Prudential Center, um uns dort auf dem Skywalk Observatory Boston von oben anzusehen. Das Observatorium ist im Prudential Tower (der zweithöchste Wolkenkratzer Bostons, wohoo! 229 Meter hoch!) im 50. Stock zu finden. Im 52. gibt es wohl noch ein Restaurant, allerdings wurde uns gesagt, dass man da lediglich teuer und nicht wirklich gut essen kann - aber halt dafür einen phänomenalen Ausblick hat. Wir haben dann auf das Essen verzichtet und mit dem Ausblick zwei Stockwerke tiefer Vorlieb genommen (den wir sozusagen gratis in unserem Boston-Pass hatten). Die Aussichtsplattform ist "indoor", man knipst also nur mit Glasscheibe im Blickfeld nach draußen - aber dafür kann man komplett einmal außenrum im Gebäude laufen und hat somit Blick in alle vier Himmelsrichtungen von Boston.

Leider hat meine Kamera bei Dunkelheit die Späße nicht mehr mitgemacht und vorwiegend eine Menge unscharfer Bilder produziert... Aber der Ausblick lohnt sich auf jeden Fall und auch wenn wir ein paar Wolken am Himmel hatten, war es doch faszinierend, die Lichter der Stadt und auch des Hafens zu sehen (und ja, ich hab mich da schon auf die zwei weiteren Nachtausflüge auf Hochhäuser in New York gefreut!).
Soviel gibt es erstmal zum ersten ganzen Tag in Boston - mich hatte die Stadt da schon in ihren Bann gezogen und ich muss sagen, dass ich unbedingt noch einmal nach Boston will... Vor allem auch, um mir Harvard einmal anzuschauen, dazu sind wir nämlich leider nicht gekommen.

Kommentare:

  1. Du hast ja ein paar echt tolle Bilder gemacht <3.
    Die Quallen finde ich auch nur spannend, wenn sie nett beleuchtet sind :D

    Am Montag fahren wir vielleicht auch in ein Aquarium hier in der Gegend um mal raus zu kommen :)

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  2. @maedchenQuallen sind halt irgendwie ein bisschen seltsam - aber die haben sie da in Boston echt schön in Szene gesetzt.

    Mach unbedingt ein paar Fotos von deinem Aquarium, sehen will :)

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