Montag, 25. März 2013

USA-Urlaub: In Boston ankommen

Früh morgens um 4 Uhr ging es los - ab in den Bus, der D. und mich zum Flughafen brachte. Erstaunlicherweise waren um 6 Uhr morgens schon recht viele Leute da, sodass wir tatsächlich an der Gepäckaufgabe etwas anstehen mussten, bevor wir in unsere kleine Maschine nach Frankfurt steigen konnten. Gott sei Dank lief da alles glatt und wir musste nur in Frankfurt quer durch den riesigen Flughafen stapfen - da haben sich die gut zwei Stunden Aufenthalt gelohnt, denn natürlich mussten wir zum allerhintersten Gate...

Natürlich saßen wir auch im Airbus A 340 - 600 in der letzten Reihe (immerhin kann man sich beim Boarding somit viel Zeit lassen...), aber dank akzeptabel großem Bildschirm im Vordersitz und selbstständiger Programmwahl konnte ich mir die 8 Stunden Flugzeit angenehm vertreiben: Nach "Rise of the guardians (Die Hüter des Lichts)" (knuffiger Film!) konnte ich mir noch "Wreck-it Ralph (Ralph reichts)" anschauen (ebenfalls knuffig!) und musste dann bei "Life of Pi (Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger)" auf das Ende verzichten, was ich aber gar nicht so tragisch fand. Obwohl das Essen eher mäßig war, ging der Flug dank dem Unterhaltungsprogramm doch recht schnell rum.

An der einen oder anderen Stelle konnte ich mir einen Blick aus dem Fenster aber doch nicht verkneifen - was man da teilweise an Wolkengebilden sieht, ist einfach faszinierend. Ansonsten war unser Flug angenehm unaufregend, wir wurden fleißig mit Trinken versorgt und nur von den vor uns Sitzenden ein bisschen durch wilde Sitz-Zurückschiebe-Aktionen genervt... In Boston angekommen durften wir nach dem Aussteigen erst einmal eine gute halbe Stunde für die Einreise anstehen, durch die wir dann aber schnell ("Warum sind Sie hier?" - "Urlaub!" - "Zum ersten Mal?" - "Nein!" - "Dann viel Spaß!) durch waren und dann im Flughafengebäude standen.

Da Männer aber anscheinend nicht in der Lage sind, nach dem Weg zu fragen oder sich vorher über den Weg zu informieren (obwohl das seine einzige Aufgabe im Vorfeld war...), musste ich meinen Plan rausholen (schlaues Kind druckt sowas ja aus...) und nur die nette Info-Frau fragen, wo denn der Bus zur Metro fährt. Gesagt, getan - und schon gleich mal köstlich amüsiert, denn die blaue Linie fährt nach Wonderland! Da wollten wir aber gar nicht hin - denn unser Midtwon Hotel lag an der grünen bzw. orangenen Linie. Mit einem Mal umsteigen und einem kurzen Fußweg waren wir dann da - und wollten erstmal durch den Hinterausgang rein, der aber geschlossen war.

Also noch einmal 100m weiter nach vorne gelaufen und durch den Haupteingang ins Hotel (das leider von außen nicht sonderlich fotogen ist). Am Empfang wurden wir unglaublich freundlich begrüßt und gleich mit einer Tourimappe und den wichtigsten Informationen versorgt. Der einzige Nachteil am Hotel war, dass es kein kostenloses WLAN hatte - das gab es aber im Prudential Center, knappe 200m entfernt. Das Hotelzimmer war recht geräumig, mit einem bequemen Kingsize-Bett und einem ordentlichen Fernseher ausgestattet. Zwar ist dort alles schon bewohnt und schaut nicht mehr ganz frisch aus, aber trotzdem in ordentlichem Zustand und vor allem sauber.

Die Dusche funktionierte und wir konnten unseren Kram abladen - und uns dann auf eine erste kleine Erkundungstour machen, schließlich war es erst kurz nach 15 Uhr (also 21 Uhr in Deutschland). Der Ausblick von unserem Hotelzimmer war ganz okay - zwar hatten wir ein Zimmer zur Straßenseite, aber die Fenster waren gut gedämmt und wir konnten einen Blick auf ein hübsches Gebäude, in dem das Boston Magazine untergebracht ist, werfen. Links daneben wäre noch die Symphony Hall, weiter die Straße runter dann das Museum of Fine Arts, schräg rechts eine Kirche mit Capitol-ähnlicher Kuppel.

Unser Hotel hatte zwar kein Frühstücksangebot - aber keine 50 m nebenan gab es ein Restaurant, in dem wohl immer die Hotelgäste zum Frühstück hingeschickt wurden (wir haben da allerdings nicht gegessen). Ein bisschen weiter war das Prudential Center, unser erster Anlaufpunkt - einfach mal gucken, was es da so gibt und vor allem Getränke besorgen! Im Center gibt es diverse (also relativ viele...) Geschäfte, in die wir einfach mal kurz reingelinst haben, um einen ersten Eindruck zu kriegen und auch einen Sephora (in den ich natürlich auch gleich reinmusste, allerdings nichts mitgenommen habe - auch bei späteren Besuchen nicht; der Laden ist einfach nicht mein Fall). Dass wir eine recht große Shopping-Mall in der Nähe des Hotels hatten war ein netter Zufall und dass es bei Barnes & Noble kostenloses WLAN gab, ein noch besserer Punkt - so konnte man zumindest der Familie mal schnell eine Mail schreiben, dass alles gutgegangen ist und wir heil angekommen sind.



Außer zahlreichen Shoppingmöglichkeiten gibt es noch einen ordentlichen Food-Court, bei dem man sich mit unterschiedlichsten Fressalien hätte eindecken können (was wir dann zumindest in kleinerem Rahmen gemacht haben - irgendwas muss man ja zu Abend essen). Der Cheesecake-Factory haben wir dann an einem anderen Abend noch einen Besuch abgestattet und dort lecker gegessen - musste auch sein, nachdem wir schonmal einen Laden in der Nähe hatten.

Außerdem ist das Skywalk Observatory im 50. Stock des Prudential Tower zu finden, das wir allerdings an einem anderen Abend besucht haben um (schrecklich verwackelte) Nachtaufnahmen von Boston zu machen. Wir sind dann noch ein paar Straßen weitergelaufen und haben uns einfach mal in der Gegend umgesehen, um einen ersten Eindruck von der Stadt bzw. unserer Nachbarschaft zu kriegen.

Boston ist die größte Stadt in Neuengland und die Hauptstadt von Massachusetts, wirkt aber auf den Straßen gar nicht so "bedeutsam". Zwar sind die Straßen und Gehwege ein ordentliches Stück breiter als bei uns, aber die Bebauung ist nicht so sehr in die Höhe ausgerichtet, wie z.B. in New York, sondern geht eher in die Breite - mir war die Stadt sehr schnell sympathisch, auch wenn ich durch die Verkehrsregeln nicht so ganz durchgeblickt habe (allerdings schien das den Einheimischen genauso zu gehen - man lief einfach mal über Rot, wenn nichts kam).

Ungewohnterweise haben die Amis nämlich die Ampeln auf der anderen Straßenseite und nicht wie bei uns direkt an der Haltelinie - so kommt es dann auch gerne mal vor, dass ein Auto "mitten auf der Kreuzung" steht, obwohl die "Don't block the box!"-Schilder an den meisten Kreuzungen stehen.

Wir haben ein bisschen gebraucht, um uns an die Ampeln zu gewöhnen (also sie  einfach zu ignorieren und darauf zu achten, ob irgendwo ein Auto kommt), aber die Autofahrer schienen auch nur anderen Autofahrern gegenüber Hupkonzerte abzulassen (ich vermute, das ist da ein übliches Kommunikationsmittel - zumindest wurde unglaublich viel gehupt, zumeist ohne Sinn und Verstand...) und sind Fußgängern gegenüber recht human...

Was mich köstlich amüsiert hat, war dieses Schild, das vor einem Treppenaufgang zu einer Brücke zu finden war - die Amis wissen zumindest, dass High Heels gefährlich sind *kicher*. Ansonsten fand ich die Stadt angenehm sauber und gar nicht so amerikanisch wie befürchtet - die herumfliegenden Plastiktüten sind uns eigentlich erst in Washington in Massen begegnet.

Obwohl Boston ja (meiner Ansicht nach) eher in die Breite gebaut ist, gibt es natürlich auch diverse hohe Gebäude - und ich muss sagen, dass ich es glaube ich geschafft habe, so ziemlich jedes, an dem wir vorbeigekommen sind, anzuschauen. Bei diesem hier habe ich mich sogar ganz nah an die Wand gestellt und daran hochgeschaut - ich sag euch, das ist echt verdammt hoch! Aber ich bin auch generell jemand, der viel guckt, wenn er unterwegs ist - schließlich will ich ja nirgendwo vorbeilaufen und irgendwas verpassen...

An diesem Nachmittag war aber nicht mehr so wirklich viel mit schauen - das frühe Aufstehen und die 6 Stunden Zeitverschiebung haben sich doch bemerkbar gemacht und wir waren recht früh im Hotel, um uns gemütlich vor den Fernseher zu lümmeln und recht bald wegzudösen... Der nächste Tag war nämlich mit ordentlich Programm vollgepackt - wir wollten ins Aquarium und dann noch ins Museum of Science; aber das gibt's dann im nächsten Post!

Kommentare:

  1. Toller Post! :)
    Ich bin ab dem 1. Mai eine Woche in Ny, again! :)Mist, jetzt freu ich mich gerade wieder total darauf, dank deinem Post! :D

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  2. Ich wusste gar nicht, dass die Amis auch richtige öffentliche Verkehrsmittel haben, ich dachte immer, da kommt man nur mit Auto voran. Bin gespannt auf die weiteren Posts!

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  3. Wunderschön geschrieben !!!Ich liebe Amerika und war auch schon drei mal drüben. Vorallem die Menschen sind so super freundlich!

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  4. @LacquerVictimsHihi, New York-Bilder kommen auch noch ;) War ja unsere zweite Station und ich hab da auch diverse Läden abgeklappert *hust*...

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  5. @MarinaAlso in größeren Städten (also zumindest da, wo ich war^^) gibt es für gewöhnlich ein gut ausgebautes Metro-System und auch Busse... Allerdings zumeist eben "innerstädtisch" - wie es weiter draußen auf dem Land aussieht, weiß ich nicht...

    Aber da viele Einkaufsmöglichkeiten (besonders größere Malls und Outlets) gerne außerhalb der Städte sind, ist Autofahren schon sehr verbreitet - auch wenn man weiter pendeln muss. Und z.B. in NY ist Autofahren eine Qual, weil man an so ziemlich jeder Ampel steht ;)

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  6. @sillieDanke dir :) Stimmt, freundlich sind da viele - aber manchmal ist es auch nur eine oberflächliche Freundlichkeit, die recht schnell umschlagen kann...

    Allerdings gibt es auch wirklich interessierte und nette Leute - wir wurden öfters gefragt, ob wir Hilfe bräuchten, als wir auf unsere Karte geschaut haben :)

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  7. @LacquerVictimsIrgendwie hats hier den halben Kommentar verschluckt...^^ NY-Bilder kommen auch noch, keine Sorge :) Ich versuche das nur gerade so ein bisschen chronologisch abzuarbeiten... Sonst entsteht da Chaos in meinem Kopf.

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