Donnerstag, 3. Januar 2013

Japanische Leckereien zu Silvester

Zwei Tage vor Silvester rief mich mein bester Freund an: "Du, ich weiß zwar, dass du letztens erst beim Japaner warst - aber hast du Lust auf ein japanisches Menü an Silvester?" Ich gebe zu, ich musste nicht lange überlegen und habe mich tierisch aufs Kochen gefreut (macht zu zweit ja irgendwie deutlich mehr Spaß und wir kochen beide gerne) - vor allem, weil ich noch nie selbst japanisch gekocht hatte. Aber mein bester Freund, unglaublich gut vorbereitet, wälzte seine asiatischen und japanischen Kochbücher, stellte ein phänomenales Menü zusammen und besorgte die Zutaten. Wenig Arbeit im Vorfeld für mich, aber dafür hatten wir abgemacht, dass wir die Schnippeleien gemeinsam machen.
Und da es nicht gerade das harmloseste Menü werden sollte (ja, wir haben uns gnadenlos übernommen, was die Mengen angeht - aber es klang halt auch alles so lecker und sah auch lecker aus...), musste erstmal einiges an spezifischen Sachen organisiert werden... Ingwer und Wasabi sind noch nicht gar so besonders, Tofu wohl auch nicht, aber bei Dashi (ein Fischsud) oder Mirin (Reiswein) musste ich auch erstmal nachfragen. Was genau japanische Sojasoße von normaler Sojasoße unterscheidet, haben wir spontan auch nicht rausbekommen, aber es war alles unglaublich lecker und zumindest sehr ähnlich (erschreckend ähnlich!) den Gerichten bei unserem Japaner.

Als Amuese-Guele gab es einen Mini-Gurkensalat mit schwarzem Sesam. Bei unserem Japaner gibt es eingelegte Zucchini (zumindest bilden wir uns ein, es wären Zucchini), die sehr ähnlich schmecken und der Salat war schon ein guter Einstieg (den grünen Tee hatten wir irgendwie verschlafen, wir Helden...). Die Soße besteht aus Sesamöl, Sojasoße und Mirin und gibt den Gurken einen leicht süßlich-saueren Einschlag, der gerade dem ansonsten eher geschmacksneutralen Gemüse ein bisschen Würze verleiht - und schwarzer Sesam ist sowieso total yummi.
Dann musste, ganz typisch, eine Miso-Suppe her - und zwar mit dunkler Misopaste und Tofueinlage. Dazu gibt es laut Rezept eben Frühlingsrollenstückchen und ich habe mich auch ganz brav am Essen mit Stäbchen versucht - sogar recht erfolgreich, wobei der enorm weiche Tofu mir desöfteren ein Schnippchen geschlagen hat... Aber da ich sonst beim Japaner so begeistert von der Miso war und sie mir selbstgemacht auch echt gut geschmeckt hat (naja, ist auch nicht so ganz schwierig Misopaste in Dashi einzurühren *hust*), muss ich mir definitiv auch eine Packung Misopaste besorgen und öfters mal Miso machen!

Nach dem sanften Einstieg ging es dann auch schon richtig los mit dem ersten "richtigen" Gang - dreierlei Fleisch und dazu die Reste vom Tofu, die noch fix paniert in die Fritteuse gewandert sind. Das Hühnerfleisch wurde nur in Speisestärke und kleingeschnittenen Nori-Blättern paniert und frittiert (und war sooo lecker!), die Panierung vom Rind war leider ein bisschen unwillig und am Spieß ist nur wenig haften geblieben - aber lecker wars auch so und das Schwein sah nicht nur perfekt frittiert aus, sondern schmeckte auch sehr gut. Der Tofu war erstaunlicherweise gut zu panieren, aber diese weiche Variante hat beim Essen ein sehr seltsames Gefühl im Mund hinterlassen - irgendwie war mir das zu weich... Dazu gab es zwei Soßen, die beide auf Basis einer Worcestersoße mit Sojasoße und Ketchup (wirklich!) waren, wobei die Rindfleischsoße noch raffinierter war und mit mehr Zutaten (Tomatenmark, Mirin, Zucker, Senf) angedickt wurde... Wir waren uns aber beim Essen sehr einig, dass das doch verdammt nahe am "Original" war.

Allerdings waren wir uns nach dem Fleischgang auch beide einig, dass wir uns ein bisschen zu viel vorgenommen hatten und so fiel das Tempura-Gemüse (Aubergine, Zucchini, Paprika und Zwiebeln) ein bisschen zurückhaltender aus, war aber nicht minder lecker. Sowohl pur als auch in eine der beiden Soßen getaucht war das ein wahrlicher Genuss - auch wenn die Fritiererei ein ganz schöner Aufwand ist, war es das an diesem Abend sowas von Wert! Ich gebe zu, dass ich auch einfach Tempurateig pur futtern könnte, weil das Zeug ausgebacken einfach gut schmeckt...

Nach dem Versuch, mit ein paar Schnäpsen (es war ja Silvester) Platz im Magen zu schaffen, haben wir eingesehen, dass wir noch so einen Megagang nicht hinkriegen würden und haben das Teriyaki-Hähnchen ausgelassen. Dafür gab es leckere Ingwerschnitzes mit Champignons in einer Frühlingszwiebel-Marinade und dazu Avocados mit Wasabi-Dressing (das ich aber durch Schweine-Soße ersetzt habe, weil ich keinen Wasabi mag) und eigentlich noch Auberginen in Miso-Senf-Soße - die haben es aber nicht mehr so ganz auf das Foto geschafft *hust*. Ich gebe ja zu - wenn ich mir so die Fotos ansehe, schaut das alles nicht nach wirklich viel aus und ich frage mich ernsthaft, wieso wir beide so vollgefuttert waren...

Aber wir waren nach den Ingwer-Schweinchen so pappig satt, dass das Dessert dann auf den nächsten Morgen (nach dem Frühstück) verschoben wurde und wir mit vollen Bäuchen und flüssiger Wegzehrung in die Disco gerollt sind... Mein unglaublich bemühter bester Fruend hat nämlich tatsächlich ein Kürbis-Eis gemacht (ohne Eismaschine, also mit fleißigem Rühren alle halbe Stunde!) und das dann auch noch liebevoll blogfertig gestatet, damit ich ein schönes Foto schießen konnte:
Zu dem Kürbiseis (etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus lecker!) gab es eine Glühwein-Himbeer-Soße und Schokoladensoße und es war wirklich der perfekte Abschluss für unser Silvester (ich hab halt einfach den allerbesten besten Freund, den es auf der Welt nur gibt!)! Ich habe auf jeden Fall Blut geleckt und werde mir demnächst mal aus dem Asia-Laden ein paar Soßen und Gewürze besorgen, die als Grundausstattung ziemlich unerlässlich sind und mich dann auch mal an japanische Leckereien machen...

Kommentare:

  1. ihr dürft gerne mal vorbei kommen und für mich kochen :) das sieht alles so lecker aus!!!

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  2. Hach, ich liebe dieses asiatische Essen einfach! Egal ob chinesisch, japanisch oder sonst was.
    Mirin hab ich zwar nie gegessen (oder eher getrunken??), aber das braucht man für fast jedes Gericht in meinem Wok-Kochbuch und man kann es auch gut weglassen ;)
    Euer Essen sieht echt lecker aus und ich hätte gerne probiert :D

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  3. @MarisolWir beide wohnen schon knapp 600 km auseinander - das macht das gemeinsame Kochen schon schwer genug ;) Aber es war auch wirklich lecker!

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  4. @LotteDanke - ich werde das weiterleiten :P

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  5. @Frl. PhantastischIch weiß gar nicht, was man mit Mirin sonst so macht - oder ob das nicht einfach "nur" eine Zutat ist ohne weitere Eigenverwendung...

    Ich schau die Tage auf jeden Fall mal bei dir vorbei - momentan liege ich krank im Bettchen :/

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