Freitag, 19. Oktober 2012

Wenn helfen nachdenklich macht...

Ich habe heute einer ehemaligen Arbeitskollegin bei ihrem Umzug geholfen - und seit ich wieder zu Hause bin, frage ich mich, ob ich zu den dümmsten Menschen auf dieser Erde gehöre...

Warum? Naja, ich habe mit dieser Arbeitkollegin nicht übermäßig viel zu tun - wir verstehen uns zwar gut, sind aber nicht befreundet oder sonst irgendwie eng verbandelt, waren wir auch nie. Aber ich dachte mir, beim Umzug helfen gehört ja eher so zu den "naja, sollte man als netter Mensch machen"-Dingen. Also war ich pünktlich um 10 heute Vormittag vor Ort - als erste. Die engeren Freundinnen kamen dann erst gegen halb 11 und 11 (ja, da meldete sich mein Hirn schonmal und fragte, was das denn bitte sollte). Bis kurz vor 15 Uhr schleppte ich also fröhlich Kisten und Möbel, habe mir etwa 15 neue blaue Flecken eingehandelt (auch wenn ich keinen Schimmer habe, wo die nun wirklich herkommen, aber ich bin auch ein Magnet für blaue Flecken) und sitze jetzt auf meiner Couch, um die 5 Stunden Arbeitszeit aufzuholen.

Als Dankeschön gab es eine Tafel Schokolade und ein Würstchen mit Kartoffelsalat zum Mittagessen. Von einer Person, die ich wahrscheinlich nie wieder sehen werde und die beim Essen auch noch zu einer der anderen Anwesenden sagte: "Ach, ich komm dich dann im November besuchen - dann sehen wir uns ja wieder und machen was miteinander!" Man fühlt sich ein bisschen seltsam, wenn man genau daneben sitzt und sich fragt, warum man sich da überhaupt die Mühe gemacht hat, hinzugehen... Oder an einem Samstag Morgen ins Auto zu springen, um der Dame zu Hilfe zu eilen, weil sie einen Platten mit ihrem Fahrrad hatte und nicht wusste, wie sie zur nächsten Werkstatt kommen sollte...

Tja, was habe ich von dieser Aktion? Außer blauen Flecken und einer Tafel Schokolade überhaupt nichts. Halt - ein verkürztes Wochenende, weil ich meine Arbeit noch machen muss... Und irgendwie fühle ich mich ziemlich dämlich, dass ich da heute hingefahren bin - denn ich wage zu bezweifeln, dass auch nur einer von den Anwesenden MIR beim Umzug geholfen hätte (mal ganz davon abgesehen, dass ich nie gefragt hätte)... Auf der anderen Seite denke ich einfach, dass es sich gehört, da mit anzupacken, wenn man die Zeit aufbringen kann - ich bin mir einfach noch nicht so ganz sicher, ob ich jetzt in die Kategorie "naiver Idiot" falle oder eher in die Kategorie "hilfsbereiter Mensch". So ganz wohl ist mir gerade auf jeden Fall nicht...

Kommentare:

  1. oh weh das kann ich gut verstehen.....sieht nach einem Fall von zu großem Herzen aus.....klar ist es toll wenn man anderen hilft, aber ich glaube man sollte dabei immer im Auge behalten wie das Verhältnis ist - in deinem Fall hast du viel gegeben und reingesteckt und verhältnismäßig wenig zurückbekommen damit meine ich jetzt nicht die Schoki sondern einfach dass dich mit dieser Person auch sonst nicht viel verbindet was es irgendwie aufwiegen würde.
    Manchmal sollten wir glaube ich einfach ein bisschen egoistischer sein wenn wieder mal jemand suchend in die Runde schaut um nen Dummen zu finden der ihm hilft und den er dann mit nem schnöden Danke abspeisen kann (wobei es ja schon toll ist wenn sich überhaupt jemand bedankt...). Bzw. einfach abwägen ob derjenige es wert ist.....denn wenn es immer nur auf Einseitigkeit basiert ist Hilfsbereitschaft oftmals mehr Fluch als Segen.
    Aber ich kenne das nur zu gut. "Nein Sagen" gehört nicht wirklich zu meinen Stärken und ich auch ich bin schon mal mitten in der Nacht 500km hin und nochmal 500km zurück gefahren für jemanden der meinte er bräuchte unbedingt ne Auszeit und käme mit seinem Baby nicht klar. Nur um dann am übernächsten Tag festzustellen dass eben jede Person sich 500km entfernt vom Wohnort von ihren Macker den sie vorher noch verteufelt hat,wieder abholen lässt weil sie es ja nicht erwarten kann wieder ihren Alltag zu haben - da fragt man sich auch WTF ? Und dabei ging es mir nicht um Sprit oder sonstiges sondern man fühlt sich einfach irgendwie doof.....
    Von daher glaube ich weiss ich wie du dich fühlst....Aber ich tröste mich immer damit dass ich lieber großherzig bin als ein Herz aus Stein zu haben

    Glg Cessa

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  2. Ich finde das nett von dir! Aber man sollte sich bei solchen Aktionen die Frage stellen, was du im Nachhinein ja getan hast: hätte die Person im Umkehrschluss mir geholfen? Da ist man dann meistens ganz schnell am Ende -.- Zufällig hat Steffi (die mir der ich auf Sylt war) heute erst um 14Uhr bei mir angerufen (ich war mitten in ner Besprechung, wie meistens während der Arbeitszeit, Handy war lautlos,aber ich hab es anshcließend gesehen) und dann, weil ich ja nicht ran ging, noch ne Mail geschrieben. Inhalt: "Wie geht's? Morgen kriegen wir eine Blechhütte für den Garten, könnte Marc da helfen? Wir brauchen ein paar starke Hände! Frag ihn mal und sag mir dann Bescheid!" Mir ist fast der Kragen geplatzt!!!! Marc hat sie drei mal getroffen und Steffis Tim hat ja wohl eigene Frende?! Der ist sogar bei der freiwilligen Feuerwehr. Davon abgesehen wissen beide ganz genau, dass Marc JEDES Wochenende außer einem arbeitet und wir eben nur ein einziges im Monat zusammen haben! Da würden wir doch nicht ne Stunde durch die Gegend fahren (die wohnen wirklich am ADW) um eine dämliche Blechhütte aufzubauen?! Ich war echt fassungslos! Und Marc voll pissy, als ich es ihm erzählt habe. Er arbeitet sowieso, mussten also nicht mal ne Ausrede erfinden, aber sorry, so Aktionen sind was für ganz enge Freunde oder Familie, sicher nicht für den Mann einer Freundin, den man nicht mal richtig kennt?! Du siehst, ich reg mich grad immer noch auf^^ Kann deine Nachdenklichkeit sehr, sehr gut nachvollziehen - beim nächsten Mal erfindest du einfach ein Date ;) Sachen auf die man nicht wirklich BOck hat und die nicht für jemanden sind, den man sehr gerne hat, sollte man nicht machen. So.

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  3. Schätzchen, du bist ein kleiner naiver Idiot...und ich hab dich lieb dafür :*
    Irgendwann mal hörst du schon auf damit..

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  4. Das kann ich ebenfalls sehr gut verstehen. Das denke ich mir auch jedes Mal. Ich helfe zwar nicht unbedingt beim Umzug mit, habe aber ner Freundin mal Nachhilfe gegeben, weil ich in dem Fach recht gut war. Ja was war das Ende vom Lied. Ich hab nie wieder was von ihr gehört.

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  5. Klar kann man sich hier aufregen. Aber ich denk mir immer, es sind immer die negativen Dinge/Menschen die auffallen. Sicherlich sind wir alle schon mal ungerecht behandelt worden, aber alle Menschen sind anders: will heißen, manchmal kommen die Leute nach Jahren auf die unglaublichsten (selbstverständlichen) Sachen zurück.

    Ich denke mir, wenn ich in der Lage bin, etwas zu tun was für andere eine Hilfe ist, dann kommt damit auch ein Stück "Verpflichtung" es zu tun. Große Menschen helfen Kleinen im Supermarkt was von ganz oben runterzuholen. Im Vorraus die Wahrscheinlichkeit auszurechnen, ob es sich "lohnen" wird halte ich für falsch. Irgendwo auf der Welt gibt es immer jemanden, der gerade etwas für Dich tut, meistens merken wir es nur nicht.

    Andrea

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  6. Äääähm, also ich zieh im nächsten Mai um und bräuchte auch Hilfe ;)
    Nee, im Ernst ich bin auch so ein 'dummer' Mensch, wir sind halt irgendwie hilfsbereit. Ich finds total süß und lieb von dir, dass du geholfen hast, ich hoffe sie hat sich wenigstens bedankt und dir nicht nur ne Tafel Schokie in die Hand gedrückt.

    GLG devilly

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  7. Ich kenn das, was du beschreibst, gut. Aber, manchmal kommt es nachher doch ganz anders! Ich erzähl dir ne kleine Geschichte... von mir.

    Letztes Semester hatte ich ein "virtuelles Praktikum" von der Fernuni aus. Da haben wir in einer Gruppe von 15 Studenten eine psychologische Studie von vorne bis hinten durchgezogen, inklusive Fragebogen erstellen, auswerten, sprich Statistikprogramme eigenständig nutzen, und interpretieren. Und so ergab es sich, dass ich das alles recht gut konnte, vor allem den Statistikkram. In unserer Kleingruppe (die große Gruppe wurde aufgeteilt in drei kleinere Gruppen von je 5 Leuten) hab ich also ziemlich viel gemacht und vor allem: Mich stundenlang in Skype hingesetzt und den anderen das erklärt. Diese Erklärsessions hab ich auch den anderen beiden Minigruppen angeboten. Alles in allem hab ich vieeeel Zeit reingesteckt.

    Hinterher und auch zwischendrin teilweise hab ich mir auch gedacht, warum ich das eigentlich mache. War ja nicht so als hätte ich die Zeit zum Verschenken gehabt, musste selbst viel auf die Klausuren lernen und so. Egal, ich hab mir gedacht, ich wär auch froh, wenn mir jemand hilft, und so bin ich eben. Punkt. Wie du halt :D

    Sooo. Und jetzt, vorgestern, 2-3 Monate nach Ende des Praktikums erreichte mich ein Päckchen von meiner Minigruppe. Völlig überraschend, keiner hatte was erwähnt. Drin waren eine wahnsinnig liebe Karte mit vielen Lobeshymnen und tausend Danke's, und allerlei (teures!) Hamsterzeug: Klettergerüst, Holzbrücke, Trinkflasche, Knabberstangen, und so weiter. Ich bin fast vom Stuhl gekippt, war völlig baff.

    Also haben die Mädels das a) sehr wohl registriert, dass ich viel geholfen habe (obwohls mir im Nachhinein gar nicht mehr so arg viel vorkommt), b) das nicht als selbstverständlich genommen, und sich c) noch dazu mit einem wahnsinnig lieben Geschenk bedankt.

    Deshalb: Bleib auf jeden Fall so! Es gibt immer noch viele Menschen, die dich nicht als selbstverständlich nehmen und es zu schätzen wissen, wenn jemand hilfsbereit ist. Die anderen kannst du ja aussortieren und abhaken. Ich finds auf jeden Fall gut, dass ich so bin und nicht ignorant und egozentrisch. Gibts schon viel zu häufig heutzutage.

    Fühl dich gedrückt und ärger dich nicht mehr!
    Cyw

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  8. Ich kann mir das gut vorstellen. Und wahrscheinlich würde ich es genauso machen und mir danach genauso dämlich vorkommen...

    Aber lieber so, als das Gefühl zu haben, abzustumpfen und zu einem Menschen zu werden, der nicht mehr hilft oder alles abwägt.

    Natürlich, irgendwann differenziert man einfach zwischen Menschen, auf die man im Gegenzug auch zählen kann und Menschen, die es irgendwie nicht "verdient" haben. Lieber einmal zuviel geholfen haben, als einmal zuwenig.

    Gegen die blauen Flecken durch dumpfe Stöße (die sich bei mir auch immer ansammeln ^^) helfen Arnica C30 Globuli. ;)

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  9. @CessaIch finde ja auch, dass man helfen sollte, wenn man kann... Aber wenn man dann daheim ist, total kaputt und noch sieht, was man alles zu erledigen hat, fängt man doch an zu zweifeln... Mir gehts auch nicht um die Schokolade - sondern um dieses seltsame Gefühl. Und ich bin ein bisschen beruhigt, dass das auch andere Leute haben^^
    Danke auf jeden Fall für deine lieben Worte :)

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  10. @AliceUhm, das ist ja auch mal ne geile Aktion - aber Alice, ich glaube, Steffi hat das gar nicht böse gemeint, sondern wahrscheinlich nur nicht darüber nachgedacht, dass ihr diese doofe Schichtproblematik habt. Gedankenlosigkeit ist leider auch so ein generelles Problem :/ Aber ich kann da deinen Ärger richtig gut verstehen - gerade, wenn eben Freunde so hirnbefreit handeln und nicht mal drüber nachdenken, was sonst so los ist...

    Jaja, ich habe aus diesem Freitag gelernt - ich hab einen Megamuskelkater und meine Schultern fühlen sich auch nicht gut an... Nochmal mach ich das nicht ;)

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  11. @maedchenAye, in dem Fall bin ich wohl echt ein Naivchen... Ansonsten eher weniger :P
    Aber danke, dass du mich trotzdem magst ♥ (und noch nicht gefragt hast, ob ich denn nicht mal schnell beim Renovieren helfen komme^^)

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  12. @GeriDer Umzug ist ja gerade auch nur DAS ausschlaggebende Beispiel gewesen - Nachhilfe geben oder sich generell Zeit nehmen ist ja das Gleiche. Ich finde es besonders schade, wenn man dann eben nichtmal ernstgemeinten Dank dafür bekommt :/

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  13. @AnonymLiebe Andrea, du hast natürlich vollkommen recht - es geht nicht ums rein materielle "lohnen". Und mit der Verpflichtung stimme ich dir auch zu - zumindest kenne ich das Gefühl und aus diesem Grund war ich ja auch dabei. Aber wenn man am Schluss mit einem unguten Gefühl dasteht, ist das ja auch nicht der Sinn der Sache, oder?
    Und du hast auch recht - oft behalten wir die negativen Dinge im Kopf. Aber wenn man stets das Gefühl hat, "ausgenutzt" zu werden, ist das auch nicht unbedingt gut fürs Wohlbefinden. Ich bin jemand, der gerade für seine Freunde alles stehen und liegen lässt und dann noch Nachtschichten einschiebt - aber da weiß ich auch, dass meine Mühe gewertschätzt wird. Und genau diese "Rechtfertigung" vor mir selbst fehlt mir eben ein bisschen.

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  14. @devilly;) Bis Mai ist ja noch lange hin :P Ja, sie hat sich bedankt ("Vielen Dank fürs Helfen!") - und uns dann rausgeschmissen ;) Ich versteh das ja auch, weil man sowieso im Stress ist, aber... Wie gesagt, wenn man am Schluss mit einem komischen Gefühl dasteht, ist das einfach blöd :(

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  15. @CywOh Fernuni? Ich bin neugierig :P

    Mensch, das ist aber süß, was deine Mädels da gemacht haben :) Ich glaube ja auch nicht, dass "alle" Menschen so sind. Bzw. weiß ich, dass nicht alle so sind ;) Ich habe nur gerade das Gefühl, dass ich momentan zu viele kenne, die eben eher egoistisch sind...

    Gutes Gegenbeispiel ist ein guter Freund von mir, der Geburtstag hatte und dem ich ein Care-Paket wegen seiner bevorstehenden Prüfungen geschickt habe. Der hat sich gefreut wie ein Schnitzel und berichtet mir seitdem brav, wie was aus dem Paket geschmeckt hat und was er toll fand und wie er sich immernoch darüber freut. Das ist toll und das "reicht" ja als "Gegenleistung" auch vollkommen - mein Ziel war es ja, jemandem eine Freude zu machen.

    Ich ärgere mich nicht wirklich - mir tut nur inzwischen alles weh und ich schleiche nur noch durch meine Wohnung... Wobei ich Bewegung zu vermeiden versuche :P

    Ich befürchte auch, dass ich gar nicht so schnell aus meiner Haut kann - weil ich einfach jemand bin, der gerne hilft. Aber ich sollte mir bei manchen Dingen einfach öfters überlegen, ob das nicht zu viel ist...

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  16. @NaemiAch, ich will ja auch gar nicht so eine Egosau werden... Aber manchmal sollte man halt doch darüber nachdenken, ob es immer so schlau ist, zu helfen... Meistens denke ich über sowas erst in Nachhinein nach ;) Und es interessiert ja auch niemanden, welche Konsequenzen das für mich hat...

    Arnica Globuli - gleich mal googlen, ich schau schon wieder aus, als ob man mich verprügelt hätte :/

    Danke für deine netten Worte :)

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  17. @LenaDa hast du völlig recht -- wenn es immer nur auf eigene Kosten geht und man sich nicht mehr wohlfühlst, sollte man unbedingt was ändern. Aber halt der Person gegenüber und nicht (wie du schon sagst) ne totale Egosau werden ;-)

    Das kannst du bestimmt auch gar nicht, und ich wollte dir nur sagen, dass ich das auch gut finde! So jemand wie du (wir :P) macht die Welt einfach ein Stückchen schöner. Finde ich. :-)

    Rest folgt per Mail ;-)

    LG!

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  18. @Lena
    ne kleine Info vorweg:
    ich bin kein Psychologe, aber sehr an Psychologie interessiert. Auch wenn es dir gleich so vorkommen könnte, ich möchte dich nicht verletzten, nur zum nachdenken bringen. Es sind nur Vermutungen, ich könnte genauso total falsch liegen..


    Was dein Problem sein könnte: Warum hast du ihr geholfen, obwohl du sicherlich von Anfang an wusstest, dass du wenig zurück bekommst? Hast du:
    a) angenommen, dass sie dir bis ins unendliche dankbar ist und es auch zeigt/ausdrückt?
    b) es dir so von klein auf beigebracht wurde zu helfen ohne fragen zu stellen
    c) du nicht nein sagen kannst
    d) oder einfach dich ein wenig bestrafen wolltest, mies fühlen, denn das tust du anscheinend jetzt

    Es wirkt auf mich, dass dein Stolz und dein Selbstbewusstsein an diesem Ereignis zu leiden haben. Ist auch irgendwo verständlich. Hast ja wertvolle Zeit investiert dieser Person zu helfen und bekamst nicht annähernd genug zurück, dass es sich rechtfertigen lässt, warum du es tatst. Also solltest du überlegen warum du überhaupt halfst. Und damit das Selbstbewusstsein nicht wieder durch so was leidet, solltest du öfters "nein" sagen, wenn sich etwas für dich ungut anfühlt, einfach dir selbst zu liebe. Damit du nicht wieder vor dem gleichen Problem stehst, warum du dies und das getan hast.. wenn du etwas innerlich nicht willst und es nur machst um Beachtung zu bekommen, sie aber nicht bekommst, dann geht es dir schlecht. Warum wohl? Sei lieb zu dir selbst. Tue dir was gutes. Man sollte nicht helfen, nur weil man das Gefühl hat, es tun zu müssen. Man muss gar nichts. Wirklich nichts. Helfen sollte man machen, wenn man nichts im Gegenzug erwartet. Die Menschen können einem selbst so oft nicht das geben was man erwartet, also erwarte nichts und du wirst nicht enttäuscht. ;)
    Und jetzt mal zu dem warum diese gewisse Person vllt. so "undankbar" erschien: viele Leute können einfach nicht ihre Gefühle ausdrücken, aus welchen Gründen auch immer, es muss nicht immer Undankbarkeit sein. Stell dir vor, dass diese Person, der du hilfst/geholfen hast, dir vom ganzen Herzen dankt, nur es nicht zeigen kann. Dann fühlst du dich gut, ganz gleich, ob die Person es wirklich schätzt oder eben nicht. Und warum du es tun solltest? Damit es dir besser und nicht schlechter geht. Dir selbst zu liebe. Oder lass das helfen sein, wenn es dir dann besser geht. Macht dich nur selbst nicht so fertig, davon hast du nichts ausser schlechten Laune. ;)

    Liebe Grüße

    Wir können gerne weiter diskutieren oder du kannst diesen Kommentar auch löschen, wenn es dir unangenehm ist.

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  19. @AnonymIch musste ja bei der Erwähnung von Psychologe ganz breit grinsen ;)

    Das Ganze hat nichts mit meinem Stolz oder Selbstbewusstsein zu tun - wenn dem so wäre, hätte ich mich wahrscheinlich schon längst irgendwo einweisen lassen ;) Von deinen Antwortoptionen trifft auch keine zu - ich erwarte keine unendliche Dankbarkeit, aber... einen angemessenen Umgang mit Menschen.
    Mir wurde beigebracht, viel nachzudenken - deswegen tue ich das ja auch und deswegen habe ich auch über diese Situation nachgedacht.
    Mit dem Neinsagen funktioniert das auch ganz gut, wenn mir etwas total auf den Sack geht... Und mich mies fühlen wollte ich sicherlich ganz und gar nicht.
    Ich habe nur festgestellt, dass mich diese Situation über die Maßen beschäftigt hat und dass ich das auch für mich hier auf dem Blog festhalten wollte.

    Es ist auch nicht so, dass ich jetzt seit Freitag mit schlechter Laune rumlaufe, sondern lediglich mal kritisch darüber nachgedacht habe, warum ich da "mitgemacht" habe und ob das für mich die richtige Entscheidung war. Mein Selbstbewusstsein leidet da also gar nicht drunter (wäre ja noch schöner ^^); vielmehr stellt sich mir die Frage, wie Menschen miteinander umgehen und ob ich mit "solchen" Menschen Umgang pflegen will.

    "Erwarte nichts und du wirst nicht enttäuscht" ist leider ein Credo, das ich mir angewöhnt habe - denn die Erfahrung zeigt, dass man damit am sichersten fährt ;) Was nicht heißt, dass man sich nicht stets kritisch hinterfragen sollte. Wie gesagt, ich habe nicht die Welt erwartet - aber wenn man mehr oder minder ignoriert wird, obwohl man sich bemüht, finde ich das einfach nicht angemessen. Bestätigung oder Beachtung ist mir (leider?) in diesem Hinblick auch ziemlich egal - es geht ja im Endeffekt darum, wie ich mich mit der Sache fühle.

    Dass es vielen Menschen schwer fällt, sich zu bedanken und ihre Gefühle auszudrücken weiß ich wohl - aber es gibt einen Unterschied zwischen Ignoranz und so etwas wie fehlender sozialer Kompetenz. Und ich gebe offen zu: Ich glaube immernoch an das Gute im Menschen und bin jemand, der in diesem Bereich nicht nur eine zweite, sondern auch eine dritte Chance gibt - und es ist schade, wenn man erkennen muss, dass das keinen Erfolg hat.

    Ganz ehrlich - wenn wir immer mit unserem Verhalten zufrieden und glücklich wären, wäre das Leben ganz schön langweilig ;) "Fehler" gehören dazu und ich finde es besser, über Dinge nachzudenken, als sie einfach nur abzuhaken. Und wenn man immer im Voraus wüsste, wie sich alles ausgeht, wäre das zwar bestimmt klasse - aber die Wahrscheinlichkeit, dass man dann irgendwas tun würde, dürfte bei 0 liegen, weil die ganze Zeit fürs Nachdenken draufginge ;)

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  20. @Lena
    Wenn es so ist, dann kam vieles viel anders rüber. Ich bin froh über diese Unterhaltung, die zeigt wieder wie etwas geschriebenes anders rüber kommen kann, als es gemeint ist und wie man sich irren kann. ;)
    Nachdenken ist auch etwas gutes, solange man sein Horizont nicht zu sehr einengt für andere Sichtweisen. Mein liebstes Zitat passt hier sehr gut: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" von I. Kant.
    Von dem was ich von dir bis jetzt gelesen habe, mag ich deine Art und dachte, dass ich dich zum nachdenken bringen könnte. ;) Ist wohl nicht wirklich nötig, auch gut. Du kommst auf jeden Fall sehr sympathisch rüber. ;)

    Und was ich vergessen habe und eigentlich in dem anderen Text noch unterbringen wollte: Du hast doch etwas von der Umzugsaktion mitgenommen: neue Muskelmasse. ;)

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  21. @AnonymAch, irgendwie muss man ja seine Gedanken auch mehr oder minder kurz fassen - wenn ich alles, was in meinem Kopf so vor sich geht, runterschreiben würde, wäre ich wohl heute nicht fertig ;) Und gerade auf so einem Blog ist das nicht einfach - ich bin jemand, der sehr viel (einige sagen: zu viel) nachdenkt und versucht, auch unterschiedliche Sichtweisen einzubeziehen, bevor er Entscheidungen trifft... Und das dann alles zusammenzukriegen, ist manchmal nicht einfach - deswegen kann mein Geschreibsel durchaus Defizite aufweisen.

    Aber umso schöner ist es, wenn man auch auf einer fairen Ebene mit anderen kommuniziert (auf anderen Blogs habe ich das leider auch schon anders gelesen), sich auch Kritik holen und damit arbeiten kann - schließlich gibt es ja immer das Sender-Empfänger-Problem und so ein Blog dient ja auch dazu, sich auszutauschen.

    Aus diesem Grund auch: Danke für deine Anregungen! In anderer Leute Köpfe reingucken funktioniert leider nicht so ganz einfach und du hast mich gewiss auch zum Nachdenken gebracht :)

    Ja, das mit den Muskeln hat mir ein Freund auch schon gesagt - kostenloses Krafttraining hat seine Vorteile! ;)

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  22. @Lena
    Oh ja, mir wurde auch oft gesagt, ich denke zu viel nach. Und trotzdem von genau einer dieser Personen, die mir das sagte, dann etwas an den Kopf geworfen, was von zu viel voreingenommenen Denken kam. Sie wollte sich dann auch nicht mehr meine Meinung dazu anhören, sie hat sich ja ihr Teil bereits weiter gedacht. Dann fragt man sich wirklich wer denkt da zu viel nach...
    Ja, bei anderen Blogs ist es mir auch oft aufgefallen. Auf Kritik wird sehr unreif reagiert. Wenn man dann aus dem 0-8-15 Standartdenken raus kommt und sich überlegt was da alles dahinter stecken könnte.. oh, oh.. aber da verbringt sich auch schnell die Gefahr, etwas unbedingt sehen zu wollen und es dann auch zu finden. Kennt sicherlich jeder. Man vermutet etwas und sucht dann akribisch nach Beweisen, die diese Vermutung bestätigen. Man ist dann voreingenommen und sieht nicht mehr die Wirklichkeit. So etwas kommt nicht von zu viel Denken allein, sondern vom dem was man glauben will. Möglichst objektiv zu denken, würde da helfen. Frei von Vorurteilen, etc. Aber natürlich auch fair kommunizieren. ;) Man muss sich nicht gleich angiften, nur weil man nicht der gleichen Meinung ist.
    Wenn es einfach wäre in die Gedankenwelt der Menschen einzudringen, wären viele Anwälte arbeitslos. ;)

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  23. @Lena

    Ja, Arnica Globuli sollte man immer zu Hause haben :)

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  24. Also ich würde da immer vorher abwägen, ob mir die Person "was bedeutet" und ob diese Person das auch für mich machen würde.

    Wir hatten beim Hausbau z.B. niemanden aus unserem Freundeskreis gefragt ob sie helfen, weil wir selber auch keinen Bock hätten bei anderen auf der Baustelle zu schuften. Auch auf Fragen ob man helfen könnte, haben wir mit "nein" geantwortet, weil wir das ehrlich gesagt niemanden antun wollten.

    Ich persönlich bin bei solchen Sachen immer recht faul und würde um eine Ausrede nicht verlegen sein, zumindest wenn mir derjenige sonst nichts "wert" ist. Bei der Familie ist das natürlich wieder was anderes. Zumal sie ja anscheinend auch genug andere Leute beim Umzug dabei hatte.

    GLG Ina

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  25. @AnonymAch, Voreingenommenheit ist auch ein tolles Thema ;) Da könnte ich ja auch Geschichten erzählen - aber lieber nicht :P

    Stimmt, es gibt ja tatsächlich Menschen, die daran verdienen, dass andere nicht denken oder falsch denken oder sich angiften ;) Nene, das brauch ich nicht :)

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  26. @NaemiIch seh schon, ich hab die Arnica-Profis erwischt! Meine Oma hat da ja immer auf Salbe geschworen... :)

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  27. @InaHey, immerhin haben euch Leute gefragt, ob sie auf der Baustelle helfen wollen :P Ja, ich kann deine Sicht da sehr gut verstehen - ist ja auch völlig nachvollziehbar...

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