Samstag, 9. Februar 2013

Tote ruhen nicht - Lisa Scott

Heieiei, dieses Buch schiebe ich schon geraume Zeit vor mir her, weil mir irgendwie nicht so wirklich die passenden Worte einfallen - bzw. weil es gar nicht so wirklich viel dazu zu sagen gibt. "Tote ruhen nicht" von Lisa Scott habe ich im Sommer gelesen (genauer gesagt im Urlaub) und muss sagen, dass ich die gut 400 Seiten relativ zügig durchbekommen habe. Aus meiner Sicht ist das Buch auf jeden Fall eine nette Urlaubslektüre, wenn man mit Anwaltsgeschichten was anfangen kann.
Relativ großspurig steht "Lisa Scott ist besser als Grisham!" auf dem Cover und das dürfte der Grund sein, aus dem meine Eltern das Buch damals mitgenommen haben. Irgendwann in meiner Jugend habe ich angefangen, Grisham zu lesen (und wollte deswegen auch Jura studieren, habe mir das dann aber nach einem stinklangweiligen Wirtschaft- & Recht-Grundkurs anders überlegt) und meine Eltern auch damit angesteckt - und ich muss auch bis heute sagen, dass Grisham einfach geniale Justizthriller schreibt (die einfach in Buchform auch nochmal besser sind, als die durchaus auch akzeptablen Verfilmungen). Für mich persönlich kommt Lisa Scott zumindest mit diesem Buch nicht an Grisham ran - bei weitem nicht!

"Tote ruhen nicht" gibt schon einen Hinweis darauf, dass das relevante Verbrechen (in diesem Fall ein (Selbst-)Mord) schon geraume Zeit zurückliegt - der betroffene Italo-Amerikaner ist nämlich im zweiten Weltkrieg in einem Internierungslager ums Leben gekommen. Unsere Protagonistin Mary teilt den kulturellen Hintergrund des Opfers und wird von einem Nachlassverwalter mit der Ermittlung im Fall Brandolini beauftragt; im Prinzip soll sie beweisen, dass es kein Selbstmord, sondern Mord war (und am Schluss gelingt ihr das auch). Wie man sich denken kann, ist eine Ermittlung nach über 50 Jahren gar nicht so einfach - und auch nicht gar so spannend, wie man sich das eigentlich wünschen würde...

Natürlich passieren Dinge, die Mary davon abhalten sollen, der ganzen Geschichte auf die Spur zu kommen und natürlich setzt sie sich darüber hinweg und findet Zeitzeugen, die nicht nur im Fall hilfreich sind, sondern auch der lieben Mary zu zentralen Einsichten über ihr Leben verhelfen (oder so...). Die ganze Story liest sich ganz gut, lässt aber definitiv die Grishamsche Finesse vermissen und - zumindest mir - ging auch ganz schön die Spannung ab... Im Vergleich zu sonstigen Justizthrillern ist man hier auch nicht im Prozessgeschehen, sondern irgendwo im Rahmen der Ermittlungsarbeit und eher im Standard-Krimi-Rahmen. Ja, man kann das Buch schon lesen - aber wenn man das nicht tut, hat man auch nichts Weltbewegendes verpasst.

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